Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 13 (27.6.1912)
- Date
- 1912-06-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 aus allen Ländern der Diaspora erklären nach Anhörung des vorgetragenen Referates die ״Agudas Jisroel" für begründet und verpflichten sich für den Aufbau der Organisation mit allen Kräften zu arbeiten. Die Agudas Jisroel dient der Förderung aller jüdischen Interessen auf religiöser Grundlage, unter Ausschluß jeder politischen Tendenz." So ist der Keim in die Erde gesenkt, den rüstige Arbeit zum Lichte emporsühren, der Rahmen geschaffen, den die tätige Mithilfe aller שלומי אמוני ישראל mit lebendiger Wirklichkeit erfüllen kann. Auf denn zur Werbe-Arbeit! ES ist die große Masse der ihrer historischen Aufgabe treu gebliebenen jüdischen Gesamtheit, die wir gewinnen und organisieren müssen. Vor allem gilt es, allüberall Mitglieder in möglichst großer Zahl zu werben, als Grundform der Organisation Ortsgruppen ins Leben zu rufen, aus denen später die Landesorganisationen und die auf allgemeinen Delegiertenwahlen beruhende erste Hauptversammlung (Knessia gedola) der Agudas Jisroel hervorgehen können. Dieser Hauptversammlung bleibt es vorbehalten, über Statut, Organisationsform, Arbeitsgebiete und -Methoden, endgültig zu beschließen, nachdem die vorliegenden Entwürfe der öffentlichen Kritik unterbreitet sein werden. Ihr Brüder auf dem weiten Erdenrunde, in deren Brust noch Liebe und Treue zu Israels Heiligtümern wohnt, sammelt Euch um das Panier der ״Agudas Jisroel". Schließt Euch unserer Organisation an und — vor allem — widmet ihr tatkräftige, werbende Arbeit! Wer bereit ist, in die persönliche Werbearbeit für die ״Agudas Jisroel" in seinem Kreise einzutreten, wolle uns seinen Namen und seine Adresse Mitteilen, damit wir ihm das nötige Propaganda- Material zur Verfügung stellen können. Frankfurt a. M., im Siwan 5672. Das provisorische Comite der ״Agudas Jisroel" I. A. Kommerzienrat Louis Feist. Palästinanachrichten. Der Gedanke einer Kolonie des ״Misrachi" geht seiner Verwirklichung entgegen. Die Kolonie wird in der Nähe von Jerusalem angelegt werden und sich vor allem damit befassen, für den städtischen Markt Butter, Käse, Geflügel, Gemüse zu liefern. Man hofft damit zugleich der Lebensmittelteuerung in Jerusalem zu steuern. Den Boden gibt der Nationalfond. — Die Zahl der jüdischen Arbeiter in den Kolonien nimmt wieder zu. Es sind junge Leute aus Rußland und Galizien in größerer Zahl angekommen. Vor zwei Wochen auch 150 Familien yemenitischer Juden, welche zum großen Teile in Galiläa beschäftigt werden. In Pethach Tikwah baut man Arbeiterhäuser für yemenitische Familien. In Pethach Tikwah, daß sich fortgesetzt blühend entwickelt, baut man jetzt eine gemeinsame Wasserleitung für alle Orangerien. In dieser Kolonie sind Heuer 30 neue Häuser gebaut worden, 50 Kolonistenfamilien und 70 yemenitische Arbeiterfamilien angesiedelt worden. Die Oppenheimersiedlung Merchawjah beginnt mit dem Bau von Häusern für die Genossen. Im südlichsten Teil von Palästina, in Dschemma bei Ghasa, wird eine Kolonie angelegt werden. Die Nähe des Meeres — es sind zwei Stunden nach Ghasa — versprechen eine gute Entwicklung dieses vorgeschobenen Postens unserer Kolonisten. Das hebräische Gymnasium in Jaffa entwickelt sich andauernd in vorzüglicher Weise. Die Schülerzahl nimmt so rapid zu, daß man von neuem an den Bau eines neuen Gebäudeflügels Herangehen wird. Die Schülerzahl beträgt 226 Knaben und 116 Mädchen. Die deutschen Kolonisten Palästinas feierten den 100. Geburtstag ihres Gründers, D. G. Hareegg, am 2. April in würdiger Weise. Der deutsche Hilfsverein eröffnet in Safed eine Knabenschule. Als Direktor wurde der frühere Präsident der galizischen jüdischen Lehrerorganisation Herr Sofermann, bestellt. Die hebräischen Mittelschullehrer begründen eine eigene Organisation. xxxmxmxxmxx Jüdische