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Jüdische Volksstimme · 1912-09-05 · Heft 23 (5.9.1912) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 23 (5.9.1912)
Date
1912-09-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4. Jüdische Bolktstimme Nr. 23. und nach einigen trefflichen Gesängen des Chores unter Teilung des Herrn Obcrkantors verließen wir das Gotleshans, begeistert von der schönen Feier, die wieder das ewig junge, pulsircndc jüdische Fühlen, wie es nur in den Landstädten noch vorzufinden ist, zum Ausdruck gebracht hat. Lcipnik. Donnerstag den 22. August d. I. veranstaltete der hiesige Kultusvorstand in der hiesigen Synagoge einen feierlichen Trauergottcsdienst für das verewigte Ehrenmitglied und den großen Gönner unserer Gemeinde, weil. David Ritter v. Gutnlann. Die Synagoge war der Traucrfcier entsprechend schwär,; dekoriert. Herr Rabbiner Dr. Hillcl hielt die Trauerrede, welche die Anwesenden tief ergriff; Herr Kantor Prctzncr rezitierte in erhebender Weise die üblichen Traucrgebctc. Der Feier wohnten bei: Herr Wilhelm v. Gutmann in Vertretung der Familie Gutmann, Herr Inspektor Sandor Wertheimer von der Gutsverwaltung in Tobitschau, Herr Knltusvorsteher David Spitzer mit den Kultusbeiräten, den Mitgliedern des Kultus- und des verstärkten Kultusausschusscs, Herr Bürgermeister Ritter mit den Mitgliedern des Ausschusses der politischen Jsraelitengcmeinde und als Vertreter der Stadtgemeinde, in Abwesenheit des Bürgermeisters Herrn Kunovsky die Städträte Herr Markus und Herr Czerny. Aus diesem Anlasse spendete Herr Wil- Helm v. Gutmann zur Verteilung an die Beamten und Angestellten der Kultusgemeinde und an die Armen den Betrag von 1400 K. Wien. Unter reger Beteiligung fand vor einigen Tagen auf der israelitischen Abteilung des Zcntralfriedhofcs das Leichenbegängnis des langjährigen Kurarztcs Dr. David Seligmann statt. Außer den Kindern und Verwandten des Verblichenen, Hofrätin Berta v. Frydmann, Willy Ritter v. Gutmann und Gemahlin, wohnlen der Leichenfeier bei: Hofrat Professor Dr. Schauta, der Sekretär des Exportvereincs Kais. Rat Schwarz, die Industriellen Kais. Rat Duschnitz und Rudolf König, ,Kais. Rat Regen, Kammerrat Winds, die Schriftsteller Dr. Waldstcin, Glücksmann und Charmatz, Inspektor der Staatsbahnen Gärtner und vicse Aerzte. Oberrabbiner Tr. Güdcmann würdigte ״׳ w^men Worten die ausgezeichnete V׳׳r'üm,cykeit und das menschenfreundlich: Wirken des Dahingcschiedenen. Wien. A u s z e i ch n u n g. Sc. Majestät der Kaiser hat dem praktischen Arzt Dr. Emil Löwy, Inhaber des Sanatoriums in Sulz- Slanauu, den Titel eines Kais. Rates verliehen. Prag. Herr Friedrich Adler, Chef der Firma Kohn und Adler, Vorstandsmitglied des Jsr. Kultusgemcindc König!. Weinberge, ist am Sonntag den 31. August nach längerem Leiden verschieden. Prag. I u b i I ä u m. Der Direktor der Prager Filiale der Ocsterr. Länderbank, Herr Bertold Steiner, begeht am 4. Septeniber sein :stljährigcs Jubiläum int Dienste dieses Inslitntes. Bvdcnbach. Herr Rabb. Freund, Bodenbach, feierte mit seiner Gattin Rosa geb. Lederer das Fest der Silbernen Hochzeit. Maricnlmd. In der letzten Sitzung des verstärkten Vorstandes