Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1913-03-27 · Heft 13 (27.3.1913) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 13 (27.3.1913)
Date
1913-03-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2621806-2621846-2621859--2079-2623153
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

OT5?מ? Nr. 13. ״JLtzischr v»lk»fti«»r." Seite S. fond zu ganz anderen Zwecken da ist, als zum Ratgeber, vielleicht wäre es wichtiger, schwache, ärmere Kultusgemeinden mit Jahresbeiträgen zu unterstützen, damit solche Gemeinden in die Lage versetzt werden, einen Rabbiner anstellen zu können, denn das Geld, welches der Landesinassafond verwaltet, gehört ja den Kultusgemeinden, da selbes nur aus der Fleischsteuer, welche unsere Päter geleistet haben, angcsainmdt wurde. Oder ist der Landesmassafond nur hiezu da, zun alljährlich einige Telegiertenköpfe - nach Brünn kommen zu lassen? Ttrasznih, 23. März. Julius P l a t s ch e k. NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERSICHERUNGS-GESELL- SCHAFT, WIEN, I., ASPERNPLATZ I. im eigenen Palais. — Versicheites Kapital cirka 400 Millionen Reserven ciika 116 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überall gesucht. — Unser neuester Tarif mit 50/0 jinrlich fallender garantierte Piämie, General-Agentur für Wien, I-, Aspernplatz I, Leiter David Nebenzahl, Sub.Direktion für Prag, Ferdinand-sir. 20. neu, Leiter Robert Gerstel Sub. Direktion für Lemberg, Szajoucha 3. Leiter Löbl Taubes. General-Agentur für Krakau Nathan Rüssner, St. Sebastiana 10, Generalagentur für Bielitz. Schlossgraben 9, Leiter Adolf Heitling. Hauptagentur für Brünn, Wawrastrasse 10. Leiter: Samuel Reiniger. Hundfchau. Tie LanÄtagsmahlreferm in Galizien und dir Juden. Tienstag, den 18. März fand in Lemberg eine van den ״Poalci- Zion" einberufene Volksversammlniyi statt, weiche die Stellung der Inden zur Wakirefarm besprach. :Referiert haben: Tr. Slernberg, Tr. Lokal und Tr. Rosenfeld. Alle konstatierten, daß das Projekt der Wahlreform gegen die Interessen der jüdischen Bevölkerung gerichtet ist. Tie Persatnmlung erklärte folgendes: 'Anwdein cs bei den gegebenen Perhällnisfen unmöglich in, das allgemeine, gleiche Wahlrecht zum Landtag zu erreichen, verlangen wir: 1. (!ine weitgehende Temokratisierung und gerechte Verteilung der Mandate; 2. die Sicherung von jüdischen Mandaten in den Städten, durch das Schaffen von Wahlkreisen mit einer bedeutenden, jüdischen Majorität. I. H. ״Asyl für mittelvse kranke Israeliten in Meran." Sonntag, den 16. März fand die ö. Gcneral-Versammlung des Vereines ״Asyl sür mittellose kranke Jsraeliten in Meran" unter Beteiligung eines zahlreichen und sehr distinguierten Publikums statt. Präsident Herr Tr. M. Moref begrüßte die Anwesenden, konstatierte die ordnungsgemäße (!inbernfung und Beschlußfähigkeit der Versammlung und gedachte in tvarmen Worten der durch den Tod dem Vereine entrissenen Gönner. Tie gcschästsführende Vize-Präsidentin Frau Tr. Rosa Hersch gab in ihrem Tätigkeitsberichte eine ausführliche liebersicht über die geschäftliche Tätigkeit des Vereines. Ten intercflantcn und gründlichen Ausführungen folgten die Anwescndcit mit großem s^ttercsse. Tcm mit großem Beifall aufgcnotnmencn Tätigkeitsberichte folgte der Massadertcht des Vereinskassiers Herrn G. Malzenstein u. der Revisionsbericht des Hrn. H. Gutman, es wurde die genaue und sorgfältige Behandlung der Maya und :>tc- Vision seitens der genannten Herrn