Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 32 (14.11.1912)
- Date
- 1912-11-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2621806-2621807-2621839--1809-2622878- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4. ״Jüdische BolkSstimme." Nr. 32 . Ein Korps von 900 jüdischen Freiwilligen ist unter Anführung eines Rabbiners durch die Stadt marschiert mit Musik und hat unter der Bevölkerung Begeisterung hervorgerufen. Die Juden in Albanien und Mazedonien. In Mazedonien gibt es insgesamt 61.910 Juden. Davon leben im Vilaset Saloniki 55.320 Juden, während die Gesamtbevölkerung in diesem Vilajet. welches das südliche Mazedonien umfaßt, 1,165.390 Bewohner zählt. Im Westlichen Mazedonien leben 4750 Juden. In Albanien gibt es insgesamt 11.000 Juden. Vom Balkankricg. Durch den Krieg auf dem Balkan ist in die jüdischen Gemeinden der kriegführenden Staalen, namentlich in Bulgarien und in der Türkei, sehr großes Elend eingczogen. Schon die Unterhaltung derjenigen Familicn, deren Ernährer unter die Fahnen gerufen worden sind, erfordert große Opfer. Die Schrecken und Verheerungen des Äricgcs haben aber weiterhin — besonders in der Türkei — über viele Tausende von Juden Unheil und Verderben gebracht. Aus den dringlichcn Bittegesuchcn, die dem Hilfsverein der Deutscheu Juden täglich in großer Zahl zugehen, ist die Not dieser unglücklichen Opfer des Krieges, die mit Weib und Kind alles im Stiche lallend aus ihren Wohnstätten haben flüchten müssen, ersichtlich, und der ,Hilfsvercin hat dementsprechend gemeinsam mit der Großlogc für Dcutsck'land U.O.B.B. unverzüglich eine geeignctc .Hilfsaktion in die Wege geleitet. Zur Lindcrunq der ersten Not sind 10.00 Franken zur Verfügung gestellt worden. Da die vorhandenen Mittel geaenübcr den umfangreichen Anforderungen nicht genügen, bittet er alle Freunde seiner Bestrebungen um möglichst reichliche Beiträge für diesen Zweck. Ein interessantes Manuskript in der französischeu Nationalbibliothck. Aus Paris wird berichtet: In der Abteilung für Hcbraica der Pariser Nationalbibliothek erweckt jetzt ein vor einigen Tagen crworbcncs neues Werk allgemeines Interesse. Es ist das ein altes hebräisches Manuskript, das in mehrfachen Beziehungen wertvoll ist. Es hat zunächst Bedeutung für die französische Literaturgeschichte. ebenso für die altfranzösischc Philologic und drittens vom Standpunkte der allgcmeinen Tchriftenforschung. Das Manuskript stellt eine Sammlung von Aufzeichnungen, Auszögen aus religiösen Büchern und rabbinischen Vorträgen dar. Außerdem befindet sich in dem Manuskript eine Normaltabelle für die Zusammenstellung eines jüdischen Kalenders. In diesem Teile des Manuskripts findet sich auch das Das Schckcljahr 1911/12 (5672) hat mit dem 31. Oktober seinen Abschluß gefunden. Es sind aber noch längst nicht alle Schekclgcldcr an ims überwiesen worden, und wir ersuchen deshalb alle Ortsgruppen und Vertrauensleute noch einmal dringend, die gesammelten Gelder setzt unverzüglich durch ihren Landesverband an uns zu überweisen. In allen Ortsgruppen, in welchen noch Schekel für