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Jüdische Volksstimme · 1912-05-02 · Heft 5 (2.5.1912) · page 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 5 (2.5.1912)
Date
1912-05-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 5. gfoftr» *gemmm «eftt a Diskonto-Gesellschaft bei der Nordösterreichischen Bank für Industrie, Handel and Landwirtschaft, realst• rlerte Genossenschaft mH beschränkter Haftung in Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt sich für alle einschlägigen Bankgeschäfte, hauptsächlich auch für den Eskompt offener Buchforderungen unter den allergünstigsten Bedingungen. Wiener Nachrichten. Lhetvea Nadischa, Füufhaus. Bei der vor kurzem stattgefünöenen Generalversammlung wur- Lett die Herren Heinrich üteufeU), Max Haas und Julius Fritz wieöergewähki und die Herren Alois Gruber, Julius Löffler und Siegfried Reichenfeld neugewählt. Bei der Konstituierung des Vorstandes wurde Herr Heinrich Neufeld als Präses mit AMamanon wtedergewählt. Ependen. Bei der israelitischen Kultus- Gemeinde sind folgende Spenden eingelaufen: Vom Herrn Moriz Edlen v. Kufsner anläßlich der Wiederkehr des Tödestäges seines seligen Vaters für Arme des Bezirkes XVI—XVM 280 K, zum Ankauf von Mazzoth für Arme 200 K, zur Vesteilung an Arme anläßlich der diesjährigen Pessachfeiertage 200 X, 680 X vom Herrn Robert Eßler für das israelitische Spital, 280 X vom Herrn Schnek und Kohnderger anläßlich des AdledenS der Frau Emilie Ksynberger zur Verteilung an rfraölrrrfche Arme, 300 X David Wurmfeld für däs israelitische Spitäl, 200 X von Anselm und Amalie Wechsler-Stiftung zur Verteilung an ifräelitische Arme X 122 73, vom Herrn Anton Winker anläßlich des Todestages seines Vaters Ignaz Winter für Arme 100 X, von Geschwister Baümgarten anläßlich der Aufnahme des Rameus ihres seligen Vaters Emunuel Baümgarten m die Haskarah für das Altersversorguugshaus 50 X, für den Frauenverein I 60 X, 100 X vom Herrn Emmerich Kauders für ein armes, in -er Pflege der Kultusgemeinde, befindliches Kmd 80 X, vom Herrn Dr. Theodor Fuges namens der Erven der seligen Frau Löbl zur Verteilung an Arme 50 X. Rechnungsabschluß der ttttltusgemeiude Per 1011. X)em Nechnüngsabichiuye sur das Jahr 1911 ist zu entnehmen, daß die Einnahmen die Höhe von X 3,263.93921־ erreichten. Die Ausgaben beliefen sich auf X 3,238.32482. Fritz Diamant. Das große Tounsienunglück am Schneeverge, das zahlreiche Menschenopfer erforderte, hat auch unseren braven hoffnungsvollen Gg. Fritz Diamant dahmgerafft. Israelitische Kiuderbewahranstalt. Der seit 1843 vestrhenve Verein haue das riujlatlügeväude einer gründlichen Renovierung zu umerzieyeu und einen den pädagogischen u»ib hygienischen Anforderuugen entsprechenden Umbau vorzunehmen. Ferner wurde veschloffen, einen Kindergärtnerinnenkurs, dessen Vedeuiung sür die Heranvitdung von FamiUenerziehermnen sowie als Vorvereilungs» anstatt sür den Frauen- und Munerverus von allen VereinSmitgUedern als notwendig erachtet wird, zu errichten. In diesem neuen Kurs!oll insbesondere die Pflege des kranken und gesunden Kindes d.e größtmöglichste Berücksichtigung finden. An der Spitze dieses überaus Humanitären Vereines stehen die Damen: Jda.v. Stern, Frau Hoftat Gomperz und Baronin Charlotte Königs- Wärter. Ordeusgeistlicher oder Rabbiner in einer Person. Auf Grund einer beim Sichethellsbureau emgelaufenen anonymen Anzeige wurde Samstag hier ein gewisser Lazar Judawrcz verhaftet, der seit dem Jahre 1898 aus Oesterreich sür immer ausgewiesen ist, und wegen verbotener Rückkehr dem Bezirksrichter des II. Bezirkes Pick vorgesührt. Judawicz, der nicht gemeldet war, ist ein von der Polizei in Oesterreich und Deutschland in Evidenz geführter, berüchtigter Bettelbetrüger, der sich für einen Geistlichen oder für einen Rabbiner ausgibt, oder als Direktor eines Humanitären Instituts auf Grund gefälschter Urkunden Samm-! lunge» veranstaltet. Er erschien in Graz als Ordensbruder und sammelte für Missionäre, in Wien wurde er vor Jahren abgeurteilt, weil er einer-! Die schönste seitS in Kreisen der reichen Judenschast als Rabbiner Sammlungen machte, während er gleich, zeitig als angeblicher Misfianär für katholische Zwecke sammelte. Der Angeklagte, welcher den Eindruck eines Gelehrten macht, erklärte, daß er gehetzt, aus ״,, *;*™"«"תs «Ja gesorgt werden und wäre es auch Sache unserer Gemeinde 2S52L Sd, •2ÖKS «* CibQib3!