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Jüdische Volksstimme · 1912-09-26 · Heft 26 (26.9.1912) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 26 (26.9.1912)
Date
1912-09-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. ״Jüdische Volksstimme." 26. den polnischen Wahlkataster, in Ostgalizien in den rnthenischen intragcn. Es wäre lächerlich, wenn es nicht so traurig wäre. Berlin. Ans dem Bureau der ״Agudas Jjsrocl" wird uns geschrieben: Bekanntlich hatte das Provisorische Komitee der ״Agudas Jisroel" die beiden auf gesetzestrcucm Boden stehenden deutschen Rabbinerverbändc ersucht, Delegierte in das Komitee zu entsenden. Dieses Ersuchen ist. nunmehr Folge gegeben worden, und es sind folgende Herren als Delegierte in das Komitee eingetreten. Von seiten der ״Vereinigung tradilionell geschestrcuer Rabbiner die Herren Nektor Dr. Hoffmann-Bcriin, Rabbiner Dr. Cohn- Rawitsch, Rabbiner Dr. E. Wcill-Buchsweiler. Von seiten des ״Verbandes orthodorer Rabbiner Deutschlands" die Herren Rabbiner Dr. Breuer-Frankfurt a. M., Groszberzoglicher Nabbincr Dr. Marr-Darmstadt, Provinzialrabbiner Dr. Cahn-Fulda. Das Komitee bat die Herausgäbe eines je nach Bedarf erscheinenden hebräischeu Korrefpondcnzblattes beschlossen, dessen erste Rümmer unter dem Titel ״Hadcrech" erschienen ist. Lichtcnbcrg bei Berlin. Jüdisches a n s dem Stodtparla m e n t. Die A b- >.v e i s u n g e i n e s i ü d i s ch e n A s s i st c n za r z t c s im neuen Lichtenberqcr Krankenhause kam in der biesigen Stadtverordnctcnvcrsammlung zur Sprache und führte zu einem eigenartigen Intermezzo. Stadtv. Redakteur Kalischer bedauerte das Vorkommnis, zumal das Krankenhaus aus dem städtischen Steuersäckel erhalten werde. Bei den beschenken, die cs in reichem Mähe bekommen habe, sei nicht nach der Konfession der Spender gefragt worden, und sein Unterschied gemacht worden (Zustimmung^. Stodtv. Rechtsanwalt Schachtel teilt mit. das; nach seinen Erkundigungen Vorsorge getroffen ׳ei. daß sich dergleichen beklagenswerte Zurücksepungen nicht wiederholen. Die Juden seien ivobl stets dankbar dafür, wenn sic in dem Kampfe nm Wahrung ihrer Rechte van Nicht- ׳uden unterstützt würden, dagegen verzichteten ne darauf, daß sich getaufte, frühere Glaubensgenossen ihrer annähmen. Das sei zumindest aeschmacklos. (Heiterkeit.) Stadtv. Redakteur Kg-!׳scher bezeichucte darauf die Ausführungen de? "Vorredners als ״Unverschämtheit", wofür er nir Ordnung gerufen wurde. Er sei. fuhr ׳,v fort, evangelischer Christ, ebenso wie sein Va-!er es gewesen, und kein Glaubensgenosse Schach- M•:-. (Dieser ruft dazwischen: dann mindestens ctammesaenone!) Oberbürgermeister Ziethen erklärte, dast sowohl der Vorsitzende des Kuratoriuivs. als der leitende Arzt das Vorkommnis mis'.lülligten. Es sei lediglich auf ein Miß- ״erüändnis zurückzusühre״. Stadtv. Dr. Wolfs ״״׳llte vom Magistrat wissen, ob denn der be- '׳׳esrende jüdische Assistenzarzt die Stellung er- ׳-o'v-n Hobe — nur darauf käme es schließlich an. w;.