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Jüdische Volksstimme · 1913-05-15 · Heft 20 (15.5.1913) · page 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 20 (15.5.1913)
Date
1913-05-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 20 ״Jüdische Bolksstimwe." *eite 5. zu ausgeschlossen erscheint. Niemand wird so kindisch. senmänner und Grotzkaufleute. Diese Berufe sein, zu glauben, datz ein Staat im Herzen von Europa neigen stark zur Zuckerkrankheit. Wenn man im zwanzigsten Jahrhundert dauernd absolut regiert eine objektive Statistik schaffen will, müßte man werden kann. 'Aber ebenso ist jeder Kenner Oesterreichs erst unter gleichen Lebensbedingungen Vergleiche davon überzeugt, dag der gordische Knoten unserer inneranstellen. Die Epilepsie sei bei den Juden gepotitischen Verhältnisse nicht egal, aufgelöst werden ringer. Zu Konstitutionskrankheiten der Nerkann, sondern mit dein Schwerte einer Entscheidung I ven neige der Jude sehr; die Erklärung dafür ex cathedra getrennt werden mutz, damit dann wieder liege, wie bei der Zuckerkrankheit, an den Mieine wirkliche Selbstverwaltung der Völker ermöglicht I licuerscheinungen: im Osten an der traurigen werde.־ ״ __ Lage, im Westen an der Stadt und dem Beruf. Auf diese Illegalität wird aber die schwarze Ex-1 Syphilis und Rückenmarkserkrankungen fehlen zellenz Wohl lange zu warten haben. Der siegende Gehbei den östlichen Juden. Eine erschrecklich große mann war gefürchtet, die gefallene Gröhe aber gehört Anzahl aller Geisteskrankheiten werde von den i». die iiiumpeUammer politischer Bedeutungsloser. Ter Juden gestellt. Auch Idioten gebe es bei den im Schrei nach dem Staatsstreich wird keinen Widerhall Westen lebenden Juden mehr als bei den Chrifinden. Denn Gctzmann gehört unwiderruflich zu den stell. Newyork macht eine Ausnahme: hier kompolitischen Toten. Ulen nur 10 Prozent Juden auf die Geisteskranken, während nach der Bevölkerungszahl 15 Pro- Gibt es Krankheiten der Juden? NMsL'SL Diese Frage behandelte Professor Dr. Le-!häufig. win-Charlottenburg kürzlich im Zentralverein I ״Etwas mehr Muskeljudentuin und etwas deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in!weniger Geistesjudentum," so schloß Prof. Le- Breslau vor einer überaus großen Zuhörerschar. Win seine Hinweise, wie man durch rationelle Prof. Lewin kam nach seinen interessanten, von I Jugenderziehung die Schäden der Kultur im großem Zahlenmaterial belegten Ausführungen!Westen beseitigen und eine Höherzüchtung des großein Zahlenmaterial belegten Ausführungen! zu dem Resultat, daß die Disposition zu gewissen Krankheiten keine Rasseneigentümlichkeit sei. Auch die angeborene Immunität gegen Seuchen begründe sich nicht in der Nasse, sondern im östlichen Europa vielmehr auf die Befolgung der Religionsgesetze, koscheres Essen, Waschungen und den mangelnden Alkoholgenuß, int Westen kommenden Geschlechtes herbciführen könne. Laselle als Jude, *׳V lieber die Beziehungen des verstorbenen be rühmten Sozialpolitikers Lassalle zun! Juden tunt schreibt Samuel Jankolowitz: ״Vielleicht dagegen auf die bessere soziale Lage. In einer!daß Lassalle um fünfzig Jahre zu früh auf die jüdische,t Familie werde ein Kranker besonders Welt kam, möglich daß er, würde er zu unseren - ■ 1' י‘'׳ ‘ •" ׳ - ' ‘ ' ־ ־־־ ־ ״- ־ ״־־ geworden von einer des Redners auf den Milieueigentümlichkeiten.!Unterredung mit einem Bekannten nach einer Tie Kindersterblichkeit sei bei den Juden iveit geringer, als bei den Christen. Auch eine prozentual erheblich kleinere Anzahl der ver beerenden Magen- und Darinkrankheiten bei Kindern sei bei den Juden festgestellt worden ׳ ־~ . ׳־־ יז Predigt Abraham Geigers: ״Wir sprachen vie von Seelenwanderung, von Geiger und dem Indentum, und er wunderte sich, daß ich mich so des jüdischen Glaubens annehme... Ich glaube, ich bin einer der besten Juden, ohne auf die Zeie meisten jüdischen Kinder werden von den remonialgesetze