Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1913)
- Date
- 1913-01-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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™r’r-wv^m,' Seite 4 ״Jüdische Volksstimme". Nr. 4. Löbliche Redaktion I Im B> zug auf tue A. fragen über שד״ך« erlaub, ich mir aus זמ׳ל״ש ד״ה מד wo 1. h ולשדך הב -nt Tr.קידוש,* מ״ד ע״ב אי״נ והוא ששדבו zu verweisen 2. auf den דין «n חושן משפט קפ״ה סעיף י׳ בהנ״ה השדכן הוי כמו סרסור. ES haben זץןןיל srgvr die Zthe der Gebüren be. stimmt. Vereinsrabbiner Em. Friedmann, Brünn. ' * Sehr geehrte Redaktion! 1. Das Wo« שהבן 'st eine regelrechte Nominalbtldung vom ZeNworte שדך (die Ehe vermitteln), bae schon ut der Tosefta, S bbat, «bschn. 17, 22, vorkommt: אין משדכין(בשבתי בין איש לאשה ובית הלל מתירוןähnlich im Talmud Sa, bat 12 a, 150 a und föttubot 5 a,משהבין אל התינוקות ליארם בשבת wm auch al« hatachische Norm gilt ,Oivch Chmm, Abschnitt 306 ß 6) Das Hauptwort ׳בדיך kommt in der Plural form שדובין ebenfalls schon iw Talmud vor (Liduschim i 2 b und Zebamol 52 b)רב מנגיד על דמקדש בלא שידובי 2. : gebürt der שדק nach dem jüd. Gesetze (Cyo fchem Mischpa 185 § 10 .׳, d ibid. 164 tz 7) in die Na tigorre des סרסוד ber Vermittler und hat somit alt solcher ein Anrecht auf Belohnung für s ine Bemühun, . Nähere Details darüt er fi, den sich in den im פת!קי 8 תשובה« Eben Haejer, Abschnitt 50, angesuhr e. öte>p. l.s«n und Lbbandlungen. Mähr.-Schönberg, 19. Jänner 1913. Rabbiner Dr. G. R o s e n m a n n. NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERלICHEKUN ״ S- GES t LL- SCHAFT. WIEN, 1., ASFERNPLATZ 1! I.. eigenen Palais. - Versieht!(es K. pital cirks 400 Millionen Reserven ci ka 116 Millionen Kienen. — billigste Taille, Miiaibciier weiaen übtral. gesucht. — Unser neuester Tarif mii 50׳״ jä rlith fallender garamiirtei P Linie, Gcueralagentui füi W >n, I., Atp inplatz I, Leite David Nebcnzali . Sub. Di.ikui.n für Piag, Fei an and sir. 20 neu, Lei er Reben Gcisiel bub. Di eknei für Lembeig Szainoeha 3, Leiiei Löbl Taubes. Hauptagentur für Brünn, Wawtastrasse 10. Leiter: Samuel Reiniger. Wiener Jludiriditcn Zwei Rektoren auf einem jüdischen Balle. Bei dem am 14. d. im Bcethovcnsaalc siattgcfundencn diesjährigcn Balle der Lese- und Ncdchallc jüdischer Hochschülcr in Wien, der einen überaus glänzenden Verlauf nahm, erschienen auch Se. Magnifizenz Hofrat Prof. Dr. Anton Weichselbaum, Rektor der k. k. Universität, und Se. Magnifizenz Prof. Dr. Emil Müller, Nektor der k. k. technischen Hochschule. Beide Rektoren berblieben bis Mitternacht beim Balle und äußerten sich äußerst lobend über die Veranstaltung. Es verdient hierbei bemerkt zu werden, daß es das erstemal in Wien ist, daß Rektoren an einer, von jüdifchnationalcn Studenten arrangierten Veranstaltung tcilnehmcn. Das Erscheinen beider Rektoren löste denn auch bei fämilichcn Teilnehmern Erstaunen und Hellen Jubel aus. Vorbereitungen zum 11. Zionistcnkongres; in Wien. Das zionistische Zentralkomitee für Westeuropa hat in einer seiner letzten Sitzungen beschlossen, dem engeren Aktionskomitee, Dienstag den 2. September d. I. als Eröffnungstag des diesjährigen Kongresses vorzuschlagen. Jüdisches Bolkshrim, Wien, 17. Bcz., Ezcrmagcrsöffe 7. In unserem ..Volksheim" hielt Samstag den 18. Jänner Frau Rahel Edelstein eine interessante Konferenz ab über den als Schriftsteller in weiten Mreise» geschätzten Prof. Dr. D. Rabbinowicz, k. u. k. Bezirksrabbincr in Mähr.