״‘ei^ A״einem «׳“״״*«״ ״״״»״ Schriftsteller und Kunstmaler sich ehrlich durchzüvrin Heft sucht, was ihm durch seine Jugendstreiche sehr erschwstt sei. Da er der ungarischen Sprache nicht mächtig sei, müsse er sich hier durchzubringen suchen. Er legte ein vdtt ihm verfaßtes Werk »Die Pogromprozeffe im Rußland" und ein von ihm angeblich gemaltes Bild, das seine Frau mitgebracht hatte, dem Richter vor. Der Angeklagte würbe wegen Reversion zu zehn Tagen Arrestes verurteiÜ. Ehrung. Der bekannte humanitäre Krankenverein ״Montefiore" hat Herrn M. Bondi, den Geschäftsleiter der arüstischen Anstatt Munk, am 23. d. in einer außerordentlichen Generalversamntluug einstimmig zum Ehrenpräsidenten des Vereines gewählt. Herr M. Bondi war durch 25 Jahre als Schriftführer und Obmann in dem Vereine tätig, und seiner eiftigen Tätigkeit ist es zu danken, daß der! Verein gegenwärtig als große, ' erallttige Korporation besteht und wirkt. Die Spitzbergersche Spitalstiftung. In der letzten Plenarversammlung der! KultuSgemsinde brachte Präfldent Dr. Alfted Stern das Der- Mächtms 8es verstorbenen Josef Spitzberger zur offiziellen Kenntnis, worauf er die Bestimmungen des Testamentes verlas. Er stellte hierauf fest, daß das vorhandene Vermögen 3»/^ Millionen Kronen betrage, wovon an Legaten für Verwandte 250.000 X. an Renten jährlich 30.600 X zu decken sein werden. Nach den Erlöschen der Renten fällt das Kapital wieder der Stiftung zu. Enthüllung einer Gedenktafel für Lektor M Friedmann s. A. Am Lag b'omer d. i Sonntag den 5. Mai, findet in den Räumen des Wiener Bet-ha-midrasch, jl, Ferdinandstraße 23. die feierliche Enthüllung einer dem verblichenen Gelehrten vor! Freundeshand gestifteten Gedenklaset statt. Sonntag am 28. Apru fand die ordentliche Generalversammlung des Israel. Synagogenvereine» ״Beth-Jsrael" statt. Trauung/ Sonntag den 5. Mai 1912, 2 Uhr nachmtttags, findet im Seilenstetten Tempel die Trauung des Frl. Selma Pilpei, Tochter des Herrn Sigmund Pilpel, mit Herrn Martin Bach, Sohn der Frau Henriette Bach, statt. Jübiliinm. Am l. Mai d. I. beging Herr Heinrich Singer. Jnfaffant des Steueramtes der r!rael. Kultusgemeinde sein 25. Dienstjubiläum Aus diesem Anlässe sind dem Jubilar zahlreiche Ehrungen zuteil geworden. — Unsere herzlichste!- Glückwünsche. Die Red. Todesfälle. Der beeidete Börsensensal Ludwig Weishur ist nach langem, schweren Leiden am 20d. M. gestorben. Der Gemeindeangestellte Isidor Bunimowitsch ist im 46. Lebensjahr nach schwerem Letden verschieden. Prager Nachrichten. Eine neue Gefahr für den alte» jüdischen Fried- Hof. Die Machthaber der Assanierung m der Prager Josefstadt wollen wiederum einen Zipfel des alten israeli. tischen Friedhofes wegrasieren, da derselbe ihnen zur Regulierung einer neu anzulegenden Gasse fehlt. Es wurde soviel mit der Assanierung diese- Stadtteiles verpfuscht und nun zweimal schon solle der historische ״gute Ort" das Angriffsobjekt zur Korrektur einer konfusen überstürzten Arbeit bilden. Gewiß wird der allverehrte Obmann der Beerdigungsbrüderschaft im Bereln mit dem Präsidium der Kuftusgemeinde-Repräsentanz beizeiien alles aufbteten, diesen Bandalismus für diesmal zunichte zu machen. Leh.erjubiläum. Herr S. Gotttu b, Religionslehrer und Kantor in «önigl. Weinberge begeht am 1. Mai l. I. den 40. Gedenktag des Antrittes seiner Lehrtätigkeit. — Wir wünschen dem Jublilar ein ״ad m»o schonim. Bezirfsvertretung Poddbrad. In die B-zirksvertretung PodLdr. d wulüen 3 Herren unseres Glaubens gewählt, darunter Herr Abraham Stransk/. Kaufmann in Sadska; Herr Stransy ist ein sehr ftommer und auch wohltätiger Glaubensgenoffe und wenn