Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 6 (6.2.1913)
- Date
- 1913-02-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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״Attische 8slk»fti««e." Sette 8 Nr. 6 durch Erfolge ermutigt, selbst zum Angriff überdenkt, daß seine großen kriegerischen Erfolge Presse Galiziens betont, datz der.Antagonismus zwigingen, zum Teil, um abtrünnige Volksgenossen unter den denkbar schwierigsten Verhältnissen erscheu der christlichen und jüdischen Landbevölkerung י" rw«. ־-׳» ~״י»-Ä-^ fochten wurden. .' Juda mußte sich stets mit dem taktischen Erfolge auf dem Schlachtfelde begnügen, weil seine Truppen hiermit ihre Aufgabe als beendet. betrachteten und heim kehrten, wodurch es dem Schlichtung der Gegensätze uicfjt lediglich der Regierung zu strafen, zum Teil, um an den Syrern Rache zu nehmen. Diese kleinen Unternehmungen erforderten viel Geschick, Mut und Ausdauer, und mußten, um den Erfolg zu sichern, überraschend geschehen. Das Gebirge begünstigte an sich schon jede Art der Ueberraschung und die Juden verstärkten dieselbe noch dadurch, daß sie -ie Nacht hierzu benützten. Allmählich bildeten sich Abteilungen, denen die Tüchtigsten als Führer voranstanden. Diese Leute waren mit den Wegverhältnissen , vollkommen vertraut, überwältigten in diesem unwirtlichsten Gebirge Judäas alle Hindernisse und lernten rekognoszierend die Stärken und Schwächen des Gegners kennen. Es wäre nach dein Gesagten irrig, anzunehmen, Juda Makkabi hätte seine ersten Schlachten mit unerprobten Neulingen geschlagen. Wohl waren seine Trup- Pen an Zahl und Ausrüstung den syrischen Trup- Pen gegenüber gänzlich inferior, in moralischer Beziehung aber standen sie hoch über ihnen. Der Kriegsschauplatz und wohl auch die Ueberlieferung gaben Juda die Anhaltspunkte für die Organisation: er trat nicht in großen Haufen auf, sondern zerlegte seine Mannschaften in kleine Abteilungen, zu 10, 60, 100 und 1000 Mann, so daß er stets die Möglichkeit hatte, die Truppen so zu verwenden, wie es der Augenblick gebot. Führer, Unterführer und Mann waren an selbständiges Handeln gewöhnt. Juda konnte daher auch alle Teile zu selbständigen Aufgaben, beordern. Er mußte sie nur disziplinieren, damit alle Kräfte in seinen Intentionen handelten. Der Lehrmeister dieses jungen Heeres, vom Feldherrn bis zum letzten Mann herab, war der Krieg Alls dieser taktischen Anordnung, die ganz den modernen Auffassungen entspricht, ergab sich yun: Die Stärke der jüdischen Truppen lag in ihrer Teilbarkeit, welche in Verbindung mit dem ihnen günstigen Gelände des Kriegsschauplatzes . in den Gebirgen Judäas, darauf hinwies, den Gegner im Zustande geringer Kampfbereitschaft überfallartig anzugreifen. Die Juden suchten nicht in der Verteidigung, sondern im Angriff den Erfolg und fanden ihn auch. Den Schluß des ersten Heftes bilden Beirachtungen über Juda Makkabi und den Krieg. Bei dieser Gelegenheit entrollt der Verfasser ein glänzendes Charakterbild des größten jüdischen Feldherrn: ״Mit denl Friedensschlüsse zwischen Antio chus V. und Juda nlußte ersterer den Juden freie Neligionsübung gestatten. Judas ftaatsinännische Einsicht, daß nur durch volle Lostrennung vom Selenkidenreiche ein dauernd glücklicher Zustand seines Volkes gewährleistet werden könne, und wohl auch sein Ehrgeiz bewogen ihn, die Waffen nicht niederzulcgen. Als hierbei das Volk aber nicht mehr initging, mußte er fallen. Di Zukunft bewies, daß er richtig gedacht hatte, und seine Brüder hatten das Glück, das Ziel welches ihin vorgeschwcbt hatte, und wofür er gefallen war, zu erreichen. Moltke nennt die Strategie ein System der Aushilfen und charakterisiert hiermit die rnoderne Kriegführung, welche im offensiven Sinne geführt, sich alles zunutze machen muß, was den Erfolg herbeiführen kann. Die Syrer, unfähig ihre Heere anders als aus der althergebrachten Schlachtordnung heraus zum Kampfe zu bringen, werden in dem gebirgigen Terrain des judäischen Kriegsschan- Platzes hilflos und büßen ihren an sich geringen Offensivgeist ein, weil ihnen jede Anpassnngs fähigkeit mangelt. Juda hingegen geht seine eigenen Wege ״ud gibt durch seine starke Persönlichkeit und Individualität