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Jüdische Volksstimme · 1912-05-16 · Heft 7 (16.5.1912) · page 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 7 (16.5.1912)
Date
1912-05-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 7. MWffche BolttKmmr Seite 3. 1)313 F«Hgi mit Menthol X altbewährtes Mittel X gegen Kopfschmerzen. Wiener Jüdisches Leben. David Ritter v. Guttman» ist am 14. d. im 78. Lebensjahre gestorben. Generalversammlung der Mazmiach Jeschua. Am 5. Mai fand die diesjährige General- Versammlung unter dem Vorsitz des Herrn Ignaz JolleS statt. Herr Schriftführer EmA Pommeranz verlas den Rechenschaftsbericht und konstatierte, daß im Jahre 1911 die Anzahl der Mitglieder sich vergrößert habe. Herr Oskar Thieman erstattete -den Revisionsbericht. In den Vorstand wiederge- ׳wählt wurden die Herren: Julius Brecher, Wilhelm >Fling. Ignaz Zolles, Louis Flamm, Heinrich Hirschfeld u. a. Vom ״Jüdischen Medizinerverein". Ausschußwahlen fü״ das Sommersemester MUC. Robert Fischer, Präses; med. Dr. Theodor Sußmann, Vizepräses; MUCC. Siegfried Bert, Kassier; med. Eugen Schorr, 1. Schriftführer; med. Ernst Hirsch, 2. Schriftführer; MUC. Ascher Apte, ZeitungS- Verweser; MUC. Eduard Weiß, Bibliochekar; med. Moses Babach, Oekononi; MIC. Bela Szigety, Beisitzender; Revisoren: Dr. Grünspann, Frl. med. Chana Weitz. Der ״Jüdische Turnverein Favoriten" veranstaltet Sonntag den 19. Mai eine Maicagsfahrt nach Wolfsgraben. Abfahrt: 6 Uhr 57 Minuten von der Station Favoriten und 7 Uhr 43 Minuten von Hütteldorf—Hacking. Während der Mittagsrast ernste und heitere Borträge nachher turnerische Weltspiel. Regiebeittag (inklusive Fahrplan) K 2—. Anmeldungen sind an Herrn Siegfried Heller, X., Staatsbahnhof, Magazin 3, zu richten. . .. en. Vom Jahre 1853 Hi Statistik der Sonsessionen Pests und Ofens vor. Pest: Satholiken 53.133, Juden 12.642. Die offiziellen Bol». zähluugen» die ii genbe Verteilung Hahr begannen, zeigen die folseffionen: R-.Sath. 185.624 238.723 166.188 jnten haben sich die 1800 427.1 l2 1906 47S.836 1910 526.175 Im Verlaus von vier I«..,.״..,_ ,_ ... Katholiken nicht ganz verdreifacht, die Reformierten nahezu versechsfacht, die Evangelischen verdreifacht, die Jsraeliten fast vervierfacht; die Zunahme ist also relativ bei den Reformierten die grüßte, dann bei den Juden, die heute nahezu ein Viertel der hauptstädtischen Bevölkerung ausmachen. Die Pester israelitische Kultusgemeinde hielt gestern vormittags ihre ordentliche Jahresgeneralversammlung ad. Der Vorsitzende. Präsidentstellvertteter Ludwig Adler gedachte in pietätvollen Worten des verstorbene« Präsidenten Hofcates Dr. Philipp Weinmann. Hierauf wurde der von uns bereits im Auszug mitgeteilte Jahresbericht vorgelegt und genehmigt. Mit Anerkennung hebt der Bericht' die Tätigkeit des Kassenvorstehers Gustav G. Ehrlich hervor, der mit dem Steuerinspektor Sigmund Rigocz und Sekretär Marcell Kramer mit großer Umsicht das schwierige Werk der Steuerbemessung bewältigt hat. Auf dem Gebiete des Religionsunterrichtes weist der Bericht auf die harten Kämpfe hin, die als Gegengewicht gegen die Proselytenmacherei der schottisch-refvrmierten Schule ausgefochten werden mußten. Dem von Archur Szecsy vorgelegten Berichte der Spitalskommission gemäß wurden im israelitischen Spital 3429 bettliegende Kranke, darunter 1146 Christen, verpflegt. Das Sigmund und Adele Brody-Kinderspital verpflegte 19.824 Kinder. Sekretar Marcell Kramer legte die Schlußrechnungen vor. Diese, sowie das Präliminare, wurden gutgeheißen. In den Ausschuß wurden Samuel Horner und Moriz Ledermann gewählt. bei Häufler die folgende angeblich sprechen kann, hier finden wir, daß nicht auserlesen kluge Haustiere, sondern auch infernalisch dumme Bestien schreiben. Denn Menschen sind das wohl nicht mehr, die in diesen Blättern mit wahrer Gier über die Juden herfallen immer bereit sie zu zerfleischen. Ob