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Jüdische Volksstimme · 1913-04-21 · Heft 17 (21.4.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 17 (21.4.1913)
Date
1913-04-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 17. ״Jüdische Volksstimme." Seite 5. Lande, in dem die jüdische Bevölkerung in der Majorikät ist. Daß der erste Weg ungangbar ist, kann hier nur andeutungsweise gezeigt werden. Er würde den größten Teil der Judcnheit zu Angestellten machen, er würde den Unternehmungsgeist der Juden vernichten und sie daher degenerieren lassen, er würde solch ungeheure Geldmittel erfordern, wie sie in der gesamten Judenheit nicht vorhanden sind, er würde aber vor allem mit der menschlichen Natur selbst, dem Trieb nach Vcrbesserung der wirtschaftlichen Lage, in Widerspruch geraten. Nur der zweite Weg verheißt Aussicht aus Erfolg. Die Schaffung eines gesetzcstreuen Milieus, wie man diese Möglichkeit mit einem Schlagwort kurz bezeichnen kann, läßt sich aber nur in Palästina erreichen, weil nur hier die Juden dauernd die Majorität der Bevölkerung bilden werden. Aber auch diese Aufgabe, Schaffung eines gesetzcstreuen Milieus in Palästina, erfordert große Geldmittel und bedarf der schärfsten Anspannnng aller gcsctzestreuen Kräfte, wenn sie erfüllt werden soll. Und sie muß erfüllt werden, denn von ihr hängt unsere Zukunft ab. Es muß daher eine allumfassende gesctzcstreue Organisation geben, die sich zur alleinigen Aufgabe macht: Schaffung eines gesetzestrcuen Milieus in Palästina. Und das ist die Moria. Alle anderen Ausgaben der Gesetzcstreuen treten hinter dieser einen Aufgabe zurück. Und wenn auch die Erfüllung anderer Ausgaben nicht vernachlässigt lvcrden darf und darum eine Agudas Jisroel ebenfalls notwcndig ist, so bleibt die Erfüllung des Moria-Programmes die lvichtigstcAufgabe; sie ist so groß, daß sic die Kräfte einer Organisation vollauf in Anspruch nimmt. In gcwiffem Sinne ist die Moria auch eher als die Agudas Jisroel geeignet, die gesetzestreue Judenheit zu einer großen Organisation zusammenzuschweißen. Denn in der rein gcsctzestreuen Paläslinaarbcit kann es keine Differenzen zwischen Misrachisten und Richt-Mlsrachistcil, Ehassidim und Nichtchassidim, ztvischeu Anhängern der ungarischen Forderung der Ver- Icihung des passiven Wahlrechtes lediglich an Mitglieder von Ausgcmeindcii und den Gegnern dieser Forderung. Tenn die Aufgabe der Moria ist ja nicht in den Ländern, in denen diese Differenzen bestehen, zu erfüllen, sondern außerhalb der Länder der Diaspora, in Palästina. Auf ihr Programm können sich alle einigen. Sie leistet -daher gcwiffermaßcn Vorarbeit für die Agudas Jisroel. Die Moria kann Begeisterung, dmicrnde Begeisternng wecken und erhalten. Denn ihr Programm birgt die Lösung des jüdischen Gegenwartsproblems, bei ihrem Programm läßt sich ein Zeitpunkt vorstellen, an dem die erstrebte Aufgabe erfüllt ist, so daß die Arbeit eines jeden einzelnen gewertet werden kann, als ein Schritt näher zu diesem Endziel. Jeder gesetzcstreue Jude, dem die Zukunft des Judentums ivert und teuer ist, kann und mutz sich der Moria anschließen, kann und muß mit all seinen Kräften an der hohen und für die Sicherstellung