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Jüdische Volksstimme · 1913-07-10 · Heft 28 (10.7.1913) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 28 (10.7.1913)
Date
1913-07-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 ״Jüdische Volksstimme". Nr. 28 Rabbinervcrsammlung in Russisch-Polen. , Garbotko. Vorige Woche tagte hier die Nab- > binervcrsammlung. Etwa 25 stiabbiuer nahmen an Ver Versammlung teil. Ten Vorsitz führte der Syueicr Rabbiner. Unter den verschiedenen Beschlüssen, die hauptsächlich ans die Hebung der Religiosität und des Thorastudiums Bezug habei!, wurde auch definitiv beschlossen, die Esrogim ans Korfu, griechische Ware, zu assern, d. h. sie für nicht entsprechend zu erklären. Da von früher schon ähnliche Verbote gegen dieselben bereits bestehen, so ist bas neuerliche Verbot ein E h e r e m. Juden dürfen nunmehr außer Esrogim ans Palästina keine andern mehr verwenden. Um Verbreitung dieses wichtigen Beschlusses in Bekanntenkreisen wird mit der Bemerkung ersucht, daß: ,ישראל ערבים זה בזד d. h. ein Jude ist Bürge des andern. Ter englische Kabincttsministcr und die Bibel. London. Sonntag den 22. Juni fand hier die Iahreskonferenz der jüdischen literarischen Vereine statt. Am Festbankett nahin auch der Kabiuettminister Eharlcs Hochhaus teil. In seincr Ansprache, die er am Bankett gehalten hatte, erklärte der Minister, daß er persönlich der jüd. Literatur viel zu verdanken hat. Insbesondere ist es die Bibel, die das größte literarische Geschenk ist, welches das jüdische Volk der Welt gegeben. Gerichtliche Anerkennung der jüdischen Schlacht- Methode. p Halifax. Wie wir bereits berichtet haben, strebten die Tierschutzvereine in Kanada an, daß das rituelle Schlachten verboten werde. Nun wurden einige Schächter tatsächlich bestraft. Diese Bestrafung war die Ursache eines Prozesses. Tie jüdische Gemeinde wandte sich an den Obersten Gerichtshof und dieses hat Sachverständige vorgeladen, unter ihnen auch den Rabbiner Glaser aus Montreal, welche die Vorzüge der jüdischen Schlachtmcthode anerkannten. Ter Oberste Gerichtshos kassierte bas Urteil der Gerichte, welches auf Bestrafung der Schächter lautete und sprach die Schächter frei. Ter Ehacham Baschi — Ehrenmitglied der Akademie. Koiistantinvpcl. Die Pariser Akademie der Wissenschaften hat den hiesigen Grand Rabbi Hain! N'ahum zum Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften ernannt. Verbannung eines judcnfrcundlichcn Geistlichen. Paris. Der bekannte Prediger und Schrift stellet׳ Pater Kubr veröffentlichte einen Roman unter dem Titel ״Jüdische Seelen", in welchem er die Entstehung des Ehristentnms behandelt. Da in demselben Stellen vorkounuen, wo das Judentum sehr günstig beurteilt wird, ebenso daß nicht die Puden den Heiland gekreuzigt haben u. dgl., so baben die Kardiuälc über das Buch den Bann ausgesprochen. Auszeichnung. Äouslantiuopel. Der Sultan zeichnete den Direktor des biesigen Polizeigerichtes, Samne Effendi Israel, welcher bei der Versolgung des Mörders des Großwesirs, Mahmud Schesker Pascha, stark verwundet wurde, mit einer goldenen Verdienstmedaille ans. Diskonto-äeselfschaft bei der Nordfisterreichischen Banlr Nr Industrie, Handel und Landwirtschaft, regtetrlerte Genossenschaft mit beschränkter Haftung In Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt sieb für alle einschlägigen Bankgesch&fte, hauptsächlich auch für den Eskompt offener Buchforderungen j unter den allergünstigsten Bedingungen. Die P. T. Empfänger