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Jüdische Volksstimme · 1912-11-07 · Heft 31 (7.11.1912) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 31 (7.11.1912)
Date
1912-11-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. ״JLdische BolkSstimme." Nr. 31 Probleme deS Judentums" war. Ein dichtgefüllter Saal bewies, daß auch in Jglau das Interesse für den ZioiiiSmuS rege geworden ist. Dr. Werner widmete als erster Redner des Abends dem Andenken des seligen Rabbiners Dr. I. I. Ilnger warmgefühlte Worte. Dann kam Kurt Blumcnfcld, man kennt die Art Blumenfclds zu sprechen. Mit den ersten Worten wußte er die Zuhörer in feinen Bann zu bringen. Und diese Spannung׳ hielt bis zum Schlüsse der eincinhalbstündigen Rede an. Es geht schwer an, in kurzen Worten die wirklich reichhaltige Rede wicdcrzugebcn, nur auf äußere Momente können wir Hinweisen. Kurt Blumenfclds Bortrag, den er mit jenem historischen Worte Goethes: ״Ihr seid mit dabeigcwcsen" cinlcitctc, war von einem vollendet logischen Aufbau. Keine Spur von alten, abgebrauchten Argumenten, cs waren neue Gedanken, die er ins Treffen zu führen wußte, weniger von scharfer, wuchtiger Kraft, in feiner Weise, mit treffendem Witz wußte er -seine Zuhörer zu überzeugen und als minutenlanger Beifall verklungen war, die Leute, aus der Versammlung gingen, da wird cs nur wenige gegeben haben, die sich nicht ihres Judentums bewußt gelvordcn wären. 10 Beitrittserklärungen für den ״Jüdischen Bolksverein Theodor Herzl" waren der Erfolg des Abends und heute noch, nach Ablauf von drei Wochen bildet der Blumenfcld-Vortrag den Gesprächsstoff in den Judcnhäuscrn Jglaus. Im Monate November soll eine Reihe populär-jüdischer Vorträge, der Palästina-Lichtbildcrvortrag, im Dezember eine Makkabäcrfcier den zionistischen Gedanken in weite Kreise tragen. Wir marschieren eben auch in Jglau, der Hochburg der Assimilation, vorwärts. Am 2. Novcmbcr fand als erster der vom ״Jüdischen Volksvcrcinc" allwöchentlich veranstalteten Tiskuffionsabcndc eine intcrcssantc Versammlung mit der Tagesordnung, die ״Poalc zionistische Bewegung" statt. Der Einladung hatten auch eine größere Anzahl von Mitgliedern des soz. Zcntralvcrcincß der kaufmännisch Angestellten Folge geleistet. Referent war Alfred Suschitzka aus Humpolctz. An der darauffolgenden Di kussion beteiligtcn sich die Herren Hermann Weiß, Dr. Werner, Karl Lang, Rauschburg. Die lebhaften anregenden Auseinandcrsetzungen schloß der Vorsitzende Richard Weißenstein mit einem Resümee. Die Feststellung des WortfübrcrS der soz. Angestellten, daß er sich seiner jüdischen Abstammung bewußt sei, jüdisch denke, ist jedenfalls ein wertvolles Zugeständnis. Solche Diskusiionsabcndc finden allwöchentlich am Samstag im Extrazimmer des Grand Hotels um 8 Uhr abends statt. ü Sternhof I bestes aller Bitterwässer. Butschowitz, 6. November. Heute findet das Leichenbegängnis des Herrn Josef Morawetz hier statt. Derselbe genosz insbesondere wegen seiner unentwegten Redlichkcit das größte Ansehen. Der Verblichene hintcrlaßt vier unmünfeige Kinder, denen vor' wenigen Monaten die Mutter gestorben ist. Prag. Die israelitische Kultusgemeinderepräsentanz hat an Stelle des verstorbenen Tr. Felir I j s ch c! Herrn JUDr. Z c m a n e k zu i irrem Sekretär ernannt. Frankfurt a. M. Frankfurter Verein für Statistik und Demographie der Juden. Dieser kürzlich gegründete Verein für Statistik der Inden stellt sich zur Aufgabe, durch eingehende Forschungcn die statistisch erfaßbaren Tatsachen über die Verhältnisse der Juden sestzustcllcn. Erster Vorsitzender des Vereines ist Rechtsanwalt Dr. Budgc, zweiter Vorsitzender Bankdircktor H. Maier, Schriftführer Dr. W. Hanauer, stcllvcrtretender