der jüdischen Zukunft so überaus wichtigen Aufgabe Mitarbeiten: an der Schaffung eines gcsctzestreuen Milieus in Palästina. Kommt und tretet eil: in die Reihen der Moria, gründet Ortsgruppe», seid eifrig in der Propaganda! Werdet Baumeister der jüdischen Zukunft! N. B. Anfragen, Beitrittserklärungen usw. sind zu richten an das Bureau der Moria, Hamburg, Wolsmannstraße 7—0. Die militärische Ausrüstung der Landwehr- und Feldrabbiner. In der ״Militärischen Rundschau" werden die Anfragen eines Landrabbincrs beantwortet, ob er, als in der Reservcstehend, sich die nötigen Uniformen sofort nach der Ernennung zu beschaffen habe, oder erst im Mobilisierungsfalle, aus welchen Stücken diese Uniform besteht und ob das Traget! eines dunkeln an Stelle eines hechtgrauen Mantels gestattet ist, endlich, ob der Landwehrrabbiner verpflichtet ist, sich nach der Ernennung beim Ergänzungsbczirkskommando zu meldet!, Ivcnn cs sich nicht im Wohnorte befindet. Mit Rücksicht auf das bevorstehende Maiavancemcnt und das Interesie dieser Fragen für die beteiligten jüdischen ,Kreise geben wir die Beantwortung nach der ״Militärischen Rundschau" wieder. Ad 1. Jeder Reservegagisr hat die Verpflichtung, sich sogleich nach der Ernennung vorschriftsmäßig zu adjccstieren und auszurüsten, desgleichen sich die llorgeschriebenen Dienstbücher und Vorschriften anzuschaffcn (gemäß 8 1, Punkt 6 der ״Besündercn Bestimmungen' der Wchrvorschrift, 4. Teil, Dienstbuch B—21; Ad 2. Benennung der vorgeschriebenen Sorten kür die Landtvehrgeisllichen im allgemeinen: Offizierskappe (schwarz!, Mantel, Radmnntel (beide hechtgrau >. Pantalons (schwarz, ohne Passepoilss, Stiefletten (Schnürschuhe) ohne Verzierung. Handschuhe (lveiß und grau), Mantelriemen (2 cm breit), Sanitälsarmbinde und Legitimationskapsel. Egalisierungsfarbe schwarz, Knöpfe weiß und glatt. Ferner für den F c l d r a b b i n e r: Bei kirchlichen Funktionen Kopfbedeckung und Talar nach Vorschein seiner Glaubensgcnossenschafr: vei militärischen Anlässen der Talar mit der für die übrigen Geisilickieu vorgeschriebenen Aerineldistinktion, in Paradeadjuitie rnng einen schlvarzen Halbzyünder mit einer 2 ein dreiten Goldborte und 2 je 2.(1 cm breiten Ouasien!'!). :Hang klaffe). Im Dienste zu Pferd tragen die Fcldrabbiner einen kurzen Rock, schtvarze Reilävseii, braune Ledergamaschen oder schtvarze Stiefel und Dragonersporen. Besondere :liechte auf kirchliche Difiiiiklivnszeick'en und Insignien iverden durch vorstehende Adjustierungsvestimmungcn nicht berührt (gemäß Adjustierungsvorschrift für die k. k. Landwebr, Dienstbuch A—2t>, 7. Teil'-. Ad 3. Gemäß 8 *: 1 der Wehrvorschrist 1. Teil, B—2, haben sich Gagisten in der nichtaktiven Landlvehr spätestens acht Tage nach ihrer Ernennung bei dem evidcnzzllsländigen Landwebr-ErgänznngsbezirtSkommando schriftlich zu melden, ivobei auch die Berufsstellung und Ertverbbeschäftigung, Jakreseinkommen. Heimntsgemeinde und genaue Wohnungsadresse anzn zeigen ist. Persönlich ist die Meldung nur dann zu ec statten, wenn sich das Landtvebr-ErgänzcingSbezir: kommando im Aufenthaltsorte des Gagisten befind.I. Vl8konte-äe8el!8chaft bei der Nordösterreichischen Bank <־ für Industrie, Handel