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Jüdische Volksstimme · 1912-09-19 · Heft 25 (19.9.1912) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 25 (19.9.1912)
Date
1912-09-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. ״Jüdische Bolksstimme." Nr- 25. - die Ueberlebenden zu trösten, ihnen die hohen Pflichten, die die Reilgion fordert, vor die Augen zu führen, fällt auch in das Bereich ihrer Mission." Mainz. (Einweihung einer neuen Synagoge.) Tiefer Tage wurde die neue Synagoge der israelitischen Hauptgcmeinde Mainz an der Straßenkreuzung Gabclsberger- und Bonifaciussrraße feierlich eingeweiht. Als Vertreter der Regierung war Gcheimrat Dr. Brcidert crschiencn. Ferner waren der neue Eifenbahupräsidcnt von Mainz, Laury, die Landtagsabgeordnctcn Molthan, Bach und Heerdt, ferner Vertrcter der freireligiösen und der evangelischen Gemeinde und der größte Teil der Mainzer Stadtverordneten anwesend. Der erste Vorsteher der Gemeinde, Kommerzienrat Albert Mayer, hielt die Begrüßungsansprache. Die Festrede hielt Rabbiner Dr. Salfeld, der aus Anlaß des Einweihungstages das Prädikat ״Professor" erhielt. Seiner Rede lag der Spruch zugrunde: ״Wie chrsurchtgebietend ist diese Stätte." Die Feier klang mit dem Schlußgesang des 150. Psalms in der Vertonung von Albert Mayer stimmungsvoll aus. Kommerzienrat Mayer erhielt den Philippsorden erster Klasse. Dr. Rudolf Katbolicky ge«. Letter der!.dürft. Abteilung Ser Eandeskrankcnanstalt «ovni: kclre Terdinandsgasse und 30battttC$0a$$C (•Roter Kiew«) ordiniert tSgiicv von 2 dir 4 Uhr nachm. Fernrpreever Nr 803. Stuttgart, 15. September. Das gestrige Äwtsblatt des Kultusministeriums vcröffcntlicht mit dem Gesetz über die israelitische Neligionsgenosscnsaft in Württemberg auch die von der israelitischen Oberkirchcnbehörde bcschlosscne Kirchenversassung der israelitischen Netigte Nadelmalerei, darstellend die Ansicht von den meisten in der Resolution der zweiten Kammer ausgesprochenen Wünschen Rechnung trägt. Nur die umstrittensten Punkte wurden fallen gelassen. To soll nirgends ein anderer Maßstab für die israelitische Kirchensteuer zugelassen werden, als die Staatssteuer, weiters bleibt den Vorsängern, solange sie nicht die zweite Dienst- Prüfung abgelegt haben, die Wahl in den V o rs i tz des .'üirchenvorsteheramtes versagt, endlich wurde den Vorsängern eine Standesvertretung im weiteren Rate der Obcrkirchcnbehörde verweigert. New Port. Die amerikanische Regierung hat jüngst den Beschluß gefaßt, für die staatlichen Bibliotheken hauptsächlich jener Städte, in tvelchen Juden in größerer Zahl leben, die jüdischeu Zeitschriften des Orients sowie der großen jüdischen Zentren Europas zu bestellen und vorhandene ältere Jahrgänge von denselben anzuschaffen. Die Anregung hierzu bot die Tatjache, daß die Einwanderung von Juden aus dem Orient nach Amerika in den letzten Jahren gröstere Dimensionen angenommen hat und das Verlangen nach einem geistigen Kontakt zwischeu den eingewanderten Juden und ihren alten Heimatsländern wiederholt laut geworden ist. Krankheiten der Nerven, des Magens, Darmes etc. werden mit Erfolg in Dr. Kutbatts Sanatorium in TISCHNOWITZ kuriert — Prospekte. Hundfehau. Die letzte Volkszählung in Oesterreich vom Jahre 1010. Die Zahl der Juden in der öfterreichischen Reichshälfte