-Weitzkirchcn. Auch die Leser unseres Volkskalcndcrs werden sich seiner eigenartig poetischen Novellen, wie ״Die Asotechnik", ״Der Morcnulite! aus dem Grabsteine" und anderer erinnern. Die Vortragende brachte nach einer biographischen Würdigung des Dichters dessen Trauerspiel: ״Ein namenloses Kind" zur Verlesung. Tics ergriffen, ja atcmlos lauschte das zahlreich erschienene Publikum dem Klange einer seltsam poetischen Sprache, und die bald traulichen, bald erschütternden Szenen des dramatischen Gemäldes nahmen mit ihrem Zauber die Zuhörerschaft gefangen. Besonders jene Szenen, die dem Andenken Theodor Hcrzls gewidotet sind, erfüllten unsere Toyn- * bcchallc mit einer an. Andacht grenzenden Weihe. Dem unermüdlichen Herrn Dr. Förster sowie unserer Leiterin Frau Bürgerschullehrerin Strauß sei hiermit Dank für den schönen Aabcnd ausgesprochen. ' L. B. Gregori-Borlesung. Am 12. Februar l. I. wird aus Einladung der Lese- und Rcdchalle jüdischer Hochschülcr der ehemalige Hosschauspieler Pros. Gregori im Beethovcnsaalc ״Jungjüdischc Dichtungen" vorlesen. Aeüimcr Jlucfmcfifen. Chewra Kadischa.*) Zu den allerältesten Organisationen resp. Vereinen in den jüdischen Gemeinden zählen die Chewra Kadischas (heil. Brudcrvcreine). Wer kennt und weiß nicht die hohe Bedeutung dieser Institutionen zu würdigen. Die kleinste Gemeinde besitzt einen derartigcn Verein, dessen Aufgabe cs ist, den Kranken Hilfe in jeder Beziehung zuteil werden zu lassen. Es gibt aus keinem Gebiete eine Gemeinschaft, die im Jntcrcsie der armen Leidenden, eventuell der Hinterbliebenen so zu wirken berufen wäre, wie die Chewra Äadischa. Die Mitglieder der Chewras betätigen sich auf dem Gebiete der Krankenpflege, sie leisten dem Sterbenden die letzten Dienste, nehmen das zeremonielle Wascheu der Toten vor usw. In Brünn hat es seincrzeit eine derartige selbständige Organisation gegeben, die vor längeren Jahren in der Kultusgemeinde selbst als Sektion aufging. Um objektiv zu sein, soll es zugegeben werden, daß diese Verschmelzung in gewisser Beziehung für die Brünncr Kehilla gewisse Vorteile in materieller Beziehung brachte. So wird das Armenwesen zum großen Teile aus dem Erträgnisse der Chewra Kadischa bestritten. Bei Behandlung dieser Frage muß hervorgehoben werden, daß die derzeitigen Leiter dieser Sektion die Herren Sigmund Schwarz und Adolf Herdan im Interesse der Sache Anerkennenswertes leisten. Es ist nicht Ausgabe einer jüdischen Zeitung, nur Lobcshymnen zu singen. In erster Linie hat die jüdische Presse im Jntercste der jüdischen Sache Anregungen zu geben, eventuell auf vorkommende Uebelständc hinzuweisen. Wenn wir heute zu dieser Institution Stellung nehmen, so liegt die Ursache einzig und allein in den oben angeführten Gründen. Nun zur Sache. Die Brünncr