Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1913)
- Date
- 1913-07-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. ״Jüdische Volksstimme." Nr. 27. Jeder, dem das Judentum, dem die jüdische Literatur auch nur ein wenig am Herzen liegt, mus; der Verlagsgcnossenschast beitrctcn und für sie Propaganda machen. Es wird mir wieder einmal eine Beruhigung über den Bestand und die Erhaltung des Ideals im Judentum sein, wenn ich hören werde, das; das Jnslebentreten der Jüdischen Verlagsgcsellschast unter Mithilfe und Mitarbeit vieler, vieler Volksbrüder möglich geworden ist! Friedrich P o r g c ö. Zum 20. Tamus. Im kurzer Zeit wird sich wieder der Tag jährcn, au dem da-:- jüdische Volk seinen größten Sohn, unsere Bewegung ihren Meister und Führer, Theodor HcrzI, verloren Hai. In Palästina, dem Laude seiner Sehnsucht, hat ihm dak jüdische Volk ein unvergängliches Denkmal errichtet, den H c r z l w a l d. Ilm die Arbeit für denselben zu fördern, aber auch das Andenken unseres geliebten, uns so frühzeitig entrisscuen Führer in aller Herzen neu auslebcn zu lagen, Hai der I. N. F. beschlossen, auch in diesem Jahre ein Herzlgedcnlbiatt hcrauszugeben. Das Gcdeukblatt, eine vortreffliche Abbildung des verewigten Führers, ist in der Größe von 25 : 30 Zcnti- Meter hcrgcstcllt und kann auch als Transparent vcrivendel werden. Ter Verkaufspreis beträgt je» gros) lO h pro Stück. Das Ncinerträgnis wird seinerzeit slädtelveije unter ״Hcrzlwald" ausgewicscn werden. Die Bestellungen sind allerorten zunächst an die dortigen Verkaufsstellen, eventuell a» die Lokalkommissäre des I. N. F. zu richten. Wir selbst führen nur Bejiellungcn auf mindestens 50 Stück und nur gegen Voreiuseudung der Hälfte des Kaufpreises aus. Der Nestbetrag ist binnen einem Monat der Fakturierung zu entrichten. Im Jahre 1012 wurden ungefähr 20.000' Stück Hcrzl-Gedenkblättcr abgescyt. Volksgenossen! Beweiset auch Heuer, daß Ihr das Andenken Eures großen Führers zu ehren wisset. Sumntelstellc des Jüd Nationalfonds für Oesterreich: Wien, 2. Bcz., Karmcltkeipkatz 1 i.Hirschcnhaus). Posisparkasscnkonto Nr. 100.208. VERLOBUNGS-RINGE BRflUTSCHMUCK - - HOCHZEITSQESCNENKE EtlE-RINQE ....... in hervorragender Auswahl zu besonders billigen Preisen. Berthold Bachner, k. u. k. Hoflieferant, Juwelen•, Uhren-, Goldu. Silberwarenhandlung Brünn, nur Ferdinandsgasse Nr. 2. d״ Provinzaufträge finden sofortige Erledigung. חברה "מזרחי" ורק: Der 11. Zionistcnkongrrs! wird vom 2. bis 0. September d. I. in Wien tagen. Am 1. September gebt demselben der Allgemeine Misrachi- Delegiertentag voran. Tie je größere Anzahl von Mtsrachi »ongreßdelegiertcn ist für die Durchsetzung unserer Prinzipien innerhalb der Bewegung von anssckilaggebender Wicknigkeit. Wir laden daher Euer Wohlgcborcn dringlichst ein, unserem Verein als Vollmitglied 1 Mindestbeitrag pro Person 5 K) oder zumindest als externes Mitglied > K 2.50t nebst Ihren Familienmitgliedern bcizutrctcn. Legiere lönneu auch bloß als Schekelzahler (K 1.20) angemeldct werden und sind für den Kongreß Wahlbercdttigt. Da die Listen zwecks Vorbereitung der Wahlen bereits mit 15. Juli geschlossen werden sollen, ist Ihre je ebrere Anmeldung angezeigt. Wir halten es für Pflicht eines jeden Juden, dem daran liegt, daß die naebsolgenden Generationen dem religiösen Judentume erhalten bleiben, eines Jeden, אד• ן “'צדאל der sür Positives leisten Ivill, dem ״Misrachi" beizulreten. 