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Jüdische Volksstimme · 1912-09-19 · Heft 25 (19.9.1912) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 25 (19.9.1912)
Date
1912-09-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 25. ״Jüdische Bolksstimme." Seite 8. mischte sich in den Streit. Er beleidigte die junge Frau und schlug sic daraus ins Gesicht, daß ihr die Zunge gespalten wurde. Hcrbeieilende Leute cntwassneten den sich wie rasend gebcrdenden Soldaten, während die junge Frau in das Haus ihrer jüngeren verheirateten Schwester gebracht wurde. Aber auch dorthin eilte ihr der Soldat nach. Die Schwester der Versolgten, eine 17jährige, augenblicklich schwangere Frau, stellte sich ihm entgegen. De: Soldat gab ihr einen solchen Fußtritt ans den Leib, daß sic ohnmächtig zusammenbrach. Dann stürzte er sich aus sein erstes Epser, dem er alle F-ingergelciike brach. Jetzt erst gelang cs, den zu Hilse eilenden Leuten, den Wütenden zu bändigen und ihn gesesselt der Militärbehörde zu übergeben. und Prof. Schatz erzählte in seiner Erwiderung von den Erfolgen der Schule auf den letzten Ausstellungen. Bei seinem Aufenthalte in England ist es Prof. Schatz gelungen, einige Hundert wertvolle Bücher für die Jerusalemer jüdische Zentralbibliothek zu erhalten. Auch das Museum des Bezalel wurde durch Zuwendung einer Anzahl wertvoller Gemälde bereichert. Tie Stabt Budapest für jüdische Institutionen. In der letzten Sitzung des Magistrates wurde bcschloffen, solgcndc jüdische Institutionen zu subvcntioliieren: Das Brody-Spital mit 10.000 K, das Weiszsche Wöchnerinnenheim mit 5000 K und das Ferienheim mit 1000 K. Stcinfunde in der Frankfurter Hauptsyuagogc. Bei den in den letzten Monaten vorgenommenen Renovierungsarbciten der Hauptsynagoge fanden sich unter anderen Bruchstücken (Marmorteile eines Llrauu Hakaudcsch) verschiedene mit interessanten Jnschristen versehene Steine aus der nach dem Brande von 1711 ncucrrichtetcn Synagoge, welche 1854 niedergclcgt wurde. ' Es sind dies: Zwei Türgcwändcr in Basaltslein mit hebräischer Inschrift in Hochrclies. Die erste Reihe der Inschrift nennt das Jahr der Errichtung des Baues: 1712״" und die zweite lautet aus deutsch: ״Das ist das Tor Gottes, die Gerechten gehen darin ein. Zivci Ringe gotischen Charakters, in rotem Mainsandstcin. Diese Ringe trugen die Deckengewölberippen im Hauptschiss und waren gleichzeitig Träger der Beleuchtungskörper. Der eine Ring trägt aus seinen Seitenflächen in Hochrclies eine Aufschrift, die in deutscher llebersetzuug lautet: ״Viel größer ist das letzterbaute Haus als das erste" und die Jahreszahl 1050. Die Zahl 1050 soll tvohl andeuten, daß die 1711 abgebrannte Synagoge im Jahre 1050 erbaut worden lvar. Die rechtsseitige Aufschrift in weniger klassischem Hebräisch lautet: ״B'Csras Zuri ascher Schema» El Hoacharaui: Wehorischaun". (Mit Hilfe meines Gottes, dessen Namen ist: Gott, der ist der letzte und lvar der erste). Der andere Ring trägt die Inschrift auf seiner Ilnterjichtsscitc in vertieften Buchstaben und nimmt inhaltlich gleichfalls Bezug aus die Zerstörung der vor herige» Synagoge. Seine Inschrift lautet in liebersetzung: ״Zur Zeit der Zerstörung dieses stoffen Trä neu aus aller Augen. Aber da sie mich neu erstehe» sahen, freuten sie sich." Von nicht geringerem Interesse ist ein gleichfalls gut erhaltener Chupoh-Stein in Bockenheimer Basalt. Dieser Stein befand sich im Hofe, in dem die Trauuiigen stattfanden. Au ihm hat man das .Cnaß gelegt, indem man an ihm ein Glas zerbrach. Seine abgekürzte Inschrift lautet in llevertragung: ״Die Stimme der Wonne und die Stimme der Freude, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut." Ter letzte Fund betraf einen Sockel in rotem Sandstein. Dieser Sockel ist oben breit und nach unten in «öalbrund spitz zulaufcnd. Cr trügt in vertiefte» Jni tialen lediglich die Inschrift: ״Liruscholojim." Die Form ließ im ersten Augenblick auf eine Sammelbüchse mit der Besliininuug des Ertrags für Jerusalem schlie hen. Nach eingehender Erforschung jedoch dürste eS sich hier um den Stein handeln, den Jausef Anmetz aus 2. 