Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 17 (25.7.1912)
- Date
- 1912-07-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. Von der galiläischeu Kolonie ״Poriah". AuS'Haifa wird der ״N. I. K." geschrieben: Vor etwa mehr als einem Jahre erwarb der Verein ״Agudath-Achwah" in St. Louis (Nordamerika) ein Grundstück in Untergaliläa und gründete darauf eine neue Kolonie, die den Namen ״Poriah" (Die Fruchtbare) erhielt. Zum landwirtschaftlichen Leiter der neuen Siedlung wurde Herr Israelit, ein Kolonistensohn aus Indische Volksstimme nicht im Senat. Im Senat erklärte noch in der Sitzung am 2. Juli Benardino Roque, daß nach einem im Lissaboner ״Seculo" veröffentlichten Telegramm aus Wien der dort abgehaltene Kongreß die durch Portugal gemachte Offerte nicht angenommen habe, und zwar wegen Mangels an Sicherheit, wegen teuren Lebensunterhaltes, wegen des Arbeitslohnes, Bösartigkeit des Klimas und Fehlens eines Grundbuches in der betreffenden Region. Gleichzeitig berichtet die Lssaboner Preffe, Rechoboth, besttllt. Im Gege^atz zu den me sten^^ nachdem das Wiener israelitische Komitee die anderen judtschen Kolonien GalMaS, tn denen, Bedingungen des in der portugiesischen Deputiertender Getttldebau vorherrscht, tst Poriah Vorzugs» Kammer angenommenen Gesetzes der israelitischen weise Pflanzungskolonie Biszchtsind400Dunam,Kolonisation auf dem Hochlande von Benguella m,t Mandelbaumen und 40 Dunam mit Oel°>^ annehmbar erklärt habe, nunmehr mit Mandelbäumen und 40 Dunam mit Oelbäumen bepflanzt. Die jungen Pflanzungen entwickeln sich außerordentlich gut und berechtigen zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft der Kolonie. Gegenwärtig werden weitere 1000 Dunam urbar gemacht, um im riächsten Winter Mandel- und Oelbaumkulturen darauf anzulegen. Samtliche Arbeiten werden von jüdischen Landarbeitern durchgeführt. Neben 30 aschkenasischen Tagelöhnern und Monatsarbeitern werden etwa 20 palästinische Sephardim bei der Ausrodung des DorngestrüppS verwendet. Vor einem Monat besuchte Herr Harry Goldmann aus Amerika, ein Bruder des Gründers der Kolonie, Herrn Simon Goldmann in St. Louis, die neue Siedelung und stellte den Landarbeitern zum Zeichen seiner Zufriedenheit mit ihren Leitungen den Betrag von 500 Frks. zur Gründung einer kleinen Bibliothek und zur Anschaffung einer Waschmaschine zur Verfügung. Die schwierigste Frage der jungen Kolonie ist die Frage der Wasserversorgung. Poriah liegt auf einem hohen Hügel oberhalb des Tiberiassees. Quellen gibt eS nicht in der näheren Umgebung Bis jetzt wurde das erforderliche Wasserquantum vom Tiberiassee oder aus der benachbarteb Kolonie Jemna durch Lasttiere oder Fuhrwerke herbeigeschafft. Die Kosten dieses Transportes belaufen sich auf 10—15000־ Frks. jährlich. Die Herstellungskosten einer Wasserleitung vom TiberraSsee oder von den Quellen in Jamma werden auf 40.000 Franks geschätzt. Höstwahrscheinlich wird sich demnach die Leitung der Kolonie bald zur Anlage einer solchen Wasserleitung entschließen. Uebrigens versorgen während eines großen Teiles deS Jahres zwei große Zisternen die Arbeiter und Tiere mit gutem Trinkwasser. Das Klima von Poriah ist sehr gesund und erftischend, die landschastliche Lage von hervorragendem Reiz. Samtliche Besucher der jungen Kolonie geben ihrer Bewunderung Ausdruck, daß es in so kurzer Zeit gelungen ist, hier ein derart schönes und zukunftsreiches Werk zustande zu bringen, das der jüdischen Kolonisation sicherlich noch zu großer Ehre gereichen wird. portugiesische Kapitalisten und andere Portugiesen Unternehmungen bilden wollen, um jene Kolonisation unter den festgesetzten Bedingungen auf eigene Schultern zu nehmen, worüber bereits Be-- sprechungen mit Abgeordneten stattfänden. Zur Erläuterung der Sachlage führt die ״Franks. Ztg." folgendes an: Von einem iu pottu־ giesischen