Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 29 (17.7.1913)
- Date
- 1913-07-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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2K 29. ״Jüdische LolkSstlmme." Eeitr 5. Machenschaften, mit denen sie diesen Prozeß in die Wege geleitete haben, vor der Oesfcntlichkcit ins rechte Licht gesetzt werden. Es wird dahin gearbeitet, daß diese für die Polizei und die Gerichtsbehörden gleich schimpfliche Sache den Geschworenen entzogen und einem besonders ausgesuchten, hinter verschlossenen Türen tagenden Gerichtshofc zugewiescn werde. Ob die Regierung auch das machen wird, mutz sich zeigen. Jedenfalls haben ihre Vertreter den eben tagenden allrnsiischen Aerztekongretz verhindert, seine Ileberzengung zu tun. Gehört: doch diescs Märchen zu dem wertvollen :Nüstzeug, dessen sich die Regierung bedient, um die Unzufriedenheit des gequälten Volkes von Zeit zu Zeit aus Nebenbahnen abznlcnken und mit Hilfe sorgsam gepflegter reaktivnärcr Instinkte Schrecken unter den selbständiger Tenkcndcn zu verbreiten. Leider kein Märchen, sondern grausige Wirklichkeit aber ist das Blut, das täglich und stündlich auf verbrechcrischc Weise in Rußland vergossen lvird: sei cs durch betrunkene Bauern oder Lumpenvroletaricr, sei es auf dem Wege des ״Rechts" oder in grausam ausgesonnener Kcrkerpcin durch die Regierung und ihre Organe. Tic Regierung aber, die solche Scheußlichkeiten fort und fori geschehe» läßt cind im politischen Kampfe ivie auch durch den von ihr betriebenen Alkoholverkauf fort und fort selbst erzeugt, matzt sich das Schiedsrichteramt über die ganze slavische Welt an, die außerhalb Rußlands doch auf einer höheren Stufe politischer Einrichtung sieht und sucht die Grenzen ihres blut- und schmutzcrfüllten Reiches immer weiter über unglückliche Völker zu erweitern. Und die vornehmsten Kulturvölker, Teutsche, Franzosen, Engländer, sehen diesem Treiben ruhig zu. Ja, sic gestatten cs ihren Regierungen, den Bestrebungen des Zarismus dienstbar zu sein und da? Ende dieses Entsetzlichsten aller Unterdrückungs- und Korruptionssysieme so lange ats möglich hinauszuschie bcn. Aufhalten werden sie seinen Zusammenbruch auf die Tauer doch nicht. Aber wieviel Tränen, Schmutz und Blut ivcrdcn bis dahin noch das Antlitz der Menschheit geschändet haben! Arrangement der Konferenz in die Wege zu.schafter Versammlung vorzuschlagen, für das beeiten. gelaufene Geschäftsjahr 1012 eine Dividende von Zn diesem Zwecke ergeht hierdurch die Auf-18 Prozent auszuschütten. Für das Geschäftsjahr orderung an unsere Gesinnungsgenossen, welche |1')11 wurde bekanntlich eine Dividende von sechs sich in der Leitung von Kreditinstituten befin-l Prozent verteilt. Im Laufe des zweiten Halbden, an die Kredit-Union Lemberg sofort MitjabreS 1012 sind für weitere 22.000 Mk. Stammeilung zu machen, ob sie bereit sind, sich an einer | anteile der Gesellschaft zu '00׳ Mk. verkallfl 'olchcn Konferenz zu beteiligen. Palästina-Nachrichten. Die Jüdische Orientkolonisation nach dem Balkankrieg. Mehr als je sind nach den Vorgängen der etzten Jahre die Juden aus den Orient, der Orient auf die Juden angewiesen. Angesichts VERLOBUNQ5-RINQE BRAUT SCHMUCK * - HOCHZEIT 3QE5CHENKE EHE-RINQE. in hervorragender Auswahl zu besonders billigen Preisen. Berthold Bachner, k. u. k. Hoflieferant, Juwelen-, Uhren-, Goldu. Silberwarenhandlung Brünn, nur Ferdinandsgasse Nr. 2. Provinzaufträge finden sofortige Erledigung. worden. Indisches Sport- und Turnfest in Wien. Am 7. und 8. September wird die jüdische Turnerschast auf dem Sportplatz Hobe Warte ein jüdisches Turn- und Sportfest veranstalten. Damit wird sich zum drittenmal den Delegierten Zufluchtsstätte für den jüdischen Emigranten trom. Anderseits hat die Türkei mit ihren euromischen Provinzen den am meisten fortgeschrit :chauturncn vor den Delegierten des <>. Kon-!aresses (Basel 1012) wurde die jüdische Turner¬ W ** *pW« - ' . ■ >mal in Wien die ,-?eier ihres zehniabrigen Bestehens festlich begehen wird. Tie vier Jahre seit Kontakt mit dem Strome der europäischen Ziviisation eingebüßt. Sie hat gleichzeitig im Laufe,. ™,״ן״,rflL.r ״״h ״.