Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1913-04-17 · Heft 16 (17.4.1913) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 16 (17.4.1913)
Date
1913-04-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2621806-2621846-2621862--2118-2623195
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 16 ״Irdische «.!k,stimme.« Seite S. jüdische. Jugend zu umfassen, bald, sehr bald in Erfüllung gehen. Unsere Mitbürger fordern wir aber auf, unseren Turnverein durch vollzähliges Erscheinen bei seinem Turnfeste moralisch und materiell zu unterstützen. Hedad! iener Nachrichten Die liberale Opposition. Bisher bildete sie im Wiener Gemeinderate eine einige Gruppe, welche mehr oder weniger stramm ihre jeweiligen Grundsätze vertcidigt hat. Manchmal konnten die Freisinnigen der antisemitischen Majorität sogar recht unangenehm werden. Nun ist der; ״Fortschrittliche Verband" endgültig in Fransen gegangen. Der Bruch vollzog sich in öffentlicher Sitzung unter dem Hohn und dem Bcifallsbrüllen der christlichsozialen Mandatare. Das hatten sie lvieder einmal gut angestellt, die Führer der Christlichsozialen.. Ter Mandatsköder, 'der ausgelegt war, hat gründlich geholfen und nun zappeln einige Liberale in der antisemitischen Falle. Statt einer einigen, zielbewußten, kampfesfrohcn Opposition, werden der geschlossenen christlichsozialen Majorität nun eine Reihe kleinerer Klubs machtlos gegenüberstehen, die mit vor Zorn und Wut putterroten Gesichtern einander bekämpfen und gegenseitig in ihrer Arbeit hindern werden. Den Christlichsozialcn wird ein Sieg über diese streitenden Grup- Pen sehr leicht gemacht. Denn wo zwei sich streiten, freuen sich stets die Christlichsozialen. So sehen diejcnigen aus die stets den Mund voll nehmen und a tout prix Wien dem Liberalismus wieder erobern wollen. Und doch gibt cs in Wien noch heute in der Lcopoldstadt und in anderen Bezirken Juden, die von diesen Liberalen ihr Heil erwarten! Kongreß zugunsten der rumänischen Juden. Der Rcichsratsabgeordnetc von Czernoivitz, Tr. Benno S t r a u ch e r hat sich bekanntlich vor einiger Zeit zwecks Einberufung eines Kongresses zugunsten der rumänischeu Juden mit einem Aufrufe an die jüdische Oessentlichkeit gewendet. Dieser Appell hat in jüdischen Kreiscn lebhaften Widerhall und auch die Zustimmung der in Betracht kommenden jüdischen Organisationen gesunden. Der Kongretz soll schon in aller nächster Zeit in Wien stattfinden. Es werden bereits umfaffendc Vorbereitungen getroffen, mahgebende Persönlichkeiten für diesen Kongreß zu interessieren und so den Beschlüssen des Kongreffcs die nötige Autorität und den entsprechenden Nachdruck zu verleihen. Wir werden aus diese Tagung noch gelegentlich des Näheren zurückkommen. Christlichsoziale Armenväter. Eine Verhandlung vor dem Bezirksgerichte Josesstadt machte die Oessentlichkeit auf die sonderbaren Allüren eines Armenrats aufmerksam. Dlouhy, dies der Name des christlichsozialen Heros, hatte einen jüdischen Hausierer, der sich an ihn gewandt, abschlägig beschiedcn, cs sich aber nicht versagen können, dem Bittsteller in brüskem Tone zuzurufcn: ״Sie Jud, schauen Sie, daß sie hinauskommen." lieber dieses Benehmen eines von der Kommune Wien bestellten Würdenträgers noch Worte zu verlieren, ist überflüssig. Es ist das eine Tat, die sich Klbst richtet, aber um so bedauerlicher ist, da sie wohl nichts anderes darstellt, als das traurige Erziehungsresultat der chrisilichsozialcn Antisemiten. Im übrigen ist die Sache auch bei Gericht anhängig und dieses wird Herrn Tlouhp Takt beibringc». Erwähnt soll hier bloß werden, daß die liberale und rote Opposition im Wiener Gemcinderale noch bis heute es nicht für der Mühe lvert gefunden hat, diesen Vorfall zur Sprache zu bringen, tropdem gerade dem Gcmeinderate die Kompetenz über die von ihm mit Ehrenämter bedachte ״Würdenträger" zustebt. Das wird man sich merken müssen. Wien. Samstag den 10. April d. I. findet im Tempel. 