Bolttstinnne Krünner Nac^rie^ten. Verein Machsike Hadas, Brün». Bethausordnung: Wochentag ftüh 6 Uhr 30 Minuten, abends 8 Uhr. Freitag abends 7 Uhr 30 Minuten. Samstag ftüh 8 Uhr, Mincha 5. Schiurvortrag Dienstag und Donnerstag abends 8 Uhr und Samstag nachmittags 5 Uhr. Die Herren Vereins- Mitglieder als auch Freunde des Vereines werden ganz besonders auf die neu eingeführten Telegrammablösungsblankette aufmerksam gemacht, deren Erlös zu Gunsten der Wohlfahrtseinrichtungen des Vereines bestimmt ist. Die Blanquette sind erhältlich bei Herrn Josef Bergmann, Neugaffe 3. Rudolf Meist, Krapfengasse 4. ״Peo." Für die Brockensammlung ״Peo" des Vereines Machsike Hadas sandte Herr David Weiß einen Winterrock. Besten Dank! Spende. Herr Leopold Taussig, hat dem Vereine Machsike Hadas einen schönen silbernen Kidduschbecher gespendet. Dem Spender sei an dieser Stelle ein kräftiges Schekoach und herzlichster Dank gesagt. Bncherspende. Frau K. Kellner, Brünn, hat dem Beth Hamidrasch, Adlergasse 12, 34 schöne Sforim gespendet. Der Spenderin besten Dank. Sachverstiindigen-Erneunung. Vom k. k. Landesgerichte in Brünn wurde Herr Egon Huber, Hut- und Fellhändler in Brünn, Ferdinandsgaffe 33, zum ständigen Sachverständigen für den Hut- und Fellwarenhandel für den Sprengel dieses Landesgerichtes in allen Zivil- und Strafangelegenheiten bestellt. Loeben erschien: Das Buch Kohelefh ein Beitrag zur Geschichte des Sadduzäimus kritisch untersucht, übersetzt und erklärt von Dr. Ludwig Levy, Rabbiner in Brünn. IV., 152 S., 8°. M. 450; in Leinen geb. M. 550. Zu beziehen durch die Administration d. Bl. Auäapefter Hachricfiten. Pester israelitische Kultusgemeinde. Der Leiter der Unterrichtssektion der Pester israelitischen Kultusgemeinde, Hoftat Dr. Berthold Stiller hat die Religionsprofessoren Dr. Max Weiß und Dr. Moriz Fenyes zu Fachinspektoren ernannt. Ihre Aufgabe wird es sein, dem Schulinspektor Dr. Berthold Munkacz einen Teil seiner Agenden abzunehmen. Die neue Ofner Synagoge. Die Ofner israelitische Kultusgemeinde hat auf die Pläne einer auf dem Krißtinaring 'mit einem Kostenaufwände von 1,100.000 Kronen zu errichtenden Synagoge eine Preiskonkurrenz ausgeschrieben, die gestern entschieden wurde. Die Jury, der unter dem Vorsitze des Präsidenten der Kultusgemeinde Dr. Isidor Szabolcsi die Architekten Floris Korb, Emil Matauschek und Emanuel Polläk und der Erbauer der Frankfurter Synagoge Franz Roeckle angehörten, sprach den ersten Preis Paul Lajta, den zweiten Enterich Gondos, den dritten Alexander Löffler zu; angekauft wurden die Arbeiten der Brüder Jonas und des Architekten Leimdörfer. Die Preiswerke sind vom 24. d. M. bis 1. Juli im Hause der Gemeinde (II., Öntöhäzgasse 5), vom 2. bis 10. Jul im Verein Ungarischer Baukünstler (IV-, Ferencziek tere) zu sehen. Dr. Rudolf Ratbolicky ge«. Leiter der I.cvirg.Hdleilu1lg der Landrrhranuenanrtalt wohnt: Ecke Terdinand$gas$e und 30banne$ga$$e (״mw «,«»,-> ordiniert täglich von 2 dir 4 Uhr nachm. Fernsprecher Nr 803. tüorresponllenzen. Boskowitz. Der Herr Rabbiner Dr. S. Funk, Boskowitz ist nach London gereist und wird dort einen Vortrag halten. Göding. Vor etwa einem Monat hat sich hier ein jüdischer Gesangverein gebildet, der wohl durchaus keine politische Tendenz verfolgt, hingegen jedem Juden, der Freude am Gesänge und an der Geselligkeit hat, gern ein Heim bieteu will. Der Seite 5. Verein zählt etwa 40 Mitglieder, Damen und Herren und probt wöchentlich zweimal unter der Leitung des Pryf. Ernst Vogel. Demnächst erfolgt die offizielle Konstituierung. — Es ist selbstverstündlich, daß gewisse Leute, deren Gesinnung vom vorjährigen Wahlkampf her noch in Erinnerung ist, dieser Neugründung durchaus nicht hold sind. Dies wird selbstverständlich unsere Gesinnungsgenossen nicht abhalten, die Entwicklung des Vereins mir doppeltem Eifer zu unterstützen. Maros Vasarhely. Am 2. d. Mts. hat hier die Generalversammlung der Siebenbürger Machsike Hadaß-Vereine unter Leitung des Präsidenten Moses Schreiber stattgesunden. Zum Schriftführer wurde der Rabbiner der Bözödujfaluer Gemeinde, die aus lauter ניי'«ירק besteht, Jsak Hirsch, gewählt. In der Frage der Unifikation und oer Patronage hat man sich auf den Standpunkt der übrigen .