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Jüdische Volksstimme · 1912-08-22 · Heft 21 (22.8.1912) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 21 (22.8.1912)
Date
1912-08-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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«jette 4T JüdischeBölkSstimme Nr. 21. zwei Arabern, die leise herangeschlichen waren, überfallen, und als er sich wehren wollte, schnitten sie ihm mit einem scharfen Messer den Hals durch. Der Mord wurde erst um 4 Uhr morgens entdeckt. Man fand seine Leiche blutüberströmt, in der einen Hand die Pfeife, mit der er Hilfe herbeirufen wollte, der anderen Hand waren die Finger durchschnitten, da er wohl mit dieser Hand nach dem Messer griff, um eS von seinem Halse abzuhalten... Als man von diesem Morde in der Kolonie erfuhr, entstand eine allgemeine Bestürzung denn David Sacharow war wegen seines guten Charakters, seiner Ehrlichkeit und Treue in der ganzen Kolonie hochgeschätzt. Sofort wurde die Regierung sowie die Kolonien Pethach-Thikwah und Rechoboth von dem traurigen Vorfall benachrichtigt. Aus Pethach-Thikwah kamen bald 20 Reiter, die die Spuren der Mörder verfolgten, die bis zur Wohnung des arabischen Wächters in Mikweh Israel führten. Er wurde sofort von der Regierung festgenommen, die noch eine Reche anderer verdächtiger Momente feststellte. David Sacharow besaß ein gutes Gewehr im Werte von 200 Frks, und das scheint die Mörder gereizt zu haben. Bemerkenswert ist, daß der Weingarten, den Sacharow bewachte, mitten zwischen anderen Weingärten liegt, die von arabischen Wachtern bewacht wurden. Diese Wächter wurden eben» falls von der Regierung verhaftet. Sie behaupten bis jetzt, nichts gesehen oder gehört zu haben. Die Regierung scheint sich ernstliche Mühe zu geben, die Missetäter zur Strafe zu ziehen und einmal Ordnung zu schaffen. So ist der Kaimakam von Jaffa nach dem Dorfe Beth-Dejen, das die meisten Strolche und Wegelagerer liefert, gegangen, wo er die Einwohner verwarnte und ihnen alle Gewehre abnahm. Er erklärte den dortigen Scheichs, daß die Negierung von nun an mit größter Strenge Vorgehen und jedes Verbrechen ahnden wird. In diesem Zusammenhänge ist auch daran zu erinnern, daß in den Kolonien und Farmen, wo die Vereinigung ״Haschomer" die Wacht über nommen hat, derartige Verbrechen nach den bis hertgen Erfahrungen nicht Vorkommen. Wir hätten demnach das selbstverständl. che Interesse. diese rühmlieh bekannte Vereinigung nach Kräften zu fördern. Leider gibt es noch an vielen Orten wunderliche Querköpfe, die von den lange betretenen Wegen nicht lassen wollen, obwohl die Zeichen der Zeit eine deutliche Sprache reden. Daß die Bewachung des jüdischen Hab und Guts wegen angeblicher Billigkett allem möglichen hergelaufenen nichtjüdi׳ scheu Gesindel an vertraut wird, ist ein Verfahren, über das man sich längst im klaren hätte sein sollen. — David Sacharow wurde noch am 9. Ab be׳ erdigt. Als die Träger der Leiche an der Synagoge voibei kamen, wurden einige tiefbewegte Trauerreden gehalten. Unter den Leidtragenden befand sich auch ein Bruder des Ermordeten ein Kolonist aus Rechodorh. Es trafen auch Vertreter der Arbeiter organisanonen aus Jaffa ein. um