dem Kriege das ausschließliche Gepräge. Kühn, tapfer und von ritterlicher Gesinnung, ist er von lebhaftem, beweglichen Geiste, der sich in glänzender Entschlußfähigkeit kund tut. Großzügig in der Anlage, rücksichtslos energisch in der Durchführung, weiß er, sich von jeder Schablone sreihaltend, die Verhältnisse voll auszunützen und den Bedürfnissen des Krieges dienstbar zu machen seine Kriegführung ist rationell in des Wortes bester Bedeutung. künstlich durch unverantwortliche Pogromagitation heraufbeschworen wurde und zu einer Kalamität geworden ist, die leicht das ganze Land in ernste Sorge zu setzen vermag. Es wird darauf hingewiese», datz man die Gegner, welcher in seinen Provinzen über reiches Menschenmaterial und Geld verfügte, ermöglicht wurde, in kurzer Zeit abermals auf dem Kriegsschauplätze zu erscheinen, während die Hilfsquellen Judas immer mehr versiegten, bis endlich die Katastrophe eintrat. Der Freiheitskampf hätte anders geendet, wen Juda souveräner Feldherr gewesen wäre, denn wie er durch die Offensive ins Ostjordanland Ruhe auf Jahre hinaus geschaffen hat, so hätte er auch durch Verfolgung seiner Siege ins Herz von Syrien, dessen staatliches Gefüge sich seit Antiochus V. zu lockern begann, dem Gegner das Gesetz diktieren und die Selbständigkeit Judäas erzwingen können." Ter militärische Verfasser hat sich mit der Herausgabe dieses Werkes einer dankenswerten Aufgabe unterzogen. Aus berufenem Munde wird durch das Werk den! Märchen der Boden entzogen, daß die Juden zum Waffenwerk minder fähig seien. Juda Makkabi hat bereits vor zwei Jahrtausenden den großen Wert der Agilität und leichten Teilbarkeit der Armee gewürdigt und auf diesem Grundsätze seine Operationen aufgebaut, ein Standpunkt, der zum Grund- Prinzip der gesamten modernen Taktik im Felde geworden ist. Erkläret mir, Graf Harrach überlassen dürse. Bielmehr sei es die vornehmste Pflicht der ruthenischen polnischen Führer, aufklärend zn wirkeil und ihre Volksgenossen vor den anriseinitischen Agitatoren zu warne». ES besteht die Hoffnung, datz dieser Appell an die ruthenischen Führer sein Ziel nicht verfehlen ivird. Graf Franz Harra ch, der hochgeborene Glasfabrikant, dessen Erzeugnisse durch Filialen in allen größeren Städten vertrieben werden, ist vor einigen Monaten durch eine jüdische Zeitung des Antisemitismus geziehen wordne. Prompt hat der hochgeborene, kluge Geschäftsmanu dem Blatte eine ausführliche Berichtigung zugehen lassen und erklärt, daß er dein Antisemitismus gänzlich fern stehe usw. usw. Man kennt derartige lendenlahme Erklärungen ״tüchtiger" Geschäftsleute, die mit der Juden Geld gern ihre Kassen füllen, sonst aber über ihn herfallen, wo es nur angeht. Tatsächlich hat nun Herr Graf Franz Aarrach in die Wiedener Frauenortsgruppe des St. Piusvereines einen Vortrag über ״Die Presse" gehalten, der allch im Piusblatte veröffentlicht ist, in welchem er an den bösen Juden sein Mütchen kühlte. Herr Graf Harach möchte, so scheint es, gern die Person von der Sache trennen, für sich antisemitische Propaganda treiben und den Juden weismachen daß solches Beginnen mit seiner Geschäftsgebarung nichts zn tun habe. Die Juden werdeil aber dem hochgeborenen Glasmacher nicht mehr aufsitzen und die ״Judenblätter" werden seine Berichtigungen dorthin׳ werfen, wohin sie gehören. — in den Papierkorb. Judenverfolgungen inSüdarabien Jaffa. Jüdische Flüchtlinge aus Sanaa, der Hauptsradt des Jemens, die vor kurzem in Jaffa eintrafen, schildern die anarchistischen Zustände, die dort Platz gegriffen haben, in den schwärzesten Farben, lieber die Ermordung des Schwagers des Ehacham-Baschi in Sanaa, worüber schon früher berichtet wurde, erzählen sie folgendes: Ter Ermordete halte eine Schuldfordecung an einen dortigen Moslim und verklagte ihn beim c׳:ericht. Ter Beklagte erschien jedoch nicht zum Termin. Daraufhin ging der Gläubiger, Jehuüa ben Snlaiinan, in die Wohnung seines Schuldners, um ihn durch Bitten zur Zahlung der Schuld zu belvegen. Ter Moslim erklärte wutentbrannt, datz der Jude nicht mehr lebend sein Haus verlassen ivürde und erdrosselte ihn in bejlialischer Weise. Ter Mörder ist nicht einmal zur :>techenschaft gezogen ivorden und befindet