*״״*:ד ",."""ן- K•־ B»l!°nk-i-g°s «i. jch-n früh-- währ-nd ss^?ft; des Kampfes um das konstitutionelle Regime, so zahlreiche und überzeugende Proben der Treue und Opferwilligkeit ihrer jüdischen Bürger geammelt, daß sie auf die Fortschritte des jüdischen Ansiedlungs- und Kulturwerkes in ihren rücktändigen Gebieten nur mit Vertrauen und Hoffneu haben der Turnerschaft in erster Linie die Aufnahme und den Ausbau des sportlichen Betriebes in ihren Vereinen gebracht und dieser Fortschritt wird in dem Programm der Wiener Veranstaltung besonders zmu Ausdruck koniliien. Reben den vielseitigen Hebungen des Turnens mm blicfen fa.m. 2k■ türkisch- «-«,mm, »«.״-■״ ״»״*״ן; - <,■ -• x ji •T.! < 1 bciiC ltiiö »vicqtui 001׳ lil utmi cji.lcu1Hi.it. •ySit 'chUcbt Nch auch nchtber Ei. ch , day,e d e ^,״ kreise» und Vereinen des Verbandes wird durch den Krieg entstandenen Lucken in der ein-1 .. fe.; ' ... ״ hei mischen mohammedanischen Bevölkerung durch!»? ^inhrn'-klnKko!, vnmd wirtschaftlich befähigte Einwanderer füllen n1uB.rl,Mn' a?l.1nf 1י u״.L1;??״ *u 1 (u}.. (u ־ Es liegen denn auch bereits greifbare Anzeichen 1^""" '^'tttteudigen ,udnchen dafür vor, daß sie im wohlverstandenen Interesse laugend gestalten durste. ׳es Reiches die administrativen Hindern-sse, Aus der Geschichte der Juden in Bulgarien. Die erste Riederlassung von Juden in Bulgarieir datiert aus der Zeit Trajans. ihre Zahl ■ - . ־..ti ... , ,.., ,wuchs später alliiiählich und die Juden haben krieges auf die Verhältnisse der arabischen 0i0f zur Hebung des Handels in Bulgarien völkerung in Tyrien und Palästina haben dem Itzeigekragen. Ini 1-1. Jahrhundert hatte Bulga- Bodenerwerb sür die Zwecke der .südlichen Kolo-ei״e jKönigin, es war dies die Gatnisation Chancen eröffnet, wie sie seit IabrenI^״ ^s Zar Ivan Aleranver, mit Rainen Tasich nicht darboten. lrah, oder, wie sie offiziell genannt wird, Theo- Jüdische Bodenerwerbunaen in Palästina. dora. Diese Königin hat aus die Regierungsge durch welche sie früher die jüdische Kolonisation erschweren zu müssen glaubte, allmählich zu beseifigen geneigt ist. Im Laufe der letzten Monate erteilten die Behörden ihre Genehmigung zum Abschluß mehrerer neuer Bodenkäufe. Die wirtschaftlichen Rückschläge des Balkan- Konferenz jüdischer Kredit- Organisationen. Wie bekannt finden anläßlich des zionisti scheu Kongresses in Wien eine Anzahl Spezial konserenzen statt, bei denen außer palästinensi scheu und rein zionistischen Beratungsgegenstün den auch sonstige wichtige Angelegenheiten der Juden diskutiert und wo möglich Mittel und Wege zur Besserung der Lage unseres Volkes gesunden werden sollen. Da ist denn auch der Gedanke aufgetaucht ob es nicht angezeigt wäre, bei diesem Anlass auch eine Konferenz jüdischer Kreditorganisa tionen einzuberufen, zu derselben auch die Ver tretcr der österreichischen Bankwelt einzuladen und eine Basis zu schassen, auf der sich unsere jüdischen Kreditorganisationen gedeihlicher entwickeln könnten. Vor allem wäre auf dieser Konferenz eine Uebcrsicht zu geben, welche Entwicklung unsere Kreditorganisationen bisher genommen und welche Folge die letzte internationale Krise auf dieselben hatte. Es wird sich dabei Herausstellen, daß wir auf diesem