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Jüdische Volksstimme · 1913-06-26 · Heft 26 (26.6.1913) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 26 (26.6.1913)
Date
1913-06-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. ״Jüdische BolkSstimme." Nr. 26. Jesu geherrscht habe. Aber haben die Verfasser dieser Vcrwünschuugsformcl in Wirklichkeit unter den Minim die Iudcnchrisicn gemeint'< Sic baden doch diese Minim so spliltcrnatt gezeichnet, daß man jegliche Rippen ihnen zäblcn kann, eine Verwechslung schlechterdings kaum möglich scheint: Minim, so lehrten sie klipp und klar, sind j c n e Jub e n, welche die Thora und ihre göttliche Inspiration lengncn, die Aufcrstchungslehrc vcrwcrsen, sich von der Gemeinschaft abschlicßcn und zwei Gottbeite» cinführen" us»v. Wahrlich, ein schöneres Verdienst um das Judentnin könnten sich selbst die srömmsten Rabbincn in der modernen ,-seil nicht erwerben. Unter ״Minim" — so bat ai\ zur Evidenz nachgclvicsen — sind weder (!hrijicn, noch Iudcnchristcn, sondern nur jüdische Skeptiker gemeint, mithin lvar die Behauptung, die Ehrincn werden von den Juden in den Synagogen vcrslncht, gruudsalsch und das Martyrium, das zahlreiche Juden dieser salschcu Behauptung ivege» erleiden muhten, ein schivcrcs Verbrechen. Hr. Fr. hat mit seiner Arbeit!iiidduschhaschem verursacht. B. Z. Kuratorium des jüd. Realgymgymnasiums mit Oesfentlichkeitsrecht in Storozynetz (Galizien). Im Jahre 190H wurde auf Anregung des Herrn Tr. M. Jung, derzeit Lberrabbincr in London, hier ein jüdisches Realgymnasium gegründet. Am 18. April 1910 erhielt die Anstalt vom hohen k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht das Oefscntlichkcitsrccht. In Anbetracht des traurigen Umstandes, das; unsere an staatlichen Mittelschulen studierende Jugend unserer Religion, unserer Kultur, dem Iudcntumc mehr und mehr verloren gebt, wo zwischen Vater und Sohn zwischen dem Studierenden und seiner Familie tragische Widersprüche folgenschwere Entzwcignnge» entstehen, erscheint diese in unserer an der Grenze Galiziens, Rumäniens, Rußlandegelegenen Stadt, in ihrer Art in allen ,*!Ironien»־ dcrn Oesterreichs einzig dasiehendc Anstalt, die Thora mit Dcrech Ercz, moderne Bildung, auf die wir nunmehr nicht verzichten können und!vollen, und Religion, jüdische Literatur, ans die, wenn die Jugend unserem Volke erhalte» bleiben soll, nicht verzichten dürfe», harmanisch vereint, geeignet eine klasscndc Lücke auszufüllen, einem emknentcn Bedürfnisse zu entsprechen. Es ströme» auch Schüler aus allen Ländern der drückenden A'ot, aus Galizien, Rumänien, Rußland in unsere Anstall, wo sic warme Aufnahme, tvohlwollende Behändlung, gründliche Ausbildung und echtjüdische Erziehung finden. Tic dies. isr. Kultusgemeinde hat stets namentlich aber in den ersten Jahren des Bestandes der Anstalt iveit!!ber ihre schtvachen Kraste gehende Opfer gebracht, und sämtliche nicht unbeträchtliche Fehlbeträge, ohne die hochlöbl. Schwestcrgemcinden im In- und Auslände zu belästigen, ganz aus eigenen Mitteln gedeckt. ,׳}» Begilt« des lausenden Schuljahres tvnrden wir jedoch von der hoben Schulbehörde dazu gezioungen, ein neues Gebände beeznsicllen, neue Einrichtung und bedeutende Vermehrung der Lehrmittelsaininlnngen anzuschasscn. Es ivnrdc auch ein imponierendes, den modernste» schnlhygicnischen Ansorderungen «schöner Turnsaal, Zentralheizung, Wasserleitung, Ventilicrung nsw.) entsprechendes mit Iugendspielplatz und botanischem Garten ausgcsiattcles Gebäude hergesicllt, so das; die ׳Anstalt heute in ihrem Innern und Acnsier» zum Wohle Israels dajleht. Tic enormen Ausgaben und die jetzt herrschende ivirtschasilichc Mrifc, von der die Aiitglicdcr unserer Gemeinde hart betroffen und die sie in ihrer sonstigen Opferwillig!»