Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 24 (10.6.1913)
- Date
- 1913-06-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Rr. 24 ״Jüdische BolkSfiimme." Sette 9. Diese Rückkehr zur Bibel, diese Liebe zur. In diese traurigen Zeiten fallen gottlob auch עת לחשות ,״1ת לדבר Es iit nun endlicb jüdischen Wisienschaft möge das nahende Woeinige Lichtstrahlen. Unsere Mittelschüler haben ~ , « b 4 hie , chenfest im Herzen unserer Alten und Jungen j bei dem Preisschießen, welches am 7. d. M. in 3ett ״״ reden! Und wenn auch die Worte eine-, erwecken! ™ Ter jüdische Verlag und Pflegen. Ich bin fest sich hervorragende Männer finden werden, dieIMandanten von Böhmen, zahlreicher ^'ssiziere. r«״-״:״<״. mit dem Rüstzeuge umfassender Bildung und Landesschulinspektoren. Direktoren und Präsesw^rdenve׳Aa1da.-^" tiefer Gelehrsamkeit ausgestattet, an der Spitze foren haben zwei jüdische Studenten, die Sep-י*“"“*‘**J. 1 ״יU Äil At dieses Unternehmens stellen werden, um der jütimaner Karpelis und Katz. die ersten Preise! ״s w J5» 0,Krral bo dischen Wahrheit zum Ziele zu verhelfen! beim Preisschießen der deutschen Mittelschüler m | 1'״׳[!,TuEtÄnncn baft ro t wen a tens F. Rich. Hcinschel. Prag errungen, indem sie von 2/5 überhaupt wir 0זס1[ן1זדז1ש 15 ' erreichbaren Einheiten 200 bezw. 255 Punkte >m Bau begr.ssenen ge etztreuen Judentum der Welt, unsere schwache Mrart leitzeu. Auch Prager Brief. svrr vem Prager ^uoensr emivs zu ^raoe^,e1rageu. diejenigen, die treu zu ihrer Religion halten der. d׳e in geradezu ärmlichen Verhältnissen gelebt Tieö־or ״llem in bev nätft,tc״ ycit. leich hat und im israelitischen Krankenhause gestorben . wir ist. Die Eröffnung des Testaments ergab eine * 1^א־ ־ם א1םא 'sl,r׳ ÖK an öa «0זיי< ן erzielten. Am Freitag wurde Frl. Felicie P l o o auf kaleidoskopartig bewegt sich das Leben fort I dem Prager Judenfriedhof zu Grabe getragen, und zeigt bald freudige, bald traurige Bilder.>*״ ״!י^״־יסי׳ ״י ׳>׳rmiirft»״ ״.'(.•hi Was sich aber in der Erscheinungen Flucht gleich bleibt, ist Israels Dulderschicksal. Selbst wir I ist. Die Eröffnung des Testaments ergab Juden im so fortgeschrittenen Böhmen sind seit Ueberraschung. Das alte Fräulein hatte gedarbt, Jahren in den Strudel des politischen und Wirtum das Andenken an ihren vor zehn Jahren schaftlichen Antisemitismus initgerissen worden verstorbenen Bruder, den k. k. Oberfinanzrat Dr. und Welle auf Welle treibt unser Schifflein bald Benedikt Ploo, dauernd zu ehren. Sie hinterließ nach oben, bald nach unten. Die unselige Liefür eine seinen Namen tragende Stiftung für besaffäre des Koliner Katecheten P. Hrachovsky israelitische Rechtshörer in Prag den Betrag von ist zu einem Nitualmärchen angewachsen, das dreißigtausend Kronen. Ehre ihrem Andenken! von den freiheitlichen Tschechen wohl bekämpft, Last not least sei noch der munifizenten von den niedrigen, durch klerikale Hetzer geschür- Widmung gedacht, mit welcher der um das Praten Volksschichten aber geglaubt und gegen die ger Judentum hochverdiente Herr Robert Fuchs. Juden ausgeschrotet wird. Ja, die radikalen Edler v. Robetin. das Kunstgewerbemuseum der Labske Proudy in Kolin entblödeten sich nicht, Prager Handels- und Gewerbekammer überihren Freisinn dem rüdesten Judenhasse hintanrascht hat. In hochherziger Weise hat Herr v. zusetzcn und stießen laut und schadenfroh ins Fuchs einen zwischen der Pinkassynagoge und klerikale Horn. Die Affäre Hrachovsky ist zur dem Kunstgewerbemuseum gelegenen Baugrund Komödie geworden. Ter saubere Herr, von dem von der Stadt Prag für 200.000 K erworben der erzbischöfliche Czech schrieb, daß keine Be- und dem genannten Museum für Ausstellungs- Hörde Anlaß gefunden habe, sein Ansuchen um zwecke unter freiem Himmel geschenkt. Nebenbei Einleitung einer Untersuchung gegen ihn einzusei erwähnt, daß der hochherzige Gönner