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Jüdische Volksstimme · 1913-08-14 · Heft 33 (14.8.1913) · page 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 33 (14.8.1913)
Date
1913-08-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Kr. 33. ״Attische VEQfflm»»" und in dieser Beziehung auch nicht den allerkleinsten Kur ist hier nicht anstrengend, die Stahlbäder find ge» Erfolg zu erzielen in der Lage war, noch lange nicht radezu entzückend und —im Verhältnis zu anderen, die behauptete Gegnerschaft der Leitung gegenüber dem Verlangen nach politischer Arbeit erweist. Auch die verschiedenen Abstimmungsresultate innerhalb des A. C. und die dabei zutage getretenen Differenzen involviercn keinesfalls einen solchen Gegensatz. Dieser ganze Kampf hat somit als prinzipieller Kampf keinerlei, wie immer geartete Bedeutung. Er wäre sogar lächerlich, wenn man nicht wüßte, daß sich hinter dem unbegründeten und trotzigen Festhalten an falsch formulierten und falsch angewendeten Begriffen sich eine starke Unzufriedenheit verbirgt, die beim Kongresse in einer scharfen und unerbittlichen Opposition gegenüber der Leitung und ihrer politischen und praktischen Tätigkeit ihren Ausdruck finden wird. Diese Opposition wird geleitet durch David Wolfsohn, dem ehemaligen Präsidenten der zionistischen Organisation, Dr. Max Nordau (Paris), Marmore! (Paris), Jean Fischer (Antwerpen) dem Präsidenten der ״English Zionist Federation" Mr. Joseph Cornen u. a. Männern, deren Namen in der zionistischen Bewegung Klang und Ansehen haben. Es sind daher gerade bei der Debatte über den Rechenschaftsbericht die lebhaftesten und vielleicht auch erregtesten Debatten zu erwarten, wie die Dinge aber stehen, dürften die Oppositionellen mit ihrer Anschauung diesmal schwerlich durchdringen. Und selbst, wenn das der Fall wäre, würden nur neue Männer kommen, vielleicht auch eine Aenderung der Arbeitsmethode die Folge sein, keineswegs aber eine prinzipielle Aenderung in der zionistischen Taktik cintreten. Tenn, wie gesagt: es gibt derzeit Wohl oppositionelle oder offizielle, aber auf keinen Fall ״politische" oder ״praktische" Zionisten. Das zur Aufklärung! schlesischen Bädern — sehr billig; dasselbe gilt auch von den Moorbädern, die hier ganz besonders vorzüglich und auch nicht teuer find. Die Kurverwaltung ist jedem Gaste gegenüber von einer besonderen Liebenswürdigkeit und Zuvorkommenheit, so daß jedem, der seinen Urlaub noch zu erwarten hat, mit gutem Gewissen angeraten werden kann, denselben, nur in Bad Langenau zu verleben. L. R. YERLOBUNQ5-R1NQE W BR/lUTSCHMUCrc * * HOCHZE1T5QE5CHENKE EtlE'RINQE .. in hervorragender Auswahl zu basaudan billigen Praisan. Bert hold Bachner, k. u. k. Hoflieferant, Juwelen-, Uhren-, Goldu. Silberwarenhandlnng Brünn, nur Ferdinandsgasse Nr. 2. ■V* Provinzaufträge Anden sofortige Erledigung. die bloße Tatsache der Intervention eines Gendarmen, der in der Synagoge den Leichnam eine» Mädchen». >as angeblich dorthin in einem Sacke gebracht worden wäre, frnden wollte, ist einfach unerhört. Der Fall rief die tiefste Entrüstung unserer dortigen GlaubenSgenassen hervor, die einen regelmäßigen Prozeß einleiteten da der Gendarm die Untersuchung auf eigene Faust unternommen hatte — und gleichzeitig den Gouverneur von Eritrea, Salvago Raggi, in Kenntnis setzten, der aber bedauerte, .nicht eintreten zu können, da der Vorfall der der. Justizverwaltung anhängig sei und man deren Entscheidung abwarten müsse. Jessthat sich die Gemeinde von ASmara an den ״Bessillo JSraelitico" in Turin gewandt, der die Sache dem Präsidenten des Gemeindebundes. Adr. Angela Sereni in Rom. übergeben hat, damit er die nötigen Schritte bei dem Kolonialministerium unternimmt. Hoffentlich wird der Gemeindebund die nötige Energie finden und eS durchsetzen, daß ähnliche beschämende Vorfälle in den italinichen Kolonien nicht wieder Vorkommen. Brief aus Bad Langenau. Diesen reizenden Badeort hat der liebe Gott in seiner besten Laune erschaffen. Etwa zugleich mit Ischl, Homburg a. d. H., Wiesbaden und dem