und Landwirtschaft, reeistrierte Genossenschaft mit beschränkter Hsftnnx in Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt rieh für alle einschlägigen Bankgeschälte, hauptsächlich auch für den Eskompt offener Buchforderungen | unter den allcr^ünstigstea Bedingungen. Wiener ffiaefmehten Krise tu der Wiener israelitischen Kultusgcineindc. Er kriselt in der Leitung der Wiener israelitischen kultnsgemelnderepräsentanz. Feil die Tessentlichkeit drang sogar ans dein nicht 1-ehr ungewöhnlichen Wege einer geschickt laueierten Zeitungsnotiz, die Nachricht von der er folgten Temission des Präsidenten Tr. iHlhot! Ster n. In Waincheil vorhält es sich folgender maszen: Tie Wiener israelitische .Knllusge1ne1n.de hat in nächster Zeit eine Reibe voll grösseren Arbeiten, wie den Bau eines ,Kinderspitales, die Reitanlage eines Friedhofes, die Anfsührnng eines netten Gemeindehauses und die Bergros'.ernng des Gemeindetempels durch׳,nfnln׳en. Tr. 'Alfred Stern wollte bei Vcrgeliung der Arbeiten unr eine von vornherein ans bestimmte Architekten beschränkte Kvnkurren׳, ausgeschrieben wissen, während ein Teil der Kultlisvorskeher, insbesondere die Oppositionellen Tr. Ehrlich »nd Ingenieur Stricker und die Herren Tchramek, Bros und Architekt Gärtner den Standpunkt vertraten, daß die Vergebung der Arbeiten nur im Wege eines freien Wettbewerbes zu erfolgen habe. Tas Bertrererkolleginm, dein die Entschei- , dnng zusiel. war unentschieden und eine diesbezügliche Abstinnnnng ergab das Stimmenderbältnis Ter Porübende Tr. Alfred -lern oiritnierte selbstredend für seine Anssannng. Tie Plenarsitzung war jedoch anderer Anichannng und Tr. Ttern lies! es daher gar nicht zur 'Abstiininung konnnen, schlug Krawall nnd schlosi, dann, trotzdem der gesamte Porsrand wäbrend der Ausführungen des Präsidenten mänschenstill dagesessen war. wegeil .,aubaitenden Lärms" d׳e lSitzting. Und nun wurden die ein ׳,einen Herreil des Pertreterkolleginms gründlich bearbeitet. Tas Resultat war die einstinin.ige Annahme des Antrages Tr. Stern ans bes.l,.änlte konkurrenz unter bestiinniten A.rchilAt.u in der folgen den Sivnng des Perirelerkob.ginms. Aber auch diese rührende Einhelligkeit c.s Bertreterkollegiiims konnte den Siiül t.s Plennms nicht äa dern und in der Pleuaesirm!g vom l>>. d. Bc. sie! der Antrag des P,ckollegiiiins. ivelches sich mit der Anssaü:,:.g des Präsidenten Tr. Alfred Stern vollstänchg deckle, nach stunden langer, ׳,iemlich leidenschaftlicher und erregter Tebatle mit ii» gegen ln Stintmat endgültig durch. Aach dieser Atsciinuiung erklärte Präü dent Tr. Stern, ׳eine konsegneii'.en ׳,ieiien ׳gl müssen und reichte seine Temission ein. Er über gab den Borüb an den ersten Pi'.epräsidenten Tr. lSunav .Kolm und verlies! in höchster Er regniig den Sibnngssaal. Seither liat es!ich Tr. Alfred Stern doch überlegt, und ׳eine Te!lnniüii ׳,׳!rückgezogeir. Sder wie es in den Te meillis l׳eis;t: .,Es iü gelnilgen. den Präsidenten von seinem Entschlüsse abznbringen lind Um ׳.n best im men, von ׳'einer Absicht Abnand ׳,n neli inen." Was ja schließlich ans dasselbe hinaus läuft. Wir baben uns im Berichte an den ob jekliven Tatbestand gehaltai. können jedoch nicht nnib.in ׳,n bemerken, das! es tatsächlich nicht an geht bei Bergebnng von Arbeiten durch Alis schceibnng von beschränkten .Konknrre11׳,en. den größten Teil der in Betracht kommenden Be Werber ansziischlieszen. Tie Svmvaibien des Pn blikmns sind diesbe׳,üglich an׳ '׳'eiten der Etwa silioii. Und auch wir können der Opposition zu ihrem Erfolge nur gratulieren. biegen den Waidhvsener Beschlust. Im Falire!