lvurdc mit Stimmcncinhclligkcit bcschlossen, Sr. Chrivürdcn, dein Herrn Rabbiner Tr. Inkob Diamant nach Ablauf des Probejahres die vollste :'nfricdcnhcit und den besten Tank solvohl für erfolgreiche rabbinische Wirksamkeit als auch für die ausgczeichneten Erfolge im ilieligionsuntcrrichtc zum Ausdruck zu bringen. Als Zeichen der Anerkennung wurde dem Herrn Rabbiner sein Jahrcsgchalt um 800 K erdicht. Pardubitz. Fräulein Olga Herrmann hat sich mit Herrn Eduard Salus, Smichow, verlobt. Budapest. Zar Ferdinand von Bulgarien hat die bei ihm vorsprcchcndc jüdische Deputation, die ihm ein kostbares Tcfcr Thora übcrbrachtc, huldvoll empfangen. Er sei vom Beweise der Zärtlichkeit tief gerührt und ivisse den Wert der jüdischen Loyalität zu schätzen. Er batte schon oft Gelegenheit, die Iudenhcit hcrvorzubeben, da er in ihren Bürgern den eisernen Fond der Kultus und des Fortschritts erblicke. ״Sagen Sie cs Ihren Mitbürgern," so schloß der Zar, ״daß sic auf mein Wohlivollen stets rechnen können." CH. Budapest. Unter Vorsitz des Seniors Adolf Schück- Nadas und Frau Armin Neumann hat im Festsaale der Pcster Kultusgemcindc die 300jährige Jubelfeier des jüdischen Zweiges der Familie des geadelten Hofjudcn Basicni von Trewcnberg stattgesunden. Nach Vertcilung der Stipendien hat Syndikus Michael Vajda einen freien Vortrag über den Entwicklungsgang des Stammes gehalten. Er bewies durch die Verlesung des Adelsbriefes des Ahnen Jakob Baffewi, daß dieser nicht nur den leeren Titel vom Kaiser erhalten hat, sondern in Besitz von Privilegien gelangte, die noch kein Jude vor und nach ihm je bekommen hatte. Er und seine NauMmmcn seien dem Kaiser unmittelbar untcrordnct, haben gesetzliche Rechte, die aus die Kinder beiderlei Geschlechts übertragen werden können. Im Reichsland der Habsburg dürfen sic Land ankaufcn, das als Rittergut steuerfrei ist und sie haben das Privileg, in jeder Reichsstadt, ohne Ausnahme, durch ihre Familicngliedcr oder Angestellte Geschäfte abzuwickcln, Häuser und steuerfreien Grund zu erwerben und im Magistrat vertreten zu sein. Des weiteren ist ihnen erlaubt, in der kaiserliche» Burg zu wohnen, weshalb ihnen die Hoffäy>u»eil zugcsichert wird. Alle Stadt- und Jahrmärkte und der Handel mit allen Waren sind ihnen und ihren Hausdomcstiken freigcstellt. Als Titel sind ihnen und ihren Nachkommen der Name ״die Baffewi, von Trcwcnbcrg" verliehen; dazu das entsprechende Adelswappen und Rittcrschild, in dem das Löwensymbol eine hervorragende Nolle spielt. Der freie, offene adelige Tonrnicr- Helm wurde mit der kaiserlichen Rcichskrone geziert. Alle Vorrechte, Privilegien, Patente und Frcizügigkciten, die nur ein Hochadeliger haben konnte, wurde dem Ahn, zugcsichert und verbürgt, dgß er alle noch etwa in späterer Zeit einem Judcn zugesichert oder zuzusprechenden Privilegien co ipso erhalten werde; diese genießen sic automatisch. Der Haß, der die tschechischen Exaltaldos gegen die loyale Familie nährte, bestimmte diese, im bürgerlichen Verkehr den Adelstitcl auszuschalten und auf Anraten des Saal Tosfot Jomtof einen anderen Namen zu wählen. So hat der Krakauer Zweig den Namen ״Bernstein", der andere den Namen ״Eyalson", ein dritter den Namen ״Rose" angenommen. Viele haben sich mit der Abbreviatur ״Basch" bcgnügt. Der von Lcop. von Trewcnberg begründete christliche Zweig der Familie ist abgestorben, während der jüdische, ohne daß er die Privilegien genießt, blüht und gcdeht. Er entwickelt auf kulturellem und kommcrzicllem Gebiet eine fruchtbare Tätigkeit. Z. B. A. Leipzig. Der Vorstand der hiesigen Ledcr-Mcßbörse hat sich das unglaubliche Stücklcin geleistet, die Michaelbörsc aus Ercw Roschhaschono zu legen, trotzdem die meisten Meßbesucher Judcn sind. Reklamation hat nichts genützt, wie nachfolgender Bescheid zeigt: ״Die von Ihnen angeregte Frage bezüglich der Verlegung der bevorstehenden Leipziger Michaclismeffe in Rücksicht aus das jüdische Neujahrsfest ist bereits vor längerer Zeit verhandelt tvordcn, und man ist zu dem Entschluß gekommen, die Lcdermcßbörsc diesmal ausnahmslvcisc zeitiger, und zwar von 2 bis 4 Uhr, stattfindcn zu laffcn, Mittwoch, 11 September." Gern hätte man den Meßtag verlegt, doch ergab sich dies als untunlich infolge der zwischen den Frankfurter und Leipziger Stadt- Verwaltungen seinerzeit fcstgclcgtcn Vereinbarungen. Tie Frankfurter Messe ist am 9. und 10. September, und nun hätte man entweder 8 Tage zeitiger oder 11 Tage später den Leipziger Ledcrmcßtag ansctzcn müssen; beide Termine crachietc inan als ungeeignet. Kammerzienrat Süßmann, 1. Vorsitzender der Lcdermcßbörsc zu Leipzig. Berlin, 27. August. Unter allen hauptstädtischen ösfcntlichen Bcbliothckcn ist die in der hiesigen jüdischeu Gemeinde die jüngste. Um so erfreulicher ist es, daß sic sich in der sehr kurzen Zeit ihres Bestehens in außerordentlicher Weise entwickelt hat. Ihr gcgenwärtigcr Bestand an Druckwerken beläuft sich aus 20.333 Werke mit 20.395 Bänden. Tie Handschriftcnsammlung zählt 325 Stück und die!nichtige Abteilung für Zcitungausschnittc enthält 330 Mappe». Die Bibliothek befindet sich seit zwei Jahren in dem Vcrwaltungsgebäude, Oranienburger Straße 28. Vorher war sic in unzweckmäßigen Räumen in einem Privathausc in der Oranienburger Straße untcrgcbracht. Seit der Ncuaufstcllung in schönen Hellen und zweckmäßig disponierten Räumen hat sich die Zahl der Besucher um fast 77 Prozent erhöht. Sic wurde im Laufe des letzten Geschäftsjahrcs von 10.916 Personen im Lescsaal benutzt. DaS bedeutet eine Steigerung gegen das Vorjahr von 21 Prozent. Diese große Zahl der Leser beweist, welch einem großen Bedürfnis diese Bibliothek genügt. Die Verwaltung der Bibliothek ist eine sehr liberale; sie verleiht nicht nur Bücher innerhalb des Bezirkes von Groß-Berlin, sondern nach auswärts durch das ganze Deutsche Reich und auch Oesterreich bis nach Bosnien hinein. Es ist zu wünschen, daß sich die Bibliothek in der bisherigen Weise weiter entwickeln möge. Diskonto-Gesellschaft bei der Nordösterreichischen Bank kür Industrie, Handel und Landwirtschaft, reglstrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Brünn, Ferdinandsgasse Hr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt 5Ich für alle einschlägigen Bankgeschälte, hauptsächlich auch für den Eskompt offener Buchforderungen unter den allergünstigsten Bedingungen. Zürich. In dem festlich geschmückten neuen Betsaale der