ist von 1000 bis 1010 von 1,224.800־ auf 1,01:4.087, also um 88.788 gestiegen. Die weitaus überwiegende Mehrheit ivolmt in Galizien und in der Bukowina, näni-׳!ich 871.8!,5 (1000: 811.071), bezw. 102.010 (1000: 00.1501, zusammen also in diesen beiden östlichen Provinzen 074.814 gegen!,11.521 vor zehn Jahren, so daß die Zunahme hier allein rund 63.000 Köpfe beträgt. Von Westösterreich stellt sich Niederösterreich an der Spitze mit 184.779 Juden gegen bloß 157.278 im Jahre 1900; die Zunahme beträgt also rund 27.000. Dann konlmcn Böhmen mit 85.826 (1900: 92.745, demnach 7000 weniger), Mähren mit 41.158 (1900: 44.745, also weniger um 3000) und Sdilcsien mit 13.112 Juden gegen 11.988 im Jahre 1000. Im weiten Abstand folgen Triest mit 5498 (1900: 4954), Steiermark 2885 (2283), Tirol 1624 (1008), Obcröftcrrcich 1215 (1280), Istrien 677 (285), Dalmatien 523 (334), Kärnten 341 (212), Görz und Gradiska 338 (295), Salzburg 285 (199), Krain 146 (145) und Vorarlberg 126 (117). Absolut genommen ind also, vom Osten abgesehen, in Nicderösterreich die meisten, in Vorarlberg die wenigsten Juden. Nach den, Prozentsatz ist die Reihenfolge: Bukowina 12,86 Prozent, Galizien 10,86 Prozent, Nicderöstcrreich 5,23 Prozent, Schlesien 1,77 Prozent, Mähren 1,57 Prozent, Böhmen 1,27 Prozent, Steiermark 0,2 Prozent, Tirol und Istrien je 0,17 Prozent, Oberösterrecich 0,14 Prozent, Salzburg und Görz-Gradiska je 0,13 Prozent, Kärnten und Vorarlberg je 0,09 Prozent, Dalinaticn 0,08 Prozent und Krain 0,03 Prozent. Die Juden haben in 14 von den 17 Provinzen zu- und nur in 3, in Böhmen, Mähren und Oberöstcrreich, abgenommen. Jaroslaw Vrchlicky. Der größte tschechische Did)ter der Gegenwart, Jaroslaw Vrchlicky, ist vor einigen Tagen gestorben. Die tschechische Nation beklagt im Heimgegangenen einen ihrer besten Söhne und alle Kulturvölker nehmen an der Trauer der Tschechen aufrichtigen Anteil. Namentlich wir Juden beklagen im verstorbenen Jaroslaw Vrchlicky einen aufrichtigen Freund unseres Volkes. Vrchlicky, oder wie er mit seinein' bürgerlichen Namen hieß, Emil Frida, befaßte sich mit gleicher Vorliebe mit den gcsdiichtlichcn Ereignissen, die sich im heroischen Kriege der Juden gegen die Römer abspielten, wie auch mit den Schicksalen des modernen Juden. Früchte seines aufrichtigen Interesses für die Juden sind daß grandiose Epos ״Bar-Kochba", wie auch die tschechische Ucbersetzung der Gedichte Morris Roscnfclds. Vrchlicky war Herrenhausmitglicd, Universitätsprofcssor und Mitglied der tschechischen Akademie der Wisienschaften. Im öffentlichen Leben trat er wenig hervor. Das Andenken des toten Dichters wird überall ehrenvoll sein! Ter Papst gegen den Antisemitismus. Der Papst sandte an die Bischöfe von Oesterreich- Ungarn, :Rußland und des Orients Rundschrcibcn, in denen er empfiehlt, unter keinen Umständen die Bewegung des Antisemitismus zu unterstützen. Tie sollten darauf hinwirken, daß Gewalttätigkeiten oder Angriffe gegen Israeliten vermieden werden. Aufruf. Bor kurzem jtarb hier der HandelskomniiS Ludwig P i ck plötzlich an bcn 3׳echen einer Tchwännnevcraiftung i!» ■42. Lebensjahre. Ter Bedauernswerte kam vor nicht langer Zeit aus Deplitz >Böhmen) nach Prag, mietete hier in tvöchentlichen Teilzahlungen eine Wohnung, deren Begleich ihm neben seinem kargen Einkommen grosze