mit dieleiten, erklärte im selben Organ, gegen seine Unser Schenkung auch die Erhaltung der PinkaStersuchung durch den Bezirksschulrat beim Lansynagoge wesentlich gefördert hat. die durch einen dcsschulrat protestieren zu wollen. Wie ״Osveta späteren, höchstens einstöckigen Zubau des Mn- Lide" vom 8. d. M. meldet, hat er es auch getan scums nicht erdrückt wird, wie dies durch ein und als Krone des Skandals tritt die Beschulmehrstöckiges Zinshaus geschehen würde. So digung des k. k. Bezirksschulinspektors Chmelar schafft eine gute Tat die andere und Herr Robert auf, weil er die Untersuchung gegen P. Hrachov- Edler von Fuchs wird durch seine, der Allgenieinsky erst dann eingeleitet habe, als ihn seine! heit zugute kommende Widmung nicht nur in der eigene Frau über Drängen ihrer Freudin Frau Geschichte des Prager Kunstgewerbemuseums, Schlapl dazu veranlaßt hätte. Und das jüdisch-!sondern auch der altehrwürdigen Pinkassynagoge tschechische Organ Rozvoj weiß in der letzten!und der Prager Kultusgemeinde, zu deren besten Nummer zu melden, daß der k. k. Landesschul-! Männern er gehört, sür immerwährende Zeiten rat für Böhmen die Anträge des Bezirksschul-s ein dankbares Gedenken haben. W. Klein, rates Kolin aus Versetzung Hrachovskys abgelehnt und ihn dort belassen habe. Prälat Burian und der klerikale Graf Schönborn brauchen solche Kreaturen wie Hrachovsky für ihre Propaganda, und so wird der verliebte Katechet, den sein Vorgesetzter, Dechant Sirta, im Bezirksschulrat eine Mähren muß seine Agudas Jisroelgruppe ha ben, damit Heerschau gehalten werden kann über -pure der Gemeinden stehet, rüstet Euch mit der Alraft und dem Mute eines Efra, um eine Regeneration herbeizuführen, denn so kann es nicht mehr weitergehen. חזק ונתחזק Leopold B l a u, Wsetin. YERLOBUNQ5'RlNQE BR/lUT5CnnUCK - - HOCttZEIT6QE5CHENKE EHE-RINQE. in hervorragender Auswahl zu bssondars billigen Preisen. Berthold Bachner, il. u. Ik. «ofiieferant, Juwelen-, Uhren-, Goldu. Silberwarenhandlung Brünn, nur Ferdinandsgasse Nr. 2. Provinzaufträge finden sofortige Erledigung. M die Agudas Jisröelfreunde Mährens! . . Wer nur teilweise an den Vorgängen innerchmach des Mondes nannte, in Kolin weiter halb des Judentums Interesse hat, dem wird ז Munde bald wohl nicht, die zwar noch spärlichen Mitteilun- ״wirken" .... Vielleicht wird seine schlagen. Denn die freiheitliche Bürgerschaft aller! gen der österreichisch-jüdischen Zeitschriften von tschechischen Parteien hat sich unter dem Protekeiner Agudas Jisroelbewegung entgangen sein, torate der Stadtvertretung Kolin entschlossen, die Ich zweifle nicht, daß diese Bewegung die beim Herbst in ihrer Stadt stattfindende klerikale rints alle Gemüter der Gesetzestreuen Deutsch- Tagung mit einer Gegenmanifestation zu bcantlands, Rußlands, Ungarns usw. ergriffen, auch Worten. Nur die unter der Fuchtel der ״Labske tzej ans in Mähren nicht Freunde haben sollte. Proudy stehenden Radikalen helfen den Schwär- Und doch muß leider die traurige Tatsache konzen. Ganz so wie im deutschen Lager! I statiert werden, daß sich bis nun kein Finger glück verkündete. Es war ihr nun, als ob die er mahnenden Worte des Alten in ihr neuerlich widerhallten. Wie Glockenton ertönten ihr nun seine Warnungen: ״Mit solchen Sachen darf ein schlummert. Ihr Berufenen? Wohin soll es fühgerührt hat, die Werbetrommel zu schlagen, um die gewiß nur vereinzelten Gesinnungsgenossen aufzurufen und zu sammeln. מה לך נרדם Was Mensch nicht spielen. Viele Beispiele haben es ren. wenn nicht einmal der Versuch gemacht wird, gelehrt, daß, wer ein Bethaus zerstört, der hat eine Revision zu halten über die Getreuen? kein gutes Ende. Gelehrte, Doktoren und reiche Wenn niemand da ist, der da rufe ״כד לד׳ אלי״! Leute haben schon dafür gebüßt. — Die Menschen Ter Jndifserentismus in bezug der Religion glauben, daß der Ewige