->!"! wlirden von einen׳ gros;en Teile der den! scheu Slildentenichask. der im ׳ogenannten ״Waidhosener Berband" vereinigt in, die Inden als ״der Ebre bar" erklärt und die Beslimmnng getroffen, ans diesem <׳>rnnd jedem Inden kür eine ihm ׳,ngesügte Beleidigung lSenngtunng!11 verweigern. Tie׳'es Prinzip machte ׳'ich die deutsche Studentenschaft fast ansnabmslos zu eigen und jedem Inden wurde für eine Belei dignng im ^inne der Bestimmung des Berbandes bieiiligliiniig verweigert. Tie jüdischnatio nalen Slndeiiten antworteten nun aus jede Sa tissakkioiisverweigernng mit Beriismig ans den Waidbosener Beichlus! mit wohlappl! zierten Maulschellen. Tas war durch Jahre gnai's still schweigendes Uebereinl'ommen ׳,wiichen den dentschnationalen und den jüdl'chnaiionalen Hörern der Wiener Hochschule. Bis im vorigen Fahre sich geohrseigte lSermanensprösilinge eines Bessern besannen lind unter der Schürze der Alma mater Schub suchten, d. h. irisch daraus losdeniinzierten. Tie nächste Folge war, das! der Senat einschritt und jeden jüdischen Studenten, der (ich dieser Form der El!re»notwehr bediente, promvre'k relegierte. Fm lausenden Fahre geschah dies sogar für Shrseigen. die eine deutsche Wange in Klosterneuburg, al׳'v ans'.erhalb Wiens, erhielt. Tieies rigorose und einseitige Borgel'en des Senats hat die jüdische Stndatteiischa'k an ׳'s ällhersle erregt, lnid ist diese gewillt, diesmal den .Kamps um ihre akademische >׳üeichherecl>l1g!1na ohne üsücc'ichl an׳' die -Konsegnen!eu endlich zn Ende zu sühren. Porlanssg!laben die Telegier reu sämtlicher jüdischer Slndentenvereine und Berbiiiditiige» Wiens an den Senai ein Memo randum gerichtet, in dem sie!11 rnliigem aber entschiedenem Tone vom Senat Abhilfe ׳ordern. Auch ein gros'.er Teil der jüdischen und nicht jüdischen Professoren haben ׳ich dieser Allion aiigescblos'en. was in jüdischen Studenlenkreisen leblias'e >H׳nnglnnng l!ervorgerl!׳e!1 bat. Ein Kvllekiiv Flisitritt. Lileratnrgigerl be . zeichnen das neuene komproi»!׳'! der Eiiriitlich 1'ozialen und Teiilühliberaien ׳aint als Abiage an die liberalen Parteien, mir >'ei es jedoch ge stauet, dieses Bündnis als das zu bezeichne!!, was es in Wirtlichkeit ist: als einen .׳collektiv Fusztrilt der den׳.׳'cb!1atio!1al chri׳!l!cbso׳-!ale>1; '?.>ia 11dalsver׳'>chec 1! 11 gsge׳eil׳'cba׳'t au׳ lssigenie!! ligkeit an die Wiener liberalen Füll rer ׳'am! j ihren deulsch'chilleriiden. israelitischen Anbäng-! ׳'ein. Waal geben die Tent'chnaiioiialc!1 durch die I jen Schritt ihre bisner. wenigneiis zum Scheine m m n m li] Spezial-Geschäft in Strumpfu. Wirk- Waren. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. Strümpfe Socken, Handschuhe, Sportartikel Berthold Herrmann NN Brünn, Herrengasse Nr 8—10 S

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