102 beschreibt. Er befand sich im Hofe zwischen Vl 11schul und Neaschul, und in Erinnerung an das zer siörte Heiligtum in Jerusalem setzten sich die Traurunde» iAwelim) nach Beendigung des Frühgottesdien sres am Sabbath einen Augenblick aus ihn nieder. Das Alter deS Steines muß ein viel höheres sein als das der vorher erwähnten Steine. G. Frohmann-Holländer. Bon der .Ilunstgcwerbcschule ״Bezalel" in Jerusalem. Die Arbeiter des ״Bezalel" bereiteten dein Leiter der Anstalt, Herrn Prof. Schatz, bei sei ner Rückkehr ans Europa einen feierlichen Ein p sang. Es wurden einige A ns prache n ge ha l te n Eine Konferenz der jüdischen Turnerschaft Palästina. Tie jüdischen Turnvereine in Jerusalem, Jaffa und Pethach-Tikwah fordern in einem :Aufrufe die palästinensische Jugend aus, Telegierte zu einer Konferenz zu entsenden, die am l(i. Tischri stattfinden wird, um die jüdische nrnbewegung in Palästina zu organisieren und aus-zudehnen. NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERSICHERUNGS-GESELL- SCHAFT, WIEN, I. ASPERNPLATZ 1 lm eigenen Palais. — Versichertes Kapital cirka 380 Milionen. Reserven «Urica 113 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden Überall gesucht — Unser neuester Tarif mit 5<V0 jährlich fallender garantierter Prämie. Generalagentur für Wien, 1-, Aspernplatz 1, Leiter David Nebenzahl. Sud Direktion wr Prag, Peralnandsgasse 20, neu, Leiter Robert Gerstel. Sud-Direktion für Lemberg, Lzajnocha 3, Leiter Lfibl Taubes. Aorrejponäenzen. Brünn. Ter 68jährige Privatier Herr Tavid Müller aus Brünn, Ottgasse 11, der deni Erzherzog Franz Ferdinand eine selb angeserligionsgenosseuschast in Württemberg auch die Brioni, widmete, hat nun vom Obersthosmeisteramte des Erzherzogs ein Tankschreiben erhalten. Wien. (Enthüllung des Grabdenkmals für weiland Lberkantor Bela Gutmann.) Trotz des strömenden Biegens hatte sich Sonntag den 8. d., 12 Uhr mittags, eine große Anzahl von Getneindemitgliedern, Freunden und.Kollegen des so früh verblichenen und beliebten Oberkantors an seiner Grabstätte am Zentralfriedhofe eingeftinden, wo anläßlich des 1. Jahrzeitstages eine überatis würdige imb pietätvolle Feier stattsand. Nebst den beiden Schwestern des Verblichenen waren hlnltnsvorsteher Marl Lemberger, Sekretär Tr. Adler, Bethaussekretär Braun und mehre re Beamte der Xnltusgemeinde sowie die Chewra-Vorsreher Fischhof und .Manu anwesend. Ter Vorstand des Oest.-ung. Ziaiitoreiivereines war durch den Präsidenten I. Bauer, Bi.zepräses Tümnann und die Vorstandsiliitglieder I. Schlesinger, Ziosenberger und Baffer vertreten. Vizepräses Schorr und kassier Jurberger waren durch Fnnktioiien verhindert. Von den Wiener Kantoren waren die Kollegen Schiller, Fuchs. Matpas, Löwit, Smotritzky, Bassel, S- Weiß, 'Nenmann, Grob, Müller, Harnvors, Weißinann, Roth tlnd;stecht erschienen. Als der Nachfolger des Verstorbenen, Oberkantor ׳Morgenstern, in tiefer Ergriffenheit das ״Michtom L'dowiö" sowie das ״El mole rachamim" vortrug, wurde die ganze Trauerversaiiunliiiig von weh mutsvollem Gedenken und andachtsvoller Weih«, erfüllt, und unter diesem Eindrücke hielt der Präsident des .^antorenvereines, Oberkantor Bauer, eine ergreifende Ansprache und schilderte das große chasonische Talent und die meisterhafte Vortragsweise des leider in so jungen Jahren verstorbenen Amtskollegen. Im Namen der Fa inilie rezitierte 1. Äantor Matyas wieder ״E mole rachamim" in überaus erhebender Weise, woraus Prof. Nascher im Namen der Freunde und Verehrer des Heimgegangenen dem Anden keu desselben gefühlsinnige Worte widmete. Mi. der Absingung des ״Schiwissi" durch den Ehor unter Leitung des Dirigenten Heimann schloß die überaus pietätvolle Feier. Wien. Ter Maifor hat den Privatdozcnten Tr. Wilhelm .stnöpselmacher zum anßerordent lichen Professor an der Wiener Universität er nannt und dem Privatdozenten für,ikinderheil künde. Tr. Franz Hamburger, den Titel eines außerordentlichen Professors verliehen. Professor Tr. slnöpfelmacher, in Boskowitz geboreu, entstammt einer streng srommen jüdischen Familie, die wegen ihrer zahlreichen Wohltätigkeitsakte allgemein bekannt ist. Ter uenernaiinn: Professor ist ein Lieblingsschüler Widerhosers. Er hat zahlreiche Arbeiten über wichtige Themen ans der .