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Jüdische Volksstimme · 1913-08-28 · Heft 35 (28.8.1913) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 35 (28.8.1913)
Date
1913-08-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 ,LPdtsche BolkSstimme." Nr. 35. Jugend Westösterreichs. Referent: I. U. C. Hein-: Glanz, Vizepräses der Wiener zionistischen Vercinigung. 4. Wie organisiert man Kurse aus jüdischer Geschichte und hebräischer Sprache? Referent: Med. Isidor Klaber (Wiener zionistische Vercinigung). 5. Die Bedeutung der jüdischen Turnbewegung für die jüdischnationale Erziehung unserer Jugend. Referent: Dr. Henry Unna (Berlin), Mitglied des Ausschusses der Jüdischen Turnerschaft und Redakteur der Monatshefte für Turnen und Sport. Nachmittags Debatte. Schluß mit Rücksicht auf die Eröffnungssitzung des Kongreßes um (i Uhr abends. Die Delegierten haben sich bereits um halb 9 Uhr einzufinden und ihre Delcgiertenabzeichen zu beheben. Die Universttätssrage auf dem Kongreß. Auf dem Elften Zionistenkongreß wird bekanntlich auch die Frage der Gründung einer hebräischen Universität behandelt werden. Nun ist bereits vor dem Kongresse eine Schrift von Dr. Josef Klausner, dem bekannten Redakteur des ״Haschiloach" erschienen, die das Problein erörtert: Womit sollen wir beginnen? (במה ונתחיל?לשאלת יסוד אוניברסיתה עברית בירושלים.) Dr. Klausner vertritt hier gegenüber den vielen, welche aus praktischen Gründen die Er richtung einer medizinischen Fakultät wünschen, die Anschauung, daß man mit einer Fakultät für Geistcswisicnschaften den Anfang machen müsse. Auf diese Schrift sei hier noch vor dem Kongresse hingewiesen! 1907, Breslau, in den Blau-Weiß-Blättern ein eigenes Organ geschaffen, daS an Mitglieder der Vereine un» entgeltlich abgegeben wird. Diskoüto-uesellscliaft bei der - Nordfisterreichischen Bankr fkr Industrie, Hudel and Landwirtschaft, rtgist• gierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Brflnn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt sich für alle einschlägigen Bankgeschälte, hauptsächlich auch rar den > Eskompt offener Buchfordernngen unter den allergünstigsten Bedingungen. Jüdischer Wanderbund ״Blauu Der Jüdische Wanderbund Blau-Weiß Berlin veranstaltete in den verflossenen Sommerscrten eine dreiwöchige Fahrt nach Süddcutschland, an der 12 Wanderer teilnahmen und die vor einigen Tagen zur allgemeinen Zufriedenheit zu Ende geführt wurde. Die Wanderung ging durch Taubcrtal über Rotenburg o. T. und das Dinkclbühl in die schwäbische Alp, von dort zum Bodcnsec und in den Schwarzwald. Die Rückreise wurde von Frciburg i. B. aus angetretcn. Die nicht ganz unerheblichen Anstrengungen, die die Tour naturgemäß mit sich brachte, wurden auch von den jüngeren Wanderer» mühcws übcrstanden. Der jüdische Wanderbund Blau-Weiß hat durch diese Fahrt bclviescn, daß seine Leistungen denen der älteren Wandcrvcrcinc nicht nachstehen. Die Arbeit, die er seit jetzt einem Jahre leistet, ist also nicht ohne Erfolg geblieben. Der große Gedanke des Jugcndwandcrns beginnt auch unter der jüdischen Jugend festen Fuß zu fassen. Schon jetzt ziehen an jedem Sonntag jüdische Schüler in großer Zahl hinaus, mit Rucksack und Kochtopf — im Sommer und Winter und bei jedem Wetter. Schon jetzt entstehen überall in Deutschland Zwciggruppcn, die an der Kräftigung und Gesundung unserer Jugend Mitarbeiten wollen, die — unberührt von rcligiöscn Streitigkeiten — es auch dein Orthodoxen ermöglichen, hinauszuwairderii, ohne seinen Grundsätzen untreu zu werden, und die dem jüdischen Schüler dem heimlichen, aber um so drückenderen Antisemitismus entziehen, der vielfach im ״Wandervogel" und im ״Jungdeutschland-Bundc" herrscht. Auskunft über die Bestrebungen des Wandcrbundes Blau-Weiß erteilt der Vorsitzende des Berliner Vereines, Herr Dr. Adalbert Sachs, Berlin, S.