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Jüdische Volksstimme · 1913-04-10 · Heft 15 (10.4.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 15 (10.4.1913)
Date
1913-04-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 15 ״Jttifche «,lk-ßi»»e.« Sette S. nämlich auch die vom Brande verschonten Hänser, nm die Balken und Holzteile in der tjrimmitfcn Mältc als Heizmaterial zu verwenden), so ist es doch zu hoffen, daß sie sich dort doch wieder eine Existenz schaffen werden, wo sie bodenständig sind. Tie bulgarische Negierung, in deren Sphäre Ischtip liegt, bewilligte auf Vorstellung des Tr. Ehrenpreis aus Sofia die Repatriicrung der Ischtiper Flüchtlinge. Aber da ersland'eine neue Schwierigkeit in der Frage des Transportes. Tenn die Bahn fährt nur bis Mii־ prülü auf der Linie Saloniki—Uesküb und von Küprülü aus muß er zu Wagen geschehen. Toch wo ist jetzt ein Wagen zu requirieren? Es gibt überhaupt keinen. Nur die Militärverwaltung verfügt über Ochsengespanne. Diese sollte der serbische Oberrabbiner Tr. Alkalah ans Weles beschaffen. Er suchte den serbischen >lr!egsminisler auf, der ihn sehr freundlich empfing, aber darauf hinwies, daß die Kompetenz des Ministeriums dem Generalkoiiiinando gegenüber eine sehr wenig feftgelegtc ist, daß er es vermeiden müsse. Befehle zu erteilen, die im Nichtberücksichtigungsfalle nur seiner Stellung schaden, und bitten wolle und könne der Minister ebenfalls nicht. Auf Anraten des >triegs1ninislers wandte sich also Tr. Alkalah unmittelbar an das Eeneralkommando und schon in zwei Tagen verständigte ihn General Mischitsch, der Gehilfe des Ehefs des Generalstabes Siutnif, in sehr böslicher und zuvokommender Weise, daß der serbische Kommandant in Weles bereits Befehl bekommen habe, die gewünschten Ochsenwagen zur Berfügung zu stellen. So kamen denn die jüdischeu Flüchtlinge durch das Entgegenkommen der serbischen Behörden endlich wieder in ihre Heimat zurück, die sie mit gemischten Gefühlen von Freude und Trauer betraten, jedenfalls ist es sehr löblich von der serbischen Verwaltung, daß sie überall für Ordnung und Sicherheit sorgt und nach Kräften bestrebt ist, die Wunden zu heilen, die der Krieg so vielen geschlagen hat. Tas haben denn auch die Vertreter des deutschen Hilfsvercines, die Neu-Serbien zum Zwecke der Hilfsaktion bereist haben, rückhaltslos anerkannt und dieser ihrer Anerkennung in den deutschen Lagesblätter» Ansdruck gegeben, llud das :st sa sehr schön. Aber die Zwangberehrung und Massenmorde in Albanien sind ein lebendiger Widerspruch gegen den serbischen Humanismus. Toch wer will in der Politik Huinanismus suchen? Kennt ihn denn Europa, wenn es g!!!, das Unglück der Türken und die Erfolge des Balkanbundes auszunützen? Diskontc-ueseiischait bei der Nordösterreichischen Bank ־׳ für Industrie, Handel und Laiidwirtschatt, realstrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Brünn, Ferdlr.sndsgasse Nr. 33 Telephon 13-10. Empfiehlt sich kür alle einschlägigen Bankgeschälte, hauptsächlich auch für den ע Eskompt offener Buchforderungen unter den allergünstigsten Bedingungen. Humlfcfiau. Jtidenboykott in 01nli;icu. Der iVnifott gegen die Stuben in 'hiarfdiau hat letzlens auch die galizischen Antisemiten veranlaßt, dem Muster ihrer Frennde ans Russisch-Polen Zn felgen. Bor kurzem verbreiteten sie in Krakau zahlreiche Boykottvroklamationei׳, in welchen die Juden als Betrüger, Schivindler und Volksaussanger, bei denen die Bauern als Sklaven zum Frondienst verkauft sind, beschimpft und bekämpft werden. Das ganze Land sieht, laut Behanptung dieser Proklamationen, unter der Herrschaft der Juden und diesem;{nnaitde »ins׳, ein Ende gemacht werden, jetzt chen soll die entsprechendste ,-seit sein, sich j von der jüdischen Herrschaft zu befreien. Dieser antisemitische Aufruf ist sehr charakteristisch für die jetzige Lage der Jude!