Chewra Äadischa, die, wie erwähnt, kein selbständiger Verein ist, krankt an diesem Ucbcl. Wir wollen das Humanitäre gegcnwärtig ganz beiseite lassen und hervorhebcn, daß diese Institution in religiöser Beziehung in kcincr Weise den Anforderungen gerecht wird. 1. Das Besuchen der Kranken wird weder bei privaten Familien, noch bei Personen, die im Siptalc liegen, gepflegt. — Gar mancher Kranke bedarf des Trostes und der Stütze einer derartigen Körperschaft. Wie viele Sterbcndc haben das Verlangen im letzten Momente, das Schemah Jisrocl zu sagen. Wer kümmert sich aber darum. Wie oft hauchen Juden im allgemeinen Spital ihren Geist aus, ohne einen mitfühlenden Glaubensgenossen um sich zu haben. Die Zeremonie des Väschens und Ankleidcns der Toten wird ohne jede Beaufsichtigung von bezahlten Leuten vorgcnommcn. Man frage aber nicht wie! Wir glauben, nur daraus hinweisen zu sollen, welch hohe Bedeutung der Prager Chewra in dieser Beziehung zukommt. Das Schaufeln der Gräber wird von Nichtjudcn bcsorgt. Tie Särge werden nach christlichein Mustcr hergestellt und gestrichen. Das Tragen des Leichnams ist den Anverwandten und Freunden des Toten nicht gestattet. Es wird von bezahlten Leuten besorgt. Die ״Schmurah"-Nachtwachen besorgt ein jüdischer Dienstmann, der seine anderen Kollegen für ein Entgelt bei den Nachtwachen vertritt. Nicht zu erwähnen sind all die Zeremonien bei Frauen. Wer beaufsichtigt diese? Gäbe es eine wirkliche derartige Organisation, so könnte diescn Ilcbelständen abgeholfen werden. Tie Chewra Sudas, die heute noch überall, sogar in der Groß- *) Wir eröffnen über diesen Punkt die Diskussion und soll es uns freuen, wenn unsere Leser zu dieser Frage Stellung nehmen werden. gemeinde Wien veranstaltet werden, kennt man jin Brünn überhaupt nicht. Der Zweck dieser Zeilen ist, die Leitung der Chewra Kadischa auf diese Uebelstände aufmerksam zu machen und wir sind überzeugt davon, daß sich in der Brünner Judenschaft noch Männer und Frauen finden, die sich dem heiligen Dienste der Chewra zur Verfügung stellen werden. Zum Niedergange der Judengemeinden in Mähren. . (Schluß.) Innsbruck, 12. Jänner 1913. Diese so ticstraurig gemachte Erfahrung schmerzte mich sehr; erstens, daß er ein gewesener Kollege war, der so gcfühl- und teilnahmslos über das Schicksal jüdischer Gemeinden mit ehrwürdiger Vergangenheit, die unverschuldcterwcise in den Kampf um ihr weiteres Sein geraten sind, sprechen konnte. Ferner tat es mir leid, von meinem Prinzip abgcwichen zu haben, in Dingen, die das טובת ך,5לל Gemeinwohl tangieren, nur mit freien, unabhängigen und selbstlosen Personcn mich cinzulasscn. Ich entschied mich daher, zuerst die einheimischen Faktoren Mährens selbst dicsbczüglich anzugehcn, um vielleicht unter ihnen die geeigneten Persönlichkeiten aufzustöbern, die die Lösung dieses Problems übernehmen dürften, oder auch, wenn nur neue Anregungen für die weitere Verfolgung deffen zu erhalten. Und da konnte ich eine, wenn auch öfter vorkommende, dennoch interessante Wahrnehmung machen: Die leitenden Kreise der in Verfall geratenen Gemeinden verrieten kein oder nur