Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6. ״Jüdische Bolkssti««e." Nr. 1 zu sein. Sie beriefen daher für den 20. Dezemder abermals eine Versammlung ein, diesmal mit der unzweideutigen Tagesordnung: ״Jüdischnationale, Nationalismus und sozialistische Organisation, in wessen Auftrag soll die Sache der Angestellten geschädigt werden?" Im wohltuenden Gegensätze zu dem Referate in der früheren Versammlung, das die jüdischen Handlungsgehilfen in der verwerflichsten Weise verdächtigt hatte, das; sic im Aufträge der Unternehmer Vorgehen, bemühte sich der Neferent, Herr Dr. Viktor Haas, sachliche Argumente für die Bekämpfung einer besonderen jüdischen Organisation vorzubringen. Der Refereut fand sich bereit, eine besondere jüdische Nation anzuerkenncn, fand aber, das; nur eine einheitliche Organisation aller Angestellten ohne Unterschied der Nationalität notwendig und erfolgverheiszend sei. (Dr. Haas scheint von der Spaltung der deutschen und tschechischen Sozialdcmokratcn nichts wissen zu wollen.) Die Ausführungen des Referenten, die, wie gesagt, ernst und sachlich vorgebracht wurden, scheinen aber dem Gcschmacke der Bersammlungsieilueinner sozialdemokratischer Flagge wider den", ״ohem . . strich gegangen zu sein, umsomehr, als die jüdi-! .Gleiwttz. im jüdischen, aber auch im allgemeinen Wirtschaftlichen Interesse gelegen ist. Der Platz jedes jüdischen Angestellten ist in der jüdischnationalcn Organisation, die einzig und allein berufen ist, dem spezifisch jüdischen Glend wirksam entgegenzutreten. Reicher Beifall lohnte die überzeugenden Ausführungen des Redners. Wenn aber die Herren Sozialdemokraten, die auch bei der letzten Versammlung nur mit Mühe davon zurückgehalten werden konnten, eine rohe Prügelei zu inszenieren, tatsächlich noch glauben, unsere Ucberzeugung mit Brach,algetvalt unterdrücken zu können, dann sind sie euf einem Holzwege. Denn selbst die niedrigsten Ausbrüche geschürter Parteiwut sind nicht imstände, unser hehres Ziel zu beschmutzen und den unausbleiblichen Sieg unserer Idee zu verhindern! . Znaim. Dem Kantor der hiesigen Kultusgemeinde Herrn S. Handgriff wurde in der am 2. Dezember 1912 stattgehabten Sitzung des Vorstandes nebst entsprechender Gehaltserhöhung einstimmig der Titel eines Oberkantors vernisse ihres Rabbi von auswärts gekommen. Trauerreden und Hespcdim hat sich der Rabbi bei Lebzeiten verbeten. ןצ״ל ic in dem altbewährten Solbade schen Ei'nberufer es für 'angebracht hielten,' einige!-^önigsdorff-Jastrzemb im Jahre 1890 gegrünarische Schreier zum Verstärkungsdienst heranr-eic israelitische Kinderheilstätte (Verwaltung zuzicben; einzelne Tische warne von Nichtjuden besetzt, von Leuten, die man, wenn cs zu Debatten kommt, nicht mehr zu leiten imstande ist, und die es an Beweisen nicht fchlne liehen, das; ernste Auseinandersetzungen und nüchterne Betrachtungcn nicht ihr Handwerk seien! Aber nicht genug daran, hatte man es auch sonst darauf abgesehen, nichts zu unterlassen, was der Versammlung einen allzu jüdischen Anstrich geben könnte. Dazu war cs selbstredend notwendig, abernmls gegen die Jüdischnationalcn loszuziehen. Herr Siegmund Reih unterzog sich mit der ihm in dieser Hinsicht eigenen Gewandtheit der Aufgabe, damit zu drohen, das; man weiterhin die Jüdischnationalcn mit anderen Mitteln als mit blohen Worten bekämpfen werde. Dieses Eingeständnis ist ein Beweis für die Schlagfcrtigkcit der Argumentation des Herrn Reih, für die nur besonders Erlesene das nötige Verständnis ansbringen werden. Uns ist eine derartige Taktik sremd und ganz unverständlich und cs ist bezeichnend, dah ein völlig unparteiischer Vcrsainiiiluiigteilnehmer, der Anhänger des Zentralvercines ist, dem Advokaten Dr. Jg. Schmidt