Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 6 (6.2.1913)
- Date
- 1913-02-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. ״Jüdische 8,lttsti««e." Nr 6 größten der Welt und zählt nahezu 15.000 Mitglieder. Die neuen Mitglieder werden in den mit Prochath und Thoramäntclchen geschmückten Saal geführt, und nach Abnahme der Personalien mit Handschlag in die heilige Bruderschaft ausgenommen. Bis zum 17. d. meldeten sich 1-150 Personen, die 100.000 K an Einschrcibgcbühren zahlten. Unter anderen meldeten sich Major Heinrjch Deutsch, Oberkantor Savcl Ouartin, kön. Kreisnotär Dr. Siegfried Holischcr, Stadthauptmann Ignaz Tcpper. Sonntag den 26. d. wird Hofrat Julius Winterbcrg, Präses der Chcwra-Kadischa, die Ncucinschrcidüngen feierlichst beschließen. Jüdischer Heldenmut. London. Der bulgarische General Paprolow. der sich unter den Delegierten Bulgariens befand, erklärte Herrn D. S. M. Melamcd, das; die jüdischen Soldaten Bulgariens sehr tapfer für das Vaterland kämpften und viele auch verdienterwcise ausgezeichnet worden sind. Der Gencral fchlos; mitten Worten: ״Ich selbst bin Augenzeuge der bewundernswerten Heldenmüligkcit der jüdischen Soldaten Bulgariens, auf die wir Bulgaren stolz sind. Kongreß der amerikanisch-jüdischen Lehrer. Bronsaul. Hier fand im Saale der Talmud- Thora der erste Kongreß der amerikanisch-jüdischcn Lehrer statt. Das Gebäude war mit Fahneu geschmückt. Im ganzen nahmen 300 Dclcgierte teil. Alle jüdischen Schulen Newyorks und Umgebung wurden zu Ehren des Kongresses geschlossen. Nachum Lokolow verurteilt! Warschau. Der Redakteur des hebräischen Tagblattes ״Hazcfirah", Herr Nachum Sokolow, wurde wegen Reproduktion eines Artikels der ״!Neuen Freien Presse" von M. Nordau, in welchem die Lage der Juden getreulich geschildert ist: ״Das Jahr 1011 in der Weltgeschichte", zu einem Monat Kerker verurteilt. Für das Schächten. London. Der berühmte Phisiolog und Vorsteher der hiesigen ersten Klinik erklärte im ״Daily Mail, das; er auf Grund theoretischer und Meran. Dienstag den 21. Jänner fand in Meran die Trauung des Frl. Fanni Kirsch, Tochter des Karlsbader Restaurateurs und Hotelbesitzers Herrn S. Kirsch, mit Herrn Markus Kohn aus Budapest statt. In Dr. Bcrmanns Sanatorium ״Waldpark" war die große Tcrraffe in einen Blumcnhain geschmackvoll umgewandclt und dort die Chuppa ausgestellt. Dis kantoralcn Funktionen versah der allgemein beliebte Herr Dr. Grünbaum, Kantor der Königswartcr-Stiftung, in vorzüglichcr Weise. Den Trauakt nahm Herr Rabbiner Dr. B. Kurrcin vor, der in trefflich angelegter Rede die Vorzüge des Brautpaares und der beiden Häuser Kirsch und Kohn betonte. Die Rede zeigte Herrn Rabbiner Tr. V. Kurrein als hervorragenden Redner und erfüllte alle Anwesenden mit erhobener Fcstesstimmung. Die großen Säle des herrlichen Sanatoriums konnten die Zahl der Fcstgäste kaum fasten. Das Tiner, das in Bcrmanns Restaurant ״Starkcnhof" stattfani. vereinigte eine illustre Gesellschaft und hiclr sic bis in die Mitternachtsstunden bei Musik und poetischen Darbietungcn in animierter Stimmung vereinigt. Stanislau. Trotzdem das; die Juden hier in der Majorität sind, wagte cs ein antisemitischer Gcmeinderat, oen Bürgermeister zu interpcllieren, aus welchem Grund der Polizeikommissär im verflossenen Jahre verhältnismäßig wenig Anzeigen gegen Juden erstattete. Lodz. Unsere Industriestadt, die das polnische Manchester genannt wird, ist infolge der allgemeinen Krisis stark in Mitleidenschaft gezogen. Viele Fabriken haben die Arbeit gänzlich eingestellt und die übrigen haben die Arbeit reduziert und beschäftigen ihre Arbeiter bloß nur zwei bis drei Tage in der Woche. Tausende jüdische und auch nichtjüdischc Arbeiter sind deshalb in Not gerate» und zur Auswanderung gczwungen. Es steht eine Masscnaüswandcrnng bevor. Kiew. Im Hause des bekannten jüdischen Philantrophen L. Brodsky fand eine Beratung, ivcgcn der 1,000 jüdischen Handclsakadcmikcr, die plötzlich als außerordentliche Hörer angesehen ivcrden und denen das Wciterstudium in Kiew untersagt ist, statt. An der Versammlung nahinen auch die Profcstorcn der Handels-Akademie teil. Es wurde beschlossen für die Studenten beim Ministcrium zu intervenieren. Kiew. Tic Ausweisungen werden hier unbar»,her- Jüdisch-volkliche Gedenktage. 