Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 20 (15.8.1912)
- Date
- 1912-08-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4, Jüdische B-NSstimme Nr. 20. Landesgesetze notwendig und für ein fruchtbares Zusammenwirken der beiden jüdischen Riten im Lande nützUch war, fcftgeiegt worden. Am Zustandekommen der Lösung trägt neben dem Entgegenkommen beider Parteien die vermittelnde Mitarbeit der hiesigen Loge ,Lene Berithu den Hauptanteil. Die im Vorjahre durch Herrn Siegmund Berge! aus Berlm erfolgte Gründung dieser Loge hat sich also als der denkbar größte Segen für die hiesige Gemeinde erwiesen. Besonderes Verdienst an dem Zustandekommen der Vermittlungsaklion dem Präsidenten der Loge, Herrn I. Niego, zuzuschreibea. Die neue Abmachung hat in einem wichtigen Punkte sofort ihre Realisierung gefunden. Der seit vielen Jahren hier amtierende Rabbiner der Aichkenasim-Gemeinde, unser Gesinnungsgenosse Dr. D- F. Markus, ist durch offizielle neue Wahl seitens seiner Gemeinde und der beiden Konsistorien des GroßrabbrnateL zum Oberrabdiner (Mare de Lira) der Aschkenasim erwählt und bestätigt worden. Damit gewinnt die segenevolle Wirksamkeit dieses trefflichen Mannes im jüdischen Leben Konstannnopels wieder neuen und festeren Boden. תסעו בחדש שופר בכסה ליום חגנו Psalm 81, BerS 4. Stoß! am ReumondStage ins Horn, zur Festoersammlung. Eiul. In früher lichter Morgenstunde Ertönt des SchofarS lauter Ton, Daß andächtig mit Herz und Munde Bor Gott sich neig' der Erdensohn. DaS Horn, eS bricht mit seinem Schalle Zerschmetternd jeden Dünkel, Wahn, Es rüttelt auf vom Sündenfalle DeS ״gold'nen Kalbes" Untertan. ״Nicht gib dich hin dem fremden Gotte!" So klagt eS tief ins Herz hinein. Bedenke, daß nur Wurm und Motte DeS Körpers Ende, in dem Schrein. O wach' dich frei von HerzenSrücke, Die dich von deinem Gotte trennt, DeS SchofarS Klang erbaut die Brücke Zur Reue, die im Innern brennt. Erheb' den Geist zum ewigen Wesen, DaS au« Mizraims Land dich trug, Dann wird die Seele dir genesen Vom Leid, das dir der Zweifel schlug. Tann wird Gott deine Wünsche alle Zum Heil gewähren voll und ganz. ' Dann bringt die Feinde er zum Falle Dich aber schmückt Sein Segenkglanz. Malviue Grün Wald. »YORK Wien vorm Hotel Romania Neu erötrnet! Kleine Sperlgasse Wien II., Kleine Sperlgasse Nr. 5 5 Minuten vom Stadtzentrum, in unmittelbarer Nähe des Nord- und Nordwestbahnhofes. PR ACHT* EU BAU! 100 ZIMMER. Elegantes Famllienhotel. Zentralheizung. Kaltu. Warmwasser in Jedem Zimmer. Bäder im Hause — Elegante Halle. Musik-, Schreib- und Lesezimmer — Exquisite und rituelle Küche- DM- Zimmer von K 3*60 aufwäits. *WD Besitzer Karl Gelringer. Jahren erreichte, war Gründer und Ehrenmitglied des BethausvereineS ״Volker!" und Gründer des Leopoldstädter Kranken- und Unterstützungsvereines ״Nächstenliebe" und hat sich durch die Schlichtheit seines Wesens die Sympathie aller ihm nahestehenden Kreise erworben. Die Trauerfunktion versah Oberkantor I. Bauer, ein Verwandter des Verblichenen, in ergreifender Weise. Hierauf würdigte Rabbiner Abeles die Verdienste, die sich der nun Heimgegangene erworben und spendete den Hinterbliebenen Trost. Am offenen Grabe hielt namet.S des BethansvereineS am Volkert Schriftführer Dc. M- Kohn einen Nachruf und betonte, daß seine opferoollen Bestrebungen ihm im Vereine ein bleibendes, dankbares und ehrenvolles Andenken bewahren werden. Kantor Giblichmann rezitierte in erhebender Weise die Trauergebete und der Verblichene wurde zur ewigen Ruhe gebettet. Er ruhe in Frieden. Unglücksfall. Am Sonntag, den 28. Juli, stürzte der Jurist Ignaz Berger aus Leopoldsdorf bei Wien von einem Felsen, die den Königssee umschließen, ab und fiel in den See. Die Leiche konnte bisher nicht geborgen werden. Der so tragisch ums Leben gekommene war ein vortrefflicher Charakter und begeisterter Zionist. Sein Andenken wird in Ehren gehalten werden. Die jüdischen Turnvereine Westösterreichs wurden bet den am 26. und 27. Mai d. I. zu Berlin abgehaltenen BerdandSturntage zu einem eigenen Kreise vereinigt. Dieser Kreis, der die jüdischen -Turnvereine, Bielitz. Boskowitz, Brünn, Graz. Jglau. Mähr.