in Prag etwas veranfiaUet wird» was mft dem Judentum im Zusammen- Hang steht, so ist dieser immer da zu finden und so ist die Gemeinde von Sadska im Ansehen selbst gestiegen, wenn sie, ohne jede Voreingenommenheit, diesen Mann, der im dortigen Umkreis, wegen feiner humanen Gesinnungswelse großer Achtung sich erfreut, in jene Körperschaft entsendet hat. Rituelle Fleifchausschrottung. Für diese Post ist im Budget der Prager Kullusgrme,nde-Reprüsenlanz ־“ Verschwindend kleiner Betrag flllflig. während man für den Semeindebund und andere derartige, keinen Zweck verfolgende Institutionen, Subventionen verteilt, wird dieser so wichtigen Sache wenig Interesse enigegengebrocht, und zwar insoferne, als Praa, dieser Grobgemeinde eine einzige rituelle Fleischbank besteht und sollte doch für eine -Vermehrung solcher Fieischläden in jedem Stadtteil vorausgeschrottet werde. Las Kappeulrage» der zio». Studentea. ins mehrfache Anftagen teilen wir mit, daß die in der vorletzten Nummer veröffentlichte 'Notiz, betitelt: ״DaS Kappenttagen der zion. Studenten" von einem unserer Prager Mitarbeiter stammt. n־twvork ---- - vorm, noiet komania =-■■= Neu eröffnet! Wien II., Kleine Sperlgasse Nr. 5. 5 Minuten vom Stadtzentrum, in unmittelbarer Nähe des Nord- und Nordwestbahnhofes. PRACHTNEUBAU! 100 ZIMMER. Elegantes Familienhotsl. Zentralheizung. Kaltu. Warmwasser in jedem Zimmer. Bäder im Hause. — Elegante Halle. Musik-, Schreib- und Lesezimmer. — Exquisite und rituelle Küche- Zimmer von K 300׳ aufwärts. -WW Besitzer Karl Beiringer. i ÜudapefW Nachrichten. JMscher Ackerbau. Bon den 30 Millionen Joch ungarischen Ackerlandes sind 1'/, Millionen Joch im Besitze von Juden. 3 Millionen Joch sind von Juden ge. pochtet. Es wird als» '/» des ungarischen Ackerbodens von Juden bestellt. Die Künstlerin Matiska Baroul» Angistin erntete mit einigen Bildern judljchen Sujets aus der Graphischen Ausstellung Betsall. Eia merkwürdiger Prozeß. Wie eine Katharsis wirkt, das Schwurgerlchtvulteli im Prvzesfe der Fevern Händlerin M. Schwarz, den sie gegen einige jüdische Trödlerinnen von Telekyplatz an. gestrengt haL Sie hatte am Schabbes ihren Trödlerkram geöffnet, was zu einer erbtlterlen Demvllstration der tn ihren religiösen Gefühlen gröblich verletzten Standbefitzerinnen des Naschmarttes, dte die alle Jüdinnen sink, Anlaß bot. Erst begnügte man sich mit tteffenden Schlagworten und dann wurde die gröbliche Verletzung der Religion ״schlagend* zurückgrwieien. Es regnete Puffe uud Schlage von allen Seiten, die nun von der vttuden Justitia ihre gebührende Belohnung erwarten. Frau Schwarz wurde nun mrt ihrer Klage rundweg abgewiesen, da sie durch »hre Tat alles herausgefordert hat und allein an allem schulo )ei Xa lie aber überdies die Angeklagten bel jeder Gelegenheit beleidigt habe, müsse sie 140 Kronen Geldstrafe und die nicht minder belrachklichen Kosten des Prozesses ttagen._ «ßriinncr «Huchrichtei». Wir erhalten folgende Zuschrift: Darf ein Nichtjude auf einem jüdischen Friedhöfe begraben werden? Der hochverehrte, ehrwürdige Teplitzer Rabbiner Pros. Dr. Ad. Kurretn nimmt »n Nr. 15 der ״Jüdischen Volksftimme" Stellung zu der Frage, ob ein Nichljuöe auf einem jüdischen Fried- Hofe begraben werden darf und spricht sich entschieden dagegen aus. Herr Dr. Kurrein ist um seine Meinung mit Recht befragt worden, denn er ist wirklich eine Autorität. Ich hoffe jedoch, daß es nicht als eine Unbescheidenheit angesehen wird, wenn ich den Jnteresslerenden die diesbezüglichen Ausführungen der Herren Lektoren Friedmann und Weiß in dieser Frage, sowie die polemische Schrift des Hansüotff zur Prüfung empfehle. Im Beth Talmud, 4. Jahrgang, ist ein größerer, auf die vorliegende Frage bezughabender Schrift I» Mnntn Stil «mich! iMXiium > K ». ««». -«>. Scbmbuhule Professor Rudolf RoubiiscbeK Pr na 47 «ur«snr *twniclw Unterrragt wicnimpiqii mt nach el9 9wcb methoa< Gebetbücher zu beziehen durch den ״Jüdischen Buch- und Kunstverlag

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