29. Schewat bis 6. Adar!. 29. 5640 starb in Paris Adolf von Cremieux. 30. 5572 starb Joses D. Sinzheim, Vorsitzender in Paris und 5423 R. Sabatai Kohen s. A., Rabbiner in Holleschau. 1. 4957 starb R. Abraham ben R. Meir Jbn Esra 2. 5562 starb R. Jomtow Algasi, Chacham-Baschi in Jerusalem. 3. 5377 starb N. Mordchai Jaffe, Verfaffcr der Lewuschim. 4. 5067 starb in Worms der berühmte Rabbi Meier von Rothenburg. 5. 5401 starb die bekannte Dichterin Sara Eopia Sullan von Venedig. praktischer Erfahrungen zur Ueberzengung gezig gehandhabt. Ter Kantor der Brodsky-Synagogc Jos. langte, das; die beste Schlachtmcthodc für Vieh Strumberg. der den Posten bereits 12 Jahre bekleidet nur die jüdische sei. - und keinen Anlaß gab --U Verdächtigungen, ist plötzlich Jüdischer Bodcubcsit, in Amerika. Aus dem j unbegründeter Weise ausgewiescn worden. Tic Vor- Jahresbericht des Emigranten-Jnsormativnsstcllungcn beim Gouverneur waren nutzlos und Strumburcaus gehen folgende interessante Daten herberg muß auf seine alten Tage den Bettel- und Wandcrvor: In den Vereinigten Staaten befinden sich stab »och im Wimer ergreifen. 3718 große Güter in jüdischen Händen, deren i Kiew. Das hiesige Krcisgcricht weigert sich, die Wert auf 1-.~> Millionen Kronen geschätzt wird,!Gesuche der jüdischen Advokaten um Eintragung in die und IS.<>00 Seelen ernähren sich redlich vom Advokatcnlisrc zu erledigen. — Das Krcisgcricht führt Ackerbau. Aorrelponäenzen. Rikolsliurg. Herr Lehrer Zwicker hat vor׳ kurzem einen schweren Verlust durch den Tod seiner Gattin erlitten. Dieselbe erfreute sich infolge ihrer Güte und Bescheidenheit allseits einer großen Beliebtheit und fand das Begräbnis am Ri. v. M. unter zahlreicher Beteiligung der gesamten Bevölkerung statt. Ehre ihrem Andenken. Stras-iiib. Ai» 28. Jänner ist hier Herr Moritz Winter ans der Reihe der Lebenden geschieden. Durch dessen plötzliche» Tod wurde eine hervorragende, ausgezeichnete Familie in tiefe Trauer versetzt und die Geineinde hat durch dessen Heimgang einen großen Verlus! erlitten. Er war ein besonders kluger cinsichtsvoller Mensch von idealer Charakterstärke. An dessen Begräbnis beteiligten sich nebst der ganzen Gemeinde die Spitzen der Behörden l!nd der Lehranstalten. Nach Absingung der Trauxrpsalme» durch Oberkantor Reis hielt Rabbiner Freiseid eine ergreifende, warmcmpfundcne Trauerrede. Die ungeivöhnlich große Beteiligung der Honoratioren der Stadt und Umgebung ist ein Beweis der großen Beliebtheit, deren sich der Verblichene zeitlcbens erfreute. Ehre seinem Andenken! Brzeznitz. In der außerordentlichen Gcncralvcrsainmlnng vom 22. Jänner der isr. Bccrdigungsbrüdcrschast Cbeivra-Kadischa in Brzeznitz ivurdc der langjährigc Vorsteher Herr Moritz Lederer in Anbetracht seiner unermüdlichcn Arbeit beim Vereine, seiner allgemeinen Wohltätigkeit und speziell ivcgcn seiner großen Ausopfcrung bei der Renovierung des isr. alten Friedhofes mit allen Stimmen zum ersten Ebreninitgliedc dieses Vereines gewählt. eine Disziplinaruntcrsuchung gegen den Verteidiger des Beilis, Margolin, der angeklagt ist, die Tschibiriak mit 40.000 Rubel bestechen zu!vollen, damit sie die Ermordüng Juslczinstis auf sich iiehmc, cinlcitcn. Eharkow. Der Bezirksschulrat hat an sämtlichc Schuldirektoren ein Schreiben gerichtet, in welchem er die Verteilung antisemitischer Schriften unter den Schülern strengstens verbot. Petersburg. Ter Börsenrat wandte sich an die Regicrung, mit der Bitte, auswärtigen Juden, die hier kein Wohnrecht haben, den Börscnbcsuch zu gestatten. Petersburg. Ter heilige Synod erklärte dem Ministet des Innern, daß cs eine Schande ist, wenn Juden Ehrisien-Namen sührcn und kommt einer Entweihung des Ehrisienluins gleich. Ob Juden gleiche Namen mit den Protestanten, die der heil. Synod nicht in Betracht zog, sührcn dürfen, ist unbekannt. Mausasgus, 1 Finnland.