-Ostrau, Proßuitz, Wien, I.. Wr Jüdischer Turnverein, Jüdischer Turnverein Favoriten, Fünshaus, und den Sportklub Hakoah um׳ aßt, wird bereits im Dezember d. I. den ersten Lreisturntag verbunden mit einem großen Kreis chauturneu abhalten. Samstag פ׳ ראה beging in aller Stille in Wiener Baden der in der Tobitschauer Kultus emeinde durch 38 Jahre gewesene Religionslehrer und Kantor Herr I. Weiß sein 70. Wiegenfest. Trotz seiner gewohnten Bescheidenheit ließen es ich viele Freunde. Bekannte und Verwandte nicht nehmen. Herrn Weiß herzliche Gratulationen zu gehen zu lassen. Lerciu jüdischer Hochschüler ״Mensa academiea Judaica". Vor wenigen Tagen erchien der erste Tätigkeitsbericht des Vereines üdischer Hochschüler ״Mensa academiea Judaica" Wien, IX., Pramergasse 31. Demselben seien fol׳ gende trockene Zahlen entnommen, die mehr als alle Worte für die Notwendigkeit und Existenzberechtigung einer jüdischen Mensa sprechen. — In kaum 7 Monaten (vom I. Nov mder bis 31. Mai 1912) wurden nicht weniger als 53550 Mahlzeiten verabreicht, waS. wenn man von der naturgemäß schwachen Frequenz in den Weihnachts- und Osterferien absieht einen Durchschnitt von ungefähr 400 täglich Speisenden entspricht. Der Verein gibt den jüdischen Studenten die Möglich- Ceti ein gutes, nahrhaftes und dabei doch billiges und rituelles zubereitetes Essen zu erhalten. So kostet ein Mittagmahl 52 respektive 56 Heller und ein!!-achtmal 40. beziehungsweise 44 Heller. Abgesehen davon, daß an ärmere Kollegen sogar Freimarken, heute im Betrage von 404 Kronen ausgegeben wurden. Selbverständlich arbeit-t der Verein daher mit einem Defizit, das nur ourch die hochherzigen Spenden aus allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung Oesterreichs gedeckt »eiben kann. Tätigkeitsberichte werden auf Verlangen jederman zugesandt. Spenden sind an folgende Adresse zu richten: Verein jüdischer Hochichülec ״Mensa academiea Judaica" IX., Wien, Pramergaffe 31. Entsetzen wahrnehmen mußte, baß ihr Kind ein ן{ן*ל sei' ES ist nicht ausgeschlossen, daß man das wehrlose Geschöpf aus purer Toleranz und Philantropie der Taufe zugeführt und so den Eltern entrissen hat! Ech—g befaßt sich auch mit dieser beispiellosen Raubtaufe unserer SeelenrettungSgesellschaft und fordert im Verein mit der gesamten jübisch-ungarischen Presse eine Aktion zur Verhütung solcher Fälle. Die ganze Presse, die sog. ״liberale Journajistik des Tages" beobachtet bei diesem Fall stumme Absistenz. Sie schweigt wie eine Taubstummenanstalt. Ignaz Hay hat die hiesige Großgemeinde zum Testamentsvollstrecker seines zu wohltätigen Zwecken hinterlaffenen Vermögens von 2 500 000 Kr. ernannt. Zwanzig jüdische Institute, die er bedacht hat, sollen an seinem und seiner Familie Todestag Kubisch sagen. iener I tacllrlcilten. NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERSICHER UNGS GESELL- SCHAFT, WIEN, I. ASPERNPLATZ 1 lm eigenen Palais. — Versichertes Kapital drka 380 Milionen. Reserven drka 113 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überall gesucht. — Unser neuester Tarif mit 5% jährlich fallender garantierter Prämie Generalagentur für Wien, I., Aspernplatz 1, Leiter David NebenzahL Sub Direktion für Prag, Ferdinandsgasse 2Q, neu, Leiter Robert Gerstel. Sub-Direktion für Lemberg, SzaJnocha 3, Leiter Löbl Taubes. Leicheubegimgms. Unter überaus großer Teilnahme von Leidtragenden und Trauergästen h E>. M. die BeerRgUNg des am 6 zwei Jahre ihr Kind nicht zu Gesichte bekommen. M. verstorbenen Pnvatters Herrn salomon Beck I Nx entschloß sich nun, e> durch Gewalt zu erreichen und statt. Der Verblichene, welcher ein Alter von 761 reiste zu diesem Zwecke nach Jaszbreny, wo sie zu ihrem OullapeÜter Nacliricllten. Sl«S den Gemeinden. Wie die ״Allg. I. Ztg." mitteilt, soll sich in einem hiesigen städtischen Spital der ttaurige Fall einer Wegtaufe abgespielt haben. Frau David Ring aus Ujsalu mußte aus Anraten eines Arztes ins hiisige St. Stephanspital gebracht werden, wo sie einem Wnde das Leben gegeben hat. Dieses wurde ihr — trotz ihrer flehentlichen Bitten, — mit der Zusage abgenommen, daß man eS am achten Tage durch Milo dem Bris Abraham zusühren werde. AIS die Mutter dann immer wiederholt ihr Wnd verlangte, wurde ihr bedeutet, daß dieses aus hygienischen Rücksichten, aus purer Menschenliebe aufs Land zu einer Bäuerin in Pflege gegeben wurde, um so zu erstarken. Trotz wiederholter Na 1 frage konnte Äorrejponäenzen. Brün». Sonntag, den 25. August findet un Tempel Brünn, Oltgaffe, 1 Uhr mittags, die Trauung des Fräuleins Mathilde Feldmann mit Herrn Siegmund Brenner, statt. Unsere herzlichsten Glückwünsche. Die Redaktion. Proßnitz. ״Der jüdische Turnverein in Proßnitz veranstaltet am Sonntag, den 25. August, ein öffentliches - chauturnen verbundenmit Gartenfest und anschließendem Tanzkränzchen und ladet auf diesem Wege alle Freunde und Gesinnungsgenossen hiezu ein." Picsling a. Th. 11. August 1912. Unser altehrwürdigrr-Tempel hatte gestern am ״Sabbath Parschas R'eh" ein Erlebnis, wie es selten, vielleicht noch niemals ein anderer Tempel aufzuweisen hatte. Da ist unter anderen eine Familie aus Wien zum Landaufenthalte hier. Von den 4 Söhnen des Elternpaares feierte nun gestern der jüngste seine Bar-mizwah. Der älteste Sohn, — ein kaum 18 jähriger Jüngling, welcher vor dem letzten Jahrgange des Gymnasiums, also vor der Matura, steht und welcher, obwohl ein Wiener Kind, es sich in den Kopf gesetzt, einst den Namen Gottes zu verkünden und seit Beginn seiner Schulzeit mit allem Eifer dem hebräischen Studium obliegt, Notabene der Vater des jungen Mannes, von Beruf Ingenieur, ihm niemals auf diesem Gebiete beispielgebend war, — dieser Sohn nun hielt zuerst dem Bruder eine ergreifende Barmizwah-Rede und hierauf nach Verkündigung des Neumonds und dem Einheben der Thora von heiliger Stätte herab an die Gemeinde eine zum Herzen gehende Erbauungsrede, wie sie jedem Kandidaten um eine Rabbinerstelle Ehre gebracht hätte. Der junge Student brachte aus dem verlesenen Wochenabschnitte (solche) schöne Zitate, besonders über ״GmiluS- Chesed", welche von ihm in schwungvoller Rede gehörig kommentiert, uns alle, jung und alt, zur höchst.« Begeisterung entflammte und zu Tränen rührte. Gestatten Sie, hochgeehrte Redaktion, dem jungen Manne von dieser Stelle aus im Namen der ganzen Gemeinde und aller jüdischen Sommergäste öffentlich den Dank aussprechen zu dürfen und ihm für seine weitere Ausbildung unsere herzlichsten Glück- und Segenswünsche zu sagen. Prag. Am 12. August starb hier einer der angesehensten Advokaten Herr Dr. Ludwig Pick plötzlich im 60. Lebensjahre. Herr Dr. Pick hat nicht nur in der deutschen Gesellschaft eine führende Stellung eingenommen, er war auch ein eifriger Förderer vieler jüdischer Institutionen, so war er Vorstandsmitglied des Zentralvereines zur Pflege jüdischer Angelegenheiten, des Tempels in der Geistgaffe usw. Der Verblichene war ein Schwiegersohn des kais. Rates Siegmund Horowitz. Karlsbad. Aus Ansuchen des Karlsbader Rabbiners veranstaltete Herr Israel Tkats, Oberkantor im Rombachtempel zu Budapest, ein Konzert zu wohltätigen Zwecken. Sein reichhaltiges Programm, das zumeist aus hebräischen Stücken bestand, wurde im großen Konzertsaale des Karlsbader Kurhauses von einem überaus zahlreichen Auditorium mitangchört. Herr TkatS erregte mit seinem sehr schönen Vortrage großes Aufsehen und seine einzelnen Stücke wurden mit unaufhörlichen Applaus honoriert. Die schönste Schrift in kürzester Zeit erreicht jedermann! K• k. dev. aut, Schrelttscftule Professor Rudolf RöUbCfCbCR k.k.»eeld.$cl)riftexperte Pran iilet17eKnlnf7 A7 Wacft auswärts brieflicher Unter r!ag, naev elg. ges. gescd.metd»de