Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1. ״Jüdische »ottssti««-." Seite S. L Wiener Nachrichten. Freiherrntitel und Klerikalismus. Zu dieser, in der vorigen Nummer erschienenen Notiz wäre noch hinzuzufügen, daß der neugebackene Freiherr Hans von Reitzes schon vor einigen Monaten zum Protestantismus übergetreteu ist. Leine erste Tat als Protestant war eine Zuwendung von 200.000 K für die von den Katholiken in der Form eines eucharistisehen Kongresses veranstaltete Heerschau. Das muß man sagen: Hans v. Reitzes ist des — Abs. alls vom Judentum würdig. Hilsnerprozeß. Dieser Tage hat Reichsratsabgeordneter Dr. Strauchcr eine Interpellation an den Juislzministcr eingebracht, in der er die endliche Wiederaufnahme des Hilsnerprozesses aufs nachdrücklichste fordert. Tie Interpellation betont, daß Hilsner zum Katholikentum übertreten ist, ein Faktum, das aber die Juden nicht davon abhaltcn könne, nach wie vor auf eine Ne- Vision dieses Prozesses zu dringen, da mit der Verurteilung Hilsners nur die antisemitische Lüge vom Ritualmord richterlich bestätigt werden sollte. Franz Oppenheimer in Wien. Donnerstag den 2. Jänner wird der bekannte Nationalökonom Prof. Dr. Franz Oppenheimer im Vortragszyklus der Kultusgemeinde (1. Bez. Eschenbachgasse) über ״Rassenprobleme" sprechen. Es ist nun bereits das zweite Mal, daß die Kultusgemeinde Oppenheimer gegen die Zionisten ausspielt. Im voriaen Jahre berief sie ihn nach Wien anläßlich des Sombartrummels, da ihr die gegenteilige Auffassung Oppenheimers über die Frage des Verhältnisses von Kapitalisiuus und Judentum bekannt war und diesmal ist die Einladung wohl erfolgt, weil es der Kultusgemeinde bekannt ist, daß Oppenheimer trotz seiner Zuge- Hörigkeit zur zionistischen Partei in der Rassenfrage einen gerade von den Zionisten heftig bekämpften Standpunkt einnimmt . Rnthenen und Polen. Sanrstag abends wurde der Ausgleich zwischen Polen und Rutheuen abgeschlossen, ein Faktum, das aus das Verhältnis beider Nationalitäten zum Judentum in Galizien Wohl nicht ohne Einfluß bleiben dürfte. Bisher waren die Juden in den einzelnen Wahlkreisen immer das Zünglein an der Wage und wurden schon deswegen ziemlich glimpflich behandelt. Nun der Ausgleich geschlossen ist, bleibt abzuwarteu, wie sich nun die Ruthenen und Polen zu den jüdischen Forderungen in Galizen stellen werden. Zionistenkongreß 1913. Mit den Vorarbeiten für den diesjährigen, in Wien stattsindendci! Kongreß wurde bereits begonnen. Dem Veruehmen nach wird die Eröffnungssitzung in der Rotunde abgehalten werden. Tie folgenden Sitzungen werden im Musikvereinssaale stattfinden. 4° Weinstabl-Iubilänm. Ter bekannte und beliebte Kapellmeister und Komponist Carl W e i n st a b l feiert am Montag, den 0. Jänner 1013 (Heilige 3 Könige» in A. Kührcrs Prachtsaal zum wilden Mann 18., Währingersiraste 85 sein Lögihrigcs Jubiläum. Namhafte Kunstkr äste wirken mit. Beginn 7 Uhr abends. Tanzkränzchen. Wiener Theaternachrichten. Im Wiener Hofburgtheatcr wird als nächste Novität ״Das Paar nach der Mode" von Raoul Auernheimer vorbereitet. Am 31. d. scheidet Robert von Balajthy aus dem Verband des Burgthcatcrs, um sich ganz ins Privatleben zurückzuziehen. H. G. Frau Elsa Galafres wurde vom Direktor Laust au das Deutsche Schauspielhaus in Berlin engagiert. Haber, als auch den Diplomaten, den Soldaten und alle übrigen Gestaltungen vom Schauspieler verlangt, Herr Rubel entledigte sich dieser Fregoliaufgabe vorzüglich: am besten gelang ihm der schüchterne Liebhaber. Irl. Graf spielte die Vilma mit groster