zu achten. Ich könnte, wie jener Müttern gestillt. Daß die Juden in der Bergan-!Jude in Bulwers Leila, mein Leben wagen, die gcnhcit wenig auf Infektionskrankheiten rea-1 Juden aus ihrer jetzigen drückenden Lage zu gierten, lag an der strengen Isolierung in Krankreißen. Ich würde selbst das Schaffest nicht heitsfällen und der hohen hygienischen Fürsorge.! scheuen, könnte ich sie wieder zu einen, geachteten Obwohl der Körperbau der Juden auf eine Volke niachen. Uno wenn ich meinen kindischen weite Verbreitung der Tuberkulose hinzuweisen ITräumen nachhänge, Z0 ist es immer ineine scheint, lehren die Zahlen, daß die Schwindsucht I Licblingsidce, an der Spitze der Juden, mit den viel weniger unter ihnen verbreitet ist, als unter!Waffen in der Hand, sie selbständig zu machen." den Christen. Man kann das dadurch erklären, I Aber es blieb nur ein Traum, daß sich die Juden durch jahrhundertelanges Reizend sind die von Eduard Bernstein Wehnen in Städtchen gegen die Schädigungen der herausgegcbenen Briefe an Eltern und Geschwi- Stadt geschützt haben. l ster. Von den intiinsten Sachen und im intim- Als jüdische Krankheit bezeichnet man diei sten Tone spricht der Jüngling und später der Nervenleiden und die Tiabetik. Fast dreimal Mann. Familienaffären. Toilettesorgen. Rahsoviel zuckerkranke Juden wie Christen gibt es t rungsschwierigkeiteil usw. Ais er einmal über die in den Privatkliniken. Dagegen zählt in den! rufgehobene Verlobung seiner Schwester schreibt. Polikliniken ein zuckerkranker Jude zu den Sel-I bringt er auch die Verse: tenheiten. Das beweist, daß die Zuckerkrankheit ״Alle alle eine Krankheit der oberen Zehntausend ist. DieI Rochel ist kein' Kalle oberen Schichten stellen ihr zehnmal soviel Opfer, Rossen ist kein' Chossen .... wie die unteren. Daß die Juden dabei so stark ver- Ausdrücke wie den szaurer umaure (Trotztreten sind, liegt an ihrem Beruf. Sie stellen ein köpf), ben jochedel u. a. kommen vor und ein großes Kontingent der Gelehrten, Künstler, Bör-j Zeugnis seiner Offenheit sind die Worte, er habe I dickst b!0ß Chutzpe, sondern llllch das, W«s d«hmsie an ihren Mann richtete, war: ״Zemachleben,! ter stecke, lind als er sich einmal eine Zeitlang was bedeutet es, das; du die Nase verbunden! in der Nähe seiner Eltern aufhält, diese aber trägst?"!nicht zu ihm können, schreibt er ihnen: ״Es is> Der Mann kraute sich hinter de», Ohr und!übrigens ärgerlich, daß Ihr gerade dort wohnen erwiderte, nachdem er einen Seufzer voraus-!müßt, eine Meile von mir. Doch dafür seid Jh׳. sandte: nun mcinal Juden. Und ein Jude ist bekanntlich ״Mein Täubchen! Wie mich das Unglück!noch in seinem Naches geplagt." stets verfolgte, so verfolgt es mich auch auf der Reise! Denke dir, geliebtes Weibchen! Am Wege! Sie sind ia ei» ^«dd " werde ich von einem Banditen erwischt und die-I —_י-»ד־^ ■* ser donnerte mich an: ״Sc, Geselle! Das Geld I" einem ״Ans der Frühzcit Berthost oder die Nase her!"! 'luerbachs" betitelten Feulilleton wird in der Ich, armer Tropf, was hätte ich beginnen -Franks. Ztg." eine kleine Anekdote erzählt, die sollen? Sollte ich ihm das sauererworbene Gcld>:inem verschollenen Aufsatz Auerbachs entnom Franzensbader Brief. Unter außerordentlich reger Beteiligung fand Sonntag den 27. April d. I. die Wahl des Kultusans'ckinsses statt. Wiedergewählt wurden die Herren: Tr. Julius Hirsch, Salomon Löwy. Tr. Alfred Kraus, Ernst Pick, Theodor Spiegl u. Jakob Schneider l Neukirchen 1: neugewählt: Emil Adler und Philipp Reichler ans Aich. Bei der am -t. d. staktgefunoenen Konstituierung des Vorstandes wurde Herr Tbeovor Spiegl wieder- und Herr Salomon Löwy zu dessen Stellverrreter sowie Herr Emil Adler zum Kassier iteuge wählt. Wir begrüßen die Wiederwahl des Herrn Theodor Spiegl aufs herzlichste, weil die Knltusgelneinde Franzensbad in ihn» eine Kraik besitzt, die zur Leitung dieses hier besonders schwierigen Amtes nicht nur eine ausgezeichnete