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Jüdische Volksstimme · 1913-06-26 · Heft 26 (26.6.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 26 (26.6.1913)
Date
1913-06-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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w* Nr. 26 ״Jüdische BolkSstimme." Seite 5. Williams, dem Präsidenten Wilson seine Demiffion angeboten, welche auch angenommen wurde. Damit ist die Diktatur dieses nicht nur strengen, sondern auch herzlosen und heimtückischen Mannes, im Hafen von Newyork endlich beseitigt. Williams, der in seinem Amte seit 1909 tätig lvar, hat seine Demission aus dem Grunde formell gegeben, weil seine vierjährige Amtsperiode zu Ende ging. Er mag vielleicht auf seine Wiederbestellung gerechnet haben, aber der Groll, der in diesen vier Iahren in der einwanderungsfrcundlichen öfentlichen Mei- »ung von Nordamerika angesammclt lvurde, hat diese dem neuen Präsidenten unmöglich gemacht. Wer zum 'Nachfolger von Williams ernannt werden toird, ist derzeit noch unbekannt. Eine halbe Million auögeschlagen. Köln. Ter verstorbene Landgerichtsrat Rothschild hatte der Stadt Köln ein Legat in der Höhe von 500.000 Mark vermacht zur Errichtung einer Heilanstalt für Lungenkranke und daran die Bedingung geknüpft, daß von diesem Betrage 100.090 bis 150.000 Mark zur Errichtung eines Krematoriums sür die Stadt Köln Perivcndung finden sollen.!11. hatte für den Fall der Nichtcrfüllung dieser Bedingung die Verfügung getroffen, daß dann die halbe Million dem Asyl «Kranken- und Sicchenhaus der jüdischen Gemeinde) zufallen solle. Die Sache spielt bereits zivei Jahre. In der letzten Sttidtverordnetenversammlung hat nun die katholische Majorität die Errichtung des Krematoriums abgelehnt und damit das Vermächtnis zurückgewiescn. Die Folge davon ist, daß die Stiftung jetzt der Kölner jüdischen Gemeinde zufällt. Bezalel-Ausstellung in Zürich. Eine unserer bekanntesten Züricher Kunstfirmen, die Kunst und Spiegel A.-G-, hat es in anerkennenslvertcr Weise übernommen, eine Bczalel-Aussiellung zu arrangieren. Tie erste Sendung ist bereits ans Fernsalem ciugetrofffeii. Es sind den verschiedenen Ateliers entnommen worden: Silber-,;iligrangcgcnstände, Treibarbcit in Silber, Treibarbeit in Messing und Kupfer, getriebenc Metall- und Holzgegcnstände, Arbeite» aus Olivenholz, Metallgcgenstände nach Damaszener Art und handgcknüpfte wollene und baumwollene Teppiche. Es sind dies Gegenstände für Kultzwcckc, für den täglichen Gebrauch und Zierstückc. Tie Ausstellung wird nächste Woche eröffnet tucrden. Es steht zu hoffen,daß cS dem ״Bezalel" gelingt, auch in der Schweiz eine dauernde Niederlassung zu finden. NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERSICHERUN GS-GESELL- SCHAFT, WIEN, I., ASPERNPLATZ 1. im eigenen Palais. — Versichertes Kapital cirka 400 Millionen Reserven ciika 116 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überall gesucht. — Unser neuester Tarif mit öWo jänrlich fallender garantierte PiBmie, General-Agentur für Wien, I-, Aspernplatz I, Leiter David Nebenzahl, Sub.Direktion für Prag, Ferdinand»str. 20. neu, Leiter Roheit Gerstel Sub. Direktion für Lemberg, Szajoucha 3. Leiter Löbi Taubes. General-Agentur für Krakau Nathan Rössner, St. Sebastlana 10, Generalagentur