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Jüdische Volksstimme · 1912-06-20 · Heft 12 (20.6.1912) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 12 (20.6.1912)
Date
1912-06-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Jüdische VolkSstiuuue Nr. 12. aber Herr Groß keine Aussicht hatte bei der hiesigen KultuSgemeiude als Schächter äugestellt zu werden, wurde er auch hier nicht engagiert. NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERS1CHERUNGS GESELL- SCHAFT, WIEN, L ASPERNPLATZ 1 im eigenen Palais. — Versichertes Kapital drka 380 Mllionen. Reserven drka 113 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überall gesucht — BenoralagentunKarlBloiidek, Brünn, Krapfengasse 18/20 Unser neuester Tarif mit 50/0 jährlich fallender garantierter Prämie Generalagentur für Wien, I., Aspernplatz 1, Leiter David Nebenzahl. Sub Direktion für Prag, Ferdinandsgasse 20, neu, Leiter Robert Gerstel. Sub-Direktion für Lemberg, Szajnocha 3, Leiter L&bl Taubes. Uudapefta Jtaetmehtcn. Jubiläum eines Oberrabbiners. In Csäktornya wurde das fünfzigjährige Seelsorgerjubiläum des Oberrabbiners Jakob Schwarz gefeiert. Aus Anlaß des Jubiläums hat Se. Majestät dem Rabbiner das goldene Berdienstkreuz mit der Krone verliehen. In Vertretung deS Obergespans begrüßte Abgeordneter Dr. Koloman Hajos, namens der Behörde Oberstuhlrichter Joseph Zzalmay den Jubilar. Dann folgten Deputationen von Wrperschäften, Vereinen usw. Die schöne Feier schloß mit der Absingung des Hymnus. Jubiläum. Am ersten Tage deS Schebuvth wurden eS 25 Jahre, daß Herr Jakob Prerau in Orsova seine Wirksamkeit als Seelsorger, Kantor und ReligionSprofeflor daselbst begann. Wiewohl der Jubilar einer öffentlichen Feier bescheiden aus dem Wege ging, konnte er eS dennoch nicht vermeiden, daß die jüdische Gemeinde, seine ehemaligen und jetzigen Schüler und die große Anzahl seiner VerehrerBeranlaffungnahmen,dieseS Dienstjubiläum zu einer solenen Feier zu gestalten. Nach dem Festgottesdienst wurde eine Festgeneralversammlung abgehalten. Gemeindepräses M- Nobel würdigte die Verdienste, die sich der Jubilar während seiner 25jährigen Tätigkeit um die Orsovaer jüdische Gemeinde und die patriotische, sowie religiöse Erziehung der Jugend erworben. In dankbarer Ecinnerung an diese selten schöne Feier überreichte Redner dem Jubilar im Namen der Gemeinde und deS heiligen Vereines einen wundervoll gearbeiteten schweren Silberpokal mit entsprechender Inschrift. Seine Verehrer und gewesenen Schüler errichteten eine den Namen deS Jubilars tragende ״Jakob Prerau-Stiftung" (80V Kronen). Tief gerührt dankte Prerau in längerer Rede für die ihm dargebrachten Ovationen. Der ungarische isr. Handwerks- «nd Ackerbau- Verein hielt unter Borsitz des Hofrathes Dr. Adolf Kohner eine AuSschuß-Sitzung. Bor der Tagesordnung gedachte der Prüsident mit Pietät des Hinscheidens des Ritter David v. Guttmann, in dem der Berein ein gründendes Mitglied verlor. Der Direktor berichtete über die Feier des siebzigjährigen Bestandes des Vereins, welche durch die Einweihung der Jubtlüumsschöpfungen des Berel S, der Gartenbauanlage, begangen wurde, unterbreitete die aus diesem Anlasie dem Vereine zugegangenen Begrüßungen. Aus Anlaß des Jubiläums liefen folgende Spenden ein : 1. Für die Zwecke der Gartenbauanlage eine Stiftung auf den Namen weil. Ignaz Mandy v. jkantorjanos von seinen Erben in der Höhe von 3000 Kronen, von Moriz Lamm und Gemahlin 1000 Kronen, von Moriz Lindenbäum als erste Rate einer 3000 Kroen-Stiftnng •600 K., von Adolf Rosenberg als erste Rate von einer 1000 Kronen-Sttftung 100 K., von der Eisengießerei-Aktien- Gesellschaft Anton Oetl 100 Kronen. 