׳» vollständig hemmt, brachten es mit sich, das; tvir nun in ernste Stockung geraten sind, so das; die Erisienz dieser unentbehrlich gewordeiren Angalt gerade zur Feit ihrer vollen Blüte infolge einer momentanen, aus eigenen Mitteln unmöglich überwindlichcn Stockung in Frage gegellt werden könnte. Fit Anerkennung der hervorragenden Leistungen der Anstalt, lvurdc uns tompeieutcn Ortes für das nächste Schuljahr eine Staalssubveniion in sichere Aussicht gestellt. Infolge des Versiegen» der eigenen Quellen fehlt uns jedoch jeder 'Anhaltspunkt, über die momentane Verlegenheit hiinveglommen zu töuuen. Wir suhlen uns daher gezioungen, Sie, hochverehrte Glanbensgenossen, im Name» der Hunderttausend»׳»» in geistiger und materieller Not lebenden Glaubens- und Slaiiimesgenosseii, die aus diese Anstalt so sehr äugelviesen sind, höil. zu bitten, uns diesmal eine einmalige Untrrstübung zutoinmeu lassen zu »vollen. Das Kuratorium. Verkehret nur in Lokalen, in denen die ״Jüdische Volksstimme" anflicgt. Zum 11. Zionistenkongreß. Sehr geehrter Herr Redakteur! Im Interesse unscrer Bewegung gestatte ich mir. Sie um freundliche Ausnahme folgender Feilen zu bitten. In einer der letzten ׳Nummern der Jüdischen Feitung in Wien nimmt Herr Tr. Sicgmund Werner, Iglau, zum nächsten Zionislenkongrcß Stellung und hat in seinen Ausführungen mit :liecht gerügt, daß tvcdcr die Tisiriktsorganisation noch die Landcsorganisation, wie cs bisher immer üblich war, einen Distriktsrcsp. Partctag cinbcruscn, »och in irgendeiner Form den österreichischen Gesinnungsgenossen Gelegenheit gegeben zum nächsten Zionistcnkongrcß im allgemeinen sowie zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung Stellung zu nehmen. lieber die Wichtigkeit und Nottvcndigkcit einer eingehenden Beratung Worte zu verlieren, halte ich für nicht notivendig. Ich glaube, daß jeder Zionist diescn meinen Standpunkt akzeptieren tvird. Wohl habe» die Wiener Vertrauensmänner unserer!Organisation in der Form Stellung genommen, das; sic dem gegen-!värtigen Aktionskomitee ein Vertrauensvotum ausgedrückt und die Forderung gegellt, das; auch die sinanzicllen Institutionen dem Aktionskomitee untergeordnet lverdcn. Auch ich habe vou mciucm Standpunkte nichts dagegen, daß dein Aknouskoinitee schon vor dein Kongressc ohne vorherige Fühlungsnahmc mit der Provinz das Vertrauen votiert wird. Ter zweite Punkt der von besonders einschneidender Wichtigkeit ist, hätte unbedingt aus einem Parteitage zur Sprache komme» und beraten werden müssen. Nur ein Parteitag bietet die Töglichkeit, die wirkliche Anschauung der LandeSorganisation zum Ausdruck zu bringen. Es geht keinesfalls an, derartig »nichtige Punkte erst am Kongresse der Landsmannschaft zu überlassen. Meiner Meinung solltcn vor dein Kongreß die Tislriktskomitces Tistriktstagc und das Landeskomitec einen allgemeinen zionistischen Parteitag einberufen um den Parteigenossen die Möglichkcii