1 - |'-1׳ <־'׳־‘ •-<' < א yi pH I Wien, im Sstvan 5073!,Juni 1013). D i c V ereinsIeit 1t ng. Anmeldungen und Einzahlungen tverdcn bei der Oiedaktiou ettlgegengenommen und können auch direkt Die Sabbatruhe in Ungarn. Wir erhalten folgende Zuschrift: Geehrte Redaktion! In der letzten Nummer Ihres gcsch. Blattes l bradsten Sie unter dem Titel ״Die Sabbathruhe in Iln garn" eine kleine Notiz: daß im ungarischen Parlament ein Gesetz vczügltch der ,.Sabbathruhe" angenommcn worden sein soll wcld)cs die orthodoxen Kreise in große Aufregung versetzt haben soll, da sie von nun au ihre Geschäfte vom Freitag Abend bis Montag früh gesperrt haben müssen. Da diese Notiz — falscher In sormarion wegen — ganz falsche Daten enthält, erlaubc id) mir, diesen Bericht rid)tigzustcllcn und folgende Information über den richtigen Sachverhalt zu erteilen. Bis nun ist in Ungarn über die allgemeine volle Sonntagsruhe — und nicht ..Sabathruhc" — noch kein Gesetz vorhanden; unleugbar ist, daß man an maßgebenden Stellen einen solchen (Gesetzentwurf plant. Das hicrländische orth. Judentum hofft, daß Ihre spcziellcu Jutcrcsscit in diesem geplanten Gesetz unbedingt berücksichtigt werden und daß sie keinesfalls (von Freilag Vorabend bis Montag früh) auf wöchentlich OOstündige Gcschästssperrc gezwungen werden. Diese Hoffnungen sind um so mehr begründet, als bei dem, vor einigen Tagen angenommenen Gesetz bezüglich der taglichcn 8 Uhr Sperre — infolge Einschreitens matzgcbcnder orlh. Faktoren — auf Sabathabcnd eine Ausnahme statuiert wurde und mit Rücksicht auf die orth. Kauflcutc, diejenigen Gcsdiäfic, welche Sabbath Vormittag später geöffnet werden, abends bis halb 10 klhr offen bleiben dürfen. Seitens der Handclsangestclltcn und nicht orth. Kauflcutc wurde gegen diese Ausnahmevcrfügung demonstriert. Man hat den Ressortminister mit Deputationcn bestürmt, um die Sperrstunde auch für Samstag Abend aus 8 Uhr — wie ursprünglich vor der Intervcntion maßgebender orth. Kreise auch geplant war zu bestimmen. Alle Pressionen waren aber vergebens. Die Interessen der orth. Juden tvurdcn berücksichtigt und der Minister hatte sogar den Mut, sein Verhalten mit den Interessen der frommen jüdisdicn Kauflcutc össcnllich zu begründen. Dieses ist in den jüngsten Tagen in Ungarn geschehcn und die orth. Juden hatten keinen Grund, in große Aufregung" zu geraten. Im Gegenteil. Man ist allgemein mit dem judcnsrcundlichcn Vorgehen des nngarischcn Handclsminislcrs Bcöthie sehr zufrieden und die Gemüter sind beruhigt, da mau hofft, daß bei dem zunächst zur Regelung geratenden allgemeinen Sonntagsruhcgesctz midi die Interessen der orth. Kaufleutc Berücksichtigung finden tverdcn. Am 26. September: Mit Wagen nach Sichron, abends nach Pcthach-Tikwah. Am 27. September: Aufenthalt in Pcthach-Tikwah. Am 28. September: Mit Wagen nach Rischon lc Zion, Neß-Zionah und Ncchowoth. ■׳ Am 29. September: Mit Wagen nach Bcnschame», abends nackt Chuldah. Am 30. September:?Nit der Eisenbahn nach Jerusalcm. Am 1., 2. und 3. Oktober: Aufenthalt in Jerusa-!cm, wo Besichtigung aller sehenswerten Jtisntutioitett und historisdicn Stätten. Am 4. Oktober: Abends ׳Abfahrt nad) Jaffa. Atu 5. Oktober: Nachmittags 6 Uhr Abfahrt nackt Alexandrien.?Im 9. Oktober: 'Abfahrt von Alexandrien. Am 12. Oktober: Ankunft in Triest. Preise: Wien—Triest und retour, Schnellzug 1. Kl. 130 Fr., 2. Kl. 90 Fr.; Personcnzug 1. Kl. 100 Fr., 2. Kl. 70 Fr. Triest -Palästina und retour bei 20 Tcilnchm.: 1. Kl. 000 Fr., 2. Kl. 420 Fr. Kosten des lOtägigcu Auseut- Haltes in Palästina: 1. Kl. 425 Fr., 2. Kl. 425 Fr. (?lngaben sür die weiteren Klassen folgen.) Freigepäck auf dem Schiff: 1. Kk. 100 Kilogramm, 2. Kl. 20 Kilogramm, 3. und 4. Kl. 30 Kilogramm. Die Passagiere, die auf rituelle Verpflegung reslellieren, müssen diesen Wunsch bei der Anmeldung zur Teilnahme an der Fahrt äußern. Die Rückfahrt kann auch ausgelöst erfolgen. Für das 'Arrangement des, 'Aufenthaltes in Palästina hat jeder Teilnehmer an das Rciscbureau Sachs tu Jaffa einen einmaligen Pauschalbetrag von 30 Fr. zu vezahlcn. Tie 'Anmeldungen zur Gesellschaftsreise werden vom Paläslina-Jnformationsburcau, Wien, 2. Bcz. Karmclitcrplatz 1, bis zum 31. Juli 1913 cntgegengeitommen und bis zu diesem Zeitpunkte ist mindestens die Hälfte des Betrages sür die Fahrt Triest—Palästina und retour zw erlegen. Sämtliche Angaben über Verhältnisse des Landes, chcnswürdigkcitcn, Touren, Rciseausrüstungcn