das Jahr 5672 einkassiert werden, bitten wir dringend, diese Arbeit in den nächsten Togen mit allem Nachdruck fortzusctzcn und zu Ende zu führen. Jede Ortsgruppe muß es sich zu ihrer Ehrenpflicht machcn, den Schekel auch in diesem kongrcßloscn Jahre wenigstens für alle die Gesinnungsgcnosscn ab.znführcn, die ihn im vorigen Jahre entrichtet haben. Wir machen auch heute wiederum darauf aufmerksam, daß die dics'öhrigen Schekel nach dem neuen Statut für die Wahlen nun 11. Kongreß mitgereckmet werden, und daß der Landesverband nur für je 400 seit den׳ lebten Kongreß an das A. C. abgelicfccrte Schekel je einen Delegierten nun 11. Kongreß entsenden kann. Wir erwarten zuversichtlich, daß alle un1'e׳׳e Landes- und Sondcrvcrbändc ihre zionistische Ehrenpflicht erfüllen werden. Das Aktionskomitee der Zionistischen Organistaion. Datum des Entstehens der Handschrift. Es heißt dort nämlich: Das heurige Jahr ist das Jahr!!>97 der Weltschöpfung. Demnach wäre das Manuskript 675 Jahre alt. Die ersten Seiten ocs Manuskripts sind teilweise verwischt. Dem weiteren Inhalte ist jedoch zu entnehmen, daß der Verfasser ein Schüler jener Rabbiner ist, welche zu seiner Zeit im nordöstlichen Frankreich gelebt haben. Das Interesse der Philologen wird durch ein ziemlich umfangreiches Verzeichnis jener Fremdwörter wachgerufen, welche sich im alten hebräischen Schrifttum vorfinden und die der Autor der Handschrift teilweise ins Hebräische, teilweise ins Französische seiner Zeit und stellenweise sogar ins Mittelhochdeutsche übersetzt hat. Auch die Schrift des Manuskripts wird zum Studium anregen, da sie weder die assvrischc, noch unsere heutige Druckschrift und auch nicht die sogenannte Naschi-Schrift darstellt. Brief aus der Bukowina. Auf die Initiative der Organisation ״Pirchcy-Zion Sereth" fand am ersten und zweiten November d. I. in Raudnitz der dritte Mittelschülcrtag der Bukowina statt. Alle Mittelschülerorganisationcn der einzelnen Städte waren durch mehrere Delegierte!vertreten. Im Namen der Einberufer cröffncte Herr Linder (Pirchey-Zion) den Parteitag und begrüßte in einer warmen Ansprache die Delegierten und die zahlreich erschicnencn Gäste. Hierauf schritt man zur Wahl eines Präsidiums. Unter lebhafter Zustimmung der Delegierten wurden folgende Hrcren ins Präsidium gewählt: Linder (Pirchey-Zion, Scrcth), B. Klamcr (B'nei-Zion, Raudnitz), M. Reifer (A. H. der B'nei-Zion, Czcrnowitz). Über Antrag M. Steifer wurde beschlossen, keine Rechenschaftsberichte zu erstatten, mit der Begründüng, daß dieselben größtenteils bloß Übertreibungen seien. Herr Kißmann (Jüdischer Bildungsklub, Czcrnowitz) referierte über den ,.Zweck einer jüdischen Mittelschulorganisation". Er verlangt die Heranbildung einer jüdischen Intelligenz, die mit den Masten in innige Be- ׳׳ührung treten soll, was durch die Erlernung der Volkssprache in Wort und Schrift erreichbar wäre: verlangt im weiteren Verlaufe seines Referates die allscitige Ausbildung der jüdischen Mittelschuljvgcnd und weist auf die Krebsschäden der einseitigen Ausbildung im Zionismus hi״. An seine