Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 32 (14.11.1912)
- Date
- 1912-11-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 32. ״Jüdische BolkSstimme." Seite 8. Acünner /tucitrickten. Jüdische Toynbeehalle. Am Sonntag den 17. Ikovember l. I.» um 5 Uhr nachmittags, hält im Saale des Mährischen Gewerbevereines Herr Professor Dr. Alexander Werner einen Vortrag über ״Moiieres Leben". * Todesfall. Herr Alois Brecher, Bnch- Händler, Expräsident des Humanitätsvereines ״Moravia" ist im 62. Lebensjahre gestorben. Tas Begräbnis findet Tonnerstag den 1-l. d. statt. Peo-Brockensammlung des Vereines ״Machsike Hadaß". Herr Tr. I. Meitner, Wostitz, hat der Peo-Brockensammlung eine große Sendung Kleidungsstücke und Wüsche zukommen lassen, wofür demselben an dieser Stelle bester Tank gesagt sei. Fünfklassige Bibelschule des Vereines ״Machsikc Hadaß", Adlergasse12. Einige Knaben und Mädchen finden in der Bibelschnle noch jetzt Aufnahme. Tie Jüd.-akad. Rede- und Lesehalle in Brünn veranstaltet Samstag, den 16. November im kleinen Festsaale des Teutschen Hanfes einen Vortrag des bekannten Berliner Schriftstellers Tr. Nathan Birnbaum (Mathias Acher) über: ״Moderne jüdische Literatnr".. Beginn 8 Uhr abends. Der Vorverkauf der Karten findet ab 1:1. d. M. in der Buchhandlung A. Brecher, Großer Platz, statt.- Dr. Rudolf Ratbolicky gew. Leiter der!.(birg. Abteilung der EandeskranRenanstalt wohnt: €cke Jtrdinandsaasse und jobannesgasse <- ordiniert täglich von r dir 4 Ohr nachm, lernrprecher Nr. 803. Aorre^ponllenzen. Holleschau. Bei der dieser Tage vorgenommenen Knltuswahl, wurden gewählt: Herr Mari Beer, Kultnsvorsteher, 1. Beirat: Herr Abraham Grätzer, 2. Beirat: Herr Leopold Lustig. N'achdem Herr Karl Beer gegenwärtig in Meran weilt, wurde derselbe von der ans ihn gefallenen Wahl telegraphisch verständigt u. beglückwünscht. Nikolsburg, den 11. November. Ten Bemühungen einiger Männer, besonders des Bürgermeisters, Franz Teutsch, Kammerrates Samuel Krakauer und Knltusvorsteher Jaques Spitzer ist es gelungen einen Versorgungsverein zu gründen, dessen Aufgabe es sein soll, armen, alten Leuten eine ausgiebige Verpflegung in einem entsprechenden Heim zu versorgen. Tie Lokalsrage ist bereits gelöst, indem zu diesem Zwecke das Stiftungshaus des ehemaligen Bürgermeisters Siegmund Blau verwendet wird. Um das Unternehmen zu sichern, wurde das .70.000 Kronen betragende Vermögen des srü- Heren Versorgungs-Vereines als Grundstock angelegt. Diese Summe hat eine Vermehrung durch mehrere Spenden, sowie durch eine Sammlung erfahren. Ueberdies ist es gelungen, eine große Anzahl zahlender Mitglieder zu erwerben. Im Interesse der Humanität wäre ein Inkrasttreten dieses Institutes baldigst zu wünschen. — In Ihrem gesch. Blatte wurde nun recht viel über den Niedergang der mährischen Gemeinden geschrieben. Letztere Erscheinung ist umso bedanerlicher. da ja die mährischen Gemeinden in der Welt berühmt waren, durch ihre Frömmigkeit, wie durch ihre Führer, von denen viele anerkannte Größen waren. Toch von den vielen Nezepten, die die Herren Einsender vorschrieben erwarte ich sehr wenig, obschon deren guter Wille anzuerkennen ist. Ter tüchtige Arzt wird bei Schmerzensansbrüchen eines Patienten, ja selbst bei heftigem Fieber keine momentane Lebensaesahr glauben, aber er wird bedenklich den Kam schütteln, wenn der Kranke apathisch daliegt und dem Vergnügen der Außenwelt kein Interesse abgewinnt. So ist es auch mit der mährischen Judenschast: diese ist von einer unheilbaren Krankheit ergriffen, diese heißt Apathie in religiösenTingen. Die von dieser Krankheit Erfaßten werden auch durch die weitgehendsten Reformen nicht aus ihrer Lethargie mehr ausgerüttelt werden, wie wir dies ja in den Reformgemeinden Mährens sehen, wo trotz herrlicher Musik und abgekürzter Gebete die Tempel eine