Tchwicrjgkeite» bereitete. Derselbe hintcrlietz eine herzlcidcndc ,Tran mt! drei unversorgten .Bindern im Älter von 7—12 zmbrcn in grötztem Elend. Die arme ftrau befindet sich in einer Situation, welche jedem Menschen, der nur ein Herz im Leibe hat, zu Dränen rübren mutz. Es ergeht an alle edle Glaubensgenossen die insiändigsie Bitte, die Notlage dieser unglücklichen Familie zu lindern, spenden nimmt entgegen Herr Dhcodor Bauer, Prag, 2. Bez., Leibamtsgassc Nr. 4, welche nach Eingang in diesem Blatte quittiert lverden. Kundmachung. Am 1. Oktober 11)12 wird die Mensa academica Judaica,!>. Bez., Pramergasse 31, eröffnet. Diese Wohlsahrtsinstitution verfolgt den Zweck, dem jüdischen Studenten der Wiener Hochschulen, während der Dauer ihrer Jmmatriknlation, als auch zwei Jahre nach erlangtem Absolutorium, eine billige und nahrhafte Kost zum Selbkostenpreise zu bieten. Für Mitglieder beträgt ein Mittagmahl 52 h, ein Nachtmahl 40 h im Abonnement: die übrigen Kollegen entrichten 56 h für ein Mittag- und 44 h, für ein Nachtmahl. Die Speisezeit für das Mittagmahl ist zwischen halb 12—2 Uhr, für das Nachtmahl zwischen halb 7 bis halb 9 Uhr abends. Die Mitgliedschaft kann täglich zwischen 12 bis 2 Uhr im Vereinslokale, 9. Bez., Pramcrgasse 31, angemeldet werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 2 Ii pro Jahr. Abonnements werden zwischen dem 1. bis 5. und 15. bis 20. eines jeden Monats ausgcgeben. Kundmachung. Die Leitung des Vereines Machsike hadaß bringt hiermit zur Kenntnis, daß Schlachtungen von Geflügel durch den VereinsschSchter nur gegen vorherige Lösung von Boletten vorgenommen werden. Boletten sind von >/,8 bis 8 Nhr früh und 6 bis 6'/, Uhr abends im Vereins׳ lokale, Adlergafse 12, erhältlich. Achtung! Die P. T. Empfänger werden dringendst um sofortige Bezahlung des Abonnementsbetrages ersucht Die Administration. Der heutigen Nummer liegt eine Beilage der Eisengroßhandlnng Horny und Zauner, Brünn, Kröna 6, bei, auf die wir unsere Leser besonders aufmerksam machen. Röntgen-Institut Durchleuchtungen der Brust «ud Bauch eingeweide. Photographien bei UufaU Verletzungen, Gelenksu. Knochenkrankheit»» Heilbehandlung bei verschiedene» chra. nischen Krankheiten. Spezialarzt Ar. Gugeu Kodon, Br Lu«, Großer Platz (Banchau» Hnba») Telephon 4444 (lntrrnrbRnt. ISIS Wochenkalendev 5K73. תשרי Sept. Festtage הפטרה M ז 18 D ח 19 F ט 20 " ,"ערב יוש כפור S 21 יום כפור — Versöhnungstag ואשר סלו שלו S יא 22 M 23 D י: 24 סזק״ל M יד 25 ערב שבור! D ״־־ 26 üttenwttaß$ •! -- א' הסבות הנה יום בא ft צו 27 $8ttcnwttag •-־ ־ ב' דסבות ויקהלואל המלך S 7' 28 שבת חוה־־מ - >. £ai&!ef«aß והיה ביוש ההוא בשר בשר Restaurant una Weinstube Arnold Buchsbaum'8 Vlm Kröna 4 G- BRÜNN % Kröna 4 (nächster Nähe des Bahnhofs). Mittagsabonnement von K 1'20 aufwärts. Freitag und Samstag Pfefferkarpfen. Bestrenommierte Köche und vorzügliche Getränke. Sesr gute Schul-u. Konzerlviolinen nebst sämtlichen Streich, und Blasinstru» menten, alle Gattungen Saiten, Mustbwerke, Trommeln» Zithern, Grammsphone, Platten, l. Reparaturwerkstöttt für sämtliche Instrumente. Alte Meistergeigen stets am Lager. — PreiSkurant« gratis. Karl Goll, vorm. Ignaz Beer I- Musikinstrumenten- und Saitenerzeugung in Mähren 4^ Brunn, Schwertgaffe Nr. 6. M.

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