ihnen Reichtum ver-Ihat bei uns soweit um sich gegriffen, daß dieleiht, damit sie gegen seine heiligen Gebote Han-1 jenigen, bei denen das Gefühl und die Liebe deln, daß er ihnen eine irdische Herberge überläßt,! zur Thora noch nicht erloschen ist. es dennoch damit sie das Heiligtum aus dem Hause räu-l nicht wagen, ihre Stimme zu erheben, men? Das Haus des Allmächtigen ist aber in der! Wohl wurde vor zwei Jahren vom Unter Ewigkeit begründet und hier wird auch die hei-!zeichneten ein schüchterner Versuch gentacht, der llge Thora Unterkunft finden. Schwer wird deine h״f) vorwiegend an die לומודי תודה richtete und sein, rief der Greis ihrem Manne zu-! allem das Thorastudium als Mittel zum letzt zu ״und selbst deine Nachkommen werden!Zwecke des Zusammenschlusses, ähnlich wie in deine Untat büßen. Die Menschen werden an dir I der Schweiz, propagierte. Seitdem aber Herr die Rache und Vergeltung des Ewigen kennen! Jung, der die gute Sache bereitwilligst in lernen. . , ״ .., Angriff nahm, Mähren verließ, verlief die *״ח *יי * *״י ״*>״־ Erinnerung in ihrem Gedächtnisie immer mehr! מ נקעה Ist denn niemand da, der uns füh belebte, erkannte sie es nur zu deutlich, daß hier Iren möchte? Meiner der mit flammendem Worte der Ewige seine Sühne fordert. Sie hatte an das der Ueberzeugungstreue die Stimme erhebe, um Leben keine Hoffnungen mehr zu knüpfen, und eine Schar, wenn auch noch so klein, um sich zu schlürfte jenen Trank, der ihrem Leiden, ihrem!sammeln, die angehören möchte dem Weltverein Leben ein Ende bereitete.!׳Agudas Jisroel? David Löwenthal. Am 2. Juni 1018, um 1/!1- Uhr mittags, tarb nach längerer Krankheit in Wien in einem anatorium Herr David Löwentahl, gew. Hotelbesitzer in Marienbad. Leine Schlichtheit, Einfachheit und Bescheidenheit haben ihn nie in die weite Oeffentlichkeit geführt. Dennoch war er Tausenden und Aberlauenden von Juden bekannt, denn er war Jnharer deS Hotels und Restaurants ״Walyalla" in Marienbad, welches mit seiner sehr guten koscheren Küche und sehr guten Getränken einen belebten Firpunkt für das jüdische Kurpublikum in Marienbad bildet und das von seinem Sohne, Herrn Karl Löwenthal, seil mehreren Jahren in gleicher strenger Weise geführt wird. Das ist aber nicht, was ich von ihm hervorkehren will. Seine Persönlichkeit als solche ist es. die es mir angetan hat. Ein Mann eigener Kraft im besten Sinne des Wortes, bat er es bei strenger Beobachtung der Religionsvorschristen zu hoher Achtung und großem Ansehen gebracht. Er war in seinem Familienleben ein Muster, ein zärtlicher Vater, ein braver (Ritte. Ge genüber Dritten war er von Natur ans von einer herzlichen, natürlichen Liebenswüdigkeit, für Alt und Jung hatte er stets ein freundliches Wort. Und Wohltnn. und zwar in der Stille, war ihm Herzensbedürfnis׳, er konnte wohl mit Stolz von sich sagen, daß kein Bedürftiger ohne Gabe, kein Hungernder oder Dürstender je ohne Speise und Trank von seiner Schwelle gegangen sei. Tie israelitische Kultusgemeinde in Marienbad bezeugte ihm ihre Hochschätzung dadurch, daß sie ihn mehrmal zu der höchsten Ehrenstelle, die sie zu vergeben batte, zum Amte Oes Kultusgenieindevorstehers in Marienbad berief. Als solcher war er iit uneigennützigster Weise und bei den damals so schwierigen Verhältnissen selbst mit Aufopferung seiner Gesundheit tätig. Unter seine Amtstätigkeit fällt das Jnkrait treten des Knltusgemeindegesetzes vom Jahre 1800 und die Ausarbeitung der neuen Statuten im Sinne dieses Gesetzes. Bald glückte es ihm, die von der k. k. Bezirkshailptiimnnschaft eingesetzte Kommission zur schnellen fruchtbaren Arbeit zu veranlassen und die Statuten, die größtenteils seine Arbeit waren, der Behörde vorzulegen, die sohin die Genehmigung der hohen k. k. Statthalterei fanden. Tie Würde des Kultusgemeindevorstehers ist in vielen Äultusgemeinden ein dornenvolles