-W., Königgrätzcrstraßc 89. Seit kurzem haben sich der Jüdische Wandcrbund Blau-Weiß, Berlin, der jüdische Wanderbund Blau-Weiß, Wien, und der Wandervercin von Protokoll des Fünften mähr.-schles. Studeatevtages zu Olmütz 22. August 1913. Tagesordnung: 1. Begrüßung durch den Obmann des Verbandes der mähr.-schles. Ferialverbindungen. 2. Wahl des Bureaus. 3. Rechenschaftsbericht des Präsidiums der mähr.-schles. Ferialverbindungen. 4. Organisationsreferat ״Emunah" Bielitz. Herr Bruno Elsner. 3. ״Wie soll eine Ferialverbindung beschaffcn sein?" Gamala Göding. Herr Josef Reiß. 6. Jugenderziehung und Sport, ״Hebronia" Nikolsburg. Herr Josef Glogau. 7. Palästinareferat. ״Hesiiana" M.-Ostrau. Herr Alfred Vachrach. 8. Ost- und westjüdischc Studenten. ״Geullah" Olmütz. Herr Walter Hcrsch. 9. Eventualia. Ad 2. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Gustav Kohn (Hesiiana), zum zweiten Vorsitzenden Herr Josef Reiß (Gamala), zum ersten Schriftführer Herr Paul Stern (Laetitia), zum zweiten Schriftführer Herr A. Grün (Geullah) gewählt. Ad 3. Da es sich nach den Ausführungen des Herrn Bernhard Würbik, Obmann der Vercinigung mähr.-schles. Ferialverbindungen, ergibt, daß der Arbeitsausschuß nicht gut funktionicrt hat, wird über Antrag des Herrn Reiß (Hesiiana) nur dem Obmann das Absolutorium erteilt. Ad 4. An das Referat schließt sich eine äußerst rege Debatte. Das Referat wird gebilligt und die Vorschläge zur Kenntnis genommen. Antrag Glogau (Hebronia) ״Die Verbindungen werden verpflichtet, sehr strenge Burschenprufungen abzuhalten"׳, wird angenommen. Ad 6. Der Studententag beschließt cinstintmig, an das äußerst gelungene Referat keine Debatte anzuschließen. Ad 6. Sehr lebhafte Debatte, die sich Hauptsächlich mit der Erziehung der Mittelschuljugend beschäftigt. Antrag Reiß (Hesiiana): ״Die zn ständige Ferialverbindung ist dem Studententag für die Erziehung der Jugend verantwortlich." Wird einstimmig angenommen. Antrag Glogau: ״Alle Mitglieder von Ferialverbindungen sind verpflichtet, in den Universitätsstädten aktiv in Turnvereinen tätig zu sein." Angenommen. Ad 7. Das Palästinareferat wird beifälligst ausgenommen und der Antrag des Referenten ״Jede Ferialverbindung zahlt monatlich 10 K in eine gemeinsame Kassa. Der Betrag von zirka 1000 K wird in zwei Maten zu 500 K un ter sämtlichen Ferialverbindungen verlost. Die beiden ausgelosten Verbindungen entsenden für dieses .Geld ju ein Mitglied zu einer Palästinareise. Die einmal ausgclostcn Verbindungen scheiden bis zur Erledigung des Turnus aus der Verlosung aus. Wird nach lebhafter Debatte mit überwiegender Majorität angenommen. Ad 8. Das Referat wird zur Kenntnis genommen und bcschlosien, dem Verbände galizischer Ferialverbindungen für sein Begrüßungsschreiben zu danken und dessen Aufklärungen über die Organisation zu erwidern. Ad 9. Folgende Anträge werden angenommen: Bachrach (Masiada): Der Arbeitsausschuß fragt das D. K. an, waruin es erst auf Protest des Obmannes das Studcntenmandai aufgehoben hat und verlangt Aufklärung, was die Korrespondenz der ״Hasmonäa" Jglau bedeuten soll. Stern (Lätitia): Die Geschäftsordnung der Präsidialkonferenz ist einer Revision zu unterziehcn und diesbezüglich ein Komitee einzusetzen. Reiß (Hesiiana): Der mähr.-schles. Studentag zu Olmütz am 22. August 1913 verwahrt sich energisch dagegen, daß bei Kongreßveranstaltungen Mittelschüler in Farben erscheinen und gibt zu bedenken, daß bei Nichtbeachtung dieses Wunsches sämtliche ntähr.-schles. Verbindungen sich fernhalten müßten. Spitzer (Geullah): Die Referate sind mit Schreibmaschine durchzuschlagcn und jeder Verbiirdung in zwei Exemplaren einzusenden. Reiß (Hesiiana): Der fünfte mähr.