Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 16 (18.7.1912)
- Date
- 1912-07-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4. Jüdische BolkSstimme Nr. 18. Nebenher wurde auch der Streit zwischm dem Beizer und Sadagoraer Rebbe berührt. ״Gewalt. Gewalt", sprach ein greiser Bojaner Choffid, dieser Streit verhindere die Ankunft des M-fstoS. Dabei rannen ihm die Zähren über das blasse, durchgeistigte Antlitz. Da8 Wasser öffnet aber auch gar vielen die Augen und läßt sie als Retter des Judentums auftreten, für das sie zu Hause weder Herz noch Sinn haben. Ich wöchre diese Erscheinung ״Geltungsdrang" nennen. Doch davon ein anderes Mal. Es ist inzwischen spät geworden und hier gilt die Norm: ״Aufstrhen wie zu SelictauS, essen wie am Tischohdeaw und zahlen wie am Purim". Diskonto-Gesellschaft bei der Nordösterreichischen Bank für Industrie, Handel und Landwirtschaft, rexistrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung In Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt sich für alle einschlägigen Bankgeschälte, hauptsächlich auch für den Eskompt offener Buchforderungen unter den allergünstigsten Bedingungen. Der jüdische Nationalsonds im ersten Halbjahr 1912. Eine der volkstümlichsten jüdischen WohlfahrtSinstituttonen unserer Zeit ist der jüdische Nationalfvnds, der im Jahre 1901 vom 6. Ziouistenkongreß in Bajcl begründet wurde und bereits eine Höhe von 37s Millionen Mark erreicht hat. Der jüdische Nationattonds dient der Förderung des jüdischen Kolonifatronswerkes in Palästina und Syrien, wo er ländlichen und städtischen Grundbesitz für gemeinnütztge jüdische Zwecke erwirbt. Durch Anlage ausgedehnter Oelbaumpfianzungen (in der Mhe von Lyüüa usw.) trogt er zur Ausforstui g PalästrnaS bet. In Galiläa hat er einige Musterfarmen geschaffen, ferner genossenschaftliche Stedelungen nach den Plauen de« bekannten Berliner Nationalökonomen Franz Oppenheimer. Jüdische Landarbmer werden durch ihn m mannigfacher Weise (Bau von Arbeiterhäusern usw.) gefördert. Auch dem Mischen Elziehungewesen im Herligen La-.de wendet er fern Augenmerk zu. Dem Hebräischen Eymnasrum rn Jaffa hat er den Grund und Booen zur Verfügung gestellt und auch das prächtrge Gebäude der Anstalt ist sein Eigentum. An der Errichtung des jüdischen Technikums in Haifa hat sich der jüdische Nattonalfonds gleichfalls mn einer größeren Summe beteiligt. Für die Kunstgewerveschule ״Bezalel" in Jerusalem erwarb er zwei stattliche Hauser in schönster Lage der Stadl. Auch die Anlage moderner, den weitgehendsten Anforderungen der Hygiene entsprechender jüdischer Sladlviertel in Jaffa, Haifa usw. ist sein Werk Das Hauptbureau des so segensreich wirkenden Nauvuaisonds (Köln a. Rh, Neumarkt 33), veriifftuttichl nun soeben die statlslische Aufstellung seiiier Spcudenewgange im ersten Halbjahr 1912. Danach crgaven Sie Lpeudeusawmlungen ln bei» verschiedenen Landern bi» zum 30. Juni d. I. den Beieag von 250.000 Mark, gegenüber 230.000 Mark im ersten HatoMr 1011. Bemerkenswert ist, duß die Juden brutzranos an diesem Ergebnis nnt öu.uuu Mark (ou0/״ mehr als IM Vorjahre) be iertlgi sitid, trvtzoem öffentliche Beranslaliungen und ׳Sammlungen dieser Art irr Rutzrand ver boreu sruo urw trotzdem die wittschasrUche Lage der russiichen Juderr sich von Tag zu Tag un günstiger, gestartet. Aus Deuischland gingen in den ersten sechs wlvmneu dieses Jahres sur den judrscheu llLativtratsends 26.000, aus Oesterreich 60.000, uns drrr Bereinigten Staaten lliordaurerlta» 40.