sich auf freiem Fuße. Welche Bestürzung sich der jüdischen Bevölkerung angesichts dieses Vorfalles beinächtigle. kann man sich leicht ausmalen. Es fehlt überhaupt nicht an täglich neuen Geivalltaten, die den Juden in Nordjemen das weitere Verbleiben im Lande als unmöglich erscheinen lassen. Tatz alle alten .,gesetzlichen" Bedrückungen iviederin ilraft getreten sind, wurde schon berichtet. In letzter Zeit lvurde auch die früher von der türkischen ׳Regierung subventionierte Talmud-Thora-Schule liu der auch Türkisch und andere profane Gegenstände gelehrt wurden) von dem Vertreter des Jsniam Jachja geschlossen. Es gab bisher einen einzigen jüdischen Beamten in Sanaa. Er wurde jetzt mit Schimpf und Schande aus dem Amte verjagt und mutzte fliehen, um sein Leben zu retten. Die jüdische Gemeinde in Sauna, die zirka :!WM Seelen zählt und wegen der dort von altersher Herrschenden hohe» jüdisch-religiösen Bildung bei der ganzen jemenitischen Judenheit in höchstem Ansehen steht, erlvartet jetzt in ihrer namenlosen Not Hilfe und Rettung voic den großen jüdischen Hilfsorganisationen Europas. Tie Flüchtlinge, die in Jaffa eintrafc», haben in der jüdischen Ackerbaukolonie Rechoboch ׳Arbeit und llnterkunst gefunden. zur Antisemitische Agitation in Ostgalizien. Unter der Landbevölkerung in Lstgalizien waren Zeit als der österreichisch-serbische Adriakonflitt ausbrach, wilde Gerüchte verbreitet, wonach ein Krieg mit Rußland unmittelbar bevorslehe. Tie jüdischen Landbewohner flüchteten in die Städte, wodurch die ohnehin große Not der ansässigen Bevölkerung erhöht wurde. Tie massenhafte Landflucht der jüdischen Torfbevölkerung wurde hauptsächlich dadurch hervorgerufcn, datz die russophilen Elemente der ruthenischen Bevölkerung von panslawistischen Agitatoren gegen die Juden und Polen aufgeheht wurden. Man drohte den Torfjuden mit Pogromen, verweigerte die Einlösung der bei Juden kontrahierten Schulden, ja man nahm ihnen vielfach, ohne daß sie Widerspruch zu erheben gewagt hätten, ihre Warenvorräte weg. Tie Regierung tat ihr Möglichstes, um Ordnung zu schaffen und die Unruhe und Erregung zu bannen. Doch mutzte sic in Anbetracht der bedrohlichen Stimmung von scharfen Maßnahmen absehcn, welche die Beunruhigung nur gesteigert hätten. Nunmehr ist wohl die Kriegsfurcht gewichen, aber die wilden Instinkte der irregeleiteten Bevölkerung sind NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVER1CHEI*UN -S OESl LL- :: SCHAFT, WIEN, AS» ERnPLATZ 1. I.. eigenen Pal.tis. - VcrMeheites K piui cirwa •UX Millionen Reserven ci ka 1H» M hione״ Kiuiien. — billigste Tanu, Miuubchur weiden übend gesucht. — Unser neuester Tarif mit 5°׳׳» j.i rliv.h fallende•* garaninrtci p a.1»«e. üene»alag«.ntu Ui! W *n, I, A?p nplau L •tu Davtd Nebcnzuti . Sub. D1׳ck11«׳n für i'»ag, Pe<u1»amJ s r JO neu, Lei.er Rober* Ueisiel bub Di *k.*»•» tur Ltinbcig, Szaj* nu. ha 3, Leitei Lobi T«-.ubes. Hauptagentur für Brünn, Wawrastrasse 10. Leiter. Samuel Reiniger. Jötener Jludinctitcn Wien. Eine große Anzahl von Trauergäslen hatte sich bei der Beerdigungsfeier eingesunden, als inan den Senior der Familie Barver, Herrn M a r B a r b e r, zur letzten Ruhestätte geleitete. Ter Entschlafene zeichnete sich durch großen Wohltätigkeitssinn aus, gab gern und oft ohne um Hilfe angesprochen zu sein. Bielen Armen in der Brigittenau sandte er, wenn des Winters Strenge sich fühlbar machte, Holz und Kohlen, ohne daß sie wußten, wer der Geber sei: ihm genügte, daß der Hausbesorger sie als bedürftig empfohlen. Seit Jahren leidend, hatte Herr Barber die Verwaltung seiner Häuser einem Administrator übergeben. Das wurde oft schmerzlich von den armen Mietern, die mit dem Zins rückständig waren, empfunden, denn Barber war nicht nur ein nachsichtiger Hausherr, er unter noch nicht beruhigt. Namentlich im Nordosten des Landes treten bedauerliche Erscchinungcn zutage. Vor einistützte auch ausgiebig, wo es Not tat. Gar manche Zur vollen Würdigung dieses Heerführers gen Tagen wurden einige Bauern wegen ihres erzessiwurde Sem edlen Manne, der stets offene wir,/man erst dann gelangen, wenn man be- >cn, antisemitischen Benehmens verhaftet. Tie jüdische, Hand für Bedürftige hatte, nachgeweint. — Wie