Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 30 (24.7.1913)
- Date
- 1913-07-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 30 ,Zwilche BottSstimme." Seite 5 stellte. Die Entrüsteten dachten aber wohl keinen Augenblick daran, daß, wenn alle Juden für das Verbrechen eines einzelnen zu büßen hätten, dasselbe auch sür die Russen zutressc: Wenn schon: dann gleiche Gencralisieruiigstendcnz für alle. Ich glaube, dann würde das antisemitische Kartenhäuschen, das auf dem Grimdsatzc einseitiger Verallgemeinerung aufgcbaut ist, rasch Zusammenstürzen. Und zwar sowohl in Rußland als auch bei uns. Denn wer glaubt, daß es bei uns besser sei, als in Rußland, erinnere sich gefälligst an den Fall des Spions Redl, den die wackere antiscmitischc Presse in das Judentum zu schmuggeln suchte, um dann den Vaterlandsverrat allen Juden zu imputieren, die aber plötzlich ״kuschte", als sich Redls rassenreines Ariertum erwies. Da gilt natürlich das Gcncralisierungsprinzip nicht mehr! A. E. R—r. zion. Arbeit), gehalten durch die jüdischakad. Ferialverbindung ״Hessiana", Mähr.-Ostrau. <>. Jugenderziehung und Sport. Gehalten durch die jüdisch-akad. Ferialverbindung ״Hebronia", Nikolsburg. 7. Stellungnahme der mähr.-schles. zion. Studentenschaft zu den Andersnationalen dieser Kronländer. Gehalten durch die jüdisch-akad. Ferialverbindung ״Laetitia", Boskowitz. 8. Eventualia. Vi5konto-äs8oll3vk2f1 bei der Nordfisterreichischen Bank Kr Industrie, Handel und Landwirtschaft, registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung In Brlinn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt sich für alle einschlägigen Bankgeschälte, hauptsächlich auch rar den ע Eskompt offener Buchforderungen unter den allergünstigsten Bedingungen. Hilfsverein jüdischer Handwerker in Mähr.-Ostrau und Umgebung. An Eltern und Vormünder! Nach dem Schulschluß tritt an viele die Frage heran, was soll aus unseren Jungen werden? Bei der Wahl des Berufes soll der Wunsch des Knaben berücksichtigt werden, denn der Erfolg ist ausgeschlossen, wenn man für ein Fach bestimmt wird, für das man keine Neigung hat, oft wählt aber der Junge einen Beruf, zu dem er nicht geschaffen ist oder seine geistige Veranlagung nicht paßt. Darum muß eben der Vorliebe des Knaben für die Berufswahl auch die reif- Iirfic Uebeclcgung von Eltern und Vormündern bestiminend sein. In den letzten Jahren hat sich die Jugend!nassenhaf! dem Studium zugcwcndet, und darum ist eine Ueberproduklion von Absolventen verschiedener Lehranstallen geschaffen worden, sür die Stellungen nur schwer zu haben sind. Im Handwerkerstande haben immer noch tüchtige ausgcbildetc Menschen ihr gutes Fortkommen gefunden, und immer noch wird stets eine gute Handwerkcrkraft gesucht. Der Unterzeichnete Hilssvcrcin jüdischer Hand- Werker sür Mähr.-Ostrau und Umgebung hat es sich statutarisch zur Ausgabe gemacht, Knaben, welche Lust und Liebe zum Handwerk haben, verläßliche Lehrstellen zu besorgen. Beim Vorstände oben bczcichnetcn Vereines haben sich bewährte Lehrmeister aller Handwerke angcmeldet, ivelche brave Jungen zu tüchtigen Handwerkern ausbilden tvollen. Ter Hilssvcrcin wird sich durch die ganze Tauer der Lehrzeit die Aufsicht über den Lehrling vorbehaltcn, daß derselbe nicht nur sein Handwerk vollkommen erlernt, sondern auch in bezug auf Titten und Moral nicht leidet. Eltern und Vormünder! Wendet euch Vertrauensvoll an den HilfSvercin jüdischer Handwerker in Mähr.- Ostrau, derselbe besorgt unentgeltlich die Lehrstelle bei tüchtigen braven Meistern. Mittellose und Waisenknaben werden, wenn sie brav und fleißig sich aufführen, vom Verein nach Tunlichkeit unterstützt. Anmeldungen sind an de» Vorstand des Hilfsvereines sür jüdische Handwerker in Mähr.-Ostrau schriftlich zu richten. Misrachi-Delegierlentag. Gesinnungsgenossen, welche bereit sind, ein Mandat zum Misrachi-Telegiertentag in Wien zu übernehmen, werden gebeten, ihre Namen und Adressen umgehend bei dem Unterzeichneten Zentralbureau anzugeben. Zentralbureau der Zionistischen Föderation Misrachi-Hamburg-Altona, Marktstr. 88. NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERSICHERUNGS-GESELL- SCHAFT, WIEN,!., ASPERNPLATZ 1. im eigenen Palais. — Versichertes Kapital cirka 400 Millionen Reserven ciika 116 Millionen Kronen. — Billigste Tariie, Mitarbeiter werden überall gesucht. — Unser neuester Tarif mit Sa/o jährlich fallender garantierte PiSmle, General-Agentur für Wien, I., Aspernplatz I, Leiter David Nebenzahl, Sub.Direktion für Prag, Ferdinandsstr. 20. neu, Leiter Robert Gerstel Sub. Direktion für Lemberg, Szajoucha 3. Leiter Löbl Taubes. General-Agentur für Krakau Nathan Rössner, St. Sebastians 10, Generalagentur für Bielitz. Schlossgraben 9, Leiter Adolf Heitling. Haupta&entur für Brünn, Wawrastrasae 10. Leiter: Samuel Reiniger. Mähr.-schles. zion. Studententag. Ter Studententag der mähr.-schles. Ferial- Verbindungen findet vom 22. bis 24. August in Olmütz statt. Tie Tagesordnung ist folgende: 1. Begrüßung durch den Obmann Herrn Bernhard Würbik, cand. ing. 2. Rechenschaftsbericht des Arbeitsausschusses, gehalten vom Obmanne. 8. Organisationsreferat, gehalten durch die jüdisch-akad. Ferialverbindung ״Emunah" in Bielitz. 4. Wie soll eine Ferialverbindung beschaffen sein? gehalten durch die jüdisch-akad. Ferialverbindung ״Samala", Göding. Aorresponäenzen. Leipnik. (Ehrung.) Herr Tavid Spitze r, Fabrikant, Kultnsvorsteher und Gemeinderat der pol. Israel. Gemeinde in Leipnik, feierte dieser Tage in aller Stille seinen 00. Geburtstag und wurde bei diesem Anlasse in gerechter Würdigung seiner vielen und großen Verdienste um die Gemeinde und den Hnmanitätsanstalten zum Ehrenbürger der pol. israel. Gemeinde und zum Ehreumitgliede der israel. ,Kultusgemeinde in Leipnik von den bctresfenden Vertretungskörperschasten einstimmig ernannt. Se. Ehrw. Herr Rabbiner Tr. H i l l e l beehrte denselben mit der Auszeichnung der ״Morenn". Luudeuburg. (Schulfeier). Aus Anlaß des erfolgten Jahresschlusses fand am 17». Juli l. I. an der hiesigen zweiklassigen deutschen Volksschule ein Schulfest statt, welches einen würdigen Verlauf nahm. Ter geräumige Sitzungssaal erwies sich auch Heuer als viel zu klein, um die zahlreichen Gäste, unter denen sich Herr Bürgermeister Mortz Holländer, der Ortsschnlrat und Vertreter der israel. KultuSgemeinde befanden zu fassen. Die Schüler der ersten fünf Schuljahre brachten die Liederspiele ״Ter Schwalben Heimkehr und das blinde Geigerlein" ausdrucksvoll zum Vortrage und ernteten reichen Beifall. Herr Janas Gold, Obmann des Ortsschulrates, sprach in rührender Weise im Rainen der Israelitengemeinde dem Lehrkörper für die erzielten, sehr guten Unterrichtserfolge sowie für das Zustandekommen der herrlichen Schulfeier den wärmsten Dank aus. Oberlehrer I. Robitschek hielt eine passende Anrede an die Schuljugend und dankte den einzelnen Korporationen sür das stete Wohlwollen, welches sie der Schule entgegenbringen. Mit dem Absingen der herrlichen Volkshymne schloß das Schulfest. Uug.-Hradisch. Tie Ehargenwahlen ergaben folgendes Resultat: cand. med. Otto Brief, Präsesz cand. jur. Oskar Steinschneider, Vizepräses׳, jur. Oskar Zweigenthal, Schriftführer. Rcwqork. Vor einigen Tagen feierte der bekannte jüdische Richter Sulzberger aus Philadelphia im engsteu Kreise von Freunden seinen 70. Geburtstag. Tas Rektorat des hiesigen Rabbinerseminars verlieh ihm den Titel eines Ehrendoktors für jüdische Literatur. Veranstaltung von Palästinafahrten gebildet. Dasselbe hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erfahrungen, der letzten Palästinasahrt nutzbar zu machen, um die nötigen Vorbereitungen für jährlich neue Palästinafahrten zu treffen. Zunächst ist von den oben genannten Organisatio nen eine Palästinafahrt für das Frühjahr lOI l in Aussicht genommen. Tas Komitee ist mit den Vorbereitungen bereits beschäftigt und steht allen Interessenten mit jeder