nun der ״Lech" nichts besseres findet als die Warnung der Armen vor den jüdischen Stabsärzten oder die interkonfessionelle 20 Millionenstistung Rothschilds oder ob der XX. ״Bäk" nicht anderes verlangt, als daß allen Ernstes den Juden die Gleichberechtigung entzogen werde es ist immer der Geist derselben Bestialität, desselben Hyänismus, der Geist der auch in den diesen Blättern empfohlenen Schriften waltet, wie dem ״Wissenschaftlichen AuSzuge Dr. Eckers aus dem Schlltchan Aruch" usw. Bezeichnend aber für die katholische Priesterschüft unseres Vaterlandes bleibt es, daß sich unter diesen berufenen Predigern des Evangeliums der Liebe keiner findet, der dieses Treiben braud- Um so dringender wird es Pflicht aller Juden ohne Unterschied ihrer politischen Parteizugehörigfeit sich in der Abwehr der feindlichen Angriffe zusammenzufinden. Leider sind sich nur die wenigsten dieser Pflichtbewußt, das zeigte z. B. die letzte Vollversammlung des Prager Handelsgremiums, in der von den vielen Juden des Gremialvorstandes nur ein einziger aufstand, um mannhaft gegen die Direktion der Handelsakademie und die von ihr mit Volldampf betriebene Berstaatlichungsaktion aufzutreten. Und doch sollten die Prager jüdischen Kaufleute aus den letzten Wahlen in die Gremialkrankenkassa gelernt haben, welche Macht die Juden besitzen, wenn sie nur den ernsten Willen Aber die Herren wollen nichts lernen, sie kennen nur die Sorge um das Knopfloch des bekannten Direktors Ried und höchstens noch um ihr eigenes. Bei ehrlicher Ueberlegung müßten sie einsehen, daß sie zwecklos eine Anstalt, die einen IM MrtM ~C\ CU\f\ X/ U.1V Sam Der Oberuugarische isr. Verein für Glauxhrkchen Reingewinn von 00.000 K hat. dem bensförderung hielt, wie aus Eperjes gemeldet übergeben wollen, zwecklos wenn ״e n.cht wird, unter Vorsitz des Eperjeser Ober- Absicht haben , dem unter ihrer, der Juden rabbiners Bernhard Fischer seine erste General- Verwaltung, ,chon stark genug betonten Ant.sem.- Versammlung ab. Die Generalversammlung prot-smus der D-rektlon der Handelsakademie unter vorm. Hotel Romania —- - Neu eröffnet! Wien II., Kleine Sperlgasse Nr. 5. 5 Minuten vom Stadtzentrum, in unmittelbarer Nähe des Nord- und Nordwestbahnhofes. PRACHTNEUBAU! 100 ZIMMER. Elegantes Familienhotel. Zentralheizung. Kaltu. Warmwasser in jedem Zimmer. Bäder im Hause. — Elegante Halle, Musik-, Schreib- und Lesezimmer. — Exquisite und rituelle Küche. IW- Zimmer von K 3*60 aufwärts. -WD Besitzer Karl Geiringer. IWapefter Macfmeftten. Ucber Budapest in konfessioneller Beziehung veröffentlicht ״N. P. I." folgende Daten u. a.: Den Juden war fast bis zum neunzehnten Jahrhundert eigentlich nur der Besuch der Jahrmärkte gestattet: wollte einer in der Stadt übernachten, so hatte er eine Gebühr von 14 Kreuzer zu entrichten. Trotzdem siedelten sich ständig Juden an, namentlich in der neuen Teresienstadt (die man auch Judenstadt nannte). Allerdings waren sie allerlei Plackereien ausgesetzt und das Damoklesschwert der plötzlichen Aus« Weisung schwebte fortwährend über ihrem Haupte. Im ersten wirklichen Adreßbuch von Pest aus dem Jahre 1813 wirb die Zahl der in Pest ansässigen Juden mit 2676 angegeben; sie hatten ihre Synagogen im Ortczh'schen Hause: ihr Rabbiner war Israel Wahrmann, der Groß- ' Vater deS ersten jüdischen Reichstagsabgeordneten. Im zweiten größeren Adreßbuch Pests, dem Dorfsingerschen ״Wegweiser" aus dem Jabre 1827, wird die Bevölkerung PestS nach Konseffionen folgendermaßen angegeben: Gesamtzahl 55.956; hievon: Satholiken 46.377. Griechisch. Katholische 1560, Evangelische 3006, Reformierte 1162, Israeliten 3491. Schon damals also waren die Juden zahlreicher als — außer den Satholiken. die fast vier Fünftel der Bevölkerung auSmachten — die übrigen Kontestierte zunächst gegen die Bereinigung der Orthvdoxen und Neolvgen, da der bürgerliche Friede nur dann gewahrt werden kann, wenn die beiden