-schles. Studententag spricht dem E. A. A. das vollste Vertrauen aus und fordert die Unterstellung der finanziellen Institute unter die neuzuwählende Parteileitung. Beginn der Verhandlungen umlO Uhr vormittags. Schluß der Verhandlungen um 11 Uhr 10 Minuten nachts. Gustav Kohn m. p., als Präsident des 5. Stuüententages. Paul S t e r n m. p., Schriftführer. Begrüßungen kanten aus: ״Hastnonäa" Jglau, D. K. Troppau, israel. Kultusgemeinde Olntütz, Verband der zionistischen Akademiker Galiziens, E. A. C. Berlin. G. K o h n, m. p. NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERSICHERUNGS-GESELL■ SCHAFT, WIEN, I., ASPERNPLATZ 1. im eigenen Palais. — Versichertes Kapital cirka'400 Millionen Reserven diks 116 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überall gesucht — Unser neuester Tarif mit 50/0 jänrllch fallender garantierte Piütnie. General-Agentur für Wien, 1-, Aspernplatz 1, Leiter David Nebenzahl, Sub.Direktion für Prag, Ferdlnandostr. 20. neu, Leiter Robert Gerstel Sub. Direktion für Lemberg, SzaJouena 3. Leiter Lübl Taubes. General-Agentur für Krakau Nathan RSssner, St Sebastiane 10, Generalagentur für Bielitz. Schlossgraben 9, Leiter Adolf Heitling. Hauptagentur für Brünn, Wawrastrasse 10. Leiter: Samuel Reiniger. üund|d1a1L Zum Kiewer ״Ritualmord"prozeß". Wie bereits gemeldet, ist die Verhandlung gegen den des ״Ritualmordes" an dem Knaben Juschtfchinsky angeklagten Mendel Beilis endgültig auf den 8. Oktober d. I. anberaumt worden. Es sollen 231 Zeugen vernommen werden. Als Verteidiger des Angeklagten Beilis werden die bekannten rusiischen Rechtsanwälte Grusenberg, Karabtschewsky und Zarudy fungieren, von denen der erstgenannte Jude ist. Die wichtigsten Zeugen sind bereits für den ersten Verhandlungstag geladen. Der frühere Verteidiger Beilis', Rechtsanwalt Margolin, ist diesmal als Zeuge geladen. Unter den Zeugen befinden sich ferner die früheren Leiter der Untersuchung, Oberst Iwanow, der Richter Fenenko, Staatsanwalt Lachkarew, der die erste Anklageschrift verfaßt hatte, ferner der Journalist Brasul- Bruschkowsky und der Detektiv Krassowsky, die auf Grund eingehender Forschungen zu der Ueberzeugung gelangt sind, daß die Mordtat von einer Diebsbande, an deren Spitze die berüchtige Vera Tschebyriak steht, verübt worden ist. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Wipper aus Petersburg. Das Kiewer Gericht hat fast alle von der Verteidigung vorgeschlagenen Gutachten, meist unter den nichtigsten Vorwättdeii, abgelehnt. So z. B. wurde der Antrag, den Berliner Theologie- Professor Hermann L. Strack, einen der hervorragendstcn christlichen Kenner des Talmuds und der rabbinischcn Literatur, vorzuladcn, mit der Begründung abgewiesen, die Entfernung zwischeu Berlin und Kiew sei zu groß! Dabei beherrscht Strack auch die russische Sprache, so daß seiner Vernehmung wirklich nichts im Wege steht. Wie haltlos der gerichtliche Hiiüvcis auf die ״Entfernung" Berlins ist, geht schon daraus hervor, daß der katholische Geistliche Justin Pranaitis, dessen Gutachten die Hauptgrundläge für die ״Nttualmord"-Bcschuldigung bildet, in Taschkent wohnt, also zur Reise nach Kiew mehr als eine Wochen brauchen wird. Zionistische Arbeit in Palästina. Der soeben erschienene Bericht des Aktionskomitees der Zionistischen Organisation an den Elften Zionistenkongreß, der vom 2. bis 9. September in Wien tagt, gibt ein anschauliches Bild nicht nur von der Entwicklung der Bewegung, die jetzt fast 150.000 organisierte Anhänger umfaßt, sondern vor allem von der Arbeit, die der Zionismus in Palästina leistet. Zionistischer Initiative und Tätigkeit verdanken eine ganze Anzahl neuer landwirtschaftlicher Kolonien ihre Entstehung, vom Zionismus ist die Einwanderung der jemenitischen Juden nach Palästina organisiert und unterstützt worden, und die neuen jüdischen Stadtviertel in Jaffa und Haifa sind ׳ ebenfalls zionistische Gründungen. Die hebräische!Presse Palästinas zählt jetzt eine Tageszeitung,

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