gähnende Leere ausweisen. Von dem religiösen Privatleben der Bewohner einer Reformgemeinde wollen wir gar nicht sprechen. Es handelt sich jetzt nur darum, die wenigen konservativen Elemente des Landes und die Mittelparteiler zu erhalten. Diese Aufgabe lüge, den guten Willen der Gemeinden vorausgesetzt, im Bereiche der Möglichkeit. Es müßte nämlich bei Abgang eines Kuitueangestellten die vakante Stelle mit einem Streng-Konservativen besetzt werden, den mau ja leicht aus Galizien und aus Ungarn bekäme. Tie Früchte dieser Methode würden sich bald zeigen. Jüdischer Handlungsgehilfenverband, Ortsgruppe Proßnili. Sonntag den 2. d. fand die Wahl der provisyrischen Leitung der neuen Ortsgruppe des I. H. B. statt, welcher sich bereits •1:1 Angestellte angeschlüssen haben. Cs erscheinen gewählt: Obmann: Lea Schreiber-, Schriftführer: Otto Hochwald: Kassier: Fritz Schulz: Bibliothekar: Bela Grünwald: Beisitzer: Leopold Neu- Hofs, Wilhelm Kleiner, Karl Ganz. — Zuschriften sind zu richten an Kollegen Otto Hochwald bei Fa. Seliger und Nuhdörfer. Wien, den 8. November. Bei den Ausgrabungen. die die französische archäologische Schule in Athen auf der einst dem Apollo geweihten Insel Delos vornimmt, wurden die ausgezeichnet erhaltenen Reste eines Heraklestempels gefunden und in der Nähe ein aus zwei Räumen bestehender Bau. der mit Bänken versehen ist und nach den Inschristen Neste einer alten Synagoge darstellt. Es darf dies nicht Wunder nehmen, da Tank der bekannten Toleranz der Bevölkernng und Priesterverwaltung auf dieser Wallfahrts- und Handelsinsel— wie die Grabungen ergeben — auch sämtliche andere Bekenntnisse der Mittelmeervölker ihre Andachtsstätten hatten. Krummau. Herr Rabbiner Tr. L. Hirsch ist zum k. k. Professor ernannt worden. Prag, den 10. November. Tie von einem hiesigen Blatte mit großem Applomb angekündigte Wahl des derzeitigen Ober-Rabbiner-Stell- Vertreters Tr. Brodh zum Oberrabbiner ist noch nicht erfolgt. Tie Frage wurde in der heutigen Sitzung der Kultusgemeinderepräsentanz vertagt. Budapest. Professor Dr. Julius Klein, Präscheut der botanischen Abteilung und Redakteur des amtlichen Fachblattes der Ungarländ. natmwissenschaftlichen Gesellschaft, feierte sein -lOjähriges Professorenjubliänm. Budapest. Tie aus fünf Rabbinern und zehn Laien bestehende orthodoxe Zentraltom- Mission hatte unter Anwesenheit des Rabbiners Tr. Breuer-Frankfnrt a. M. eine Tagung, zu der fast alle Mitglieder erschienen waren. Ter wichtigste Punkt betraf die Stellung zur Agudah Ijsroel-Organisation. Tie Herren waren mit der Haltung der Frankfurter Leitung durchaus nicht einverstanden, einigten sich aber schließlich dalnn, die Frage des Anschlusses der ungarischen Orthodoxie der in etwa sechs Wochen tagenden Landesrepräsentanz, die ans 100 Mitgliedern besteht, zur Entscheidung zu überlassen. Budapest. In Ehren der hiesigen Bachurim. die in auswärtigen Icschiwos lernen, veranstaltete die hiesige Schaß-Cbewro eine chassidnche ״Melawe Malkoseier". Es wurde bei diesem Anlaß nicht nur von Rabbiner Koppel Reich, sondern auch von den jugendlichen Tbörahelden viele und geistreiche Tboraworte gewechselt. Als nach Mitternacht das Festmahl durch das Ben scheu geschlossen werden sollte, wurde der a'w Gaon van dem Reigen der Bachurim umk--:1ß und mit böhmischem Tanz und frohen! ,.B׳.nm.