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Jüdische Volksstimme · 1912-09-26 · Heft 26 (26.9.1912) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 26 (26.9.1912)
Date
1912-09-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 26. ״Jüdische Bolksstimme." Seite S. Berichtigung. Sehr geehrter Herr Redakteur! In Ihrer geschätzten Zeitung vom 26. Juni d. I. heißt es in dem Artikel ״Die englischen Zeitungen.über den neuen Oberrabbincr der Federation", daß!nein Vater, Dr. Jung, zu dem ihn interwieveuden Jonrnalisten des Jcwish Chronicl gesagt hätte, ״er könne nicht von jedem Juden verlangen, Tefillin zu legen, doch die Synagoge müsse das traditionelle Bindeglied bleiben." Dies entspricht aber nicht den Tatsachen. Mein Vater sagte nicht: Ich verlange nicht von jedem Juden, daß er Tefillin lege, sondern: ״Ich kann nicht jeden Juden zwingen, daß er Tefillin lege." Im Jewish Chronicle heißt es ganz richtig ״force", d. h. zwingen. Ich bitte Sie höflichst, diese Zeilen zu veröffentlichen und verbleibe mit dem Ausdrucke vorzüglicher Hochachtung jur. Mar Jung. Preisausschreiben. Das Direktorium des Jüdischen Rationalfonds beabsichtigt die Herausgabe einer neuen Marke und ladet hierdurch alle Künstler ein, sich am Wettbewerb um die Anfertigung eines passenden Entwurfes zu beteiligen. Bedingungen: 1. Die Marke soll die Tätigkeit des Jüdischeu Rationalfonds, der bezweckt, Land in Palästina zur Besiedlung durch Inden zu erwerben, in klarer, allgemein verständlicher Weise zuiit Ausdruck bringen. 2. Sie soll die Aufschrift ״Keren Kajemeth Le Jisroel" in hebräischer Quadratschrift tragen. 6. Das Format der ausgeführten Marke wird zirka 2'/״X6 Zentimeter betragen und steht es den konkurrierenden Künstlern frei, Hoch- oder Querformat zu wählen. Auch können die Entwürfe in größerem Maßsrabe ausgefertigt werden; es ist dann jedoch in der Zeichnung die spätere starke Verkleinerung zu berücksichtigen, damit die Wirkung bei der verkleinerten Ansführnng nicht beeinträchtigt wird. 1. Tie Entwürfe sind in e i n e r Farbe auszusühren. .־>. Der Jüdische Rationalfonds erwirbt durch die Auszahlung der Preise das Eigentums- und Reprodnktionsrecht der preisgekrönten Entwürfe. 6. Der 1. Preis beträgt 300 Mark; der 2. Preis beträgt 150 Mack. Wir behalten uns das Recht vor, weitere Entwürfe zum Preise von 100 Mark zur Aussührung zu erwerben. 7. Die Entwürfe sind vor dem 1. Jänner 1013 dem Hauptbureau des Jüdischen Rationalfonds, Köln a. Rh. (Deutschland), Reumarkt 33, portofrei einzuseuden, das auch gerne weitere Auskunft erteilt. 8. Deut nur niit einem ,Rennwort bezeichneten Entwurf ist ein verschlossenes Knvert beizufügen, welches das Rennwort und den Rainen des .Künstlers enthält. Rach der Preisvertcilang wird das Kuvert eröffnet und der Name des preisgekrönten Künstlers veröffentlicht.!>.' Das Preisrichteramt haben in liebenswürdiger Weise übernonunen: Die Kunstmaler E. M. Lilien und L e s s e r 11 r y, beide in Berlin, als Kunstsachverständige, Rechtsanwalt Dr. M. I. B o d en h e i m e r (Köln) als Vertretcr des Jüdischen Rationalfonds. 10. Tie Entscheidung über die Ausführung bleibt dem Direktorium des Jüdischen Rationaifonds Vorbehalten. ■ 11. Spätestens Anfang Februar 1013 erfolgt die Bekanntmachung der Entscheidung. 