׳. in Galizien. I. H. Antisemitische Strömungen in politischen Kreisen Amerikas. Newport. Nachdem im gesellschaftlichen und geschäsilichen Lehen Amerikas seit gerannter;-{eit ein ständig wachsender Judenhaß zu verzeichnen ist. zeigen sich letzthin auch im politischen Leben der Vereinigten Staaten bedrohliche Anzeichen für einen fortschreitenden Antisemitismus. So brachten dieser Tage Newyorker Zeitungen die Aufsehen erregende Nachricht, dag der Republikaiier-Klnb der Newyorker Westseite künslig keine Juden mehr ausuehme. Diesem Klttb gerhörtcu bisher 20 jüdische Mitglieder an, die sich säintlich eines hohen Anseheus erfreuten, .kürzlich nun empfahlen zivei andere Jttden zur Aufnahme in den Klub; ihre Namen standen ntit denen von 2ö uichtjüdischen .Kandidaten aus der Avsiimmungsliste ,aber während die übrigen 2ö einstimmig ausgenommen tvitrbcn, wies man die beiden jüdischen .Kandidaten ab. Aus Befragen erklärte der Vorsiveude denn auch, das; eine Grttppe von Klub- Mitgliedern sich gegen die Ausnahme weiterer Juden sträube. Einige der bisherigen, dem Republikaner-Klub seit Jahren angehörenben Mitglieder sind infolgedessen ausgetreten. Ein bedentendes Vermächtnis für zionistische Zwecke. Johannesburg. Der kürzlich in Bulawayo!,Südasrika verstorbene David Popkin hat dem Aktionskomitee der zionistischen Organisation 1W1Ü Psttnd Sterliug für Jerusalemer WohlsahrtSzivecke und den Rest seines Vermögens im Betrage von 2—:1000 Psttnd Sterln:;l für den Jüdischen NationalfoiidS hinterlassen. Sv zialistenverein und Machsike Hadas. Lied״׳ England. Tie hiesigen jüdischen Arbeiter, die ausgesprochene Sozialisten sind, haben einen religioseit Kampf mit der Hauptgemeiitde ausgenommen. Ui» ihre religiösen 1?) Bedürfnisse befriedigen zu können, erhallen sie einen eigenen tllabbiner und einen Schächter, sowie alle übrigen Institutionen. Zur Paßfrage in England. Manchester. Der hiesige tllabbiner Tr. Salomon erhielt von dem Führer der Opposition im englischen Parlament Mr. Bonar Leb ein Schreiben, in ivelchem ihm milgeteilt!uirb, daß demnächst die Frage der Be- Handlung englischer Untertanen jüdischen Glaubens in tl!ns;la»d im Parlament eingebracht werden wird. Zionismus ist kein Bcrbrechen. Odessa. Trotz der vielen Unaiiitehmlichkeilen, die die Behörden visnun den Zionisten bereiteten, erklärte dos hiesige Gericht, das; die Zugehörigkeit zum Zioitismns tein nraibarcs Vergehen sei. Aus dem Lande der Blntmärchen und Pogrome. Schkopischak bei Kowno, :!iußland. Vorige Woche kamen zwei Bäuerinnen in einen jüdischen Laden, um envas ztt kaufen. Als der Kaufmann sich in das Magazin begab, um den Gegenstand ztt holen, verließen die Bäuerinnen schreiend den Laden und erzählten der inzwischen angesammelten Menge, das; der Jude sie zu rituelle»;{wecken ahschlachteit lvollle. Viele lvollten schon über die Juden losgehen. Es gelang jedoch der Polizei, dies zu verhindern und die Uiitersuchnng einzuleiten. Ovfer des Boykotts. Warschau. Seit mehreren Jahren ernährte sich ein jüdischer Tischler. Schreibmanii, mit der Erzeugung von Kisten für Waren. Seit Entstehttitg des Boykotts hlieden ihm die christlichen Kunden weg. Dieser nahm! dies derart ztt Herzen, das; er Nervenkrank geivorden ist. Diese .Krankheit führte ihn ztint Selbstmord. Er hinterltes; eine Frau mit hier Kindern. Orthvdarer Gemeindebund in Amerika. Newyork. Rabbiner Dr. Magnes organisierte eine» lüemeindeverband zur Wahrung der religiösen Interessen des amerikanischen Judentums. Die Srganisation verfügt bereits über sechs Millionen Mark. Nene griechische Bibelübersetzung. Athen. In der hiesigen Zeitung ..Lo Rewa Jsraelit" trscheinen Prohen der neu herausztigebeiiden Bihelnberielzniig. Eive, aiito-Bibelübersetzung. Edinhurg. In Gemeinschaft ntit Tr. Zamenhos ha! Herr I. Fred die Bibel in Esperanto zu übersetzen begonnen. Bis nun ist das Hohelied erschienen. Lieber sterben als durch Juden gerettet werden. Tie Knrsker Gonvernemeiitsvcrtvaltung ivandte sich an das Eharkaiver medizinische Institut mit der Bitte, fünf Kcankeiipslegerinnen zu senden, um dent dort herrschenden Fleckentyphus Einhalt zu tun. Da sich keine christlichen Pflegerinnen entschließen wollten, hiiiznfahren, entsandte das Institut jüdische. Mum tra> ten iie die Reise an, als die Knrsker GottvMDemeittS. Verwaltung telegraphisch die Weisung ergehen ließ, keine jüdischen Krankenpflegerinnen zu senden und lieder die Kranken ohne Hilfe zu lassen. 