Ausführung schloß sich, eine sehr lebhafte Debatte an. an der sich folgende Delegierte beteiligten: Kiwe, Landau. Herzog, Linder. Kwe-Wner, Men-schel, Hollinger, Sonntag und M. Reifer. Nach einer kurzen Vorbesprcckunig wurde folgende Resolution über Antrag Reifer-ß>allinacr angenommen: 1. Arbeit nach זזסוויי׳• rA die Anordnung der Arbeitskräfte nach der aeistiaen Batcnz des Individuums in zwei cz^wnn'-ien: b> die Eioenbildung: c) körperliche ^"?.5ר! -דו״״^סיז die Sckiaffuna von Bibliotheken 51 hebröischer. jüdischer und deutscher Sprache: e'>!Studium der jüdischen und bebrä'schen Lite- ,•־"סי׳. he-»• Rasäsftnakundc und der jüdischen Gef» Anregung zum Studium der allgcu׳e׳nen ^eMeouno.?. Mi-Veit nnrfi außen: o'! Beransfalfuna von Abenden: Hz llnterstüSuna feint- -.;,״,;nisckier?rnvitutinuen: et B'ldnnei von m7,z^^>^1,W^0enen. lieber den lebten V1!nkt rese- ׳n'erte fVrüukein A. -iwecker st(öot׳kmoh. Ra-!ג1יו״י\ deren Ausführungen mit Beifall aufgenein,neu wurden. Zu Ehren der Gäste fand am selben Tage fl. November) ein Kommers, veranstaltet vom "okalkomitee, statt. Den zweiten Tag füllten die Referate ״Was sind unsere Aufgaben nach Verlasten der Mittelschulen", (Landau, Kadimah, Czcrnowitz) und ״Jüdisch und Hebräisch" (Linder, Pirchey-Zion, Screth) aus. Der elftere führt -i,׳s. doß die jüdischen Akademiker sich solchen Berufen zuwendcn mögen, die sie später in Palästina verwerten können. Letzterer referierte in glänzender Weise über die Notwendigkeit der Erlernung der jüdischen und hebräischen Sprache. Er meint, daß die jüdische Jugend die Sprache, die heute 8,000.000 Juden sprechen, unbedingt erlernen muß, wenn sie mit dem Volke in Fühlung treten will. Nach längerer lebhafter Debatte wurde folgende Resolution angenommen: ״Die Organisationen sollen die jüdische Sprache ihren Mitgliedern beibringen, müssen aber das , Hebräische unbedingt erlernen." Den letzten Punkt der Tagesordnung bildeten die ״Eventualia". Ueber Antrag Menschel (Hatikwah, Radautz) wurde beschlossen, einen Organisationsverband mit dem Sitze in Czcrnowitz zu gründen, der die Exekutive bilden, soll. Dieser Verband beschließt, eine Zeitschrift ״Unsere Hoffnung" herauszugeben. Um 4 Uhr nachmittags (2. November) schloß der Vorsitzende den Parteitag und dankte besonders der Organisation ״B'nei-Zion", Nadautz, für das freundliche Be- Wirten der Gäste. Unter Absingen des Hatikwahliedes verließen die Gäste und Delegierten den Saal. Am selben Abend sprach Herr Majer Reiscr als Gast der ״B'nei-Zion" über ״Israel im Wandel der Zeiten". Sein Vortrag wurde mit Beifall ausgenommen. Das 3teinerträgnis siel dem Preßfonds zu. An den Vortrag schloß sich ein Tanzabend an, bei dem fleißig für den Nationalfonds gesammelt wurde. Alle Gäste und Delegierte gingen in der besten Simmung auseinander, im Bewußtsein, ein schönes Stück Arbeit geleistet zu haben. S. R. * jener JSocfirtcRten Promotion. Unser Mitarbeiter Herr Max Präger wird Freitag den 22. November 1912 im Festsaale der Weiner Universität zum Doktor der Philosophie promovicrt. (Unsere herzlichsten Glückwünsche. Die