12. Tie nichtpreisgekrönten und nicht erworbenen Entwürfe sind von den Urhebern nack Bekanntiilachung der Entscheidung zurückzufor dern. Für Entwürfe, die bis zum 1. April 101: nicht zurückgefordert sind, wird keine Veranr Wörtlichkeit übernonunen. Ben Jehnda in Amerika. Wie ans Jerusalem gemeldet wird. begib׳ sich der bekannte Hebraist und Lerikograph Ben Jehuda zci Beginn des kommenden Monates nach Amerika, um in den großen Bibliotheken von New Z)ork und Washington Material für sein großes hebräisches Lerikon, von dem bereits einige Bände erschienen sind, zu sammeln. Bekannlich sind die großen jüdischen und hebräischen Bibliotheken, welche in den legten Jahren zu haben waren, alle nach Amerika gewandert. Die großen jüdischen Organisationen Amerikas rüsten sich zum feierlichen Empfange des hervorragenden jüdischen Gelehrten ans Jerusalem. Fanny Wolffsohn. Aus Baden-Baden geht uns die Trauerkünde zri, daß Frau Fanny W o l l s s o h 11, die Gattin David Wolffsohns, dort am Montag den 1 cf. September, gestorben ist. Bereits längere Zeit litt sie an einer schweren Herztronkbeit und befand sich seit zwei Monaten in Baden-Baden zum (gebrauch der Kur. Am Sonnabend den 1t. d. M. erlitt sie einen heftigen Herzanfall. Seitdem hielt die Schwäche an und führte am Montag das Ende herbei. Die Leiche wurde nach Köln übergeführt und dort am Donnerstag den 1!». d. M. ans dem Denver Friedhof beigesetzt. Frau Fanny Wolffsohn, geb. Jubel, wurde am 1t. September 1870 in Ruß (Bez. Gumbinnen) geboren. Ain 1-1. September 1880 fand ihre Vermählung mit Herrn Wolffsohn statt. Vom Beginn der zionistischen Bewegung an folgte sie ihrem Gatten zu allen Kongressen ititD begleitete ihn 1007 auf seinen Reisen nach srüdafrika und Palästina. Sie nahm an allen Vorgängen im Zionismus lebhaftesten Anteil und war insbesondere als Ehrenvorsitzende des Verbanbes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina tätig. Wir'sprechen Herrn Wolffsohn zu dem tinersetzlichen Verltist, der ihn betroffen har. unsere herzliche Anteilnahme ar!s. An dem Leichenbegängnisse »ahmen zahlreiche Freunde des Wolmohnschen Hauses teil. Das Aktionskomitee rvar drirch Herrn Tr. Schmarja Levin, die Zionistische Vereinigung für Deutschland durch Herrn Dr. Hevmann ver treten. Zur Rcichsratswaht im Städtebezirk Neutitschein. Bei der am Montag den 33. d. stattgesundeneu Reichsratswahl entfielen aus den Kandidaten der soz.-dem. Partei W. Nießner 2380 Stimmen, auf Tr. Bodirsky (deutschradital) 23.78, Angelt tchrisltichsozial»!>01, Kunows ty (deutschfortschrittiich) 807 Stimmen. Rach dem keiner der Kandidaten die absolute Slimmenmehrheit auf sich vereinigte, findet Montag den 30. d. die Stichwahl zwischen dem sozialdemokraten Wilhelm Nießner tind dem Deutsch radikalen Tr. Bodirsky statt. Wir glauben, es nicht notwendig zu haben, der jüdischen Bevöllerung dieses Wahlbezirkes nahezulegen, ihre Stimmen dein Kandidaten der sozialdemokracischen Partei, Wilhelm Nießner, zu geben. NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERSICHERUNG^ GESELL- SCHAFT, WIEN, I. ASPERNPLATZ 1 Im eigenen Palais. — Versichertes Kapital drka 380 Mlltonen. Reserven drka U3 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überali gesucht. — Unser neuester Tarif mit 5<V0 jährlich fallender garantierter Prämie Qeneralagentur für Wien, I., Aspeir platz I, Leiter David Nebenzahl. Sub Direktion für Prag, Ferolnmdsgasse 20, neu, Leiter Robert Gerstel. Sub-Direkticn lür Lemberg, Szalnocha 3, Leiter Löbl Taubes. Äorrelpomlenzen. tücwitsch. Am Vorabend des Versöhnungsfestes wurde Frau Kathi Beer, Gattin des ver-!orbeneit Bürgeriueißer-Knltusvorsrehers Josef Aeer, Mutter des Herrn Dr. Mar Beer. Advoka- ׳en in Mahr.