21. Bez.» Holzmerstergasfe 12, die Barmizwah des Jakob Rosenmann. Sohn Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiners Dr. S. Rosenmann, statt. Unsere besten Glückwünsche. Die Red. Sijüm. Montag den 21. d. M., halb 7 Uhr früh, findet im Bethause des Vereines Machsike Hadas, Adlergasse 12, ein Sijum statt. Gäste willkomnien. Trauung.' Sonntag den 20. April d. I. sindet die Trauung unseres Gg. Herrn Dr. Hans S ch ö n h o s mit Frl. Dolfy Weiner statt. Unsere herzlichsten Glückwünsche. Konzert Emmy Slezak. Samstag den 26. d. urn halb 7 Uhr abends findet im großen Ausstellnngssaale des Künstlerhauses ein Schüler- Vortrag unter gefl. Mitwirkung des Herrn Otto Böhm statt. Mitwirkende Schüler: Frl. Jda Fischgrund, Hella Frank, Pally Hartenstein, Hr. Alfred Kraus, Frl. Hella Müller, Hanua Rokotnitz, Herr Leo Schimetschek, Frl. Marianne Subak. — Sitzplätze zu 1 K 20 /!, Stehplätze 60 h ob 21. April in Knauthes Buchhandlung. Renncrgasse, am Vortagsabende an der Kassa des Künstlcrhanses. Jüdischer Turnverein Brünn. Am 20. April veranstaltet im großen Festsaale des Deutichen Hauses der jüdische Turnverein sein, erstes Schauturnen. Beginn um t Uhr nachmittags. Preise der Plätze: Reservierter Platz 2 K. Saaleintritt 1 X, Schüler- und Studentenkarten .">0 h. Karten sind im Vorverkäufe bei den Vereins- Mitgliedern und jeden Abend ab 7 Ubr in der Turnhalle Kröna 2.7 n erbälklich. Trauung. Sonntag den t. Mai d. um halb 1 Uhr nachmittags findet im Ferenioniensaale die Trauung des Fräuleins Rosa W e I l i 1 ch mit Herrn Julius B o u d p, Salzburg, statt. Unsere besten Glückwünsche. Tie Red. DiskontoaeseHschaft bei der Nordflsterreichisefaen Bankr fftr Industrie, Haadel and Landwirtschaft, regtet* rlerto Genossenschaft mit beschrlnkter Haftung in Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt sich für alle einschlägigen Bank* gescbtfte, hauptsächlich auch rar den ע Eskompt offener Buchforderungen unter den allergünstigsten Bedingungen. fllcic^e t!01>e Amt. In einer Unterredung mit einer führenden Persönlichkeit der jüdischen Gemeinde Roms sprach König Victor Emanuel seine Genugtuung darüber ans, daß er einen jüdischen Diplomaten ans einen so hohen Posten berufen konnte. Seit langem sei er überzeligr. daß die Juden gerade für den diploiuatische» Dienst hervorragend befähigt sind, und er babe wiederholt beabsichtigt, Juden zu Gesandten und Botschaftern an fremden Höfen zu ernennen, doch zeigten sich die betreffenden Regierungen, darunter auch die eines als eutschiedeu liberal gelteilden Staates, abgeneigt, einen jüdischen Gesandten zu akzeptieren. Bloß der Könio von Dänemark babe der Ernennung eines Juden als Gesandten an feine», Hof bereitwillig zugestimmt. Vom jüdischen Technikum in Haifa. Im Aufnage des jüdischen Instituts für technische Ei ־.:״bung in Palästina reist der Direktor dieses Institutes, Herr D. A. Finkelflei», am 17. Agril nach Haifa, um dort au Ort und Stelle die nötigen Vorbereitungen zu treffen für die Fortführung der Bauten und für die etwa in einem Jahre zu erwartende Eröffnung des Institutes. Jüdisches Emigrationselend. Beiz», Anßlund. Eine Gruppe Emigranten unter- 11,»im hier die waghalsige Auswunderuna uou :'tustlaut) 11,nlj Vlinnifn, ohne sich mit!euer bezahlten :'keife- Pässen zu versehen. Sie »uißten sich datier durch die Grenze durchschleichen und wurden erwischt, als sie »nt einem Kahn einen Grenzfluß in Ehvtvn iiverfeven wallte». Durch Auslegung udanau'n die :'!eisenden in Unordnung und der .»ahn schlna »»!. Mehrere Versa neu sind davei ninaekvinine». Verein jüdischer Anncstelltcr Odessa. Der hiesige Verein jüdischer Anaeiiellter zählt gegemvörrig Vir״ Mitglieder und gewährte im ovge *6 Hund|cf11 Krünner Nackricketen. Generalversammlung der Jüdischen Volksbank für Mähren und Schlesien r. G. »1. b. H. in Brünn. Sonntag den 20. d. um halb 10 Hin׳ vormittags findet im Sitzungssaale