unserer Zeitung, die mit der Bezahlung des Abonncmentsbetrages im ^stückst andc sind, werden um gcfl. umgehende Bezahlung ersucht, da wir in anderem Falle die Rückstände mittels Poftauftragcs beheben müsr- *cn- Die Admin. Ermordung eines Koloniewächters. Jerusalem. Bei der Kolonie ״Merchawjoh" wurde der Kolonicwächtcr Maier Chasamewicz von arabischer Frevlcrhand umgebracht. Der Bereit! Poale Zion hielt dem Verblichenen zu Ehren im Volksheim eine Haskarah ab. Jntcratioualcr Kongreß gegen Menschenhandel. London. In Anwesenheit der Führer aller .Konfessionen und Rationen in England, sow'ie der Minister, Diplomaten und Gesandten der verschiedenen Regierungen, cröffncte Fürst Masterdin aus Irland den ,Kongreß gegen Menschen- Handel, der in Kakston Hall stattfand. Die Vcrreter aller Konfessionen kamen zu Worte. Auch der Chiefrabbi Tr. Herz nahm Veranlassung, zu dieser eminent wichtigen Frage das Wort zu ergreifen. Er wies in formvollendeter Rede darauf Um, daß Rußland derjenige Staat ist, der die Prostitution unter den Juden gesetzmäßig fördert. Ein jüdisches Mädchen kann nur dann ihren Studien obliegen, wenn sie sich der Sittenwlizci unterstellt, um dadurch Wohnrecht in der oetrefsenden Stadt zu erlangen, die ihr aus anräudige Weise nicht gewährt wird. In neuester Zeit verlangte die Polizei gar Beweise dafür, daß die Jüdinnen diesen Beruf ausüben, da sonst ihnen das Wohnrecht entzogen wird. Diese Aussührungen übten auf alle Auwcsenden einen gewaltigen Eindruck aus. Der Chiefrabbi hat die schwerste Anklage dcdcn den echt christlichen Staat Rußland erhoben. Der russische Gesandte suchte die Anschuldigungen Tr. Herz' zu entkräften, was aber wobl keinesfalls gelingen wollte. Der neue Rcichsvercin Deutscher Juden. In der Vertrauensmännerversammlung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland vom l. Mai d. I. war, wie seinerzeit berichtet wurde, der Beschluß gefaßt worden, mit Rücksicht ans die bekannten Vorgänge im ״Zentralvcrein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" eine neue Organisation der deutschen Juden zu gründen, die bei völliger Neutralität für die Wahrung der Rechte der Juden einzutretcn hat. Die Vorarbeiten zur Begründung dieser neuen Organisation sind nunmehr abgeschlossen. Die neue Vereinigung wird den Namen ״Rcichsverein deutscher Juden" führen. Mitglieder können sowohl einzelne Personen als auch jüdische Organisationen in Deutschland werden. Tie Aufgaben des ״Reichsvereines" sind Wahrung der Rechte der deutschen Juden, sowie Förderung gemeinsanier Arbeit aus politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet. Erfüllt von dem Bewußtsein der gein'Uu!ich bewährten Anhänglichkeit der deutschen Juden an ihr Vaterland soll der Reichsverein die Mitarbeit der deutschen Juden an den positiven Aufgaben des Vaterlandes erstreben. Zu den verschiedenen Richtungen innerhalb des Judentums wird der Reichsverein selbstverständlick keine Stellung nehmen. In den wichtigsten deutscheu Städten, in denen Juden wohnen, sind bcreits Vertrauensmänner gewonnen. Die vorläufige Leitung hat Rechtsanwalt Dr. Klee in Berlin übernommen. Amerikailischc Parlaincutaricr für die Emauzipation der rumänischen Inden. Ncwyork. In einem Massenmeeting, das hier vor kurzem im Waldorf-Astoria-Taalc stattfand, wurde die Bildung eines amerikanischen Komitees für die Emanzipation der rumänischen Juden beschlossen. Auf dem Meeting hielten verschiedene amerikanische Parlamentarier, Richter und sonstige angesehene Männer