Dr. S. Schwarzschild, Kassierer Tr. Büding. Dem Vorstand gehören weiter an: Prosessor Dr. Bondi, Dr. A. Fcuchtwanger, Stadtverordnctc Fromm, Frau H. Führth, Pros. Dr. Hülsen, Prof. Tr. Michel, Dr. med. M. Mainzer. Rabbiner Dr. Nobel, Dr. med. Th. Plaut, Rabbiner Dr. Talzberger, Dr. med. Sichel, Dr. Ä. Stern, Josef Wisloch und D. Ä. Worms In einer der nächsten Wochen wird in einer öffentlichen Versammlung Dr. Blau, der Leirer des Bureaus für Statistik der Juden in Berlin, über die Fiele und Ausgaben der Statisrik der Juden sprechen. Karlsbad. (Antisemitische Wirkungen.) Uuser berühmtes Wcltbad hatte diesmal eine schlechte Saison, und es kriselt an allen Ecken und Enden. Das alte und große jüdische Hotel Glattauer hat den Konkurs anmelden muffen: es soll in der heurigen Saison eine Mindereinnähme von 40.000 K gehabt haben. An dem Rückgang der Zahl der jüdischen Kurgäste dürfte auch der in Karlsbad stark herrschende Antifemitismus Schuld tragen. Di* 1. Rudolf Katbolicky gew. Eeirer der l.cdirg. Abteilung der £ande$KranRenan$t<1lt wovnt: €cke;erdinand$ga$$e und Joftannesgasse <.*»« ordiniert täglich von 2 bis 4 Ubr naebm. Fernsprecher Nr 603. Jaffa. Allgemeine Teilnahme ruft hier der plötzliche Tod von Frau Sclma R u p P i n, der Begründerin und Leiterin der jüdischen Musikschulen in Jaffa und Jerusalem, hervor. Die Verstorbene, die noch in jugendlichem Alter stand, war die Gattin des in weiten Kreisen bekannten Dr. Artur Ruppin, der seit einigen Iahreu an der Spitze der zionistischen Palästinaarbeit in Jaffa steht und sich durch sein ausgezeichnctes Werk ״Die Juden der Gegenwart" auch in wissenschaftlichen Kreisen einen großen Ruf erworben hat. Einge^enclet. Geehrte Redaktion! Mit Fug und Recht weisen Sic auf den Niedergang des Judentums ganz besonders in unserem Heimatlandc Böhmen hin. Doch wie kann dies anders möglich sein? Böhmen bildet ja eine Spezialität für sich! Während wir in Nicderöftcrrcich und Obcröjtcrrcich, in Mähren und Schlesien, Ungarn und Galizien sehen, daß der jeweilige Rcbbiner nach Ablauf eines höchstens dreijährigen Provisoriums als definitiv angcstellt zu betrachten ist, so ist Böhmen das einzige Land, in dessen Statuten von einem Dcfinitivum absolut nicht die Rede ist. Und wie sehr verdirbt man sich als Rabbincr das Spiel mit dem Vorstandsmitglied, wenn man seinem sanken, ausgelassenen Söhnchcn aus der Religionslchrc eine mindere Note geben würde. Ist unter solchen Umständen Aussicht auf Besserung? Ein dankbares Feld böte sich hier einem böhmischen Rabbinerverband, wenn er hier den Spaten ansctzcn und nicht früher rasten würde, bis der Erfolg sicher ist. Gegen unwürdige Elemente im Rabbincrstande — cs gibt ja schließlich auch solche — ist ja auch in den Statuten anderer Länder ein Paragraph enthalten, daß er seines Amtes vcrlklstig wird, so er öffentliches Acrgernis erweckt nlvs. usw. Ein Erfolg auf diesem Gebiete würde dem Ravbinervcrband den ״Dank nicht nur seiner Mitglicdcr, sondern den des ganzen Judentums sichern! Jvri. Löbliche Redaktion! In Bezugnahme aus den Artikel in Nr. 42 des gesch. Herrn Dr. Wolffsohn (Eine Rechnung ohne den Wirt), erlaube ich mir zu konstatieren, daß die Hauptargumcntc gegen den Artikel ״Ehcrchcz la fcmmc" und die darauftolgcnde Anerkennung eines anderen Einsenders — ganz unrichtig sind. Herr Dr. Wolfssohn schreibt: ״Selbst unsere öffentlichen Andachten — gleichviel ob sic durch einen Walzer oder eine Polka, durch Choral oder anderen Singsang verschönert oder gehoben sind — sind Nachäffungen. Noch zu Adcrcth' Zeit war ein durch Melodien ״gehobenes" Beten völlig unbekannt (siche dcffcn Rcsponscn, vcrg. 210); die Kirche war und ist cs, die durch Einwirkung