- Anf'-gge blieb unbeantwortet. Erlau. (Das Testament des Fürster.zb'schass ^aivassg.) Der vor kurzem verstorbene Kardiual Erzbischof von Erlau, Joses Samassa, war ein überaus toleranter und wohltätiger Kirchenn'irsr. Cr bat Zeit seines Lebens die Hilssbedürtiigen nicht itach ihrer Religion gefragt und gedachte, so oft er sich zu Wohltätigkeitsakten ׳ eranlas'.t sab, auch der jüdischen Wohltätigkeit?- enstalten seiner Diözese. Ganz in׳ Sinne seine׳- Lebens war auch sein Testament abgefasst, "-as unter anderem die Verfügung enthielt, das: am Tage seines Leichenbegängnisses eine bedeu- ׳ende Summe zu gleichen Teilen unter den jüdischeu und christlichen Armen von Erlau verteilt iverdeu möge. Frankfurt n. M. Zurzeit wird im Rothichildscheu Stammhause neu hergerichtet. Die Brände waren mit einer Tapete geziert, die unoesälir -'<><> Ia!>re alt sein dürste. Ilm nun dem Wnniche der Baronin Mathilde v. Rothschild aemäs! das Muster der Tapete dem Hause zu rrbalten, wurden die Wände mit Handmalerei versehen, die in Farbe und Ausführung der alten Tapete genau entsprechen. Die Ausführung ׳!׳׳׳.׳! in den Händen des Maler- und Weis-,׳ ׳!indermcisters-Jos. Meier, Pilbeler Straße 27,. Der im Jahre l!M> verstorbene Privatier Jacob Mosbacher in Frankfurt a. M. hatte in ׳-׳inem Testamente eine grosze Zahl von Gemeinden und wohltätigen Stist'.'ugen mit Legaten im!Gesamtbeträge von mehr als einer halben Millivn Mark bedacht. Das Testament wurde von den Anverwandten angesochten und es entspann sich ein 1 Jahr hindurch währender Prozeß der nunmehr, wie wir hören, durch Vergleich seine Erledigung gefunden hat. Von größeren Legaten erhalten die Synagogengemeinde ״Jsr. Religionsgescllschaft" 100.000 Mark zur Begründung einer Mosbacherschen Darlchensstiftung, die Synagogengenreinde ״Israelitische Gemeindc"!>0.000 Mark ebenfalls zur Begründüng einer auf den Namen des׳Erblassers lautenden Stiftung, die Thoralehranstalt Jeschiwah 20.000 Mark, die Israelitische Volksschule 10.000 Mark, ferner kleinere Beträge das Rabbinerseminar in Berlin, die Präparandcnanstalteil in Burgrcppach und Höchberg und zahlreiche andere Institutionen. Das Andenken des Testators, der während seines Lebens in bescheidener Weise niemals׳ hcrvorgetreten war, wird in den׳!etztwillig von ihm gestifteten reichen Segen dauernd fortlebcn. Dr. Rudolf Hatbolicky gew. teile! der I.chitg.Rdtellung der Eandeskrankenansfait wohnt: Ecke yerdtnand$fla$$e mid 30banne$ga$$e <» »»«׳ »»»«-> ordiniert täglich von 2 dir 4 Uhr nachm,;entsprechet Nr 603. Ter hohen Feiertage wegen erscheint die nächste Nummer am Mittwoch de» 0. Oktober. <f{und|Jiau. Verlobung. Herr Dr. Ignaz Adler, Oberrabbiner in Gyula, verlobte sich mit Fräulein Rozsika, Tochter des Herrn Rabbiners Moses Feldmann in Budapest. Schauspieler Alfred Winardt-Wcinrcb wurde für das kommende Spieljahr an das Stadttheator in Teplitz-Schönau engagiert. Todesfall. Am s. September schied in Göppingen «Wiiittembergl