Kolonialangelegenheiten besonders versierten Herrn in Berlin ist wiederholt auf Süd- Angola als Kolonisationsgebiet für Weiße hingewiesen worden. Aber Süd-Angola ist fast so groß wie Deutschland (ganz Angola entspricht der Größe Deutschlands und Oesterreich-Ungarns zusammen), und es gibt dort verschiedene Gebiete, welche für weiße Kolonisation wenig oder gar nicht in Betracht kommen, sowohl des Klimas wegen wie auch wegen der noch nicht genügend konsolidierten Eingeborenen-Frage. Hierin ist vom Komitee der Fehler gemacht worden, daß es sich nicht genügend mit unparteiischen Sachverständigen dauernd in Verbindung gesetzt hat. Noch vor wenigen Wochen telegraphierten die Kaufleute Benguellas nach Lissabon um sofortige militärische Maßnahmen zum Schutze gegen die das Geschäft schwer schädigenden aufständischen Eingeborenen im Hinterlande von Benguella. Als die portugiesische Regierung beschwichtigte, wiederholten die Benguella- Kaufleute telegraphisch ihre Angaben über die Rebellion. Das mußte natürlich das jüdische Wiener Komitee mißttauisch machen. Nr. 16. von mindestens 600 000 Mark gerechnet werden darf. (Im Jahre 1912 550.000.) Diese günstige Entwicklung ist umso freudiger zu begrüßen, als gerade jetzt große Aufgaben in Palästina zu bewältigen sind. Insbesondere stellt die immer zunehmende Einwanderung der jemenitischen Juden, die in einem Jahre schon die Bevölkerung der jüdischen Kolonien um zirka 20°/, gesteigert hat, große Anforderungen an die Kolonisations- Institutionen und namentlich an den Jüdischen Nationalfonds, der sich der jemenitischen Juden, die ein außerordentlich wertvolles Kolonisationsmaterial bilden, besonders angenommen hat. Die Empfänger werden höftichst ersucht, das Abonnement einzusenden. ׳wv v WW V"V י Diskonto-Gesellschaft bei der Nordösterreichischen Bank für Industrie, Handel und Landwirtschaft, registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt »ich für alle einschlägigen Bankgeschärte, hauptsächlich auch für den Eskompt offener Buchforderungen unter den allergünstigsten Bedingungen. Die jüdischen Kolonisationsbestrebungcn iu Portugiefisch-Westasrika gescheitert. Wie bereits berichtet, hat der ״Daily Chronicle" die Nachricht verbreitet, daß auf einem Kongreß in Wien die jüdischen Territorialisten, die sich von den Zionisten getrennt haben, eine Kommission gewählt hätten, um die beiden Projekte jüdischer Kolonisation in Angola und einem noch nicht genannten zentral-amerikanischen Staate zu prüfen, und daß der Kongreß seinen Dank für die Annähme eines diesbezüglichen Gesetzes in der portugiesischen Kammer ausgesprochen habe. In dieser Form kann die Nachricht nicht ganz genau sein. Das betreffende Gesetz ist in Lissabon nur erst von der Kammer angenommen, aber noch WlEN vorm. Hotel Romania Neu eröffnet! Wien 11., Kleine Sperlgasse Nr. 5. 5 Minuten vom Stadtzentrum, in unmittelbarer Nähe des Nord- und Nordwestbahnhofes. PRACHTNEUBAU! 100 ZIMMER. Elegantes Familienhotel. Zentralheizung. Kaltu. Warmwasser in jedem Zimmer. Bäder im Hause — Elegante Halle, Musik-, Schreib- und Lesezimmer — Exquisite und rituelle Küche. PW- Zimmer von K 3 80 aufwäits. Besitzer Karl Geiringer. Bon der Kolonisation in Palästina. Der Jüdische Nationalfonds, der bekanntlich den Erwerb von Grund und Boden in Palästina für die jüdische Kolonisation bezweckt, veröffentlicht soeben die Statistik seiner Einnahmen im ersten Hal jahre 1912. Diese Statistik, die mit einem Totalergebnis von zirka 250.000 Mark abschließt, zeigt gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung der Einnahmen von zirka 20.000 Mark- Insbesondere fällt es auf, daß trotz der überaus traurigen Ver» hältnisse in Rußland die Eingänge aus diesem Lande sich ganz bedeutend gehoben haben. Sie weisen mit einer Totalsumme von zirka 60.000 Mark gegenüber denen des ersten Semesters 1911 (unter Abzug einer testamentarischen Zuwendung von 10 000) eiue Steigerung von nicht weniger als 50% auf. Aus Deutschland gierigen 26.000 Mark ein, aus Oestereich 60.000 Mark und aus den Bereinigten Staaten 40.000 Mark. In den letzten Jahren hat das zweite Semester regelmäßig 100.000 Mark mehr gebracht als das erste, so daß für 1912 mit ein Jahreseinnahme Äorre^ponäenzen. Lundcnburg (Schulfeier). Anläßlich des Jahresschlusses fand Samstag, den 13. Juli, an der hiesigen zweiklassig'en deutschen Volksschule eine Schulfeier stath die einen überaus glänzenden Verlauf uahm. Derselben wohnte der Gemeinderat der politischen israelitischen Gemeinde, der Ortsschulrat, Vertreter der israeliüschen Kultusgemeinde, Se. Ehrwürden Herr Dr. H. Schwenger, die Eltern der betreffenden Kinder sowie zahlreiche Gäste bei. Zur Aufführung gelangten die Liederspiele: ״Der Dank des Gnomenkönigs",' ״Die Galloscher des Glücks" und ״Eine lustige Schul- Prüfung". Die Schüler beider Klassen entledigten sich ihrer Aufgabe meisterhaft und ernteten reichen Beifall. Herr JonaS Gold, der bereits fast 30 Jahre die Stelle als Obmann des Ortsschulrates zum Frommen der schule bekleidet, dankte mit warmen Worten dem Lehrkörper für das Zustandekommen der gediegenen Schulfeier sowie für die alljährlich erzielten glänzenden Unterrichtserfolge. Seine herzige Ansprache übte einen mächtigen Eindruck auf die Zuhörer. Hierauf hielt der Oberlehrer I. Roditschek, der in selber Eigenschaft in Böhmen durch 18 Jahre segensreich wirkte, an die Schuljugend und deren Eltern eine passende Anrede, dankte mit beredten Worten dem Gemeinde» rate, der politischen israelitischen Gemeinde, dem Ortsschulrate, der israelitischen Kultusgemeinde für die Zuneigung, Mitwirkung uud für die großen Opfer, welche die betreffenden Korporationen den Kindern dieser Schule widmen. Seine mit Beifall aufgenommene Ansprache tönte in dem Rufe aus: ״Seine Majestät, unser Allergnädigste Kaiser Franz Josef I, der Schöpfer der herrlichen Volksschulgesetze, lebe hoch l" Das Absingen der Bolkshymne bildete den Abschluß der herrlichen Schulfeier. Bestellungen auf Gebet-, Andachtsbücher, Machsorim, Cyamoschim, Techinoth, Kinoth, Selichoth, T a l l e s s i m, T e f i l l i m, Mesusos, Religionsbücher, Barmizwahgeschenke werden entgegengenommen. Jüdisch.r Buch- und Kunstverlag, Brünn, Adlergasse Nr. 9. Straßnitz. Der Schluß des Schuljahres 1911/12 fand an der deutschen Volksschule mit einer erhebenden patriotischen Schulfeier am 13. Juli l. I. statt. Für das nächste Schuljahr können die Schüleranmeldungen auch während der Ferien bei der Schulleitung geschehen. Auswärtigen Schülern verschafft der Schulleiter gute und billige Kosthäuser. Wien. Der Antisemitismus im Gemeinderat. Man weiß es, daß die Hoffnungen, die Macht der Reaktion zu brechen, bei den jüngsten Gemeiderats.^ahlen nicht in Erfüllung gegangen sind. Wohl sind die durchweg antisemitisch gesinnten Christlichsozialen ein wenig geschwächt aus den Wahlen hervorgegangen, die Majorität aber haben sie behalten. Und sie mißbrauchen jetzt ihre Macht in der brutalsten Form und zeigen ihre antisemitischen Gelüste. Bei jeder Gelegenheit wird die liberale Minorität brüskiert und gezeigt, daß die Macht- Haber sich als die.Alleinherrscher der Reichsstadt an der Donau fühlen. Die Minorität spielt im heutigen Wiener Stadtparlament eine sehr traurige Rolle Sie kann wenig ausrichten und muß doch unter den schwierigsten Verhältnissen Opposition machen und auf das schreiende Unrecht Hinweisen. Ja, es scheint, als wenn die Cyristlichsozialen sich heute dafür rächen wollen, daß ein Teil der Wiener Die schönste Schrift in Kürzester Zeit erreicht jedermann! K• K. bei), aut, Schreinschule Professor Rudolf Rouhetcbek!״»««״- Praa ÜJCtt7CRttlat7 A7 nach auswärts nnemcher Unter- יי rieht nach elg. ges. gesch. Methode