üinderlieilkunde geschrieben, und seine erperimeutellen Arbeiten über eine Form der Genickstarre sind von grundlegender Bedentung. Großes Aussehen hat das geglückte Erperiment üknöpfelmachers hervorgernfen, die Genickstarre vom •Situbc auf den Affen zu übertragen, da diese Uebertraguug zu der Hoffnung Berechtigung gibt, ein wirksames Heilserum gegen maiiche Form der Genickstarre zu finden. Professor >knöpselmacher ist seit Jahren Pri marins am Marolinen-Rinderspital in Wien. Professor Hamburger ist ein Schüler Escherichs und hat die Lehrkanzel seines Chefs provisorisch geleitet. Tiefer junge Gelehrte hat wichtige Arbeiten über Säiigliiigsernährung veröffeiiticht und ist Abteilungsvorstand an der Wiener Allgemeinen Poliklinik. Wien. Nach der Volkszählung am :11. Dezember 1910 sind in Wien 17r>.:li8 Juden, bei der Zählung 1900 waren es 1-10.920; während also Die Gesamtbevölkerung um Z7>0.7> 11, haben die Juden nur um 28.292 Seelen zngenommeii. Im Jahre 1900 bildeten sie noch 8.7 Prozent im Jahre 1910 nur mehr 8,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Am meisten Inden wohnen in der Leopoldstadt und der inneren Stadt, am wenigsten in Simmering (nur 4.1s Seelen 1. Uebertritte ans dem Judentum kamen 191«! r>12 vor, davon 211 zur römisch-katholischen Kirche. Frankfurt a. M. Ein wichtige Neuerung verfügt ein Regierungserlaß für ,stnrhessen; es soll den Steuerkommissioiieii der jüdischen Gemeindeii zlurhessens ebenso Einsicht in die staat lichen Einkominenstenerlisten gestattet werden, wie in den übrigen preußischen Provinzen. Ta mit ist jetzt eine gerechte Verteilung der Kultussteuern auch in >kurhessen ermöglicht. Diskonto-Gesellschaft bei der Nordösterreichischen Bank für Industrie, Handel und Landwirtschaft, regist- Werte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 13-40. Empfiehlt sich für alle einschlägigen Bankgeschäfte, hauptsäch'ich auch rar den Eskompt offener Buchforderungen unter den allergünstigsten Bedingungen. Hamburg. (Zentenarfeier der Beerdignngs brüderschast.i Tie Beerdigniigsbrüderichait der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg feiert in diesen Tagen ihr hundertjähriges Bestehen. Ans diesem Anlasse hat im t'lusrrage des Vorstandes Herr Salomon Goldichmidt eine reich illustrierte Festschrift herausgegeben, die eine Oieschichte der Beerdigungsbrüderschast gibt. Tein hundertjährigen Bestehen der Brüderschaft in der heutigen Form gehen, wie die Festschrift zeigt, weitere 112 Jahre voraus. Tenn als mH 1070 die 20 Familien der deutschen Inden Ham hurgs von der Oberhoheit der portugiesischen (Gemeinde trennten, schufen sie sich eine Gemein deversassting und eine selbständige Beerdignngs brüderschaft. Sie stellten sich unter die Rechts Hoheit des Altonaer Rabbiners Hillel bei! No! tali Zwi, des ersten geistlichen Oberhauptes der drei Gemeinden A ltona-Hamburg-Wandsbek. Tiefe Vereinigung bestand bis zum Jahre 1*12. Im Jahre 1811 hatte der französische Präfekt de Eonningk ungeordnet, daß sich die jüdischen Gemeinden Hamburg und z'lltona treuneu ioll ten. Tie Trennnngsakte ist vom 20. April 1*12 datiert. Im Juli wurde die Trennung der Brü derschasten von Hamburg und Altona endgültig vollzogen. Von der Ausgabe der Brüderschaft heißt es in der Festschrift: ״'?«'icht allein die Io ten zu begraben, ist ihre heilige Obliegenheit: s s m s Spezial-Geschäft in Strumpfu. Wirk- Waren. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. Strümpfe, Socken, Handschuhe, Sportartikel NN Brünn, Herrengasse Nr. 8- Berthold Herrmann 10. H m » m

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