-Oßrau, hierorts zur Erde benatteü Die allseitig große Beteiligung liefert den besten Beweis der Hochachtung und Hochschätzuug d:eser edlen, menschenfreundlichen, frommen und arbeitsamen Frau. Herr Rabbiner Dr. Keßler sowie Herr Tr. Mar Beer widmeten ihr in gebührender Weise einen ehrenden Nachruf. Friede ihrer Asche! Lundenburg. l Tempelspcnde.l Anläßlich sei nes 70. Wiegenfestes spendete Herr Simon Ditz und dessen Gattin Frau Amalia ein herrliches,, wertvolles Thoramäntelchen und beschenkte die hiesigen jüdischen Ortsarmen mit namhaften Geldbeträgen. Am heurigen Reujalwstage über raschle Herr Ditz neuerdings unsere Gemeinde mir einer prachtvollen, kostbaren Gebettischd^cke, ausgefiihrt von dem bekannten Kunststickerei- Atelier Josef Schlesinger. Das eifrige, religiöse Interesse dieses edlen, echt jüdisch deutenden Ehepaares verdient wohl in einem jüdischen Blatte gewürdigt zu werden. In Anbetracht der Tenipelspende fühlte sich der Kultusvorsteher Herr Jostn Holländer veranlaßt, Herrn Ditz in! 'Rauten des Kultusausschusses den verbindlichslen Dank auf schriftlichem Wege zu übermitteln. Am ersten Reujahrstage wurde der Spender zur Thora aufgerusen und es wurde ihm in solen ner Weise eilt besonderer Mischeberach vorge tragen. ---am- Diskonto-Gesellschaft bei der Nordösterreichischen Bank kür Industrie, Handel und Landwirtschaft, registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt ±ich für alle einschlägigen Bankgeschälte, hauptsächlich auch für den Eskompt offener Buchforderungen unter den allergünstigsten Bedingungei. Wessely. Am Dienstag den 17. d.!and das Leichenbegängnis unseres sehr beliebten, ver dieustvvllen Bürgermeisters Herrn Em. Beer statt, der plötzlich Sonntag nachts verschied; weg gerafft in körperlicher tind geistiger Frisch. 11 u je re kleine Gemeinde verlor einen ilirer Beüeu. Denn der oahingeschiedene Bürgermeiüer!var Jude durch und durch und schmerzlich trifft 111! sere kleine tüemeinde dieser schwere Verluu, denn der Dahiugeschiedene leitete die itzemeiuoe und den Betverein in aufopferungsvoller Weise. Er tvar stets am Platze, wo es galt, dieie zu ver treten, und tvar stets dort, wo es galt, Frieden und Einigkeit zu stiften. Auch untere Armen haben an ihm einen großen Gönner verloren. Das Leichenbegängnis gab;',eichen auch der Sympathie, der er sich erfreute. Von Rol! und Fern kamen Freunde, ihm die letzte Eine zu erweisen; sämtliche umliegeudeu Kuiu -׳gemein den waren vertreten. .Rabbiner Dr. Reach luel! eine sehr ergreifende Grabrede in deutscher und böhmischer Sprache. Melirere Imudert Kondole» zen kamen der trostlosen Familie zu: eine de allerersten war die der hiesigen .ömütuut des Grafen Ehoriusky, welcher alich in größter 27 reinvilligkeit aut seiner Privatbalm einen ^e paratzug zur Rordbahu rür die abreisenden Fremden, die am Begräbnisse tei>nalune!!, zur Verfügung stellte. Sonntag fand eine 7 aue! utzung der lüemeinde und oes O rtsiibulrake-׳ und Dienstag fand ein rranergotlesdien für den Dahiugeschiedeueu Bürgermeister und Obmauu des Israel. Minjou-Vereines statt. Nug.-Hradisch. Am 20. d. M. begeln die jüdisch-akademische Ferialverbindnng ״Achivali" ihr 20׳sem. Stiftungsfest. Es ist der ״Achival!" gelungen, in ausdauernder Arbeit tvabreud ׳!!re- 30.se»1. Bestehens, dem jüdischnationaleu danken in unserer Stadt eine sichere Grundlage zu schaffen. Man kann es nun als glückliche Idee bearüßen. wenn die Verbindung durch Voran ßaltung einer Bezalel-Ausstellung!20. Sevteiu her bis 2. Oktober» ihr 31». Semester würdig feiert. Es ist zu hoffen, daß diese Feier!1״.׳ vollem Erfolg gekrönt »'ein wird, ivorüber m berichten wir iväter Gelegenheit nehmen wol>e!׳. Krakau. Die Rntlienen führen gelegeii-lb.h der Rueregelnng der Landtagsivalilordn! 1vernstlich Klage, daß man die Juden in <R1li zien ganz ohne :liecht den Voten zu zähle und bean tragen, n׳au solle die Juden in Wengalizien in 8 8 8 Spezial-Geschatt in Strumpfu. Wirk- DnfftinlH Waren. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. 111 vrlvl R Ivl I llldTHl Strümpfe, Socken, Handschuhe, Spörtartikel 88 Brünn, Herrengasse Nr. 8—10. 88 8 8

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