von der Versammlnng mit großer Befriedigung ivahrgenommen. Nick» minder Befriedigung rief der ärztliche Bericht des Präsidentcn und Chefarztes Herrn Tr. M. Mores hervor. Tie günstigen Heilungserfolgc und die stetig wachsende Nachfrage um Aufnahme in das Geneinngsheiin ipraaieit nickt minder beredt als die itaiistiichen Taten, daß das Genesungsheim als humanitäre Aniiait mit vollen: Rechte seinen guten :linf verdient. Hum Schinne sprach Herr Tr. Schaft, Lemberg, den (Mesanitvocitande. inebesondere dem Präsidenten Herrn Tr. Mores und der geschäftSführcnden Vize-Präsidentin Frau Tr. Hersch namens der Versammlung den innigsten Tank für die Mühe und Arbeit im Tiensie der Humanität ans, :vorauf der Vorstand als freien Antrag die Ernennung des verewigten Herrn Lau.-Rat Tr. :1!. Hausmann. Meran und des Revisors Herrn H. Gntmann, Meran, in Anbetracht der hervorragenden Verdienste um den Verein zu (!hrenmitgliedern vorschlng. Tie Versammlüng nahm per Acclamation die Wahl vor. - - Tas Genesungsheim hat bereits znm ä. Male seine Tätigkeit der Oeffentlichkeit unterbreitet, seit ■י Jahren unter allgemeinem Interesse segensreich gewirkt. Tas Woblivollen um die Förderung aller gutgesinnter Menschen wird dieser Anstalt gewiß immer treu bleiben. Interessanter Musikitbend in Krakau. Ta instag, den l.">. März veranstaltete der jüdische Handelsangestellten- und Privatbeanttenverein ״Achdns" in Mrakau im Saale des ״Teatr A'owosci" eine» Mnstkabend, ivelcher sehr stimmungsvoll verlies. Ter heilbeleuchtete große Saal war voll gefüllt. Alle erschienen festlich gekleidet, es herrschte feierlicher (Lrnst, musterhafte Ruhe und Ordnung. Alle Volksklafsen waren vertreten; unter den Versammelten befanden sich auch mehrere Polen. Ten Abend eröffnete mit einem gclungcnen Piauo-Monzerl bas Frl. Grotzberg. Sodann spielte der junge Geiger Pinknsfeld mit vollendeter Meisterschuft eine herrliche Violin-Piece. Großen Beifall fanden auch die Gesangsvorträge des Süngcractisten Mann. Ten Mulminationspunkt dieses Abends bildete die Anspräche des Tr. Schipper, welcher in großangelcgten und von tiefer Sachlichkeit zeugenden Ausführungen die tritt- Wicklung der jüdischen Literatur und ihre Bedeutung für das Judentum, beleuchtete. Zum Schütsse wurde von bewährten, amatorischen Mräften das berühmte Trama ״Mit dem Strom" von Schalom Asch gegeben, welches bei dem zahlreich versaminelten Pttblikutn beifällige Aufnahme fand I. H. Folgen des Vvnkotts. Warschau. Ter Boykott der Polen gegen die Juden ist so weit gediehen, daß man den Hausbesitzern am Lande verbietet Sommerwohnungen an Inden zu vermieten. Gin christlicher Philantrop. Moskau. Ter christliche Philantrop N. A. Schachow spendete dem jüdischen Volksbildungsvcreine Mefizeh Haskalah den Betrag von 1606 Rubel. 21)0.000 Rubel für ein jüdisches Alterversorgungshaus. Riga. Hier starb der vielfache Millionär Jakob Hocotvitz. Seine Erben spendeten für ein jüdisches Altersversorgungshaus, das den Namen Jakob Horowitz führen wird, 266.600 Rubel. Hebräisch als Weltsprache. Rewyork. Unter dem Vorsitze des Herrn F. Gottfried wurde ein .Moinitee ins Leben gerufen, welches sich mit der ,Trage beschäftigt, die hebräische Sprache unter allen Völkern der Erde zu verbreiten. Herr Zuckermann hielt einen Vortrag, in welchem er den Beweis zu erbringen versuchte, daß die hebräische Sprache geeigneter sei, als die (!sperantofprache, eine Weltsprache zu werden. Tie hebräische Sprache besitze