Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 31 (7.11.1912)
- Date
- 1912-11-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31. ,^Jüdische BolkSstimme." Seite S. tution auch das Vertrauen der gesamten jüdischeu Öffentlichkeit, und zwar nicht nur Öfterreichs, sondern auch des Auslandes, zu. Die Mensa wurde vor einem Jahre fast ohne Mittel förmlich aus b-:,n Boden gestampft, heute fei ihr Bestand gesichert. Die jüdischen Stubenten haben durch die Gründung einer eigenen Mensa bewiesen, daß sie zu praktisch positiver Arbeit fähig seien und das ihnen von der jüdischen Oesfentlichkeit entgegengebrachte Vertrauen vollauf rechtfertigen und verdienen. Wenn die jüdischen Studenten auch weiterhin mit derselben Begeisterung wie bisher an diesem kollegial humanen Werke Mitarbeiten und auch die jüdische Oesfentlichkeit. durch Zuwendungen die edlen Bestrebungen des Vereines fördert, dann werde die Mensa nicht nur dem heimatlosen Studenten das Heim ersetzen, den ärmeren Kollegen durch Verabreichung von billigen und dabei doch genügenden und rituell zubereitetcn Speisen eine Stütze sein, sondern auch — und die Mensa sei der geeignetste Ort dafür — der geistige Brennpunkt der jüdischen Studentenschaft werden. Nach den mit Beifall ausgenommenen Ausführungen des Festredners beglückwünschte im Namen der israelitischen Kultusgemeinde Wien Herr Ilniv.-Prof. Dr. I. Pollak und im Aufträge des Kuratoriums, dessen Vize- Präsident Zerr Generalstabsarzt Dr. I. Zuckermann die Mensa.zu ihrem erstjährigen Bestände und wünschten ihr auch für die Zukunft bestes Gedeihen und vollsten Erfolg in ihren Bestrc- Hungen. Tosender, nicht endenwollender Beifall belohnten die vom Herzen kommenden Worte. Nachdem noch cand. med. M. Keßler die tatkräftige Mitarbeit des Kuratoriums und insbesondere der dem Kuratorium angehörcnden jüdischen Universitätsprofessoren, denen die jüdische Studentenschaft Wiens zu größtem Dank verpflichtet ist. hervorgehoben hatte, übcrbrachten noch mehrere Vertreter jüdischer Studenten der Mensa ihre Glückwünsche. Hierauf wurde der offizielle Teil des Abends geschlossen und ein fröhlicher Kommers vereinte die Teilnehnicr der Feier bis in die frühen Morgenstunden. Agudath Jisroel. In der letzten Zeit wer den von der A. I. sehr eifrig Versammlungen abgehatten, welche die Organisation der Juden auf Grundlage der Kattowitzer Beschlüsse pro׳ pagieren sollen. Eine zahlreich besuchte Ver sammlung fand auch Sonntag den 3. November in den Lokalitäten der ״Machsike Hadaß" im 2. Bezirke statt. Von der stattlichen Anzahl der Redner sei insbesondere Herr cand. Phil. Srul Kohn erwähnt, welcher sich mit einem warnten Appell an die anwesenden Studenten wandte, der A. I. beizutreten. Wir werden noch auf die Arbeit der Agudath Jisroel in Wien des nähe׳ rcn zurückkommen. Emigrantenfürsorge der Israelitischen Al ilanz zu Wien. Während der Monate September und Oktober 1912 wurden von der Zentrale der Israelitischen Allianz in Wien insgesamt 196 Emigranten, davon 180 russische und 16 rumänische, weiterbefördert, und zwar 104 nach den Vereinigten Staaten, 38 nach Argentinien, 24 nach Kanada, 14 nach England. 