2. Für allgemeine Bauzwecke: von Moriz Lamm und Gemahlin. Frau Dr. Adolf Fried, Frau Hugo Popper und Fau Jakob Schwarz je 5000 Kronen, von Frau Dr. Leopold Mandel nnd Baron Bela Hatvanh je 100 Kronen. Den hochherzigen Spendern wurde der Dank votiert. Hiernach wurde an die Konstituierung des Ausschußes geschritten und die Vorstände und Kommissionen gewählt. Dte Hausprüfung der Gärtnerzgglinge wird am 20. d. vormittags, auf der Gaubarten-Kolonie stattfinden. Arünner /ladrcicfiteii. Todesfall. Gestern verschied nach kurzem schweren Leiden Frau AbeleS, Gattin des Herrn Abeles, Lederhändter. Dieser Trauerfall versetzte die ganze Stadt in Aufregung und findet die lebhafteste Teilnahme. Der ״Den". Mit der allen antisemitischen Jndividuen eigenen Frechheit hat der ״Den" alle Bewohner Brünns ohne Unterschied der Nationalität und Konfession mit seiner Sonntagsnummer überschwemm* die sich ausschließlich gegen die Juden richtet, die in maßloser.Weise beschimpft undverläunidet werden. Würde eine andere Religionsgenossenschaft nur annähernd so behandelt werden, wenn auch nur im obskursten Blättchen, so würde wahrscheinlich die Staatsanwaltschast wiffen, was ihre Pflicht ist. Auch die Polizei würde sich wahrscheinlich gemeldet haben, wenn am Hellen Äige beim Kirchenausgange Hunderten von harmlosen Kirchenbesuchern eine so aufregende Schrift in die Hand gedrückt würde. Aber da die Gehässigkeiten und Äerläumdüngen sich nur gegen die Juden richten, ist niemand da, -er Ordnung, machen möchte. Braucht man.jüdische Stimmen oder jüdische Extrasteuern so weiß man sie zu finden , sonst kann man sie als Prügelknaben für diverse tschechische und deutsche Parteien kostenlos verwenden. Juden, besinnt Euch auf Euch sklbst! Verein Machfike Hadas in Brünn. Telegrammablösungsblanquete zu Gunsten der WohlfahrtSeinrichtungen des Vereines sind bereits gedruckt vorrätig, und zu beziehen bei Rudolf MeiSl, Krapfengaffe 4. In der letzten Vorstandssitzung wurde beantragt, ai die geehrten Vereins- Mitglieder das höfliche Ersuchen zu richten, die VereinSbethauSräume öfter als bisher auszusucheu, und so auf diese Weise ein regeres Interesse an dem Fortbestand des Vereines zu bekunden, ebenso sind Gäste herzlichst willkommen. Die Schiur- Vorträge welche wöchentlich zweimal und zwar Dienstag und Donnerstag Abend nach dem Maarivgebet vom Moreh Zedek abgehalten werden, bieten viel Wissenswertes, desgleichen die an jedem Sabat zu Mincha abgehaltenen Sidra- Erklärungen. Unterstützungsverciu für mittellose jüdische Techniker in Brunn. Mittwoch, den 20. d. M. findet um 872 Uhr abends in den Freitischlokalitäten, Ottgaffe 302 die XXII. ordentliche Generalversammlung mit folgender Tagesordnung statt: L Bericht des abtretenden AusschuffeS. 