sehr wenig Verständnis für die traurige Lage, in welche ihre Gemeinden geraten sind. Ja, selbst die traurige Erscheinung des. Besetzens aller einst von würdigen Balc-Batim inncgehabtcn Häuser der jüdisch-polstischcn Gemeinden mit christlichem Mob, das jedem ordentlichen Juden den weiteren Verbleib in der Judenstadt verleidete, fand sie ganz stumpf und kalt; erst das Einschlagen der Fenster der Juden- Häuser und das Fehlen des Minjans für den obligaten Sabbath- und Jahrzcitsgottesdienst brachte die Leute zum Denken über das grausame Schicksal, dem sie entgcgencilten. Aber merkwürdigerweise stimmten ausnahmsweise in diesem einen Falle Vorstand und Rabbiner überein, daß für die Restaurierung der alten idyllischcn Gcmcindcvcrhältnisse sic selbst nichts auszurichten vermöchten, oder, wie manche trocken meinten, irgendein Ncs — יש• — eintretcn müßte. Selbst der greise sliabbiner Dr. Wolsfsohn, der gcwohnterweisc an derartige Probleme mit jugendlicher Schwungkraft heranzutrcten wagte, versagte da ganz und gar, wie es auch nachträglich aus dem Tenor seiner zu diesem Gegenstände in Ihrem w. Organe geschriebenen Aufsatze zu entnehmen war. Dagegen, muß ich mit Genugtuung konstatieren, fand ich in den Kreisen der Brünncr Juden, zumeist wohl Deszendenten dieser alten Kchillas, volles Verständnis und, was noch mehr zu begrüßen ist, freudige Bereitwilligkeit, für diese ihnen so heilige Sache Opfer an Gut und Zeit zu bringen, was ihnen nur zur Ehre gereichen kann. Darin stimmten mir jedoch dieselben bei. daß zur Inangriffnahme dieses Projektes unbedingt eine grötzcrc Körperschaft auf den Plan zu treten habe, die all die vorhandenen Kräfte, die geeignet und willig sind» zur Sanierung dieses Projektes bcizutragcn, zusammcnzufasscn und mit der weiteren Arbeit cinzusetzcn hätte. Durch diese Feststellung noch mehr ermuntert, bcgab ich mich zum Obmannc der zionistischen Organisation für Oesterreich, Herrn Adolf Böhm, der als Leiter der jüdisch-nationalen Bewegung für unser geliebtes Volk schon manch Ersprießliches geleistet hat, der, wie vorauszuschcn war, dies mein Projekt mit inniger Stintpathic aufnahm und mir auch versprach, alles daranzusetzcn, was nur geeignet wäre, der Realisierung dieser jüdischen Sache zu dienen. Und nun, verchrlichc Redaktion, ist cs Ihre Pflicht als jüdisch-nationales Organ, welches überdies den Ercigniffen und Beteiligten so nahe steht, diesem Gegenstände weiter zu dienen und all diejenigen, die bereits ihre Mitwirkung zugesagt haben, anzuruscn, insbcsonderc jedoch den Vorstand des mährisch-fchlesifchcn Diftrifte© mit der Bearbeitung dieses Projektes zu bctrauen, da auch die Agitation für diese vielen mährischen Juden heilige Sache danach geartet wäre, der jüdischnationalen Bewegung viele arbeitsame Freunde zu ge-!binnen. In diesem Sinne wünsche ich auch ein erfolgreiches Gelingen. Mit jüdisch-volklichem Gruß Rabbiner N. Saghcr. Die schönste Schrift in Kürzester Zeit erreicht jedermann K k. beb. aut. Scbreibscbule Professor Rudolf RoubitscbekiTiänilsröiiiä^m Pr;ו fl 61 üäcv auswärts brieniefter Unternag, ci Enacdeig. ges.gescl,. Methode.