des öffcntlichen Lebens flammende stieben für die Rechte der rumänischen Juden. Die Bildung des Emanzipationskommitees wurde sogleich in die Wege geleitet, und der Speaker des amerikanischen Ne- Präsentantenhauses. Vir. Ehamp Clark, wurde zum Vorsitzenden gewählt. Dem Komitee gehörcn ferner Mr. Frank Tilford, Mr. Edward Lauterbach uud eine Reihe angesehener amcrikanischer Politiker an. Ein jüdisches Kunstarchiv. Berlin. Die OueUeu zur wissenschaftlichen Bearbeitung jüdischer Kunstdenkmäler und der Biographien jüdischer Künstler fließen nur spärlich. Viele Gemeinden besitzen wertvolle Kunstgegenstände, auch viele Familien bewahren unter den Erbstücken Gegenstände, deren kunst- und kulturgeschichtlicher Wert ihnen nicht zur Genüge bekanni ist. An verschiedenen Orten bestehen dereits öffentliche Sammlungen von Kultusgerätcn, Münzen, Handschriften und interessanten Drucken. Was aber das Erfordernis einer wisenschaftlichen Bearbeitung aller dieser Dinge ist, die archivalifche Kenntnis, d. h. die sachgemäße Dotierung und Vergleichung, fehlt noch vollkommen. Das gleiche gilt auch von der Kenntnis der jüdischen Künstler unserer Zeit. Der häufig gemachte Einspruch, daß die Juden als Künstler nichts Ursprüngliches zu leisten imstande feien, ist durch das tatsächliche Material bereits als irrtümlich nachgewiesen. Der bekannte Kunsthistoriker Karl Schwarz jat cs sich zur besonderen Aufgabe gemacht, die jüdischen Kunstdenkmäler und die Werke der jüdischen Künstler zu studieren und hat auf Grund des von ihm bereits seit Jahren gcsammelten Materials ein jüdisches Kunstarchiv gegründet, dessen Zweck es ist, alle einschlägigen Dokumente und Nachrichten (auch Photograph!- sches Material) an einer Zentralstelle zu sa!umeln und zu erschließen. Das Jüdische Kunstarchiv steht in Verbindüng mit dem Gesamtarchiv der deutschen Juden (N. 24, Oranienburgerstraße 28). Durch diese Verbindung mit einem Lsentlich anerkannten Institut ist die ordnungsgemäße Verwaltung und dci Sicherstellung des Materials für alle Zeiten gewährleistet. Das Archiv enthält auch eine Lichtbilderzcntrale, die für Vorträge über jüdische Kunst und jüdische Künstler geeignetes Material beschaffen will. > Uordriickerei « « < Plissieranstalt « * * FAKTA, Posiflasse 2. Auszeichnung. Dem ׳Architekten Ernst Wiesncr aus Brünn wurde an der Akademie der bildenden Künste in Wien ein Spczialschulprcis zucrkannt. Eingesenäet. Wir erhalten folgende Zeilen: Anfrage: Welcher Unterschied besteht zwischen der ״geaßerten" Selcherei B. A. Piowaty und der ״koschere n" Selcherei Bock und Komp.? Antwort: Bock und Komp, hat in ״g r o ß c!:" Lettern auf der ״F i r m a t a f e l", B. A. Piowaty in ״kleine n" Lettern in der ״G l a s t a f el" ביבר stehen. Anfrage: Ist nun Bock und Komp, so ״trefc" wie B. A. Piowaty, oder B. A. Piowaty so ״k o s ch e r" wie Bock und Komp.? 1913 Wochenkalender 5673. non Juli Festtage | הפטרה M - ס D ה 10 F ו 11 פיק חטיש,׳ בלק S ן 12 והיה שאיית S ח 13 יעקב M ט 14 D י 15 M יא 16 D יב 17!* .יג 18: Eröffnungsanzeige. Erlaube mir anzuzeigen, daß ich meine ״Koscher Restauration" in den Neubau Frrdinandsgasse 22, Me;- zanin verlegt habe. Für Hochzeiten, DinerS, Verlobungen rc., kostenlos eleganter, separierter Saal. 3 Donath. Restaurateur. לשכה טובה תכתב Jüdische Serie 1 200 Karten ca. 20 Sujets . . K 5'— 50 6 . . . , 25 , ״ 200 2 ״ 8 - ״ 25״ ״ 200 3 ״ Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn, Adlergaffe 9.

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