ÜU0 wratk ei». Da in den letzlen Jahren die Lperroenerngangc un zweiten Semester regelmäßig nur erwa 100-01AI wrutk Höher waren als die des erster» Haiu^ayee», sv isl aus er« Jahresergev.tl» von ood.OuU Lllarr zu rechnen, gegenüber bvO.OOu Mark »m Jahre 1911. lSruer großen Ausgabe sl-yt sich der jüdische Natt0r»arsvuo» unrch dre svrtge><tzie iLtnwanoerung leureurrtschcr (Maraorschcr) Juvea nach Palästina gegenübergestellt. Dieser versprengte Teil des jüdischen VolktstammeS wird von den fanatischen südarabischen Landesbewohnern seit Jahrhunderten in grausamster Weise drangsaliert. In letzter Zeit haben nun diese Verfolgungen einen solchen Umfang erreicht, daß die Jaden massenhaft (oft sogar unter Zurrcklaffung ihrer ganzen Habe) aus dem Jemen entstiehen und nach Palästina kommen, um iu den dortigen jüdischen Kolonien als Landerbeiter Beschäftigung zu suchen. Da sie ein sehr arbeitsames, anstelliges, genügsames und zuverlässiges Arbeitermaterial darstellen und in den jüdischen Kolonieu stets Bedürfnis für Landarbeiter vorhanden ist, finden die Neuankömmlinge gern Aufnahme bei den Kolonistru. ES fehlt jedoch in den Kolonien vollständig an Wohnräumev zur Unterbringung der zahlreichen Einwanderer, und so müffeu die Jemeniten einstweilen in Kellern, Scheunen, improvisierten Hütten usw. Hausen. Diesem Uebelstande will nun der jüdische Nationalfonds abhelfen, indem er größere Beträge zum Bau billiger Arbeiterhäuser für die jeunninschen Juden zur Verfügung gestellt und winem Teile von ihnen bereits geeignete Unterkunft verschafft hat. Weitere ansehnliche Geldmittel für dieseu Zweck sollen demnächst flüssig gemacht werden. Auf diese Weise hofft die Verwaltung des indischen Nationalfonds die ländliche, ackerbau׳ treibende jüdische Bevölkerung Palästinas, die gegenwärtig 10.000 Seelen zählt, in ganz kurzer Zeit und mit verhältnismäßig geringfügigen Auf Wendungen um 20% vermehren zu können. Wien vorm. Hotel Romania Neu eröffnet! Wien II., Kleine Sperlgasse Nr. 5. 5 Minuten vom Stadtzentrum, in unmittelbarer Nähe des Nord- und Nordwestbahnhofes. PRACHTNEUBAU! 100 ZIMMER. Elegantes Familienhotel. Zentralheizung. Kaltu. Warmwasser in jedem Zimmer. Bäder im Hause — Elegante Halle. Musik-, Schreib- und Lesezimmer — Exquisite und rituelle Küche. Zimmer von K 3*60 aufwärts. -WH Besitzer Karl Geiringer. Wiener /iacfiricBtcn. Das Leichenbegängnis des Kultusvor stehers Frank. Im Beisein einer grvpen Dranerverjammlung fand Sonntag Mittag auf dem Zentraiftredhofe die Leichenfeier für den am 11d. rn Sl. Ulrich in Tirol verfiorbeaen Kullusoorsteher Max Frank statt. Der Leichnam war ftüh aus Sk. Ulrich hier erugetroffen und wurde vom Suooahnhose direkt auf der« Zentralftredhof gebracht. Unter den Lrauergästen befanden sich: In Brr rrrtung der Gemeurde der gefchäftsfuhrende Vize vurgermeister Dr. Pvrzer mn dem Piastdialvor staubsiellvertreter Maglslratssekreiär Bottler, Vizeuragrsttatsdrrekror Asperger, der Präsident der »ftarttufcheu Kuttusgeurernde Dr. Alfred Stern mit oeu» Blzrp»aft0el»ler» Hofrat Dr. Rappaport und ücn Vvrjranosmrtglieuern Dr. Markus Sp.tzer, Kuffnrr, karieruchrn Rat Jonas Well, Schrameh L-r. Heinrich Schreiber, Dr. Engel und Erunward, Bechausovrjiehrr Wasiervogel, Sekretär karferttcher Rat Dr. Lieben, sekrerar Dr. Adler, nie UnivetiiMtrpiofesjoren Dr. S. Eyrmaun und Gemahun, Dutrvr Leopold Komgflein, Dr. Ludwig Marrdl, Dr. Ludwig Braun und Dc. Julius Neumann, Dozent Dr. Julius Zuppen, Reichsrulsavgeordueier Frledmaun, die luijeiltchrn Rare Anniitger, Direktor Josef Freuoerrverg. Kart H1r,ch, wresirnger, SchrrftsteUcr Dr. Zu,es S. Bloch, rrovrj rsewer und rsemahttn, srcgumud Sfreiu, Julius Upnmny und M Lowy, die Gemeiuverabvtner Dr. Grunwald und Dr. Feuchrwang, Rclrglvnsinspettvr Kanitz, Vorstands-- utiiglieo der ״Frommen Bruder,chaft" Jakob Kann» die Geulcrrroetate Eder, Dr. Hein, Koorfchef^ Löhner, Melcher, Dr. Rüttler, Schäfer und Stein, Bezirksvorsteher vom zweiten Bezirk Blasel, BezirkSrat Förster mit einer Abordnung der deutsch-freifinnigen Partei im 9. Bezirke, Bezirksrat Dr. Brady mit einer Abordnung des Vereines ״Donauklub", eine Abordnung des ״Frei- Heitlich-Sozialen Vereines im 2. Bezirk", als Abordnung des V» reines der ״Fortschrittsfteunde", die Mitglieder Strelctz und Löwenberg usw. Bezirksrat Fischer, Magistratssekretär