zu geben, die Delegierten für den Kongreß mit Direktiven anszustatlen. Genehmigen Sie den Ausdruck der vorzüglichsten Hochachtung Es» alter Zionist. DiskontcJesellschaft bei der J Nordösterreichischen Bank ׳ Kr Industrie, Handel und Landwirtschaft, regist• rierte Genossenschaft mit beschränkter Haltung in Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt sich für alle einschlägigen Bankgesch&fte, hauptsächlich auch für den ע Es ko mp{ offener Buchforderungen | unter den allergünstigsten Bedingungen. Ans der Agudas-Zisroelmmkrn Bewegung. Strasiburg, i. Eis., den!>. Juni. In unserer Stadt hat die Ägndas Iisroel-Betvegung vom ersten Augenblick ihres Entstehens an in allen Kreisen der für die Belebung und Stärkung des Thorakrciscnintcrcssiertcn Gesinnungsgenossen lebhaftes Interesse gefunden. Schon vor längerer Zeit batte Herr Rabbiner Bnttcnwicser in einer größeren Versammlung die Zwecke und Ziele der ״Agndas Iisroel" klar gelegt und für sie Begcijlerung hervorgcrnfeu. Sonntag, den 8. Silvan fand eine Vcrsaminlung der hiesigen ״Aguda-Mitgliedcr" sialt. die zahlreich besuch! »var und einen sehr anrcgendcn Verlaus nahm. Nach Begrüßung der Erschienene» und eingehender Berichterstattung über den gcgcuwärtigcn Stand der allgemeinen Aguda wurde von den Anivcscudcn mit Freude konstatiert, daß die Organisation ihre Lebenskraft bereits bewiesen habe und daher mit Sicherheit auf eine fortschreitende Entwicklung in. G. H. zu rechnen sei. Unter großen» Beifall wurde hierauf die ״Ortsgruppe Straßburg i. E.," als konstituiert erklärt. Tie Wahl der Vorstands-Mitglieder ergab folgendes Resultat: Rabbiner Buttcnloicscr, Vorsitzender, ferner die Herren: Samuel Wcrtheimer, Meier Bloch-Rnesf, Moritz Klein, Meise Wolf, Israel Salomo» und Sally Strauß. Nachdem unsere Ortsgruppe bereits 90 Mitglicder zählt, isr eine rege Tätigkeit nach verschiedenen Richrungen hin für die nächste Zeit in 'Aussicht genon» men. Wilna, 1. Juni. Wie bekannt, hat das provisorische Komitc der ״Agudas-Iisrocl" sich zum Ziele gesetzt, die materiellen Verhältnisse der über den lokalen Rahmen hinausrcichendcn bedeutenden Jcschiwim in Rußland einer Gesundung cntgegenzuführe». Trotzdem nun diese Ausgabe viele Mühe und ziclbewußtc systematische Ar- Komite auf Initiative seines verewigten Vorsitzenden, des Herrn Koinmerzienrat Feist s. U., unternommen, schon jetzt, noch bevor die Organisatioi» in dem Maße ausgcbaut ist, daß an eine systematische Arbeit zu denken wäre, das Hilfswcrk cinzuleiten. Als erster Anfang ivurde zur Sanierung der Schuldenlast der Jcschiwiß ein Betrag von 20.000 Mark bewilligt. Dieser Tage hat nunmehr das Komitc den russischen Mitgliedern des ״Rabbinischcn Rates", die mit der Verteilung des Geldes betraut tvurdcn, die erste Rate der bewilligten Subvcntionc im Betrage von 10.000 Mark überwiesen. Aprecksaak Lehr geehrter Herr Redakteur! In der vorletzten Nummer der ״österr. isr. Wochenschrift" hat »nir die Gemahlin des Herrn Dr. Heinrich Icllinek, Arzt 12., Hauptstraße 19, »vohnhaft dafür öffentlich ihren Dank ausgesprochen, daß sch mit meinen Schülern Ausflüge untcrnchinc und ihnen botanische Kenntnisse, sowie Liebe zur Natur beibringe. Darauf habe ich Folgendes zu crwi dern. Die Alisflügc, die ich mit den Kindern mache, tragen keinen Eharakter von Schulcxkursioncu, sondern sie sind vom jüdischen