der Israel. Kultusgemeindc, Theresienglacis 11, die vierte ordentliche Generalversammlung statt. Ansläudcrhehe unter den franz. Stndenten. Paris. Wie sehr böse Beispiele gute Sitten verderben, ist in der Konferenz der franz. Ricdizinsnivicrcndcn, die kürzlich hier siattfand, wieder einmal zutage getreten. Ganz nach deutscheu Mustern wurde eine Resolution gefaßt, die sich dem Wortlaute nach zwar gegen alte anslänbischen Studenten richtet, in Wirklichkeit aber lediglich die jüdischen Studierenden aus Rußtaub treffen soll. Die französischen Medizinstudierendeu fordern: 1. daß die Ausländer von dem Studium an de» medizinischen Fakultäten Frankreichs vollständig ausgeschlossen werden sollen: 2. daß es den ausländischen Studenten im allgemeinen verwehrt sein soll, sich in Paris zu konzentrieren: es sind vielmehr Maßnahmen zu treffen, um ihre Verteilung über die Universitäten der Provinz herbeizuführen׳. daß künftig Ausländer zur Ausübung der ärztlichen Praris in Frankreich nicht mein׳ zugelassen werde» sollen, selbst wenn sie im Besitze eines frauzöfischen Diploms sind, und daß die bereits praktizierenden Ausländer zur Erwerbung des frauzöfischen Bürgerrechtes und zur Leistung von Miii tärdiensr angehalten werden sollen. Man sieht, aller Ebauviiiismus und Deutschenhaß kann es nicht verbindern, daß die reaktionär-antisemitische deutsche Studentenschaft auch in Frankreich Schule!nacht. Ter König von Italien über die Juden als Diplomaten. Rom. :',um Gesandten des Köuigsreich Italien in .Kopenhagen wurde vor kurze»! Eonte die Earubio, ein Jude, ernannt. In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bekleidete bereits ein anderer Jude, Jiak Artoi». das lonienen gohre den Mitgliedern Darlehen im (»nmnibet nute iwn 12.5110־ :itubcl. Ausweis«»!, von 1700 Studenten. Kiew. Die!7»» jüdische» außervedeiitlickieu Hörer der hiesigen kommerzielle» Schulen j,»d von der Po üzei onsgewiesen worden, weil sie als ,inßervrdrnllirlie Hörer kein Wohnrecht buben. :!russische Gerechtigkeit. Meliwpole. Die biesige Studigeineinde hu! deschloisen. die Schulen der verschiedene» :'leligionsgesell schürten im orte mit -50!'knvel zu snbventionie een. Es erhielten die Armenier >5,15 Seelen!, .ggrooe»!7-10 Seelen!, nur nicht die Znde» ,über 7000 Seelen-. Zum Veilisprozes». Kiew. Die ungesuininelken Muteriulien rite oeu Peozes; ivegei! Ermorünng des tftht 11-:ז11י in nur ,!,in Folio.Brände mit 500« Seiten niigeivwhieu. Als 'י,min schuldige c 011׳ Beilis ringe setze» •111!׳. Der ־Prozeß wird in: :61,1 i »oltsiooen. :lllitztziuerwntzl. Demnuchit rindet die Watzl eines Etzucheim kür die .Ooigiie» itutt. Die >!onierv,ruven üiio tu 1־ die »11115! donir des gewesene» persische»!»enerols Schutieh.il. weil er Bezietzuiigeu ,11 tnlreunkreüisctze» Si'tzüre»!>,!1!lieikuiuiigstzericht der Lvudviier jud. Wotzltätigteil. Im Jutzre 1012 nutzmen :!710 Pertone» die Wotzllätigkeit der jüdischen Geinemde in Anspiuetz. Do in London nnge'ützr IL7.000 Znoeu letzen, so gehören drei Prozent ,11 den Hilrsvedörstigen. Unve rzinSIiche Dnrlehen wurden!111 MOO Prrw neu vergehen. Die gesinnte Durlekenssumme belief sieh >!1>s!00.00:1 »rone». Dorletzen werden von 70 bis l>!« »ronen gewährt. Für .»rnnle wurde» lliueriiioeiiiige»!>» >"^I Schwindsiichuge vergeben und 1011! neu Erkronlte wnr de» vorgemerkt. Wie es iiutiiiisch imchgelviese» ist, nimmt jevt die ,1!!;־» der S>l>1v111dsue־I>!ss!iIIe unter den Juden immer!>t>. Verbot des Beten». Tic Tiretliou der russische» Süd-Weiibutzu ge leesburger Butz»! hol die iiondnktenee strenge beaio trogt, doroof zu setze־», dost Inden onr der Fuhrt ־ nicht öfiemlirh dos Gehet v־׳rrichren. s 8peria!-6s8vk3N in 8trumpfu. Wirk- HPfTtYl ft tlfl waren. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. DCllIIUlvl 1 lCI 1 lilClIIII Strümpfe Socken,Handschuhe,Sportartikel SS Brünn, Herrengasse Nr 8-10 SS 11 m

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.