ר E-Vereine gestellt, der jedes Zusammengehen mit den anderen zurückweist. Es wurde beschlossen, dem in Segesvar tagenden Ausschuß die Unterstützung der Szaßregener, Vasarhelyer und D. Sz. Martiner Talmudthora zu empfehlen. Die Auskunft über die Aufsicht in der Hermannstädter Selchwarenfabrik wurde mit Beruhigung zur Kenntnis genommen. Eine große Propagandakommission wurde dann gewählt, der sämtliche Rabbiner des Distrikts als Mitglieder angehören, worauf dann die Sitzung nach einer begeisterten Rede des Präsid enten geschlossen wurde und die Mitglieder bei einem EVE sich zu einer wahren Simchas Mizwo zusammenfanden. Hier wurde viel und schön gesprochen und der Tagung durch das gemeinsame Mariwgebet die ernste Weihe gegeben. Lemberg. Die vom Zentralkomitee der galizischen Zionisten eingeleitete Sammlung für den Baufonds des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem ergab bis jetzt 14.000 Kronen. Berlin. Einen schönen sportlichen Erfolg vermochte die Sportabteilung des ״Jüdischen Turn- Vereins Bar Koch a" am letzen Sonntag errringen. Nachdem es ihr im Vorjahre bei der erstmaligen Teilnahme an dem Stafettenlanf auf der Strecke Potsdam-Berlin gelungen war, unter 38 Mannschäften den 22. Platz zu belegen, zeugte der Erfolg ihres diesmaligen Startes von einem recht erheblichen Fortschritt, indem sie das Rennen als 17. unter 53 Mannschaften beendete. Straßburg. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Elsaß-Lothring. Rabbiner- Verbandes findet Mittwoch, den 26. Juni, 10 Uhr vormittags» im Sitzungssaale des Konsistoriums statt. Tagesordnung: Bericht über die Tätigkeit des Ausschusses: Kassenbericht; Besprechung über Demissoriale; Pensionskasse; Gehaltsfrage: lieber Berufswahl bei den Juden (Referent Dr. Marx): Anträge; Wahlen. Krotoschin. Am 4. Juni wurde Hierselbst eine zionistische Ortsgruppe gegründet. Es traten ihr 19 Personen als Mitglieder bei. In den Vorstand wurde Rechtsanwalt Nolbmann, Frau Elli Daniel, Krotoschin und Herr Dr. Jutkowski. Militsch, gewählt. Zur Nationalsonds-Kommissärin wurde Frau Rothstein ernannt. Ferner wurde eine Propagandakommission eingesetzt. Die Propaganda soll sich auch aus die benachbarten Städte Jduni und Militsch erstrecken, wo sich bereits Mitglieder der neugegründeten Ortsgruppe befinden. München. (Russische Juden an der Technischen Hochschule.) In der bayerischen Abgeordnetenkammer hat in diesen Tagen der konservative Abgeordnete Bekh an die Staatsregierung die Bitte gerichtet, den Andrang der ausländischen Studierenden, namentlich aber der russischen Juden tyi der Münchener Technischen Hochschule eiuzudämmen. — Die Frage der studierenden Ausländer an deutschen Hochschulen muß sijr alle, ohne Rücksicht auf ihr religiöses Bekenntnis, gleichmäßig vom deutschen Standpunkte aus behandelt werden. Daß aber gerade gegen in Deutschland studierende ausländische Juden besondere AnSsperrmaßregeln getroffen werden, wäre ungerecht, vom Antisemitismus diktiert und eine Verletzung auch der deutschen Juden. Amsterdam. (Wohnungen für jüdische Arbeiter.) Es hat sich hier ein jüdischer Bauverein unter dem Namen ״Oholei Jacob" als Gm. b. H. gebildet, der sich zum Ziel gestellt hat, in einem Teil des Judenviertels, in Uilenburg, welcher von der Bauinspektion als unbewohnbar erklärt ist, Wohnungen für jüdische Arbeiter zu errichten. Der Verein hat schon die königliche Genehmigung erhalte». Köln. Abschiedsfeier für Max Goldreich. Den Festsaal des ״Goldenen Stern" füllte kürzlich au einem Sonntagsnachmittage in feier-