Parteien separat ihre religiösen und kulturellen Institutionen fördern, während die gewaltsame Bereinigung nur zu verheerenden Kämpfen führen würde. Die Versammlung beschloß ferner, zur Verbesserung der Lage der Gemeindeangestellten eine Aktion einzuleiten, zur Unterstützung der Talmndzögliuge einen Fonds zu beschaffen und einen Pattonageverein zu gründen. Schließlich wurde ein Stellenvermittlnngskomitee konstituiert für Handlungsgehilfen und gewerbliche Angestellte, die wegen glaudenstreuer Feier des Sabbath stellungslos geworden sind. Prager Brief. In meinem letzten Brief, der wie die verehrliche Redaktion höflich bedauernd schreibt, auf der Post verloren Begangen ist, habe ich eingehend dargelegt, wie die anständige tschechische Presse sich immer mehr bemüht den Juden gegenüber Objektivität an den Tag zu legen. Die letzten Tage haben dies neuerdings gezeigt. Die Union, das führende feudale Blatt unter deu tschechischen Tagesblättern brachte erst kürzlich einen langen sehr vernünftigen Artikel, in dem sie dem Zionismus und jüdischen Nationalismus vom tschechischnationalen Standpunkte gerecht zu werden sucht und dieser Tage wieder beurteilte sie äußerst scharf das ungerechte willkürliche Vorgehen des Wiener akademischen Senats gegen die jüdischnationale Studentenschaft. Das ist eine um so erfreulichere Erscheinung als die tschechischklerikalen Blätter, deren es ja eine ziemliche Zahl gibt, einander an rüdem Anttsemitismus zu überbieten suchen. Wenn man so den ״?ech", den ״Bäk" und den XX. ״Bäk" in die Hände nimmt, so wäre man versucht diese Hetzarbeit mit den Prädikaten dumm, dümmer, am dümmsten zu bezeichnen. Leider gibt es aber auch noch Leute die diese vergifteten Wische lesen. Es wird als-Wunder angestaunt, wenn ein kluger Esel angeblich rechnen, ein kluger Hund. staatlicher Aussicht zur vollen Entfaltung zu dringen. Haben sie diese Absicht, dann können sie ihren Zweck leicht erreichen, denn der Geist, der jetzt im Unterrichtsministerium vorherrscht, scheint alles eher als judenfreundlich zu sein. Eine eigenartige Beleuchtung erhält die Gleichberechtigung. wie sie das Unterrichtsministerium kennt in der Blättermeldung, daß den Professoren der katholisch-theologischen Fakultäten in Salzburg und Olmütz und denen der evangelisch-thevlogtikben Fakultät in Wien der Charakter von ordentlichen Universitätsprofessoren gewährt wird. An die jüdisch - theologische Lehranstalt hat das hohe Unterrichtsministerium nicht gedacht nicht einmal die schäbige Subvention von 10.000 X wird ihr erhöht. Und das nennt man dann Gleichberechtigung! Nun noch zwei Taufen, mit denen die betreffenden Damen auf das Ableben ihrer Väter gewartet haben. In Wien heiratete in einer katholischen Kirche ein Fräulein Thorsch, Tochter des verstorbenen Herrn Karl Thorsch; in Prag bereitet sich Fräulein Krasnopolsky. Tochter des Hosrates zu einer gleichen Feier durch ihren Austritt aus dem Judentume vor. «Krünnee Uacktricirten. Barmizwah-Feier. Samstag, den ll.d. M.. beging der Schüler I. Krakauer im Bethaufe des Vereines Machsike Hadas die Barmizwah. Trauung. Sonntag den 26. Mai 1912 findet die Trauung des Frl. Elsa Äansel, Tochter des Herrn Josef Gansel mit Herrn Adolf Rosenzweig statt. Unsere beste Glückwünsche! D>e Redakt. Jüdische Bolksbank für Mähren. Spareinlagen werden von ker ״Jüdischen Volksbank für Mähren und Schlesien", Brünn. Krapfengaffe 19. bestmöglichst verzinst. Heimsparbüchsen werden den Sparern kostenlos zur BerfÜgurig gestellt. Peo-Brockenfammluug. Sonntag, den ll. d. M-. wurde eine Verteilung der eingelaufenen Kleider, Schube. Wäsche an 10 Familien vor Die schönste Schritt in Kürzester Seit erreicht jedermann! K k. beb. aut. ScImlbscDuie- Professor Rudolf Roubitschck«״ Pr an iü*t17£Utttat7 17 Räch auswärts brieflicher Unterrra*>> wgl,gg|>"ia<z 41 riebt nach eig. ges. geseb. Methode

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