13 nach Frankreich, 3 nach verschiedenen anderen Ländern. In die Heimat zurückbefördert wurden Kreisturnfest der Jüdischen Turnerschaft, Kreis Westösterreich, statt, dessen Programm von der Kreisleitung folgendermaßen festgesetzt wurde: Samstag den 7. Dezember, abends: Begrüßung der auswärtigen Turner. Sonntag, 8—10 Uhr vormittags: Volkstümliches Wetturnen: 10—12 hr mittags: Gang zum Grabe Herzls, sodann Gemeinsames Mittagmahl; 3—6 Uhr nachmitags: Beratungen des Kreisturntages: abends, Beginn halb 10 Uhr: Schauturnen in den Sophiensälen. — Für das volkstümliche Wetturlen wurden folgende Disziplinen bestimmt: Weitsprung vom Stand, Weithochsprung, Stabwchsprung. Stemmen und Kugelstoßen. — Anragen sind zu richten an die Kreisleitung, 9. Beirk, Liechtensteinstraße 20. Vermählung. Sonntag den 10. November 'indet in Czernowitz die Trauung des Herrn Isidor G r o b t u ch, Direktors des Wiener Spar- und Kreditvereines, mi t Fräulein Ernestine Aufgabe! aus Czernowitz statt. Unsere besten Glückwünsche. Tie Red. sie wird sich stets vom Grundsätze leiten lassen: ״Tue Recht, fürchte niemanden", und falls Herr Pi. nicht aufhören sollte, sein Unwesen in unserer Gemeinde weiter zu betreiben, so kann er versichert sein, daß die Gemeindevertretung ihin baldigst viel eher gewachsen sein wird, als die Siadtgemeindevertretung, die bis heute nicht iinstande war, diese ihr so lästige Geißel zu entfernen. Als Bürgermeister ging Herr Daniel Liebel, als erster Gemeinderat Adolf Löw und als zweiter Gemeinderat Mar Klug hervor. Möge es den Herern gelingen, die kleine Gemeinde zur Zufriedenheit aller Bewohner dortselbst zu leiten und als Juden die Judengemeinde zu vertreten. Jüdische Volksbank für Mähren und Schlesien in Brünn. Ter Geschästsleiter dieses für die jüdische Bevölkerung eminent wichtigen Institutes hat in den letzten Monaten behufs Gewinnung von Mitgliedern die Kultusgemeinden: Auspitz, Gaya, Göding, Loschitz, Lundenburg, Mißlitz. Muglitz, Nikolsburg, Olmütz, Prerau, Proßnitz, Trebitsch, Ung.-Brod, Ung.-Hradisch, Zwittau besucht, dortüberall die freundlichste Ausnahme gefunden und mit Unterstützung der Herren Kultnsvorteher, Bürgermeister, Rabbiner und Kantoren die meisten Steuerträger als Mitglieder gewon nen. Die Jüdische Volksbank für Mähren und chlesien, die vor zirka drei Jahren mit einem Anteilsscheinkapitale von zirka 10.000 begründet wurde, hat heute bereits ein Anteilscheinkapital von 90.000 K. Während der dreijährigen Zeit des Bestandes hat die Jüdische Volksbank für Mähren und Schlesien vielen Hunderten Juden wirtschaftliche Hilfe zuteil werden lassen und ist zu erwarten, daß. unsere Glaubensgenassen dieses Institut durch zahlreichen Beitritt kräftigen werden. Herr Redakteur Hickl wird in der nächsten Zeit die jüdischen Gemeinden Mührens und Schlesiens in dieser Angelegenheit besuchen und es ist zu erwarten, daß die maßgebenden Faktoren, das in den anderen Gemeinden bereits gegebene Beispiel nachahmen und dieser Institution beitreten. Dieselbe hat nicht den Zweck, Almosen zu spenden, sondern die wirtschaftliche Position bedrängter Existenzen zu fördern. Zur Wahl der politischen Gemeindevertretung der isr. Stadt Gewitsch. In der Stadt Gewitsch wohnt seit jüngster Orünner üacfifufiteii. Peo-Brockensammlnng, Brünn, Adlerg. 12. Tie jüdische Bevölkerungwird nochmals auf diese Institution aufmerksam gemacht und gebeten, alte Kleider und Schule in Anbetracht des wich- Ligen Zweckes zur Verfügung zu stellen. Herr Dr. Jakob Eckstein spendete mehrere Gebetbücher sowie Kleidungs- und Wäschestücke. Fünfklaisige Bibelschule des Vereines Machsike Hadas. Die Bibelschule steht unter Kontrolle des Vorstandes des Vereines. Die Leitung der Knaben-Bibelschule hat der Moreh Zedek des Vereines, Herr Friedmann, die Leitung der zweiklassigen Mädchenschule Fräulein Lya Steif inne. In den einzelnen Klassen unterrichten Herr Moreh Zedek Em. Friedmann. Herr Oberkantor I. Meist, Herr Josef Gollerstepper und Frl. Lya Steif. Die Schule wird von zirka 110 Kindern besucht und können noch eine Anzahl von Knaben und