sind dem im Verlage des Bureaus .erschienenen ״Kleinen Reiseführer durch Palästina" (Preis 1. Fr.) zu entnehmen. au die ״Misrachi", Wien, erfolgen.?ez., ZirkuSgassc 20, Palästina - Gesellschaftsreise anläßlich ves 11. Zionistenkongreßes in Wien. Um den Teilnehmern des 11. Zionistcnkongrcsses in Wien Gelegenheit zu geben, eine?!eise nach Paläsiina zu unternehmen, wird im Anschlüsse an dcnselbcn mit dem Eildampfer des Ocstcrr. Llohd eine große Gesellschaftsreise veranstaltet. Ta man auf eine große cilnehmcrzahl rechnen kann, werden die Fahrpreise außerordentlich ermäßigt sein. Das P r o g r a ttt tu: Am 11. September: Abfahrt von Wien nach Triest. Am 12. September: 'Abfahrt von Triest mit dem Eildampfer des Ocstcrr. Llohd. Am 15. September: ׳Ankunft in ׳Alexandrien und lkmschiffung aus den Sttricndampsern.!Hier tvird die üescllsdtatt bei mindcsteuS 20 Teiluehmertt vom Reisebureau Sachs erwartet, tvclche die Weiterreise arrangiert.!?Im 17. September:?lnkunft in Beirut und klmtchiffung.?lm 18. September: Wagcuausslug nach Sidon.?lm 10. September: Wagenausflug über Mctul- .111 nackt Rosch-Pinalt.?1111 20. September: Aufenthalt in Rosch-Pinah. 1 Ev. Fußausslug nach Tasfed.)?!tu 21. September: Ausflug mit Reittieren nach apschan, von hier mit Dampfboot über den Kinereth- See nackt Tibcrias.?tm 22. September: Mit Wagen nach den heißen lluellcn, zum Grabe des tliabbi Meir bal/bancß und zur Farm Kinereth. Nachmittags nackt Daganiah, abends zurück nackt Tibcrias.?lm 23. September: Mit Wagen nach Poriah, mittags mir der Eisenbahn nach Ehaisa.?lm 24. September: Ausslug auf den Karmel, nach der Eliasgrottc.?t'achtnittags zum Technikum usw. Am 25. September: Mit der Eisenbahn nach??!erchawja.?lbcnds zurück nach Cl)aifa. 81 duo faciunt idem, non est idem. Tie liberalen Zeitungen beklagen das ׳Anwachsen der christlichsozialen Stimmenzahl in Mähren. Wir Juden haben keine Ursache, darüber bestürzt zu sein, denn uns kann es füglich gleich bleiben, ob der Antisemitismus seine deinoralisicrendc Wirkung unter liberaler, christlichsozialer oder dentschradikalcr Flagge übt. Wir wissen es aus eigener Erfahrung und die deutscheslen Brünner Zeitungen bestätigen es, das; neun Zehntel aller städtischen Beamten dcutschradikale Antisemiten sind und das; die seit Jahrzehnten von den dentschliberalen ausgcübte Herrschaft in Stadt und Land in nichts so konsequent ist wie in Judenseindschaft. Im ״Tagesboten" stand in ernster Stunde an leitender Stellt.׳, daß die liberale Partei nichts gegen Professor Rcinfus; einznwenden habe, als die Art und Weise seiner Kandidatur bei der lebten Wahl. Uebrigens behält sie sich vor, den Prof. Reinsus; bei nächster Gelegenheit selbst zu kandidieren, weil er ihr gar so gut gefüllt. '.>11111, wir Inden, sieben den Katzbalgereien zwischen den einzelnen Teilen der deutschen Gemeinbürgschaft kühl gegenüber, denn wir haben nichts anderes zu tun, als zum Schlüsse ans seden Fall die.Kriegskosten zu bezahlen. Mag der Kampf anssallen, wie er!volle, die Juden Iverden den Prügelknaben abgeben und den Tschechen gegenüber das Odium der deutschen Herrschaft tragen — wenn wir nicht rechtzeitig begreifen werden, das; wir uns eher um die jüdische Gemeinbürgschaft zu kümmern haben. Tas Schicksal der Teutschenhcrrschaft in Brünn, Olmütz usw. ist besiegelt. Wo die Teutschen allein — ohne Juden in Mähren mit den Tschechen rivalisiert haben, dort sind sie spurlos in der tschechischen Majorität aufgegangen. Pur dort, wo die Perhältnisse ähnlich liegen, wie in Brünn, hält sich das Tcntschtum durch streng eingeführtc Arbeite׳- teilnng. Alle Früchte und Vorteile der Herrschaft, Ehren, Einslns;, Stellungen und Einkünfte behalten die deutschen Christen, die Opfer und das Odium tragen die Inden. Wie lange wird das so weitergchcn? Tie Teutschradikalen und Christlichsozialcn sind gute Agitatoren und es dürfte ihnen schon gelungen sein, der Mehrzahl der