II Uhr die Kaiserfeier statt. Trotz des Herrlichen Wetters war das Bethaus bis auf bas letzte Plätzchen besetzt. Der Gemeinderat der Stadt war durch Herrn Gemeinderat Koricek vertreten. Von der-Bezrrksvertretung waren die Wiener Bezirksräte Bak. Pollak und Sedelmaier erschienen. Vom Vorstande der Adas Jisroel hatten sich die Herren Philipp Back, Markus Bondi, Wilhelm Kritzler und Dr. Reiniger eingefunden. Für den jüdischen Verein ״Einheit" war Herr Adolf Fischer, für den Krankenhausverein die Herren Berenfeld paar dieses Fest im engsten Familienkreise fern von Lundenburg und vereitelte so den Plan des bereits gebildeten Komitees. Nichtsdestoweniger kamen der Familie Holländer von seiten der viele» Freunde zahlreiche Gratulationen auf schriftlichem Wege zu- Der Kultusausschuß entsandte Sonntag am 11. August dem Silberpaare eine Deputatton, bestehend aus Sr. Ehrwürden Herrn Doktor H. Schwenger, ferner den Herren Direktor G. Elsner, Gemeinderat I. Gold und Tempelvorsteher Josef Hoffmann. Vom Wohltätigkeits-Frauenvereine und Adolf Kohn, für den Verein Tomech Ewjiuun stellten sich zur selben Zeit die Präsidentin Frau der Obmannstellvertreter Siegmund Ftydor und Dr. Bauer und Frau Direktor Elsner ein. Das Herr Ardel, für Tiferes Bachurim die Herren Jubelpaar dankte tief gerührt für die ihm dar- Packar und Rosner erschienen. Der glänzende gebrachte Ovaüon. Vortrag und die unvergle chliche Stimme des Ober- Tobitschau. Anläßlich des Kaisergeburtstages kantorS Müller wurden allgemein bewundert. Die geradezu vollkommenen Leistungen des vom Dirigenten Weiß geleiteten Chores fanden den einstimmigen Beifall der andächtigen Menge. I. I. 70. Geburtstag. JnBrody feierte am 15. Aug. Kultuspräsident und Handelskammerpräsident Lazar Bloch, Sohn des im vergangenen Jahre verstorbenen Rektors des Budapester Rabbinerseminars, seinen 70. Geburtstag. vorm. Hotel Romania Neu eröffnet! Wien II., Kleine Sperlgasse Nr. 5. Minuten vom Stadtzentrum, in unmittelbarer Nähe des Nord- und Nordwestbabnhofes. PRACHTNEUBAU! 100 ZIMMER. Elegantes Familienhotel. Zentralheizung. Kaltu. Warmwasser in Jedem Zimmer. Bäder im Hause — Elegante Halle, Musik-, Schreib- und Lesezimmer — Exquisite und rituelle Küche. Zimmer von K 360־ aufwärts. —WG Besitzer Karl Geiringer. Wiener liadmditcn. (70. Geburtstag.) Am 11. August 1912 eierte H.rr Ignaz Hahn, Tempel Zusprftor der Isr. Üultu gemeinde Wien, seinen 7V Gevunetag. Diesen A, vereutzten seme vielen Freunde und Bekannten, um ihm zu diesen Tagen besonders zu ehren. Seitens des Bv'slandes der isr. Lultusgemeinde erhielt Herr Hahn ein :!r Worten der Anerkennung über seine langjährige Diensuälrgkeil abgesvßles Gratulations-Schreiben nebst einem Ehrengeschenke. Em sehr schönes Glückwunschschreiben eihlclr der Jubilar vom Belhaus-Borstande. Die Bezirksverrrelung des Gemeinderates der Stadt Wien ehrte den Jubilar durch ein Gratulationsschreiben. Im Restaurant Herlmger versammelreu sich nebst den Familienangehörigen viele seiner Bekannten und Freunde, sowie der Borsland des Vereines zur Bekleidung armer alter Männer. Nomens des genannten Vereines überreichte Herr Präsident Isidor Schwarz dem Jubrlar ein Ehrengeschenk und seierte demselven als