Red.) Jüdisch-akademischer Philosophenvrrein in Wien. Die am 7. November abgehaltenc 7. ordentliche Plcnar- Versammlung des Jüdisch-akademischen Philosophen- Vereines ergab folgendes Wahlrcsultat: Präses: phil. Ignaz Frankfurter: Vizcpräses: Walter Robitschck; erster Schriftführer: Paul Silbcrmann; zweiter Schriftführcr: Gustav Schön; erster Kassier: Adolf Meerschwamm: 2. Kassier: Moritz Bronner; erster Bibliothekar: Hermann Brief; zweiter Bibliothekar: Siegfried Schmeidlcr; erster Revisor: Dr. Karl Kraus; zweiter Revisor: Dr. Bert. Hirschl. Im Laufe des Wintersemesters Verden im obgcnannten Vereine nachstehende Kurse abgchaltcn werden: Gotisch und Althochd.: Kursleiter phil. Ed. Burian; Mittelhochd., Gram. u. Lit.: Kurslcitcr Dr. B. Hirschl; Grundriß der deutschen Lit.: Kursleiter phil. M.' Prägcr; Altfranzösisch und ' Französische Konversation: Kurslcitcr phil. Ernst Bcrmann; Einführung in das Studium des Altkirchcnslav.: Kurslcitcr phil. Gustav Schön: Moderne tschechische Lit.: Kurslcitcr phil. Em. Jcdlinsky; Latcinkurs für Rcalschulabsolvcnten: Kurslciter phil. Arm. Schläfrig. Eventuelle Anfragen müssen chebaldigst an phil. Jgn. Frankfurter, 2. Bez. Ncmbrandstraße 35, gerichtet werden, da die Kurse am 15. d. M. beginnen. Jüdischer Handlungsgehilfen-Berlmnd, Zentrale Wien. Unabhängige Organisation der jüdischen Handcls- und Privatangcstcllten. Stellenvermittlung, Stcllcnloscnversichcrung, ökonomische Begünstigungen, Bibliothck, Fachorgan ״Der jüdische Handelsangestcllte 5 Postsparkasscnkonto 82.633. Zentrale: Wien, 2. Bez״ Taborstraßc 11 b. Sprechstunden für Sekretariat, Stcllcnvermittlung und Lesehalle: täglich von 71/9—״ Uhr abends, Sonntag von 10—12 Uhr vormittags. — Ung.- Hradisch: Zuschriften an Koll. Rudolf Jokl, dort; Vcrcinslokal: Cafe Braun. — Proßnitz: Zuschriften an Koll. Otto Hochwald bei Fa. Seliger und Ruhdörfcr, dort. — Dombrau-Orlau: Zuschriften an Koll Johann Thaler, Dombrau; Vcrcinslokal: Hotel Kania, Orlau. Frcistadt i. Schl.: Zuschriften an Koll. Artur Löwy, dort, Ringplatz. — Olmütz: Zuschriften an Artur März bei Frau Rosa Adler, Rcndcrplatz 2. — Prag: Zuschriftcn an Koll. Paul Hermann bei M. Fahn, Prag, Zicgcngassc 5. — Karwin: Zuschriften an Koll. Erwin Marmor, dort. NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERSICHERUNG^ GESELL- SCHAFT, WIEN, I. ASPERNPLATZ 1 lm eigenen Palais. — Versichertes Kapital drlca 380 Mfttonen. Reserven drlca 113 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überall gesucht. — Unser neuester Tarif mit Sv» jährlich fallender garantierter Prümie Oeneralagentur für Wien, I., Aspe rplatz 1, Leiter David Nebenzahl. Sub Direktion für Prag, f erdin mdsgasse 20, neu, Leiter Robert o erste!. Sub-Direktion für Lemberg, SzaJnocha 3, Leiter LObl Taubes. , hauptagsntur für Brünn, WavrastraOe 10, Leiter: Samuel Reiniger. Die schönste Schrift kürzester Zeit erreicht Jeflermannln! K K. de», aut, $cbreit>$cbule Professor Rudolf Roubitscbek kk»cMs-»m»».n« Pran JilCI17CKnlAf7 17 ffacb auswärts brieflicber Unternag, WCIlZVi5y1a14 m r,cht״aebelg.ges.gescb.INetboae