2. Neu- Wahlen für den Ferialausschuß. - 3. Eventualia. Bibelschule bei Machfike Hadas. Mil Rücksicht auf den bevorstehenden Jahresschluß der öffentlichen Schulen wurde am 13. Juni der Unterricht in allen 3 Klaffen der Vereins-Bibelschule für das Schuljahr 1911/2 beendet. Mitte Juli beginnen die Ferialkurse dieser Schule. An- Meldungen hiefür werden täglich vor dem Abendgottesdienste im Vereinslokale Adlergaffe 10 entgegen genommen. Verein Machfike Hadas in Brünn. Vorstaudssitzung am Donnerstag, den 26. Juni Abend 7 Uhr. Die Vorstätidsmiiglieder werden höflichst ersucht vollzählig zu erscheinen. Diskonto-Gesellschaft bei der Nordösterreichischen Bank für Industrie, Handel und Landwirtschaft, registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt sich für alle einschlägigen Bankgeschäfte, hauptsächlich auch für den Eskompt offener Buchforderungen unter den allergünstigsten Bedingungen. Das Festmahl der Prager Beerdigungsbrüderschast. Am letzten Sonntag, den 1. Tamus, fand in den anläßlich der Eröffnung des Prager Chewrekadischa-Hauses in diesem Blatte ausführlich beschriebenev vornehmen Saalräumen desselben das statutenmäßige Festmahl statL Durch eine Reihe von Jahren konnte der Vorstand mangels einer Lokalität dieser Pflicht nicht Nachkommen; die Assanierung der Josefstadt, welcher das alte Chewregebäude zum Opfer fiel, die Uebersiedlung in ein Juterimslokal, während der Neubau erstand, erschwerten die Abhaltung des Brüderschaftsmahles. Darum gestaltete sich dieses im neuen Hause das erste Mal gefeiert zu einem geradezu feierlich erhebenden und doch brüderlichen Feste. Das mit den Vorbereitungen und der Durchführung der Feier bettaute Komitee, bestehend aus den Vorstands- Mitgliedern Herren: Heinrich Freund, Simon Hahn und Eduard Lasch hat im Verein mit dem Obmann Herrn David Lieben alles auf das Beste besorgt und kann zu dem Erfolg nur begtückwünscht werden. Die genannten Herren machten die Honneurs und führten die zum Mahl ausgelosten Mitglieder ein. Im großen Sitzungssaal standen lange Tischreihen harmonisch in Längs- und Querreihen angeordnet. Die Tische trugen herrlichen Blumenschmuck, Myrthenzweige und ein Blumensträußchen schmückten die einzelnen Gedecke. Das Porzellan- und Silbergeschirr mit dem Monogramm des Vereines ist deffen Besitz, wie denn auch die gesamte für daS Mahl nötige Kücheneinrichtung zum Inventar des Vereines gehört, welcher das jüdische Ritual streng befolgt. Sowie die Gäste, an 150, sich versammelt hatten, verrichtete zunächst Vorstandsmitglied Herr Weltsch das Minchagebet, worauf das vom Restaurateur des Hotel Bristol Herrn Jos. Diamant beigestellte Mahl den Anfang nahm. Herr Diamant hat die ihm von der Chewre überttagene Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit der Teilnehmer gelöst. Unter den Anwesenden sah man u. a. Oberrabiner- Stellvertreter Dr. Brody, die Profefforen Dr. Grün, Dr. Klotz und S. Knöpfelmacher, die Rabbiner Königsberg. Dr. Arje (Smichow), Abeles (ÄLkow), F. Knöpfelmacher und Dr. Thieb erg er, weiter den Direktor B reth der Länderbank, Direktor Berka der vereinigten landwirtschaftlichen Spiritusbrennereien, Schuldirektor Wertheim er, Advokat Dr. EmanuelEisler, Großkaufmann Urbach,FabrikantW. Winterberg, usw. Abordnungen der Synagogen Prags und der Chewravereine der Vororte. Den Reigen der Trinksprüche - eröffnete der Obmann David Lieben. Einleitend hieß er die Erschienenen im