nach kurzem, schwerem Leiden im jugendlickien Älter von 37 Fahren die Gattin des Herrn :liabbiners Tr. Tänzer aus dem Leben. Tie entstammte einer iveiiverzweigten ungarischen Gelehrtenfamilie, ihr Pater war der rühmlichst. bekannte Lbcrrabbincr von Totis, Markus Händler, ihr Bruder ist der Budapester stlnbbiner Tr. Timon Hcvesi. Unter autzcrordcnt-!ich zahlreicher Beteiligung aller Kreise der Stadt und Umgebung, benachbarter Rabbiner, Vertretern der Tlnttgari-Loge U. O. B. B., der cvangcl. Stadtpfarrer um׳., fand am 10. September die Beerdigung in dem bon der israelitischen Gemeinde zur Verfügung gestellten Fmnilicngrabe statt. Tie Leichenrede hielt Herr Virchcnrat Tr. Kroncr aus Stuttgart, der in ergreifenden Worten die Tugenden der edlen Frau und ihr glückliches Familienleben schilderte. Kein Äuge bli.b trocken, als hierauf der gramgebeugte Gatte seiner treuen Lebensgcfährti» für alle ihre Liebe und Güte dankte. Mit dem Gatten betrauern vier unmündige Kinder den .Heimgang dieser edlen Frau, deren Andenken stets ein gesegnetes sein wird. Wir drücken de» schwer heimgesuchten ehrwürdigen Gatten und Bruder unser tiefgefübltes Beileid aus. Tao älteste jüdische Tokumcnt in Ungarn. Ans Budapest wird berichtet: Fn den letzten Tagen kam aus einem Privaiarchiv ein für das ungarische Judentum nicht unwichtiges Toknment zum Vorschein. Dem Inhalt des Schriftstückes — das wir bisnnn nur aus einer späteren Abschrift kannten — folgend, erscheint der jüdische Kammergraf woems eamcrac domini nostri — das heisst des Königs — Ladislci, ivic er sich selbst litulicrt'1 Fredman am 7. Februar l280 init Fulcus, dem Loline des Nirolavs aus der Familie Ludan, vor dein Gnliier Kapitel und gibt hier vor, er habe dem Kö1!ig seinerzeit 300 Maek Feinsilber geliehen, tvofür dieser ilun zwei Törser zum Geschenk machte. Das eine Terf, Zsigard,!volle er nun dem erschienenen Fulcus für zweihund.rtiicunundneniizig Silbcrmark verkaufen und be-siätigt den richtigen Empsang dieser Summe vor dem Kapitel. Das Dokument selbst — als einfacher K.'ustontrakt — besitzt natürlich nicht mehr Interesse als solche Schriftstücke übcrlianpt aus der Zeit Ladislaus des Vierten, des Kumencn. Es ist aber — abgesehen von den Dekreten der ersten ungarischen Könige — eines der frnbeslen Akten der ungarischen Judensch.n׳. und auster A:.em gewisse» Tetanus und einem Heue! ist dieser Frcdma.n, soll heiszcii Fricdmann, der einzige Ka.inmcrgraf, von dein die ungarische Geschichte zu erzählen weih. KrieAasten. R. Z. Sic irren," wenn Sie glauben, daß ein'Ar-- tikcl umso besser ist, je länger er ist. — Khon. Für unsleider nicht verwendbar. — Emes. Es liegt in der Tateine Verwechslung vor. — Zionist» Prag. Gewünschtes - Buch erhalten Sic durch den Jüd. Buch- und Kunst- - Verlag, Brünn. — S. T. Anonyme Zuschriften können ivir unter keinen Umständen berücksichtigen. Wir müsscn wiffcn, mit wem wir cs zu tun haben. — Jom- Kippur-Gedicht. Es war uns leider nicht möglich, dasselbe zu