Semmering. Man nennt cs mit Recht die Perle der Grafschaft Glatz und es hat den besonderen Vorteil, schnell und mühelos erreicht zu werden. Von Brünn z. B. fährt man mit der Staatsbahn nur zirka drei Stunden, ohne umzujteigen; von Prag aus ist es in etwa fünf Stunden zu erreichen und von Breslau in zirka zwei Stunden. Wer die Breslauer Ausstellung besucht, versäume es nicht, diesen herrlich gelegenen Kurort zu besuchen. Er wird diese Exkursion nie bereuen. Bad Langenau ist kein Weltbad zwar. Aber nicht jeder will das Leben und Treiben, dem er entfloh, da wiederfinden, wo er Erholung sucht. In seinem, von grünen Höhen und Wäldern umschlossenen Tal liegt es wie in eine Muschel gebetet und bietet wirksamen Schutz gegen die heulenden Winde und Stürme, die diesem Sommer ihr Gepräge verleihen, aber es bietet zugleich Schutz und Schirm gegen die sengende Sonnenglut, die — einst, vor vielen, vielen Jahren im Sommer herrschte. Langenau entspricht allen Anforderungen, die man an moderne Badeeinrichtungen, an gute saubere Unterkunft, an sorgsame Bedienung und Leitung der Kur zu stellen berechtigt ist. Es hat eine Heilquelle und ein Moor, die sich den besten getrost an die Seite stellen können. Bei der Wahl dieses Kurortes war für mich ausschlaggebend: die Nähe und dann die gute rituelle Küche, die erst seit einigen Jahren in diesem Badeorte sich etabliert hat. Ich hoffte dort einige Bekannte und Gleichgesinnte zu finden und meine Hoffnung hat sich diesmal glänzend erfüllt. In Langenau sind Juden aus Deutschland (namentlich Schlesien), Ruffisch-Polen und auch aus Oesterreich vertreten; ihr Rendezvousplatz ist die rituelle Restauration, wo für den 9. Ab die Ab- Haltung eines Gottesdienstes geplant wird. Das Badeleben unterscheidet sich hier nicht wesentlich von dem anderer größerer und bedeutender Kur- Plätze: wir haben hier eine gute Musikkapelle aus Breslau, Waldtheater, Sport und Zerstreung allerlei Art und dabei Muße, auch speziell jüdische Fragen zu erörtern. Das Hauptthema bilden die bekannten ״Richte linien", die nur wenige Verteidiger hier finden, dann die Agudas-Jisroel, die, wie es scheint, an Aktualität nicht nur nicht verloren, sondern eher gewonnen hat. Auch die Gründung einer jüdischen Verlagsgesellschaft, wie sie der Herausgeber dieses Blattes plant, wurde vom Schreiber dieses aufs Tapet gebracht und fand begeisterte Zustimmung, namentlich seitens der reich» deutschen Glaubensgenossen. Schreiber dieses hat die Ueberzeugung gewonnen, daß die geplante Gründung der jüdischen Verlagsgesellschaft in Deutschland viele begeisterte Anhänger und Verehrer gefunden hat und daß man in dieser Hinsicht auf unsere dortigen Glaubensbrüder mit Recht rechnen kann. Sie ersehen, daß man hier zu allem Muße findet, auch zur.Propagierung jüdischer Angelegenheiten. Die Tagesordnung des 11. Zionistenkongresses. Dienstag den 2. September, abends 8 Uhr Eröffnungssitzung: Eröffnungsrede des Vorsitzenden des Engeren Aktions-Comitees, Herrn Prof. Dr. Otto Warburg-Berlin. Rede des Herrn Nahum Sokolow-Berlin: Das jüdische Leben in der Diaspora Rede des Herrn Dr. Schmarja Levin-Haifa: Das neue Juoentum in Palästina. Wahl des Bureaus. Mittwoch den 3. September ,Vormittagssitzung: Beriet über die Tätigkeit des Aktions-Comitees: Dr. Artur Hantke-Berlin- — Generaldebatte. Nachmittagssitzung: Fortsetzung der Generaldebatte. Donnerstag de» 4. September Vormittagssitzung: Fortsetzung und Schluß der Generaldebatte. ’ : Nachmittagssitzung: Die Tätigkeit des Jüdischen Nationalfonds seit dem zehnten Kongreß: Justizrat Dr. M. I. Bodenheimer-Köln. Die zionistische Arbeit in Palästina: Dr. Artur Ruppin-Jafsa. Der jüdische Kulturfonds Kedem: M. Feldstein Warschau. — Debatte. Freitag den S. September Vormittagssttzung: Fortsetzung der Debatte. Nachmittagssitzung: Fortsetzung und Schluß der Debatte. Montag den 8. September Bormittagssitzung: Jüdische Kulturarbeit in Pasästina: M. Ussischkin-Odeffa. Die Frage der Gründung einer jüdischen Univer sität in Palästina: Prof. Dr. CH. Weizmann-Manchester. Debatte. Nachmittagsjitzung: Fortsetzung und Schluß der Debatte. Dienstag den S .September BormittagSfihung: Die Tätigkeit der zionistischen Bankinstitute seit dem zehnten Kongreß: Dr. N. Katzenelsohn-Libau. Debatte. Nachmittagsfitzung: Etat für das Verwaltungsjahr 1913/14. — Wahlen. Eine Riiulmordaffäre in einer italie«. Kolonie. Auch in dem judenfreundlichen Italien haben wir eine Nitualmordanklage gehabt, allerdings nur in einer Kolonie, in Asmara. Die Geschichte kommt erst jetzt an die Oeffentlichkeit durch den. ״Beffillo Jsraelitico" in Turin, der diese aufsehenerregende Nachricht wie folgt schildert: In der Kolonie Eritrea wurde vor einigen Jahren die Legende vom Ritualmorde verbreitet vor einigen Jahren wurden die dortigen Juden der Ermordung eines Mädchen beschuldigt, aber dieser Zwischenfall hatte keine weitere Folge dank dem energischen Vorgehen der Behörden gegen die Verbreitet dieser unsinnigen Anklage. Dieses Jahr aber begab sich der italienische Gendarm Antioro Scann in die Synagoge von Asmara, um festzustellen, ob die Anklage der Wirklichkeit entspricht und nahm eine eingehende Untersuchung vor. Alle Räume wurden durchsucht, während draußen ein zahlreicher Pöbel sich versammelte, das ungewöhnliche Vorkommnis hämisch besprach und das Resultat erwartete. Es ist überflüssig hinzuzufügen, daß die Haussuchung ein ganz negative» Resultat hatte — aber. An die jüdischen Handels- und Privatangestellten. Kollegen! Schon einmal hat der Kongreß eine Parole ausgegeben, die ohne einer direkt zionistischen Idee zu dienen, von großer Bedeutung und noch größerem Nutzen für das Gesamtjudentum war. Dies war, als Dr. Max Nordau das Wort vom Muskeljudentum prägte und damit den Anstoß zur Gründung der jüdichen Turnvereine gab. Wenn wir heute vom Kongreß eine ähnliche Stellungnahme in unserer Sache verlangen, so find wir uns bewußt, daß eS wieder keine zionistische, sondern eine allgemein jüdische Frage ist, in der wir Unterstützung verlangen. Und wer wäre hierzu berufener, als das einzige VolkshauS des Judentums, die Repräsentanten einer Bewegung, der allumfassend jüdisch, nichts jüdisches sremd sein kann und darf. Wenn schon die allgemeine Lage des Judentums eine traurige ist, trostlos, der endlosen Wüste ohne Oasen gleich, ist die- Loge der jüdischen Angestellten. Ist Juda der Knecht unter den Völkern, so sind sie Knechte der Knechte, unfrei in jeder Beziehung. Hier zu helfen ist die Aufgabe der unabhängigen jüdischen Gewerkschaftsbewegung der jüdischen Handelsangestellten, deren erste vielversprechende Anfänge wir im JHV., das ist der Jüdische HandlungSgehilfen-Berband, sehen. Der Kampf gegen den immer mehr um sich greisenden Boykott der jüdischen Angestellten; der Kampf für die Besserung unserer Lage; der Kampf für die Wiedergewinnung der unserem Volke verlorengegangenen Klassenbrüder — ist unsere Losung. Um diesen Kampf erfolgreich führen zu können, ist bei der starken Fluktuation unseres Menschenmaterials die Gründung von Schwesterorganisationen auf der ganzen Erde nötig. Der Vorteil desselben für das Judentuin im allgemeinen, und das nationale im besonderen brauchen wir wohl nicht zu erwähnen. Beim Kongresse in Wien werden jüdische Angestellte aus allen Ländern vertreten sein: wir laden sie alle zu einer Besprechung der Lage unserer Klaffe ein, die zur Schaffung einer Weltorganisation führen soll. Wir verlangen und erwarten von ihnen, daß sie unseren Vorschlag vor das Forum des Kongresses bringen wer» den, damit diese alljüdische Idee zur Sache der alljüdischeu Bewegung werde. Jüdischer Handlungsgehilfenverband. Zentrale Wien, Ortsgruppen Bielitz. Dombrau. Orlau. Freistadt. Göding, Mähr.-Ostrau, Oderberg, Proßnitz, Ungarisch-Hradisch. Ort und Zeit der Tagung werden noch bekannti gegeben werden. Anfragen sind zu richten an die Adresse der Zentrale, Wien, 2. Bez-, Taborstraße 2 b. Dfitutn uoioflirhift M dsr J BSBKf «r Id Brian, Fardhundsgiite Nr. HU Empfiehlt aieb Mr all• Uaachtta, haaptsld j Eskompt offener Buefeferderaagen

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