von der gerechten Entrüstung der meisten Versammlnngsteilnehmcr mitgcrissen wurde und nicht genug scharfe Worte finden konnte, um ein derartiges Vorgehen eines Juden — Juden gegenüber zu brandmarken. Gg. Dr. Wintersrein batte daher keine allzu schwere Ausgabe, um angesichts dieser Vorgänge darzutun, wie wenig die indischen Handlungsgehilfen von einer Partei zu erwaretn haben, die sich stets nach bewährtem Muster (Arbeiterzeitung und die jüdisch-assimilatorischen Arbeiterführer) bei Auftauchen der Judenfrage bemüssigt sieht, durch Herabwürdiguug und Beschmutzen alles Jüdischen den Nachweis zu erbringen, dah sie keine Judenschutz truppe sei und auch nicht sein wolle. Aber selbst eine einsichtigere Sozialdemokratie wäre nicht Jtunclfcfi zu Glciwitz) hat in der vergangenen Saison 1912 159 Pfleglinge, und zwar 78 Knaben und 81 Mädchen, Ausnahme gewährt. Bei allen Kindern war ein günstiger Kurcrfolg zu verzeichnen. Als geheilt wurden entlassen 69, als gebessert 11, als gut gebessert 52, als sehr gut gebessert 27. Die durchschnittliche Gewichtszunahme betrug 43/4 Pfund. Insgesamt hat die Anstalt seit ihrem Bestände 2189 Pfleglinge beherbergt. Sicherlich eine anerkennenswerte Leistung auf dem Gebiete humanitärer und sozialer Fürsorge. Aber es liegt im Zuge der modernen Zeit, dah die Ansprüche, die an die Anstalt gestellt werden, von Jahr zu Jahr sich steigern. Es ist eine Pflicht der )Nächstenliebe, diesen Anforderungen nachzukommen. Kein krankes, bedürftiges Kind soll vergebens um Aufnahme bitten. Es wird daher ein größerer Erweiterungsbau geplant. Zu diesem Zwecke ist bereits ein umfangreiches Gelände, das au das Grundstück grenzt, erworben worden. Die Erhaltung des segensreichen Werkes geschiebt durch Stiftungen und milde Beiträge. Vorsitzender der Äinderhcilstätte ist Rabbiner Dr. Wilhelm Münz in Glciwitz. Berlin Tie Hundertjahrfeier der Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaucs unter den Juden im preuhischen Staate wurde am Sonntag mittag durch einen Festakt im Logcnhaus begangen. Unter den Erschiene-!1111־ bemerkte man neben den Vertretern der Behörden usw. den Geheimen Justizrat Cassel, Geheimrat v. Mendelssohn, Rcgicrungsrat v. Lattorf, die Stadtverordneten Galland und Leescr, Magistratsbaurat Broniatowski, die Kornmcrzicnräte Pincus und Löwenberg, den Bankicr Wallach und andere mehr. Nach der Begrühun'gsredc des Vorsitzenden Georg Tietz nahm Rabbiner Tr. Blumenthal zur Festrede das Wort. Nachdem dann Diplomingenieur Adler die Vereiustätigkeit im ciinelnen geschildert hatte. au. Konstituierung der ״Misrachi" in Ungarn. Zufolge den Bemühungen des Sekretärs des Misrachi Herrn Dr. Berliner, Berlin, Hai sich die ״Misrachi" (konservative Zionisten) in Budopest konstituiert. Das Bureau besteht aus Leopold Lindenbaum, Präses, Leopold Lebowitsch, Schriftführer, Dr. Siegmund Alt, Dr. Simon Stern u. a. Dem fait accompli einer Misrachi-Organisation in Ungarn werden wohl auch deren Gegner in der Landesorganisation nicht hindernd in den Weg legen. Es wäre zu empfehlen, wenn eine Delegation — der Begriff ist doch jetzt geläufig — beide Organisatio- ׳' neu verbinden würde. Pcthach-Tikwah. Ueber die Geschichte der hebräischen Literatur seit Mendelssohn wird Hr. I. Nabinowitz einmal wöchentlich während des ganzen Winters Vorträge halten. Der Preis für die Teilnahme an dem gesamten Kursus beträgt 0 Franken. Die Vorträge haben bereits begonnen und sie werd nevon zirka 40 Personen besucht. Die Gesellschaft ״Pardes" hat zur Organisierung des Orangenverkauses einen Vertreter nach Liverpool und einen anderen nach Odessa entsandt. Vorläufig scheint der Orangenmarkt in Liverpool sehr flau zu sein. Die Jaffaer Militärbehörden erhielten einen