Dr. Wilhelm Löwy, die Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Alfted Grünbaum, Dr. Josef Jerusalem, Dr. Wilhelm Knöpfmacher, Dr. Moritz Schnabl und Gemahlin, die Mediziner Dr. Leopold Jitowitz, Dr. Edmund Kohn, Dr. Moritz Laub, ferner akademischer Maler David Kohn, die Prokuristen Ernst Ehrenfeld, Ingenieur Kraßny und Richard Wiener, der Borsicher der Fleischhauergenoffenfchast Engelhart, Gewerberat Stoll, Kommerzialrat Jerusalem, Generaldirrkcor Sauerbrunn, Restaurateur Siegmund Tonello, die Industriellen Wilhelm Bachrach, Ernst Götzl, Ernst Hirsch, Adolf Hofbauer, Kremenetzky, Hewrich Lederer, Adolf Möser, Ernst Simon, Ignaz Simon, Dr. Bela Taussig usw. Die trauernden Familienmitglieder des Verstorbenen, bis auf die Wuwe Frau Eugenie Frauk, waren vollzählig erschienen. Frau Frank war der Leichenfeier ferngebliebeu, weil der Verstorbene dies letzumllig verfügt hatte, mit der Begründung, daß er fein ganzes Leben hindurch getrachtet habe, seiner Gattin jede Aufregung zu ersparen und auch die Aufregung bei der Leichenfeier ersparen wolle. Nach der Gedenkrede des OberrabbmerS Dr. Güdemaun sprach der Präsident der Israel. Kultusgemeinde, Dr. Alfted Stern, worauf der gefchäftsfuhrende Vizebürgermerster Dr. Porzer namens der Gemeindevertretung rn kurzer Rede dem verstorbenen Gemeinderate Worte der Anerkennung und des Lobes zollte, der mannhaft seine Meinung im Eemeinderate zum Ausdrucke gebracht habe. Er war immer, trotz der verschiedenen Wege, die die Parteien gehe», für die Ehre und das Ansehen der Vaterstadt eingetreten. Der Wiener Gemeinderat, welcher Partei er auch angehören möge, wird, jo schloß Dr. Porzer, dem Verstorbenen ein ehrenvolles Andenken dewahren. Im Namen des Fortschrittlichen Verbandes des Wiener Gemeinderares widmete Gemeinderat Löhner dem Verstorbenen herzliche Worte des Abjchredes. Als letzter sprach der Präsident des Israel. Humanitätsvereines ״Eintracht", Direktor des Baron Springerschen Waisenhauses Alexander Hecht. Beachte« Sie den kleine» Anzeiger unseres Blattes. — Ankündigungen habe» besten Erfolg. Verleihung des Elisabeth-Ordens au Frau Sofie Grünfeld. Der Kaiser har der Frau sofie iSrunfeU» in Wien den Elisaoech-Orden zweiter Klaffe verliehen. Wir haben bereits des öfteren Veranlassung genommen, die hervorragenden Verorenfte der Frau Grunfeld auf wohttätlgem Gebiete yervvrzuhcben. Trauerkundgebungen für Theodor Herzl. Anläßlich des Tvoesrages unseres Führers Lycooor Herzl fand am 4. Juli 1m Staottempel ein TrauergolteLdienst statt. Die kantoralen Funktionen verfah Herr Oberlautor Don Fuchs. Die Geöenkrede hielt Se. Eyrwurben Herr Navoiner Dr. Julius Bach. Am 7. Juli fand der Gang zum Grabe Herzls statt. Promotion. Herr Alfted Löwenstein, Alter Herr ver Jona, wurde am 10. d. zum Doktor veider Rechie promoviert. Vierzigjähriges Profcfforeujubiläum des Hofrates Profcffors Dr. Kart S. Grunhnt. *un 2. Juli voUenocte Hoftat Dr. Kart «amuel tsrunhut das 40. Jahr seiner Zugehörigkeit zum Prvftssurenkolleglum der Jurlsiensakuttar. Dem Jubttare sind aus biejrm Anlässe aus allen Kreisen rsiückwunjche zugegangen. Der Uvlerrichtsminister Dr. Ritter von Hussarek hat Hoftat Grunhui anläßlich fernes Ptofeffureujuvilaum» m einem aussuytltchen Schreiben herzlichsr beglückwünscht. Trauung. Donnerstag, den 25. Juli, %1 Uhr nachmittags, finoer im ifraettnfchen Tempel, Wien, 1״ seueuslettengaffe, die Trauung des iZraulems Berta Schönberger Mit Herrn Jffdor Kulrk statt. Unsere besten Glückwünsche! Die Red. Ter neue Präsident der Baron Hirsch- Stiftung. Das Knrawrmm der Baron Hirsch- «trsrrrug zur Förderung des Bolksschulunterrrchts rn iSatlzien und der Bukowina, dessen Präsident Die schönste Schrift in kürzester Zeit erreicht jedermann! K k. veh. aut, Schrei&schule Professor Rudolf Roubetcbek Prafl H|?t(7?Knlat7 17 Bach auswärts brieflicher Unterr1«B, umi4tl>p!a14 ncht nach eig.ger.gerch.Methode