langjähriges, treues und aufopferndes Mitglied des Vereines. Der Erste Sekretär der isr. tiulluSgemeinde Herr kars. Rat Dr. Luden, welcher durch seine Anwesenheit bei dieser intimen Feier den Jubilar besonders auszeichnete, würdigte denselben durch Worte der Anerkennung über seine stets treue Dienstersüllung und überreichte denselben Namens des Beamtenkölpers der isr. Uultusgemeinde ein Ehrengeschenk. Viele Telegramme und Zuschriften zeigen, lvelch großer Beliebtheit sich der Jubilar allseits erfreut und ivunschen ihm seine Freunde, er möge noch viele Jahre in körperlicher und geistiger Frische im Kreise seiner Familre verleben. Kaiserscicr. Am 18. Aug. d.J. fand im festlich geschmückte» Bethause der Adas Jisroel (Schiffschul! Die schönste Schrift »YORK Wien Korresponäenzen. Kanttz. Am 18. August d. I. fand anläßlich )es Geburtsfestes des Kaisers in der hiesigen e ynaijoge eine äußerst würdige Kaiserfeier statt. Seiner Ehrwürden Herr Rabbiner Lr. Flesch hielt die Festrede. Trcbitsch. Der 18. August wurde in äußerst würdiger Weise von der jüdischen Bevölkerung begangen. Um 4 Uhr nachmittags versammelte sich!)ie gesamte jüdische Bevölkerung in der hell erleuchteten Synagoge. Die kantoralen Funktionen versah in ausgezeichneter Weise Herr Oberkantor M. Fuchs, unter dessen vortrefflicher Leitung der gemischte Chor die Gesänge zum Vortrage brachte. Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Stößler hielt eine ttefdurchdachte Festrede. Vertreter der politischen Behörde wohnten dem Gottesdienste bei. Groß Mescritsch. Zu Ehren des Geburtsfestes Sr. Majestät wurde am Samstag, den 17. d. M. abends, im festlich beleuchteten, dekorierten und in allen Räumen dicht gefüllten Tempel im Beisein der kk. Behörde ein solenner Gottesdienst abgehalten. Nach Absingen mehrerer Psalmen durch einen verstärkten Chor hielt Oberkantor Steiner die Festrede, worin er die Friedensliebe des Monarchen besonders betonte, welcher Tugend die Größe der Monarchie und die Wohlfahrt der Völker zu danken sei. Sowohl die wohldurchdachte Festrede als auch das schöne Orgelspiel des Wiener Oberlehrers Winterberg übte auf alle Anwesenden einen mächtigen Eindruck aus. Ncu-Raußnitz. Hier fand eine würdige Kaiserfeier statt. Herr Dr. Max Steif hielt die Festrede. Die kantoralen Funktionen versah Herr Oberkantor Stößler. Lundenburg. Seit geraumer Zeit plante in aller Stille der Kultusausschuß, seinem hochverehrten Obmanne Herrn Josef Holländer, der bereits durch neun Jahre die Stelle als Kulturvorsteher mit der größten Hingabe und Opferwilligkeit bekleidet, anläßlich der Feier der silbernen Hochzeit, welche er mit seiner vortrefflichen, allgemein hochgeschätzten Gemahlin am 9. August l. I. beging, eine Ovation darzubringen. Bloß aus reiner Bescheidenheit feierte das Jubelfand Sonntag, den 18. August im hiesigen Tempel ein Festgottesdienst statt, an welchem auch Herr Wilhelm Ritter v. Gutmann teilnahm. Die Festpredigt hielt Herr Rabbiner Schap. Marienbad. Unter großer Beteiligung von Staats- und Stadtvertretern, sowie hoher Offiziere fand im hiesigen großen Tempel eine imposante Kaiserfeier statt. Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. I. Diamant hielt eine zündende Festpredigt, die auf alle Erschienenen tiefen Eindruck hinterließ. In dieser kündigte Redner an, daß die hiesige Kultusgemeinde an die Erbauung eines ״Internationalen Kaiser Franz Josef-Jubiläumskurhauses" schreitet. Nach dem vor geöffneter Bundeslade gesprochenen Kaisergebet und der Volkshymne schloß die besonders erhebende Feier. Maricnbad. Am 7. August sprach Herr Dr. Bendersky-Kiew über: ״Unsere Kulturarbeit in Palästina" insbesondere im Hinblick auf sein Projekt der Errichtung einer medizinischen Hochschule in Jerusalem. In der Diskussion sprachen Dr. Hcymann, Kantor Blitz, Ruthnick. Für Schekolim, N.-F. und Broschüren wurden 55 Kronen erlöst. ES sind zurzeit viele bekannte Gesinnungsgenossen hier zur Kur. Neutra. Einige hervorragende Mitglieder der hiesigen orthodoxen Kehilla haben sich unabhängig von der ׳מ״ה die sich mit dieser Frage nicht beschäftigen darf (?) zur Gründung einer orthodoxen Gewerbeschule entschlossen. Im Beratungssaal der orthodoxen Gemeinde hat noch vor Tischo b'aw eine Vorkonferenz stattgffunden, die den Plan auf diese Weise תורה und מלאכה zu verbinden und die Lösung des Jeschiwoproblems, das immer brennender wnd, zu ermöglichen, aufs wärmste begrüßte. Wattenscheid. In der Synagoge fand ein Gottesdienst statt. In Vertretung des im Bade Ems weilenden Lehrers Oppenheim sprach der Rentner Siegmund Perl als Aeltester der Anwesenden die Gebete vor. Während des Vorlesens traf ihn ein Schlaganfall. Man führte den Sterbenden iu seine Wohnung, wo er alsbald sanft entschlief. Berli«. (Einrichtung von Amtsbezirken für die Gememderabbiner.) Wie das ״Gemeindeblatt" mitteilt, sollen vom 1. September ab Rabbinatsbezirke in Berlin geschaffen werden, und zwar so, daß in je zwei Synagogen drei Rabbiner amtieren sollen. Da aber die Synagoge Levchowstraße noch nicht einmal in Angriff genommen ist und da Herr Rabbiner Dr. Bäck erst Ende dieses Jahres siin Amt antritt, so ist die Einteilung noch nicht ganz definitiv zu nennen. Der Vorstand behält sich auch vor, in einzelnen Fällen Abänderungen eintreten zu lassen, besonders über das Fungieren in den Betlokalen an den hohen Feiertagen und auch bei verschiedenen feierlichen Gelegenheiten. Wir kommen noch auf diese sehr wichtige Angelegenheit zurück. Berlin. Herr Rabbiner Dr. Munk schreibt: ״Eine jüdische Frau, die sich in einem im hiesigen Hansaoiertel gelegenen Kuhstall täglich Milch einmelken läßt, befand sich mit ihrem dreijährigen Knaben im Stall. Das Kind beobachtete die Vorgänge beim Melken und rief plötzlich aus: ״Mama, da! eht ein Pferd!" Durch diesen Ausruf aufmerksam geworden, konstatierte die Frau, daß tatsächlich in einem düsteren Winkel ein Pferd stand, welches gemolken wurde. Sie verfolgte den Vorgang weiter und sah, wie die Stutenmilch in das Filtriergefäß gegossen wurde, aus welchem der Molkereibesitzer die frischgemolkene an die Kundschüft verabreicht. Derselbe wollte ihr ebenfalls aus diesem Bottich die Milch geben, war, als die Kundin in Rürz«st«r Leit erreicht jedermann! K K. veh. aut, Zchreibschuie Professor Rudolf Roubltscbek Praä H]?tl7£Knlaf7 47 Nach auswärts brieflicher Unter rfa»» um16tl»piai4 ricvtnacheig.ges.gesev.Methode

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