veröffentlichen. — Vogel, Boskowitz. Sie är-, gern sich, daß unsere Administration auch die Bczahlung der Abonnements׳ gebühr fordert. Halten Sic esfür ehrenhaft, durch Monate eine Zeitung in Empfang: zu nehmen, ohne zu bezahlen. Dies allein spricht Ihnen! schon das Recht ab, an einer jüdischen Zeitung! Kritik zu üben. Im übrigen wollen wir׳ zu Ihrer Ehre konstatieren, datz Sic nicht so schlecht sind, wie der Brief, den Sie uns geschrieben. — An mehrere Einsender in Vriinn. Besten Tank für die Namhaftmachung derjenigen Firmen, die am Jomkippur", ihre Geschäfte offenhielten. Tag Herr Frisch, der die Schelpessachhäckerci erzeugt, bereits an Nachmittage offcnhrclt, wollen wir hicmit konstatieren. — Kritiker. Synagogenprcdigteii׳- zu kritisieren, finden wir keine Veranlassung. Notizen. Sondcr-Beilage. Unserer heutigen Stadtauflagc liegt ein Prospekt des bcstbekannten Eiscngrohhändlungshauses Horny un״ Zauner, Brünn, Kröna Nr. 4—6, über die von hervorragendcn Persönlichkeiten begutachteten und in den meisten Acmtcrn, Schulen, Restaurants, Cafes und Privatwohnungcn in Verwendung stehenden Patent-Brntilations-Dauerbrandöfen ״Meteor" bei. Tic. gediegene Ausführung dieser Lsen ermöglicht durch die feuerfeste Ausmauerung mit Patcnt-Phönirsteinen die denkbarste Ausnützung des Brennmaterials, verhütet zufolge der an diesen befindlichen Rillen die Stauung schädlicher Gase und bewirkt durch dieselben eine ausgiebige Zirkulation der Zimmcrluft. Mit Rücksiast darauf, dah bis jetzt nachweisbar über 500.000 Stück dieser Lfcn im In- .und Auslande im Gebrauche sind, können in! Bedarfsfälle die Mcteör-Dauervrandöfcii nur im eigensten Interesse auf das tvärmste empfohlen werden. Nöntgen׳)nstitul Durchleuchtungen der Brust und Bauchriugcweide. Photographien bei UnfmN Verletzungen, Gelenksu. Knochenkraukheuen Heilbehandlung bei verschiedene» <$v*> nischen Krankheiten. Speziatarzt Dr Eugen Kodon, Grün», Großer Platz:i. (Bankhau» Heicka») r«leptzo» 1444 linternrtanl- 1912 Wochenkalender 5673. תשרי Sept. Festtage הפטרה M יד 25 ערב סבות D IC 26 1 ־־ אי דסכות. fcüttcnfetttag הגה יום בא Vs טז 27 ב׳ דסבות -= $uttcnfe(ttag ויקהלו אל המלך 6 r 28 0ס»»16״ס.!= שבת חוה״ט והיד, ביום ההוא S יח 29 2 ב׳ החול. ד!םועד. Halbfcsttag M v" 30 Halbsesttaa — ג' דחול המועד D 1 4 — ה' ההול המועה. Hnibftsttag M בא I 2 6»©=הושענא רבה. »utag ויהי, נבלות D בב Z 3 םזכיר.זו״1*6=שמיני עצרת שלסה Vs S =ר si " שמחת תירה 1.J 11 11 ber 2^ota ו ■ ברבי נפשי׳ מברכין החדש׳ שבת י בראשית ויהי אתרי מות בה אמר האל - BRÜNNER VARIETE. - Täglich großer Erfolg des Neuheitenprogramms. :־: Hansi Führer, :־: Stern aller Wiener Soubretten. *WG Franz Reigl, Gesangs-Humorist. Joe Berry, Champion Fusspitzen Springer. Everhart & Company Könige der Reifenkünste. Außerdem noch 6 erstklassige Nummern. Anfang des Programmes 8'/, Uhr abends. — Sonnu. Feiertag 3'/, Uhr nachmittags bei ermässigten Eintrittspreisen. — 10 Oktober vollständig neues Programm.

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