Mädchen Aufnahme sinden. Ter Lehrplan wird in der nächsten Nummer bekanntgegeben werden. Barmizwahknaben erhalten Unterricht. Jüdische Toynbeehalle. Herr Prof. Dr. N. Schorsrein hält am Sonntag den 10. d. im Saale des Mährischen Gewerbevereines um 5 Uhr nachmittags einen Vortrag über ״Karl Emil Franzos". Wir begrüßen Herrn Pros. Dr. Schorstein, der sich bereits als tüchtiger Redner bei den Schulerhorten eingeführt hat, nunmehr auch beim Vortragstische. Jtomfpondeiiften. Jglau. Vor kurzem starb der hiesige Rabbiner Dr. I. I. Unger. Er wirkte .74 Jahre mit musterhafter Pflichttreue, mit beispielloser Selbstaufopferung als Seelsorger seiner Gemeinde, durch 40 Jahre war er als Religionslehrer an den beiden Mittelschulen Jglaus tätig. Als Gelehrter, als Dichter, als Talmudist genoß Dr. Unger einen ehrenden Ruf. Trotz seines hohen Alters und trotz seiner theologischen Gesetzeskenntnis huldigte er modernen Anschauungen. Zum Leichenbegängnisse hatten Zi- Zeit ein Häuflein Tschechen, die, geleitet von der 1־״י und Militärbehörden ihre Abordnungen ent ״Narodni jednota", bei der letzten Gemeinde- ׳ sendet. Bürgermeister Jnderka war mit Ge- Wahl nicht nur in die Vertretung eindringen weinderäten und Repräsentanten des Stadt- 4 A4•*» A•• X V* 1 .« f iV . .. _ __! כ T -f- _ . t י verordnetenkollegiums erschienen, ebenso die Vertreter der katholischen Geistlichkeit und des wollten, sondern auch viel Aergernis schon bei den Wahlen selbst gaben, indem sie fortwährend צ/ Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Rekurse an die Behördne eingaben, denen zu-' cvangelischen Kirchenrates, der Schulleitungen Wien wurden im September und Oktober für folge die erste Wahl auch als ungültig erklärt > ^Ww zahlreicher^ Korporationen JglauS. ^lus 75 Personen zusammen 470 Tage Logis und wurde (da nach dem mährischen Ausgleichsge- ". volle ־ ־' .- ten litische_._ _ ״.. . . _.. Ende Oktober wurden insgesamt von Wien aus einen oder den anderen Tschechen, wenn er in .. 986 russische und rumänische Emigranten nach! die Gemeindevertretung gewählt werden würde. £1״n״. der Hingebung Jglans und aus einem Teile Mährens hatten sämtliche Kultusgemeinden Delegationen entsendet. Oberkantor Weiß ereku tierte mit dem Tempelchor die Trauerpsalmen, nach deren Nezitatio Rabbiner Tr. Lewy ans dem Tahingeschiedenen den Nachruf Wien. Der kürzlich verstorbene Kardinal- Erzbischof von Erlau hat in seinem Testamente bestimmt,-daß am Tage seiner Beerdigung eine bedeutende Geldsumme unter den ׳Armen seiner Stadt verteilt werden solle, und zwar gleichmäßig unter Christen und Juden. Jüdische Turnerschaft, 2. Kreis (Westösterreich). Sonntag den 8. Dezember findet das erste Spezial-Geschäft in Strumpfu. Wirk- Erfahrungen mit der ״Narodna jednota" ge- ^er. Professor Antscherl aus Wien sprach am macht, so manche jüdische Existenz wurde unter-! offenen Grabe. graben, nichts als Klassenhaß, durch sie hervor- ' 3«f«u. Ter ״jüdische Boltsverein Theodor verzl" gerufen: ihre Führer sind Hauptantisemiten, im "> elglau will in dem heurigen Wintersemesier eine Mantel des modernen tschechischen Fortschrittes 9iciOe von agitatorischen Vorträge» veranstalte». Den gehüllt. Die Gemeindevertretung wird sich dem- ''teigen dieser Vorträge eröffnet« eine öffentliche Vergemäß nie von dieser ״Narodna jednota" und sammlung am 1!). Lktober, deren Referent tturt Blttauch in keiner Weise Vorschriften machen lassen, menfeld über das Thema: ..Gegenwart»- und Ankunft»- s s » s waren. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. n Strümpfe, Locken, Handschuhe, Sportartikel 88 Brünn, Herrengasse Nr. 8—10.