Gebiete Ansehnliches geleistet haben und daß auch die lebte Krise verhältnismäßig recht wenig Schaden angerichtet hat. Vor allem werden die furchtbar übertriebenen Ansichten der Wiener Bankwelt in dieser Hinsicht aus das richtige Maß zurückzuführen und das erschütterte Vertrauen derselben wieder zu gewinnen sein. Es dürfte aber auch gelingen, hervorragende Finanziers, Kapitalisten und Bankiers für das Projekt einer Zentralgenossenschaftskassa jüdischer Kreditinstitute zu gewinnen und die Gründüng derselben durchzuführen. Da die Anregung zur Einberufung dieser Konferenz von hervorragenden Wiener Persönlichkeiten gegeben wurde, so daß ein namhafter Erfolg zu erwarten ist, so wäre nunmehr das diesem Jahre (1012--1!>12) die Terrains Ker-jbatten. Ihre Leiden lenkten zur Zeit des russisch- /־f׳ >־•־־> ־ .. . ..r iHtvFnrfmn Orii'fn»* im '"Yrtfuv 1 K77 7א ftit' für, En Chai. Kars Urieh und Geser sowie zwei türkischen Krieges im Jahre 1877 7s die 1' Grundstücke in der Umgebung von Jerusalem »lerksamkeit Europas aus sich.^Iiii Jahres von jüd. Gesellschaften erworben worden. Diese!haben die jüdischen Bewohner -vnas die s.7 ladt Terrains umfassen zirka 20.000 Dunam (2800 buchstäblich vor der vollständigen Zerstörung ge Hektar». Sie werden ausschließlich von jüdischen jrettet, denn als die Stadt in Brand gesteckt Arbeitern bewirtschaftet. Tie Rachfrage nach jüwurde, da waren es die Juden, die das Feuer Wertsteigerung des Grund und Bodens in Palästina. rekrutiert werde und bei allen staatlichen Festes anlässen wird den jüdischen Feuerivehrmänneru . ein Ehrenplatz eingeräunit. In! Kriege gegen In der Zeitschrift ״Hapoel Hazair^ I Serbien im Iabre 1ssr» babeu sich die bulgari S. Smelanski folgende Angaben mit: Iu Zite- Ische,: Juden gleichfalls ausgezeichnet, was vom choboth hat ein Herr R. vor 20 Jahren ein auch in besonderem Maße anerkaiiilt rain für -1000 Frs. gekauft, das bis heute unfce־ arbeitet geblieben ist. Vor einigen Jahren ^erkaufte er davon zwei Drittel für 12.000 Frs Für das letzte Drittel bietet man ihm 8000 Frs an. In Rischon le-Zion verkauft ein Kolonist seinen Weingarten für Bauzwecke und erhält dafür 1'00׳ Frs. pro Dunam. Früher kostete dort der Dunam 7 Frs.! Ein anderer dortiger Kolonist. dessen Weingarten etwas entfernter liegt,, ... .. ״ , er hält pro Dunam 000 Frs. In Pethach Tikwah jw^uze׳' Peri0,,l,chke,le״. d.e mcht nur durch erkostet ein Dunam Bauplatz innerhalb der Kolo- L'I״׳l10,״■-™ nlI(^ 01'^ besonren nie 1000 Frs. und auch mehr. Für Boden, der ^Gc׳n!chatte1l des Ge1!ie-o und Gemütes hoch sich für Oranqenkultur eignet, hat man dort beüber ihre Mitmenichen hervorragen und dabe, reitS 200 Frs. gezahlt. In dem jüdischen Stadtaufrechte u״d stolze KUden bleiben w.e e» Ba^ viertel Tel-Awiw bei Jaffa sind die Preise inner- 'l0,eT vatvant» cmer war. degen grop.e-.׳ halb drei Jahren um das Vier- und Fünffache edles ■verz warnt tnrs Hudentun, »chlug. Er war F- ' ein Jude von wertvollster Eigenart, der nie "* ' ■י3־1 י.״ I fehlte, wo es galt sür kulturelle und religiöse Jmmobiliengesellschaft ״Palästina".!Zwecke des Iudentuines zu käinpfen und zu Hel Der Verwaltungsrat der Jmmobiliengesell-! fen und Angriffe gegen die Iudenheit ab׳,n schast ״Palästina" m. b. H. in Berlin hat in seiwehren. Er war ein treuer Freund der armen ner am 0. April d. I. abgehaltenen Sitzung be- und leidenden Menschen, ein Philantrop im schlossen, der demnächst stattfindenden Gesell-jhehrsten Sinne des Wortes, ein Mann mit 1111- Baron Joses Hatvany Aus Bad Rauheii» kam die niederschmet ternde Rachricht, daß Baron Josef Hatvany am 20. Juni plötzlich gestorben ist. Mit seinem Tode verliert das ungarische Judentum eine jener