Intelligenz. Herr Lcnbart suchte den nervösen Ehemann so natürlich als möglichst zu geben; manchmal verfällt er in kleine Übertreibungen. Aber auch die Damen Rogrll und Wiesner und die Herren Maluschinskv als Sekretär, :>tcckc und Rehbcrger haben zum Gelingen des Abends beigetragen. Die Regie des Herrn Direktors Herzka und des Herrn Teller war ausgezeichnet. Hugo Gold. * Brunner Stadttlieater. W o ch e n s p i e l p l a n: Mittwoch den 1. d. «nachm.) ״Die Puppenfee", ״Häusel und Gretcl": (abends! ״Das Prinzchen'' «Erstanfführung). Donnerstag den 2. d. ״Das Märchen vom Wolf". Freitag den 3. d. ״Traviata" (Edith de Lhs a. G.). Samsiag den 1. d. ״TaS Prinzchen". Sonntag den 5. d. (nachm.) ״:zauberflöte" (Acbeitervorstellung); (abends): ״Der Rasrclbinder ,Louis Treumann a. G.j. Montag den 3. (nachm.! ״Das Märchen vom Wolf": «abends): ״Tie Dollarprinzessin" «Louis Treumann a. G.j. Mittivoch den 8. d. ״Toska (Edith de Lps a. G.). * Theatrrnachrichten. Das Gastspiel der Primadonna Edith de Lys findet am 3. d. ״Traviata" und ant 8. d. ״Toska" statt. Herr Louis Treumann gastiert am 5. d. ״Ter Raskelbiuder" und am (i. d. ״Tie Dollarprinzessin". Für beide Gastspiele tritt die kleine Preiser- Höhung in Kraft. I bk. Rudolf Katholkky gev. teltei der l.cdttg.Avlell«»g der Ca«de$KranRenan$r«lt wo&et: Ecke Jerdtoand$(M$$e und 1ods»ne;gszre <- oc^inirn tätlich von r vir 4 vvr nachm. Jrrnrprecder Nr. S03. Oeünner R!ac^riej»1en. Jüdische Toynbcchalle. Sonntag um!> Uhr findet ein Vortragsabend iin Gewerbevereinssaal, Deutsches Haus, statt. Herr Hugo Gold wird jungjüdische Dichtungen zur Vorlesung bringen. * ״Das Märchen vom Wolf" ein Spiel in vier Bildein von Franz Molnar. Das Lustspiel ist voll Spannung, der Dialog voll Geist und Leben. Tie Darstellung sowie die Regie war wohl eine der besten des Stadttheatcrs. Im Mittelpunkte des Abends steht Georg Szabo, eine Rolle, welche sowohl den schüchternen Lieb- Jüdisch-volkLiche Gedenktage. 23. Tewcth bis 1. Schewat. stark :>!. Schueor Salman der Lidaier, der Bear׳!, der des ״Ehaffidismus", einer neuen . .:.׳',n.:׳.a!m ״Chassidismus" «״Che.vad"! iü das Aiiagramiu der hebr. Worte׳ Chochn'u. B'iu.k, Deah/ starb :)i. 'Naflali Kohen, einer der bVuuteudsle! .uadbalijlen seiner Zeit, auf der :)leise nach de:! heiligen Lande ur!d wurde :u K.1:-. i!a׳ rinopel vegraven. wurden die Juden zum lebte» Mil: au-: der Reichshauptstadt Wie» vertriebe», starv der berühmte Shuagogen-Kv'.'pouisl Sberkautor Salomon Suizer iu Wie», starb R. Samsou Rafael Hirsch, früher Rabbiner in Nikoisburg und zuletzt in Frankflrrt a. M. 28. 5507 wurde die Stadt Sefad iu Palästina von einem heftigen Erdbeben heimgcsuchk,!nobel viele Hunderte von Menschen hiugernffl wurden. :0. 5«>51 starv der Londoner Cberrabbiner R. Nathair Markus Adler, Verfasser des ״Nethina LVigec." l. 50-11 starb der bekannte Kanzelredner :>!. Gutman 23. 5573 '21. 5470 25. 5505 20׳. öl, 5«) 27. 5040 Juden! Die israelitische Kultusgemeindc Pirnist in Mähren must ihren mehrhundertjüheigen Friedhof vergrü- Hern und zugleich ein neues ZaÄik-Hadin-Häuschen bauen. Mildtätige Glaubensgenossen haben zu diesem humanen Ztvecke bereits ansehnliche Beträge gespendet, zur Vollendung des Baues fehlen jedoch noch bedeutende Beträge. Wir appellieren daher an das goldene jüdische Herz und Pietätsgefühl und bitten, uns zu obigen! edlen Zioeck Unterstüpungeu zu gewähren. Hochachtungsvoll Israelitische Kultusgemeindc in Pirniv «Mähren-. Ter Vorsteher: D. Schulz. Herrenwäsche Aorrelponäenzen. Olmütr. Herr Ignaz L r i e