auf die Sinne ihrer Besucher andächtig stimmen will." Dagegen behaupte ich, daß erstens unsere Andachten mit Musik und Gesang noch vor Entstehung des Christentums bestanden (eigentlich keine Behauptung, sondern geschichtliche Tatsache), worüber man in jeder Musikgeschichte Nachlesen kann (siche Ricmann, Musiklerikon unter: Jüdische Tcmpelmusik) und in Chronikorum 1.', 23,5 und 25,0, wo über den Gesang im heiligen Tempel berichtet wird; 288 Sangcskundigc und Dirigenten, Ivie Asiaf, Jeduthun, Hcman u. a., unterichtcten die 1000 Sänger. Zweitens beweist die ״Tcschuba" 210 (215) von Adereth das Gegenteil der Ausführungen des Herrn Dr. Wolffsohn, daß nämlich zu jener Zeit (also im 13. Jahrhundert) schon viel gesungen wurde beim öffentlichen Gottesdienst, so daß man bei Adereth darüber Beschwerde geführt hat. und bei ihm angefrägt, ab er es gutheiße. Ja, noch mehr. Adereth befürwartet einen solchen Gottesdienst, wenn es שם ש£ים gilt. Ich frage daher den geehrten Herrn Einsender, ob sich Adereth dagegen ausgesprochen hat, da seine Bemerkungen das Gegenteil beweisen. Falls mich Herr Dr. Wolfffohn eines' Besseren belehren könnte, würde ich ihm gewiß sehr dankbar sein. Lundenburg. Oberkantor A. Goldenberg. An die löbl. Redaktion der ״Jüdische Volksstimme" Zu dem ״Eingesendet" in Nr. 29 Ihres gesch. Blattes vom 24. Oktober 1912 gestatte ich. mir auf das Merkchen: הליכות קדם, Amsterdam 1846, von G. I. Polak, hinzuweisen. — Der Verfafler richtet (S. 55) an S. D. Luzatto die Anfrage, welche Bewandtnis es mit der Bezeichnung des Eottesnamens durch drei j יי י habe, die sich im Targum der in den Jahren von 1514—1517 in Venedig gedruckten großen Bibel findet. Bezüglich der Bezeichnung deS vierbuchstabigen GotteSnamenS durch zwei j י י mit Sch'wa und Kames, die seit dem Aufkommen des Buchdruckes üblich wurde, bemerkt der Verfasser Folgendes: והטעם כאשר שמעת מפי חכמי אמת (ולא ידעתי אמ הובא' הטעם הזה באיזה מחבר) הוא׳ יען שהיוד הוא תחלת כתיבת האותיות משם ׳דוד- וםי5* האותיות מקריאת שם אדני׳ ובזה נתנו סימן להבתיבה ולקריאה יהד׳ אך טעם הנקוד למה מנעו נקוד החולם נעלם ממני. L. Wiesner, Wien. In der ״Jüdischen Volksstimme" vom 23. d. Seite 6, will ein Kabbalist wissen, woher es, stammt, daß der vierbuchstabige Gottesname auch' mit dem Doppel-J oder zwei יוד״' oft bezeichnet wird. Ich ersuche den Herrn Kabbalisten am 1. Buch Moses, ׳Kap. 2, im ־ פסוק ־ ד ״באו ר<׳ Nachsehen zu wollen. Auch ich nehme meine Zuflucht zu dem Ausdruck: , ולא'ידעתי בונתו. Hochachtungsvoll: Josef Mannaberg, in Lipa bei Zlin, Mähren, am 25. Oktober'1912. Notizen. Die Auswanderung über Triest. Von der Austro-Americana wurden im Jahre 1912 bis inklusive 30. September 9978 Auswanderer nach Nordamerika, 8597 nach Südamerika, zusammen 18575 Personen gegenüber 5151 bezw. 5757, zusammen 10.908 Auswanderer in derselben Zeitperiode des vorrigen Jahres befördert; die Zunahme beträgt somit 7667 Personen. Röntgen-Institut^ Durchleuchtungen der Brust und Vnuch kingeweide. Photographien bei Un»«» Verletzungen, Gelenksu Kuocheukraukheiteu. Heilbehandlung bei verschiedenen chr» »ischcn-Krankheiten. _ Speziatarzt Ar. Eugen Kodon, BrLuu, Großer Platz 3, (Bankhaus Telephon 1444 (isiecarkccV 1912 Wochenkalender 5678. השון Nov. M כו 0 D כד 7 F כח 8 S בט 9 S 8 10 M א 11 D 12 M נ 13 D ד 14 F ה 15 S * 16 Festtage יום כפור קטן(מוקדם) מברנין החדש׳ תולדות ־ אי דראש חדש כשלו **כי דראש חדש 1. Tag Rosch Chodtsch — 2. Tag Rosch Chodesch ויצא ׳הפטרה סחר חדש דברח יעקב Herrenwäsche nach Mass und Herrenmodewaren kaufen Sie am besten im Spezialgeschäfte der Firma ״Derby“ V. DRESLER, Brünn Krapfengasse Nr. 24—26. Nur apparte Neuheiten. Feste Preise.

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