> Der Bczirkshauptmann hat jüdische Kauslcutc, die hier geboren und gesetzlich hier Wohnrecht haben, ausgewiescn. Jerusalem. Durch die Entwertung der kleineu türkischen Münzen erleiden jüdische Geld- Wechsler und die ärmere Bevölkerung großen Schaden. Saloniki. Ter hiesige Großrabbincr erhielt aus Neiv-Aork vom ״Amerikanisch Jüdischen Komitee" die Nachricht, daß sic dem Hilssvcrcin 75.000 Frank für die Hilfsaktion in der Türkei überwiesen haben. Tie Alliance Jsraclite Universelle -in Paris hat für die Flüchtlinge in Konstantinopel 10.000 Frank, für die jüdische Bevölkerung in Nisküb und Monastir 4000 Fr. angewiesen. ®ItaxiteivJImulJcfiaii. Wochenspielplan. Mittwoch den 5. Februar: Der fliegende Holländer (Herr Willi Sonnen a. D.). Donncrstag den 6. Jänner: Das Märchen vom Wolf. Freitag den 7. Jänner: Zum zweitenmal: Tantchen Rosmarin. Samstag den 8. Jäncr: Der Frechling (Erstaufführung). Sonntag den 9. Jänner (nachm.): Die Geisha (Arbcitcrvorstellung). Abends: Die Hydra (Erstaufführung). Theaternachricht. Heute Mittwoch gastiert Herr Willi Sonnen vom Stadttheater in Danzig in der Titelrolle der Oper ״Der fliegende Holländer". Die übrige Besetzung ist folgende: Daland — Herr Guth, Senta — Frau Jonas-Bartsch, Erik — Herr Bauer, Mary — Frl. Meißner, Steuermann — Herr Pietsch: Dirigent Herr Veit, Regisseur Herr Guth. Donnerstag findet die neue Wiederholung des mit großem Erfolge gegebencn Schauspiels: ״Das Märchen vom Wolf", von Molnar statt. Freitag findet die zlvcite Aufführung der mit durchschlagendem Erfolge gegebenen Neuheit ״Tantchen Rosmarin" statt. Samstag ist die Erstaufführung der Operette ״Der Frechling" und Sonntag die des Lustspicls ohne Ehebruch: ״Die Hydra". Für die beiden Schülervorstellungcn zu halben Preisen: ״Tristan und Isolde" und ״Der Erbförstcr" ist der dritte Rang bereits vergriffen. Beide Vorstellungen werden im Lause dieser Saison nicht mehr gegeben. Für den Monat Februar sind ferner die Premieren der ״Schönen Helena" nach der Rcinhardtschen Einrichtung, des Lustspiels ״Der Duminkopf" von L. Fulda und der Operetten ״Der Revisor" von Karl Weis in Aussicht genommen. Von auswärtigen Bühnen: Uraufführung von Sudermanns Schauspiel: ״Der gute Ruf". SudermannS interessantes Drama eines Fraucnlcbens: ״Der gute Ruf", fand kürzlich im Berliner Deutschen Schauspiel- Hause eine widerspruchslos beifällige Aufnahme. Bei der gleichzeitigen Aufführung im Münchener Schauspiel- Hans folgte das Publikum den ersten drei Akten mit lebhafter Anteilnahme; hingegen enttäuschte der Schlußakt. — Schnitzlers ״Professor Bernhardi" endgültig verboten. Die Bemühungen der Direktion des Deutschen Bolksthcatcrs in Wien, Artur Schnitzlers neuestes Drama: ״Professor Bernhardt" zur Aufführung frcizubekommen, sind nun endgültig gescheitert. H. G. 1913 Wochenkalender 5673. אדר. ראשון Febr. Festtage . הפטרה M 7: 5 D 6 •דם כפור קטן, ערב ר־־ח אדר ר• ת״ת תענית שובביום F 7 1 א׳ דראש חדש. Tag Rosch Chodesch S א 8 -־ כ. דראש חדש.' תרוטה הששים בטא* 2. Tag Rosch Chodesch S 9 M נ 10 D ך 11 M ה 12 vr Moll Katbolicky ge». Letter der I.cftlrg. Abteilung der £ande$KranRenan$talt wobnt: €cke yerdinandsgasse und 30!>anncsgassc «-״-,e, >!,-!».> ordiniert tSglicd von r bis 4 Uhr nacbm. Fernrprecder Nr 603! B B B Spezial-Geschäft in Strumofu. Wirk- Dp^ijL u Waren. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. DC1 lllvrlvl Strümpfe,Socken,Handschuhe,Sportart!ke ZW Brünn, Herrengasse Nr. 8—10. SB S m v B B