ß. Seniorchet der k. k. Hofmolzsabrik Jgmi׳, und Wilhelm B r : e ß, wurde zum k. k. Kommerzialrat ernannt. Tobitschau. Samstag, den 28 .Dezember abends 8 Uhr fand im ״Hotel Drei .König" ein .Konzert statt, dessen Reinertrag den Grcnzsol Daten gewidmet wurde. Der geräumige Saal war lange vor Beginn der Vorträge von einem dislinguierten Publikum bis aus Vas letzte Plätzchen besetzt. Unter den Anwesenden bemerkte man die Gattin unseres Gutsherrn Herrn Wilhelm .Ritter v. Gutman, Frau Hebt) v. Gutman geb. Edle v. Pravn, Herrn Tr. Simon und Frau ans Wien n. n. v. A. Das Arrangement lag in den Händen der absolvierten .Konservatoristiu Fräulein Wall« Mandler, welche ihrer Ausgabe bewußt, mit ihren Schülerinnen ein gewäiilteS Programn׳ zu Gehör brachte. Die Schülerinnen Grete Fenereisen, Irene Suran und '.luarie Polanskn holten sich durch ihre» Vortrag: Wagner: '!Russisches Lied. Volkslied und Behr: Im Zigennerlager. riesigen Beifall. Smith: Tarantella und Spindler: Glöckchenspiel wurde von Fr>. Marianne .Herrmann und Ella Mandler in vortresslichster Weise vorgetragen. Mendelssolm: Gondellied, hüllet: Loin du Bal und Smith: Traviata-Fantasie wurde von Frl. Else Mandler und Gerty Herrmann mit vollendeter Technik zu Gehör gebracht. Einen entzückenden Vortrag boten Frl. Olga Thorsch. .Klavier und Herr Fritz Tborsch, Violine durch Vienrtemps: Reverie und Friml: Palse cognette. Frl. Lilli Wertheiiner, mit einer herrlichen Stimme begabt, trug Bkener .Hellmund: Zanberlied und Fried: Hüte dich! in solch formvollendeter Weise vor, daß jeder Dilettantismus vermißt wurde. Frl. Lhda Snlit glänzte durch ihren Vortrag Ole Olsen: Papil lons und 2uf: Liebeslied. Als zum Schlüsse Frl. Wall» Mandler Grieg: An den Trühling und Lißt: Rigolelto Paraphrase zu Gehör brachte, brach ein frenetischer Beifall aus und wurde auch der unermüdlichen Arrangeurin seitens der Gutsherr!» Frau von Gntman ein prachtvolles V!Innengewinde überreicht. Biisüili. Die vom hiesigen jüdischen Gesangverei!: am vecflvsseneu Sonntug verunstaltete Mukkubäerfeier guv Zeugnis von dem ernsten Streben der Länger und Sängerinnen mit ihrem Chormeister r berkuiitor Muuerrivitsch, der es verstunden hur, i» verhältuisiiiüstig kurzer Zeit, den Verein auf ein Hobes Niveau zu br!ng:u. Das zahlreich erschienene Publikum lauschte vegeistert der schioungvollen Festrede unseres jugendlichen^ Herr» :'iabbiners Tr. Diamant, den herrlichen Solovertrügen des Herrn Sberkuniors Mairvivitsch, den 1oi:!ungsvollen Rezitationen des Hru. Fr. Pollenz und den Dacbieiuugcn des Vereines und wurde nicht müde, in rauschenden Beifallskundgebungen feiner Bewunderung über das Gehörte Ausdruck z>i geben. Die Klavierbegleiilingeu des Vereines und wurde nicht müde, in runickeneen VeifallSkundgebuiigeii seiner Bewunderung i:l>- ׳ das Gehörte Ausdruck zu verleihen. Die Klaviervegleirung besorgten in anerkennenswerter Weife Frl. Frieda Hunier und Frl. Anna Sehmidl. F. 2. M.-Ostrau, 30. Dezember. «'Eigenberich!.! — st'achdem die Führer der hiesigen Sozialdemokraten in ihrer Versammlung vom!2. Dezember bi»12 in der takllosesren Weite Oie jüdischnationale .Handliingsgehilten-Organisalioii an gegriffen und den allein erschienenen Gg. Dr. Felir Winterstein gewaltsam daran hinderten, diesen Entstellungen entgegenzutreten, scheint ihnen nunmehr das Schmähliche ihrer Handlnngsweise denn doch zum Bewußtsein gekommen n3ch Mass und Hetrenmodewaren kaufen besten am Sie im Spezialgeschäfte der Firma ״Derby“ V. DRESLER, Brünn, Krapfengasse «r. 24—26. Nur apparte Neuheiten. Feste Preise.