Befehl, sofort mjlitärische Aushebnugen in weitcm Umfange vorzunehmen und die für tauglich Befundenen gleich zum Militärdienst herauzuziehen. Es scheint also, daß die Regierung sich noch für langdauernde Kämpfe vorbereitet. Eiue jüdische Gewerbeschule. Der Onoder Rabbiner Mayer Schück gründete ein jüdische Gewerbeschule, in der einen halben Tag jidisch, den anderen halben Tag hingegen den Schülern ein Gewerbe gelehrt wird. 1913 Wochenkalender 5673. ן טבת JZ״. Festtage הפטרה M 1 D כג 2 F 3 S ns 4 S כי 5 M בז 6 T כיז 7 M כ:ז 8 D א 9 ft 10 6 . - 11 תעג־ת שובבים ת״ת מברבין החדש. וארא תענית שובבים ת״ת יום בפי־ קצן׳ ע־ב ד״דז שב: Rösch Chodesch - ראש חדש בא כה אפר אד הדבד אשר דבו imstande, dem täglich'zunehmenden Boykott des!"'hob sich Regierungsrat v. Lattorf, um die jüdischen Elements, das besonders im Handel, Gruße des am Erscheinen verhinderten Polizeivon Tag zu Tag größer wird, wirksam entgegenvräsidentcn zu überbringen. Namens der Stadt zntreteii, weil eine einbeitliche Gewerkschaft'sich Berlin feierte Stadtverordneter Justizrat Galschon wegen unvermeidlicher Jntcrcssenkollisio- ^0nb den Verein. Weiter sprachen für den Vorneu, nicht mit ausschließlich jüdischen Fragen bestand der jüdischen Gemiende Justizrat Brcssaßen kann. Die wirtschaftliche Lage der Juden,'lauer, für den Deutsch-Israelitischen Gemeindenamentlich in Rußland und Galizien bringt es stniud Prof. Kalischer, für die B'nei B rit Großmit sich, daß alljäbrlich ein Strom von vielen' wge Dr. Mar Ginsberg und eine Reihe anderer 7a!!senden jüdischer Auswanderer die Heimat,Redner, unter ihiien Professor Philippson. Im verlassen muß und sich infolge des immer rigo- Anschluß au die ^eier fand eine Prämiierung roser werdenden Absperrungssystcms Englands : der Lehrlinge statt, deren Arbeiten ausgestellt und Amerikas, sowie der noch nicht unterstützten waren. Einwandernng nach Palästina, zum großen Taraabrzcg. Der hiesige Wunderrabbi und bc-!eile auch in unsere Gegenden ergießt. Da aber nü,mk׳ Gaon, Herr Aeboschua Horowitz, verschied im die jüdischen Angestellten fast nur noch bei jüdi- -!Iler von (15 Hainen nach dreitägiger Krankheit. An scheu Ebess Anstellung finden können, verschiebt cimssidäischen Kreisen hängt man den raschen Tod mit sich das Verbälmis von Angebot und ־Nachfrage den Herz.-nkränknngen des Verblichenen über die gegenimmer mebr zu Iingnnsten der jüdischen Ange- "׳artige miszliche Lage der Anden Galiziens zusammen, stellten. Zufolge dieser traurigen Erscheinung 1 ste׳h!reiche Rabbiner, ungefähr 50, nähme» an dem Leiim jüdischen Wirtschaslsleben werden die Löhne chenbegüngnisse teil, die dann den «oh» des Verblicheder jnd. Angestellten ungünstig beeinflußt, eine >'.en. Herrn Älter öorowitz, zum Nachfolger protlamicrt Tatsache, deren Beseitigung Wohl in erster Linie beben. Mebr als 10.000 Anden sind zum rrcichenbegäng- Röntgen-Institut Durchleuchtungen -er Brust uud B«»ch etngeweide, Photographien bei tUtwj Verletzungen, Gelenks u. »nochenkrankhe««. Heilbehandlung bei verschiedenen ch»<- nischen Krankheiten. Speziatarzt Dr fugen Aodon, VrLn», Großer Platz i, (Banchau» Hnba») roteptzo» L444 linier«»«» ״puuimin״ Monantsbinde für Damen mit 3 waschbaren Reserveeinlagen sehr bequem zum Tragen per 1 Stück 4 Kronen. Versendet diskret, gegen Nachnahme nur die Firma R. Mare§, Brünn, Minoritengasse Nr. 12. Neues Reinigungsinstitut ״Puritas״ Brünn, Fröhlichergasse 14 übernimmt Reingungen von Fenster, Auslagen, Wohnungen, Kanzleien ect. ect. SpezialitSt ״Einlassen von Fussbfiden.“ B B Spezial-Geschäft in Strumpf־ u. Wirkwaren. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. Strümpfe, Socken, Handschuhe, Sportartikel 8B Brünn, Herrengasse Nr. 8—10. Berthold Herrmann U V U S B