Befähigung, sondern auch ein echt südistn > lendes Herz hat. Wer einen unparteiischen Einbück in die Gemeiiideverivaltung der letzten Wahlperiode nimmt, muß zur lleberzeugnng ge langen, daß die so schwer erkämpften und nicht genug zu schätzenden Erfolge, die die Kultusgemeinde Franzensbad zu einer mustergültigen und echtjüdischen Institution stempelt, durch die erakte und gerechte Führung, hingebnpgsvolle Liebe und unermüdlichen Fleiß des Vorstehers sowie durch das einmütige und energische Vorgehen des Ausschusses errungen werden konnten. Welchen Eindruck diese Wahl auch in nicht jüdischen Kreisen hervorgerufen. geht ans einen: Bericht der ״Egerer Zeitung" vom 7. d. ML hervor, welche schreibt: ״Die Wiederwahl des Herrn Stadtarales Spiegl zum Knltusvorsteher, sowie auch das gesamte Ergebnis der 'Neuwahlen wird allseits freudigst begrüßt, da hierin die Bürg schuft liegt, das; die Gemeinde ihre gemeiiinütz! gcn und kulturellen Aufgaben auf allen Gebieten segensreich entfalten und auch erfüllen wird." In welch hohem Ansehen nufere Kultusgemeinde durch diese würdevolle und mustergültige Fühnun! bei der Bevölkerung unserer Kurstadt steht, geh( aus der Tatsache hervor, daß unser Vorsteher. Herr Th. Spiegl, und unser Vorstands- Mitglied und Trdinarius des von der .Kultusgemeinde geleiteten Hospitales. Herr Dr. Julius Hirsch, bei der im Mär; d. I. stattgefuiideileu Konslituierilug des Gemeinderates zu Ltadtrateu gewählt wurden. Aber auch in Herrn Salomon Löwy als Vorsteberstellvertreter hat die Kultusgeuieiude ine schätzenswerte Kraft geivouueu. dessen echt jüdische Gesinnung lind edler iiud offener Chacafter die Gewähr knetet. daß er dem Vorsteher treu uiid tätig zur -ceite stehen wird. Möge es der Gemeindeleitung schon in die-!er Wahlperiode gelingen, den Ban eines ritueilen Bades zu bewerkstelligen und die hier!0 akute Schächterfrage zur Befriedigung aller beteiligleu Kreise zu lösen. in den Rachen werfen? Also ließ ich mir lieber die Nase abschneiden ״Wehe mir!" jammerte die Frau, ״du bist ganz ohne Nase heimgekehrt?" ״Ja, niein Kind," gab der Mann zurück, das Weib aber flennte: ״Hättest du dem Banditen lieber das Geld hingegebcn! men ist. Er veröffentlichte in der Zeitschrift ״De: Freihafen" eine interessante Skizze über die ״Juden in 'Nassau", (wieder abgedruckt in der Zeitschrift ״Ter Israelit des 10. Jahrhunderts" liS-tOj. Der Aufsatz beklagt die Zurückgeblieben heit der nassauischen jüdischen Gemeinden und bedauert lebhaft die allgeniein herrschende Ab YERLOBUHdS-RINQE BR/KiTscnnucrc * * HOCHZEIT 5QESCHENKE EHE-RIHQE. n hervorragender Auswahl zu besonders billigen Preisen. Berthold Bachner, k. u. k. Hoflieferant, Juwelen-, Uhren-, Ooldu. Silberwarenhandlung Brünn, nur Ferdinandsgasse ^r. Provinzaufträge finden sofortige Erledigung. Reb Zemach band das Tuch von der Nase Neigung gegen die Juden. Um diese Abneigung und sprach: ,!zu charakterisieren, erzählt der Schriftsteller fol- ״Heißgeliebtes Weibchen! Ich habe ganzigende niedliche Anekdote: ״Tie Tochter meines nach deinem Wunsche gehandelt: Ich warf dem! 'tachbars sagte mir ganz artig: ״Ei, ich Hab' ja Räuber das Geld hin und siehe, meine Nase! '.chört. Sie sind ja kein Herr, Sie sind ja ein blieb unversehrt!"!Judd!" Sprechfaaf. Löbliche Redaktion! Bezugnehmend auf die Frage des Herrn Reinus in der vorletzten Nummer Ihres gesch. Blattes, erlaube ich mir folgendes zu bemerken: Falls sich eine Nadel oder ein anderer spitziger Gegenstand in der Haut des ד.משש vornndet und dieselbe von außen durch eine שי״א äugewachsen ist. so ist dies nach dem מ״א" im ד; 7!מ׳אס״ק Mtiinmt als Folge einer vollständigen Durchbohrung dieser Hautstelle קב: anzusehen und gilt als tretah (vgl. מ״ח ’CT ST und צמח ציק שיי מט Findet sich aber die Nadel nicht i» der Haut, sondern im Miste des המשש so ist dies selbst bei einer vorhandenen שידשא am המשש als ko

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