-h Elokenusang" gefeiert. Verbo. Tie von Rabbiner S. Reich gegründete und von ihm erhaltene Talmud Thora- Mittelschule, in der 208 Zöglinge ans aller Welt eine musterhaste jüdische Erziehung erhalten. wurde vom Kultusminister Gras Zichy ausgezeichnet. Er betraute den Schulinspektor Janosy, daß er in seinem Namen dem ehrwürdigen Rabbiner den Tank ansspreche für die hohe kultnrette Mission, die dieser durch die Förderung der Anstalt erfülle. Diese hrevorragenden Dienste zur - Hebung der ungarischen Kultur bei der Gesamtbevölkerung verdienen ganz besondere Beachtung. Bedenkt man. daß in dieser Anstalt sechs Geinoroh-Meladim ehrlich und gründlich lehren, so ist dieses Ministerschreiben um so bedeutungsvoller. Aber merkwürdig ,daß die ״Andern" noch immer von der Kultnrfeindlichkeit der Orthodoxie faseln. Presrburg. Ter Machstke Hadaßverein des hiesigen Bezirkes erläßt einen Ansrns, in den! er das Interesse der gesetzestreuen Indenheit für die 2000 dem Judentum alljährlich verloren gehenden Kinder erweckt, die elternlos und verlassen, von Staate aus an Banernsamilien abgelassen, vom Staate ans an Banernsamilien abgeden. Ein orthodoxes Patronagehein! soll durch den Verein in Preßburg errichtet werden. Frankfurt a./M., 11. November. In der gestern stattgehabten Plenar-Versammlnng des ״provisorischen Komites" der ״Agudas Iisroel" wurde folgendes beschlossen: ״Nachdem Herr .Rabbiner Tr. Breuer durch ein Mitglied des Komites die Erklärung übermittelt hat, das! es ihn! ferne gelegen habe, durch seine Verösfentlichung der Agudalh-Leitung zu nahe zu treten, beschränkt sich das Koinile aus folgende Erklärung: 1. Absatz unserer Resolution vom l:',. Oktober, welcher lautet: TaS ״Provisorische Komile" fühlt sich nicht berufen, diese Bestimmungen einschränkend zu interpretieren, überläßt es vielmehr jeder der in der gesetzestreuen Indenheit vorhandenen Richtungen, ihren Standpunkt aus dem versassungsmäßigen Wege vor den zuständigen Organen inerhalb der Agnda zur Geltung zu bringen" verweist zur Lösung der schwebenden Tifserenzen ausdrücklich aus den Weg. den auch Herr Rabbiner Tr. Breuer in seiner Rede als gangbar bezeichnet hat: den Weg einer Schaloh bei dem ״rabbinischen Rate", der für die Entscheidung dieser Frage satznngsgemäß zuständig ist. 2. Das ״Provisorische Komite" glaubt, nicht nur dem Rechte und der Billigkeit, sondern auch dem Geiste der Thora zu entsprechen, wenn es einerseits abgelehnt hat, eine in das religiöse Leben so tief eingreifende Frage auf Grund vorliegender Arträge für kol Israel zu entscheiden, wenn es vielmehr allein den gesamten Aeropag des Gedolel! Thora für berufen hält, unter Würdigung der berechtigten Verschiedenheiten der einzelnen Länder eine Entscheidung al pi batoro zu treffen. Wir sind über wl'gt, daß diese unsere Stellungnahme in den weitesten Kreisen nicht nur der Gesamtheit, son dern insbesondere auch bei den Gedolah Thora oller Länder Würdigung und Billigung finden ׳Md die Ueberzeugung bei ihnen festigen wird, daß die ״Agudas Iisroel" nichts anderes er ßrebt als die -ungeschmälerte Souveränität der Thora. An diesem großen Werke der Wieder oufrickitung der Thora mit Freudigkeit und M-rtrauen mitzuarbeiten. nt in unserer schweren :,eit die heiligste Pflicht jedes wahrhaften Iebudi. Berlin. Ter Verein ״Freunde der Taubstummen — Iedide Ilmiiu" lErziehungsanstalt Berlin-Weißenseeversendet an auswärtige Gemeinden folgenden Aufruf: Wie das Mädchen aus der Fremde mit jedem neuen Jahr seinen Einzug hielt, so kommen auch!vir wiederum anläßlich des bevorstehenden Ehanukahfestes mit unserer Bitte: helfen Sie uns das Los der uns anvertrauten Kinder zu milder!!. Zielien Sie die Kinder Ihrer Gemeinde und Schulen zur Mi!- arbeit für uns heran, damit sie bei allen denen, die sich ein jüdisches Herz bewahrt und Sinn für alles Edle und Gute haben, für uns sammeln. Bitten aus Kindermund werden gern gehört! Ter Erweiterungsbau unserer Anstalt ermöglicht es uns, 00 Kinder in unserem Erziehnngs- Hein! unterzubringeu und diesen die Fähigkeit zu geben, mit ihren hörenden Mitmenschen in der Lantsprache zu verkehren. Tie soziale Für sorge ist überall bestrebt, bei der Erziehung der Herrenwäsche nach Mass und Herrenmodewaren kaufen Sie am besten im Spezialgeschäfte der Firma ״Derby“ V. 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