eine Literatur, die für die ganze Welt von besonderem Interesse ist. Tie erste jüdisch-konfessionelle Schule in Russisch-Polen. Warschau. Nach dreijährigen Bemühungen gelang es der jüdischen Gemeinde die Bewilligung zur Gröffnung einer Talmud-Thoraschule zu erlangen. Gin Glfjähriger zur Assentierung berufe». Lodz. Gin Jude, namens Mahello, der aus Miels hierher übersiedelte erhielt vom Mielser Magistrat die Aufforderung, daß sein ältester Sohn bei der ׳Assentierung erscheinen solle. Nachdem der älteste Sohn dieses Mannes aber erst 11 Jahre zählt, so leistete Manello dieser Aufforderung nicht Folge. Gr ivurde deshalb mit 660 Rubel Strafe belegt. Trotz Ginspruches ivurden demselben die Habfeligkeite» im Lizitationswege verkauft. ® Für die jüdische Schlachtmethode. München. Ter Professor des hngienischen Jnsliiutes Tr. :)!ndolf Gmmerich. der sich mit dem Studinm besaßt, wie Fleisch vor Vertvesnng zu schützen ist, hielt vor kurzetn einen össentlichen Vortrag, in dem er darauf hinwies, daß die jüdisch-rituelle Schlachtung, da-׳ Fleisch blutleer mache und es vor frühzeitiger Verwesung schütze. Prof. Gmmerich empfahl bei Schlachtungen sich nur der jüd. Schlachtmethode zu bedienen. Die ersten Judeuausweisungen nach der Romanowseicr. Petersburg. Der jüdische Deputierte Bn-!!!tisch erliielt uns Riichni-Roivgowd ein Thegramm, in welchen! er um .Hilfe gegen Die eoen fuittfinDcnbint Ansiveisnngen 6011 Inden uugeruseii wi^d. Deutscher Antisemitismus in Rnsstand. Riga. Die liiesigeii deutschnakionalen Eyanviuisiei! setzten^ es bei Ver Direktion des dei.tscheu Tehaters durch, Vas ״Rene Ghetto" 6 61 Herst ans Veni Repertoire zu streichen. G.ne wabre aniiieininsche Heldentat! Gin verläßlicher Führer im Viättcrwnld ist der soeben in einfach-vornehmer Ausstattung erschienene Zeitungshandkatalog der bekannten Annonceuerpedition I. Rafael, Wien, ans dem sich jeder, der eine Auskunst in Jnferatenangelegenheiten benötigt, diese infolge der z!veckmäßigen und übersichtlichen Ginte׳l11!׳.- mit größter Leichtigkeit selbst beschaffen kann, da der Handkatalog alles Wissensiverte in gedrängter und doch einfachster Form in praktischer Anordnung enthält. Sämtliche politische Zeitungen Heiterreichs, Ungarns und Teutschlands und alle Zeitschriften und Fachotaane der Monarchie sind mit allen sie betreffenden Taten in jedem Augenblick mit Leichtigkeit zu finde», denn der hübsche Matalög enthält sowohl ein sorgfältig gcarveitctes Verzeichnis der politischen und Jachjournale, als auch ein verläßliches Ortsregister. In einem umfangreichen Anhang werden die Angaben des redaktionellen Teiles durch die eigenen Mitteilungen der einzelnen Journale aufs beste ergänzt. Interessenten erhalten ans Wunsch den Katalog kostenfrei zugesandt. Tie 1000. Nummer deS ״Theater-Courier" ist weben erschienen. Von den kleinsten Anfängen heraus hat sich diese, jetzt in allen Kulturstaaten gelesene Fachzeitung unter der Redaktion von Gdmund May zu einem mächtigen Faktor im Theaterleben entwickelt, mit dem heute sämtliche Bühnen zu rechnen haben. Die Jubiläuinsnummer ist sehr reichhaltig und führt außer dem gutgetroffenen Bild des Herausgebers in verschiedenen Bildern den Betrieb des bedeutenden ZeilungSunternehtnens dem Leser vor die Augen. Ter reichhaltige Inseratenteil bringt neben zahlreichen GeschaftSaiizeigen zirka 200 Stelluiigsangebote und Gesuche für Bnln ncnangehörige. Nicht nur der Fachmann, auch jeder Theater- und Muiistfreund