Namen des Vorstandes im neuen Heim herzlich willkommen, die Herren Sekenim, Mmänner, welche durch die jüngste Wahl dem Vorstand wieder das Vertrauen geschenkt haben, weiter die bereits inkorporiertem und endlich die noch nichtinkorporierten neuen Mitglieder. Redner wirst einen Rückblick auf die mit der Aufführung des Neubaues geleistete Arbeit, die mit Gottes Beistand und mit freundlicher Unterstützung der politischen, sowie städtischen Behörden, welche den Berein in allem wohlwollend unterstützt haben, glücklich zu Ende geführt wurde, so daß die Chewra nach einer JnterimSzeit wieder ihr statutarisches Festmahl im eigenen Heim begehen kann. ״Wenn wir — so fuhr Herr Lieben fort — der Behörden gedenken, so ist es natürlich, daß wir ihres ob.rsten Leiters gedenken, dessen, der der Schirmherr aller edlen Bestrebungen im Staate ist, des edlen Monarchen. Es freut uns herzlich, daß wir den Bau,, unter dem greifen Kaiser glücklichbeenbethaben. Ihm'seien noch recht viele Jahre der Gesundheit und des Friedens beschieden! Sie, meine Heeren, sind mit mir hierin eines Sinnes und ich fordere Sie auf mit mir einzustimmen in den Ruf: Se. Majestät unser gütiger Kaiser und Herr, er lebe hoch, hoch, hoch!״ Die Versammlung, welche den Toast stehend angehört hatte, brachte dem edlen Monarchen eine Huldigung dar. Zur Festtede erhob sich sodann Oberrabbiner-Stellvertteter Dr. H. Brody, der in gehaltvoller Weise im Wesentlichen folgendes ausführte: Meine Herren! Im Talmud wird erzählt: R. Nachman und R. Jizchak saßen einst beim Mahle, da bat R. Nachman den Jizchak. er möge doch ein gelehrtes und belehrendes Wort sprechen. Der lehnte ab mit dem Bemerken, R. Jochanan habe geraten, während deS Speisens nicht zu sprechen. Nach dem Speisen aber sprach R. Jizchak R. Jochanan meinte, unser Stammvater Jakob sei nicht geswrben. Haben aber nicht Leichenredner geklagt, Aerzte ihn balsamiert, Todtengräber begraben? Und er antwortete: Ich wollte damit nur einen Vers deuten. Es heißt: Nun aber fürchte nicht, mein Knecht Jakob, spricht der Herr, bebe nicht, o Israel, ich helfe dir in weiter Zeitenferne, deinen Kindern im Lande der Gefangenschaft. Jakobs Schicksal wird hier an das seiner Kinder geknüpft, so lange diese leben, lebt auch er. Wer die zitierte Talmudstelle mit. ihren Schwierigkeiten kennt, wird diese durch die Annähme beseitigen, daß R. Nachmann den Satz ״beim Speisen spricht man nicht" nur angeführt habe, um anzudeuten, daß er das, was er vorzuttagen beabsichtige, nicht während des Speisens sagen könne, nicht sagen wolle. Wir hätten demnach nur dieses eine Moment zu beleuchten, vorher aber will ich mich nach alter Geflogenheit (beim Chewramahl) mit — Korach kurz befassen. Im gestern verlesenen Thora-Abschnitt heißt es: Es taten sich zusammen Korach, Sohn deS Jizhar,׳ der Sohn des Kehath, der Sohn des Lewi usw. Hiezu bemerken unsere Weisen. Warum wird der Stammbäum Korachs nicht weiter hinauf bis Jakob zurückgeführt? Weil dieser — so lautet die Antwort — Die schönste Schrift in Kürzester Zeit erreicht jedermann! K- K deh. aut. Schreibschule Professor Rudolf Roubitsckk «».».«»ts-i,,»»-?-,>- Prao iU£lt7£Knlaf7 *7 Dach auswärts »rtefllcher Unterna», rlcM nacheig.ger.gesch. Methode

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