2pitalkon;ert. Kischiniew. Im hiesigen jüdischen Spital haben die Aerzte am Purim ein Konzert für die Patienten arrangiert, das sehr amüsant verlies. Auch jüdische Gedichte wurden vorgelesen. Die Kranken applaudierten und lauschten aitsmerksam den Darbietungen. Jranzösikche Studenten gegen Ausländer. Paris. Die sraiizöjischen Studenten der Medizin arbeiten darauf hin, Ausländern das Praktizieren ia Frankreich nicht zu gestatte», selbst wenn sie ein trauzöiisches Diplom erwarben. Tie Taufe ohne Erfolg. Petersburg. Laut neuer Verordnung der niedizinischen Militärakademie können Abkömmtinge von gelausten Jttden bis in-S vierte Geschlecht keine Ansnahme finden. Mann kann sich die Verlegenheit der überzeugten Geschästs-Meschttmodim leicht vorstellen. Befleckte Abstammung. Petersburg. Der Gehilfe des Jtislizministeritims sollte zum Mitglied de-S Regierungsrateü befördert wer den. Es wurde jedoch festgestellt, das; er ein Jttdenstämmling tind aus diesem Grunde für dieses hohe Amt nicht würdig sei. Zweiter Jka-Kongreh. Wilna. Der Jka-Kongrcß wird hier jtattiinde» und ivird vom 18. bis 21. April dauern. Die Tages ordnuiig ist bereits festgestellt. Jüdische Kurie. Minsk, Rtißland. Laut Entscheidung des 2enates haben die Inden, getrennt von den Ehriste», einen eigenen Kandidaten zu wählen. Akademische Reisegesellschaft. Jaffa. Hierher kamen 10 Studenten aus Deutschtand unter Führung des Dr. Zlozistq an. Ter Makkobiverein empfing die Gäste und im hebräischen Gymna jinm fand ihnen zu Ehren ei» besonderer Abend statt. Für jüdische Aerzte und Advokaten. 'Aus Freiwaldan ivird uns geschrieben: Durch das Ableben des Advokaten Dr. Fisch! wäre hier für einen tüchtige», jungen Advokaten eine gutes Tätigkeitsfeld geschaffen. Tie Kanzlei Dr. Fischls tvar in gutem Gange. I» Gräfenverg wäre Platz für einen jüdischen Arzt, da Tr. Nenmanii, der einige Jahre daselbst eine gutgehende Praris halte, nach Kaltenlentgeben bernsen wurde und außer den Sanatorien bloß ein Arzt in Gräfenberg ansässig >׳> Auskunft über beide bei der isr. Knltnsgemeinde in Freiwaldan. ״Ben Scheinen", jüd. Kolonie. Tie ׳Arbeiter er; sandte!: eine Frau in die jüdische Felder, um Gras ztt mähen tttid es ihnen ztizttführen. Tie jüdischen Wa ' der Kolonie haben ne verscheucht. Ein Hirt nahm int! ihrer an und verivunVete einen jüdische» Wächter. Dev! Hilferu׳ des Wächters folgten die Feldarbeitcr, d!e »» weit mit Pferden pflügte». Jnztvischeii eilten Araber aus der Umgebung herbei, bestiegen die Pferde und cm kamen. Juden auf den Philipinen Inseln. Atts den Phil! pinen lebe» :50(10 Juden, der größte Teil von ihnen flammen aus Rtißland. Merktvürdig ist, daß sie »och keine Gemeinschaft darstellen und hahen nicht einmal eine jüdische Gemeinde begründet. Nur ztt den hohe» Feiertage» oersamcln sie üch in Pribathäuser»!md verrichten ihre Gebete. Berlanqet in allen Knrvrte» die ״Jüdische Boiksstimme^I Konkurse. Rabbiner, Lehrer, für den israel. Tempel n»d Schulverein Wie», 0. Bez., Stumpergasse •1:1. Jahresgehalt :!>><»> K. Offerte bis 1">. d. an den Vorstand. Lehrer, Lchouchet, Gehalt :!000 K, Nebeiieinkomnien. Verein Talmud-Tanra, Eisen, Ruhr. Offerte bis 10. Nissan. m S lil Spezial-Geschäft in Strumpfu. Wirk- Waren. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. Strümpfe Socken, Handschuhe, Sportartikel Berthold Herrmann m NN Brünn, Herrengasse Nr. 8—10. ■ m

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