wird seine Freude an dieser Jubiläumsnummer haben, die von der Gppedition des Theater-Courier", Berlin O. 27, gegen Ginsendung von 50 Pfg. direkt bezogen tverden kann. Die drei ״Christen". Ter kleine Moritz Blau geht in eine Wiener Privatvolksschule. Zu Hause interessiert man sich natürlich lebhaft um die Mitschüler des Sprößlings. Auch die Religion derselben blieb nicht unerörtert. ״Bei uns sind fast lauter Juden," erzählt der Kleine, ״nur drei Christen: der Bloch, her Mohn und ich." (״Jugend".) Der alte Judenfriedhof in Wien. Bon Dr. Gottsried Ivciib m a 1111, Wie». I. Wer aber aus der Lektüre dieses Werkes dauernden Rutzeu ziebeu will, darf es nicht 1111-!erlassen, 60111 Antor zu ersabren, was er uns am Dchlnsje der Einleitung über ״die Grundlagen der Publikation sowie Ziel und Mestiode der Bearbeitung" zu sagen hat. Der Juschristenteil zerfallt selbst wieder in zwei Teile: l. Da rierte Inschriften und 2. mangelbast datierte und undatierte Inschriften. Unter diesen sind selbstverständlich solche, die ein allegemeines Inieresse erwecken, und solche, die nur sür gewisse Familien oder lokale und begrenzte Gebiete Bedenlnng haben. Aus der Menge der Grabin schristen (0015, seien bauptsächlich die ersketer Art hervorgeboben. Doch wollen wir aber die anderen nicht auszeracht lassen. Charakteristisch ist es, das; die erste Grabinschrift, die uns im Buche entgegentritt, die eines Märtyrers ist, eines Mannes, der für seine Religion das Leben hingeben musste. sNr. 20: Grabinschrift des Arztes Moses Moar Matern, einer Jamstie angebärend, der viele segensreich wirkende Aerzle angehörten. {Siehe auch Rr. 280.) Rr. 05: Eine Jungfrau, die unverdorben die Welt verläßt. Die Inschrift ist zart und innig empfunden. Ein Mainz oberbalb der Inschrift zur Bezeichnung Ser Jnngfernfchaft.j Es sei hier nachträglich bemerkt, das׳, der Verfasser zufolge gründlicher Untersuchungen zu dem Dchlusse kvinmt, die Ent stehnng des Uriedbofes sei in die sechziger Jab re des IO. Jabrhnnderts zu setzen. Gerade die Dteine älteren Datuins sind für uns von enxi nenter Bedeutung. Sie geben uns Anfschlns׳, über die Zainilien Dettingen, Wallerstein, Heller. Jränkel. Rappaport, Anerbach, Horowiv nsw. Durch Rr.!> erfährt die bisher geltende Anschauung über den Ursprung der Wiener Rappaport eine Revision. Rr. l t Eigenartigkeit des Stil-ö. die Inschrift beginnt mit der Betrachtnng, wie die Welt, Mindern gleich, am bunten Dcheine ihre Lun findet, um gleich daraus dir persönlichen Schicksale des Trägers der Inschrift anzndeuten. bei dem dies wobl nicht zutrifn. Im bebaglichen Heim, von gelehrten Mindern umgeben, im vollen Besitze des Denkens und der Lebenstriebe und nun alles daliin! Dies das Refnlkat eines gelehrten Daseins! Auch die Gedanken, die innersten, der Träger des Gedan kens) in einer Erdscholle geborgen. Rr. 2i Dalo mon ben Diinon, ein vornehmer und gelehrter Mann. Dein Dov erscheint als Sühne für die Gemeinde in jene» schweren Tagen lnni 1000,, in denen sie von einer Ausweisung bedroht war. Dieser Dtein ist weiters gleich mehreren Dteinen ein Zeuge der verheerenden Macht der Pest, die auch die Juden nicht verschonte.!Hierbei: ge hört Rr. 20 und und Rr. 25.) Rr. 20 zeigt, wie der Dichter Ludwig August I ran kl bei der Be arbeitnng der 'Grabsteine nicht besonders Glück gehabt hat. Deine Dtärke lag eben ans einem ganz anderen Gebiete. '.>11°. U) ll find sür den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.