für Bielitz. Schlossgraben 9, Leiter Adolf Heitling. Hauptagentur für Brünn, Wawrastrasse 10. Leiter: Samuel Reiniger. Das Budget der Pariser Gemeinde. Unter sehr schwacher Beteiligung fand vorige Woche die diesjährige Generalversammlung des Konsistoriums statt. Zum erstenmal seit Jahren weist der Rechnungsabschluß einen kleinen Ueberschnß auf, der zwar infolge einer ungewühnlichcn Steigerung samtlicher Einnahmen, die sich im ganzen auf 1,190.000 Franken beliefen. Wie immer sicherte die Familie Rothschild einen großen Teil des Budgets. In seiner Anspräche beschäftigte sich der Vorsitzende Baron E. v. Rothschild, auch mit der Frage der eingewandcrtcn Inden, denen man eine größere Zahl von Betlokalen zur Verfügung stellen sollte; dagegen sprach er sich entschieden gegen den Gebrauch des Jargons als Predigtspräche aus. Aus den Reihen der Mitglieder wurden einige Wünsche laut, betreffs Vcraitscaltttng von .Kursen und Vorträgen für die schulentlassene Jugend und Ertvachsenc, sowie Eröffnung einer Bibliothet und eines Lesesaales. Diese Anregungen tvu/dcn «aber mit der Begründung, daß sie nicht zum M/stns im engsten Sinne des Wortes gehören, abgewiejeit. Bürgermeister Gaynor und die Mischuah. 'Aus Newhork wird unsberichtet: Vor kurzem erschien hier eine ausgezeichnete englische Uebersetzung der Mischnah von dem hiesigen ׳Advokaten Heimann E. Goldin. Ter Uebersetzer, aus Rußland stammend, ist ein ausgezeichneter Talmudist und hat sich hier als Jurist einen bedeutenden Namen erworben. Die hervorragendsten Gelehrten des Landes haben dem liebersctzcr warme Anerkennungsschreiben zugesandt. Zu den interessantesten zählt zweifellos das Schreiben des Bürgermcisters von Newyork, Mr. Gaynor, der unter andercm schreibt: ,.Ich habe soeben die Lektüre Ihrer Uebersetzung der Mischnah Baba Mcziah beendet. Es ist von überwältigendem Interesse. Es ist Ihnen vielleicht bekannt, daß ich mich schon seit Jahren mit dem Studium der jüdischen Gesetzgebung besonders vom Standpunkte der Mischnah befasse. Ihre Arbeit macht cs jedermann klar, daß die Juden ein wissenschaftliches System der Jurisprudenz besessen haben, aber auch ihr System des praktischen Lebens war wunderbar und hat vielen als Muster gegolten." Lberlattdesgerichtsrat Adolf Kahn vom Wiener Landesgcrichte ist zum L Herlandesgerichtsrat beim Wiener Qberlandesgerichte ernannt worden. Damit ist zum crsteninale ein Jude nach dem Vorbilde des .Krakaner und Lcmbergcc Hbcrgerichtes Richter beim Wiener Lbergerichte. Es hat ziemlich lange gedauert. Eolumbns ein Judenstämmling. Tor spanische Forscher Herfon Ariboe isr;11 dein Resultat gekommen, Vas; Eolumbns einer spanisch-jüdischen Familie entstammte. Tie Murter soll Sosana geI!eisten staben. Teiner Meinung nach soll Eolumbns eine Ruhestätte sür die in Spanien bedrängten Juden gesucht und Rme rifii entdeckt staben. Jüdischer Botschafter. Newyork. In diplomatischen Kreisen zirkuliert das Gerücht, das; Präsidem Wilson die Rbsicht stabe, den hiesigen jüdischen '.IKiUioiuü und Pstilantstrop Herrn Henry Morgentstau;11111 Botschafter an dem türkischen oder chinesischen Hose;11 ernennen. Zur russischen Pastsrage. Washington. Ter russische Gesandte star in letzter Zeit mehrmals im Ministerium des Reustern Vorschläge bezüglich eine-:׳ neuen