hiesigen Religionsgemeinschaft fand am letzten Sabbath die Einführung des neuen Rabbiners Dr. Lewenstein statt, deren Eindruck noch lange im Herzen aller Anwesenden nachklingen wird. Ist schon die Einführung eines Rabbiners an sich ein Ereignis für eine Gemeinde, so war es in diesem Falle besonders bemerkenswert, als man in Herrn Dr. Lewenstein den Glaubenskämpfer kennen lernte, dessen Kamps mit der Kopenhagencr Gemeinde in lebter Zeit in der gesamten europäischen Presse besprachen wurde, lieber dem von Herrn Oberkantor Messinger unter Assistenz des neugcbildeten Mannerchores geleiteten Gottesdienstes lag schon von vornherein eine Weihe festlicher Stimmung, die sich noch steigerte, als nach den! Einheben der 1. Vorsitzende der Neligionsgesellschaft, Herr Eugen Lang, mit herzlichen Worten den neuen Nabbiner begrüßte und daraus Herr Oberkantor Messinger mit dem gerade hier zu Besuch weilenden Herrn Kantor Hirsch ein zu Herzen gehendes Boruch habo erklingen ließ. In der nun folgenden Predigt des Herrn Dr. Lewenstein bestätigte dieser nicht nur seinen Ruf als glänzender Kanzelredner, sondern wußte sofort seine große Zuhörcrschar im Eindrücke seiner Worte so zu bannen, daß seine Ergriffenheit sich ungewollt auf die Andächtigen übertrug, die in stiller Begeisterung sich zu der Wahl dieses Rabbiners beglückwünschten. Möge der Segen, mit dem seine geistreichen Darlegungen ausklangen, in der Gemeinde zum Segen der ganzen Iudenhcit sich verwirklichen. Chicago. Anläßlich seines 50. Geburtstages spcnbete der bekannte Philantrop Julius Roscinvald 087.500 Dollar für Gcmcinzwccke, und zwar je 250.000 Dollar für die Vereinigten Jüd. Wohltätigkeitsgcscllschaften und für die Universität in Chicago, 50.000 Dollar für das Ehicagoer Hebräische Institut zum Bau eir.es Gymnasiums, 25.000 Dollar für das Marks Nathan-Heim für jüdische Waisen usw. usw. Orünner Nackrickten. Barmizwahfcicr. Samstag den 7. Septemter um halb 11 Uhr vormittags findet im Neuen Tempel, Thcresicnglacis, die Barmizwah des Alois Zaitschek, Sohn des Herrn Heinrich Zaitschek, Tempelvorstehers, statt. Unsere herzlichsten Glückwünsche. Die Red. Bethaussitze im Bethause des Vereines Machsike Hadas, Adlergasse 12, sind täglich in der Zeit von halb 7 bis halb 8 Uhr abends zu haben. Jüd. Technikerhcim. Anmeldungen behufs Gewährung von Frciplätzen im Technikerheim sind an den Ausschuß des Jüd. Tcchnikerheimes. Körnergasse, zu richten. Verein״ Machsike Hadaß", Brünn, Adlergaffe Nr. 12, 1. Stock. Der Monat Elnl mit seinen bedeutsamen letzten Tagen des ablaufenden Jahres erinnert uns nicht nur an die Pergänglichkeit der Zeit, seine letzte Woche, die Sclichothtagej mahnen uns auch an die Erfüllnng jüdischer, edler Menschenpflichtcn. Das Vcreinsbethaus ist nicht nur für Mitglieder ,sondern auch für Gäste täglich früh und abends geöffnet, jeden Dienstag und Donnerstag abends nach dem Gottesdienste Schiur- V>. ctrag. Die schönste Schrift in kflrzester Zeit erreicht jedermann! K k. ded. aut.Schreivschule Professor Rudolf Roubltscbek >. «.oE-»»״«».»- PrOO iÜ£tl7£kttlat7 £7 nach auswärts vriemeher Unterria», s,evtnsetze,g.g״.g״cb. Methode

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