Auskunft gern zur Per fügung. Alle Zuschriften sind an das Bureau, Berlin W. 17. Bleibtreustraße 27». zu richten. Ei» Beitrag zu christlicher und jüdischer Humanität. Bei der Turchsicht nachgelassener Papiere meines Mannes, besonders Ethik und Pädagogik betreffend, finde ich nachfolgenden Bericht, der auch heute — und vielleicht heute am meisten — für die Leser von kulturhistorischem Inter esse sein dürfte. Er ist dem ״Süddeutschen Sonn tagsblatt" von 1887» entnommen, einem ״Zen tralorgan für die Interessen der Geistes- und Gewissensfreiheit, der Humanität 11. Toleranz"׳, als Redakteur nennt sich Tr. Johann Gilir in Stuttgart. — Es heißt darin: ״AuS der Stadt Wittenburg 1 Mecklenburg- Schwerin» wird folgender Beitrag zur Würdi gung christlicher und jüdischer Humanität genieldet: Vor einer Reihe von Jahren wurde der Sohn des dortigen Kanfmannes Martens von der Konsirmation zurückgewiesen, was den Va ter veranlaßte, seinen Austritt aus der Witten burger evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde für sich und seinen Sohn zu erklären. Ter Sohn ward später in dieselbe ausgenommen, auch konfirmiert, während der Vater außerhalb des (Kemeindeverbandes verblieb. Kürzlich starb der letztere, und die Wittenburger Geistlichen saben sich nun vor die Frage gestellt, wie es mit der Beerdigung gehalten werden sollet Rach Ver Handlung mit dem Oberkirchenrat zu Schwerin wurde verfügt, daß die Leiche an einem Orte an der Kirchbofsmauer und nicht, ivie üblich, in der Lage von Osten nach Westen, sondern von Rorden nach Süden beerdigt iverden solle. Tie Witwe ließ sich dies noch gefallen und begebrte nur, daß itzr ein Platz neben ihrem verstorbenen Gatten ans dem Friedbofe gesichert werde. Tie-.- wurde ihr jedoch verweigert und zugleich ange ordnet, daß um das Grab ein Graben mit einen! Walle errichtet und dadurch, sowie mittels dich ter Bepflanzung eine gänzliche Absonderung desselben liergestellt werde. Dazu aber wollte die Familie sich nicht verstellen. In dieser Bedräng nis erhielt sie nun von der jüdischen Gemeinde das Anerbieten, der Leiche ans dem Friedhose Ver letzteren eine Grabstelle zu geiväliren und neben derselben auch der Witwe einen Platz vor zubelialten. Ties wurde mit Tank angenommen, und ein Leichengesolge. io zablreich, wie es in Wittenburg noch nicht gesellen wurde, begleitete nun den Verstorbenen zu seiner letzten Mvitho hätte. - - Lächerliche und zugleich bösartige Intoleranz noch allerwärts!" Wie wohltuend berührt diese Bewalirliei tnng des ״jüdischen Herzens"! Wie nachalimens wert ist doch diese eigentlich io natürliche, ja selbstverständliche Betätigung teilnelimender Menschlichkeit! Jtid. Ziechen- und Alterslieim sür die Provinz Posen. Rognicn! Pose». Der hier vor etlichen Me>innen ins Leben getretene Verein ..Indisches Siechen- und Altersiieiin nie die Provinz Voten", E. V., dal dieser Tage sür seine z» erl>>!nende Anjnilt bereits einen Rhin Oilndrnnneter großen Platz unter besonders günstige» Bedingungen lantlich erworlien. Man gedentl im midi- Neu Jcchre mit dem Ban t'eginnen zu tonne,1 und!ver den datier Spenden zur Ergänzung des Bausonds, so- Palästiuafahrteu der jüdische» Jugeud.!wie tausende Milgliedeianmeidnngen und Beitrage je- Durch die Erfolge der letzten Palästinaderzeit entgegengeiiomnien. Den, Verein, de, siel׳ die Be fahrt der jüdischen Turner und Studenten ver-! l׳et״,ng eines für die Provinz Posen dringend notwe» anlaßt, hat sich aus Vertretern der Jüdischendigc» Bedürsnisses als :!,et gesetzt hat, ist es!״,0 ״. Turnerschaft, des Bundes Jüdischer Korpora-: kurzen :׳,eit seines Beüeliens gelnngen. bereits znta tionen und des Kartells Zionistischer Bcrbin-,-7'0 Mitglieder und inetirere <׳׳.ctt,e1nde>, I»r sein U'e'üi v. Palästinareferat. (Hebräischer Kurs und' düngen in Berlin ein ständiges Komitee zur. tätchcs Unternehmen zu interessieren. Kunllscii au. Meran. Rahida Lazarus. Uordrucketel « « « Plissieranstalt « FANTA, Postflasse 2.