Handel-:- vertrage-:׳;wischen Rmerika und Rustland 1111-!erstreiket. Ta er aber die Pastsrage in Bezug auf Juden vorläufig ungelöst lassen wollte, war Präsident Wilson gegen den Rstich!ns; eine-:׳ neuen Vertrages. Ter Statthalter von Galizien in Krakau. Ärakau. Ter neue Statthalter weilte stier vergangenen Samstag und Tonntag. Er einpsing Behörden und ,Korporationen, darunter auch den Präsidenten der hiesigen Knltusgemeiiide. Stat!Halter Tr. Koritowsky erklärte, das; er stet:׳ bereit sein werde, die gerechten Wünsche der jüdischen Bevölkerung nach Möglichkeit zu berücksichtigen. England sür die Juden TilistraS. Tie Korrespondenz ,Rabinowitz, Boskowiv. verösseiltlicht eine Fuschrist de-:׳ englischen Ministerium-:׳ de-:׳ Reustern an das Londoner jüd. Bord 2ro Tepjuti-:׳. welcher wir folgendes entnehmen: Ter rumänische Botschafter Misn stat bereits dem Minister. de-:׳ Reustern, Grey, die Erklärung im Rainen seiner Regierung abgegeden, das; die Bürger Silistras ostne llnterschied der .Konfession und Ration istre politischen und bürgerlichen bisherigen :liechte auch unter der Herrschaft Rnmänien-:׳ ungeschmälert beibestalten werden. Minister Grey lies; die rnmäiiüche Regierung wissen, das; er diese Erklärung mit Vergnügen zur Kenntnis genommen stabe. Markoniskandal. London. Im Parlament staben bereits die langerwarteten Tebatten wegen der Beteiligung der Minister an den Börsenoperationen der Markoniaktine begonnen. Ter jüdische Minister 2ir Rnfns Eiscks wurde stark angegriffen und verteidigte sich öffentlich und erklärte, wenn er geahnt hätte, wie die Sache ausgesastt werden wird, so stätte er gewis; das Geschäft nicht gemacht. Verbannte Brandstistcr. Lokolskc, Rustland. In der letzten^jeit sind öfter Brandstiftungen vorgekommen. Tie Polizeit isr aber eines der Brandleger habhaft geivorden. Ta beschlos; die Polizei, die Juden zu 'verdächtigen und den Rabbiner aufznfordern. Schritte dagegen zu unternehmen. Ter Rabbiner wurde veran!as;t, einen Eherem lBannüber die Brandstifter;11 verhängen. Run ist abznwarten, ob die Brandlegungen wirklich aufhören werden, dann werden die Juden auch die srüsteren Schäden zu ersetzen haben. Man glaubt aber, das; die Bauern, um die als Schuldige;11 kennzeichnen, jede Brandlegung unterlassen werden und der Eherem wird als wirkungsvolle Mastregel angesehen werden. Rumänische Juden für die Heimatsbrüder. Newyork. Ter ״Verband rumänischer Inden" hielt eine stark beiitchte Konferenz ab, in welcher beschlossen wurde, UDO rumänische In den in Seras;11 kolonisieren. Ter Boden!vird durch eine zu gründende Aktiengesellschaft angekauft werden. Reformen in Palästina. Jernsalem. Jnm erstenmal werden stier nach dem neuen Gesetze Landtagswahlen vorge nommen. Jüdische Kandidaten sind Enteby, Ta vid Jeliin und Tr. Leivy. Herr Enteby liat die meisten Ehancen. gewählt zu werden. Brieflicher Religionsunterricht für Farmertiitder. Das Teparteineni für Smtagogen und Schuliveien der der ..llnivn of American Hebrotv Eongregations" hat schon vor längerer Zeit, wie wir seinerzeit meldeten, beschlossen, jüdischen .Kindern, die ans einer Farm ans wachsen, den Religionsunterricht ans brieflichem ׳:hege;u erteilen. In der letzten Jahresversammlnna der Union wurde mm beschlossen, diesen Fernunterricht tut Wege einer