Wanderbunde ״Blau-Weiß", bei dem ich als Führer fungiere, inauguriert »»nd geleitet. Die mir gezollte Anerkennung, ist einzig und allein auf das Konto des genannten Wanderbundcs zu setzen. Da die Redaktion der ״östcrr. isr. Wochenschrift" aus ganz unbegreiflichen Gründen die Aufnahnre dieser Zeilen verweigert, so bitte ich, dies der Oeffentlichkeit in Ihrem Blatte gefälligst mitzutcilcn. Hochachtend Ahron Schwertfinger, Religionslelhrer der israel. Kultusgcmeinde in Wien, 2. Bcz. Leopoldsgaffc 81. Krmäjckau. Ein interessanter Vorfall. ״Tie Stanislauer Nachrichten" melden: Sonntag den 1. d. hat der Verein ״Ognisko" einen Sammeltag veranstaltet zugunsten jüdischer Fcrienkiiidcr. Gerne stellte sich die akaden»ische Jugend in den Dienst der guten Sache und das Fest ergab ein ansehnliches Erträgnis. Aufsehen erregte ein peinlicher Zwischenfall mit einem Oberleutnant des 1-1. Dragonerrcgitnentes namens Turek. Ein jüdischer Akademiker Liebesmann und Fr!. Goldschlag begegneten den» genannten Oberleutiiant, tvelcher 40 h spendete, »vorauf Frl. Goldschlag dem Offizier die Schleife anheftcte. Plötzlich fragte der Oberleutnant, »vclchcn» Zwecke das gefamntclte Geld diene, und als er die Antwort erhielt, daß man für arine jüdische Ferie»»kinder das Geld sammle, erklärte er: ״Es ist eine Unverschämtheit, von Offizieren Geld für jüdische Zwecke zu verlangen." Akademiker Licbesinann griff in die Tasche »»nd bot dem Offizier feine Spende voi» 40 It zurück, der aber die Rück»»ah»»»e verweigerte. Herr Liebesuta»»»» verlaitgte die Visitkarte und der Oberleutnant erklärte, er »vcrdc ihn arretieren lassen. Herr Liebesmann ließ sich das nicht gefallen u»»d sagte in kaltem Tone: ״Sic sind ein Rotzbube!' Eine Stunde später entsendete der Regimentskommanbaut zwei Offiziere zu dem Bürgermeister Dr. Nimmhin, un» im Namen der Herren Offiziere des Regiments das Bedauern über den Vorfall ansznsprechcn und zu erklären, daß die Offiziere mit dem Benehmen des Oberleutnants Ttkrck sich nicht solidarisch erklären. Montag daraus hat in der :!!citschulc ein Duell stattgcfundcn, bei »velchcu» die beide!» Gegner leicht verletzt ivurdeu. Dieser RcgimentSkommandant von Staniska»» trat als ein tadelloser Ehrenmann auf, was öffentlich anerkannt zu werde׳)» verdient. Wahlabkoinmcn des Lcmbcrgcr Knltusvorstaitdes mit de» Zionisten. Vor »venigen Tagen hat die Partei des Lemberger .Kultusvorstandes mit den bisherige!» Zionisten ein Abkoinineu betreffs der bevorstehenden Kultuswahleu getroffen. Tie Verhandlungen führten von zionistischer Seite Adolf Stand und Dr. Ringel, von der Kultus- Partei Samuel v. Horoivitz und Kultusvorsteher Schaff. Den Zionisten ivurde»! ztvei Mandate in» Lemberger Knltusrat zugesichcrt. Das zionistische Zentralkomitee nominierte hierfür die Gesinnungsgenossen Dr. Alerander Hausmann und Direktor Simon Orange. Das Wahlabkommci» ist von großer Bedeutung für das galizische Judentum, indem zum erstenmal eine redliche Verständigung der Zionisten mit den führenden ayimilatorischcn Kreisen erzielt ivorde» ist. Einwanderlingskotttmissär Williams entlasici». Wie a»»s Nclvyork mitgctcilt tvird, hat der EinivandcrungSkoinmisiär auf Ellis-Jsland, der vou allen bestgehaßte beit während vieler Jahre erfordert, hat es das prov.^^^j^ranten und Jmmigrationsfreunden

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