Monalichrift. die den Titel .,Union Home Studn Magazine" trägt, zu besorgen. Jede Nttntmer dieser Monatsschrtsl beschästiat sich mit den Wochen avschninen der vier betresseiiden Sabbate, sonne mit den reliatösen Vorschriften für die betreffende Z.eit und eni hält natürlich auch rortlanfeiide Lektionen in der l׳,e schichte der Inden. Diese nette Monaisichrift gehl gegen tvärtig an ">000 Kinder von tutgentlte!">00 jndiiclten Farmern. Tie Juden in Elnna für die Jude» der Türkei. Ans Konitaniiitopel tvted berichtet: Von den Sanmilttnaen unserer Glatibensbrüder int Auslandr ztt Gnnüen der dtirch den Balkankcieg in Niitleidenschaft gezogenen tttrkistlien Juden, beansprucht die Sammlung der Inden in Soanghai besonderes Interesse. Sie!toben 1 IM Francs aufgebracht ntid diese Summe in Begleitung eines herz üchen Schreibens übersandt. Die Juden von Shaugbni entbieten den Inden in der Türkei Worte des Teoites und versichern sie ihrer Anteiltiahme. Zum Niedergänge der mährischen Kultnsgemrin den. Der in der letzten 'Nummer unseres Blattes ec schtenene Artikel atts der Zeder des De. Stern bat in iveiten Kreisetr Brünns und der Provinz ein zirmtiches Interesse erweckt und in ztt erivarien, daß doch endiich die maßgebenden Faktoren sich nurraffon werden, um sich in dieser hochaktuellen Frage eingehend zu beichäi tigen. Ziveck dieser;',eilen tjt es, die Leitung des malir. jüdischen Landesmassasoiides anfznsorderii, im Sonic der Attsinycitngen der bisher in der Jüdischen Volks stimme ersthienenen 'Artikel die nonvendigetl Vorar beiten in Angriss zu nehinen, damit etidlich der An sang gemacht wird, diesem Uebelskande ein Ende;!, bereite». Wir hoffen, daß das .Kuratorium des mähe, jüdischen Landesmassafondes diesen unseren Avvell de rücksichtige» wird. Wahl eines jüdischen Teputierre». Londv». '.1Im;weiten Schownos Jage iond stier eine 'Rachwah! statt. Es standen sich ein jüdischer Kandidat S׳r Semjuel mit einem Rr beiterkandidaten namens Wilson gegenüster. Ter jüdische .Kandidat ging als Sieger stervor. Er erstelle eine Majorität von über חחייס S limmen. Streik jüdischer Bäcker. London. Ter Streik der stidstcheo Bäcker stält seit sechs Wochen an. Viele Slreitende er öffneten eigene Bäckereien, um die grasten Bäckereibeiitzer;1:111 Rachgebe»;11;wingen. Fnrückgewiesene Spende. Marjnpvl. Ein angeiestener Plnlanirov spendete dem Wostltärigkeitsverein!חחח.ח Rn be! zur Erbauung eines Rltersveriorgungs lianst-:׳, welches den Rainen des Stifters > »streu soll. Ter Vereinsvoriiand ging jedoch daran׳ nicht ein und wies die Spende;itnuf. Jüdisches Namensver;eichnis. Petersburg. Tas Ministerium des Inner» stat an sämtliche Bestörden und Remter :!ins; lands, das von Rabbiner Jirelsolm. .Kiichinieiv. verfastle Jüdische sttamenstnch veriendel. Tie Inden dürfen sich nunmestr keine anderen ׳R'amen beilegen. Bekanntlich erkennt die rnisi'che Regierung Toknmente von Inden, welche tstriii liche Rainen füstren. nicht an. Tie Sabbathruhc in Ungar». Vudnpeü. Im nngariicheik Parlament >׳'! ein (Rietz betreffs oer Sabbatlirnbe angenom men worden, welches die orrstodoren Kreist׳ in große Rnfregnng versetzte. Tie frommen Juden werden istre Gejchäfte von Freitag Varastend bis Montag früh gesperrt halten müssen.

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