Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 50-51 (23.12.1931)
- Date
- 1931-12-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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neuen Synagoge gefördert. Als Mitglied der städtischen Körpcrschasten konnte Herr Hirsch die Belange seines Heimatortes nach besten Kräften verteidigen helfen. SchNLidemühI. (T e l e g i c r t e n t a g u ng.) Hier fand am 29. November die Telegicrtentagung der indischen Jugendvereine der Grenzmark Posen-Westprcußen statt. Dieselbe nunvon allen Jugendbünden der Grenzmark außerordentlich zahlreich besucht. Ter Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Jugendvereine der Grenzmark, Vezirlsrabbiner Dr. Rosenzweig, cröffnete die Tagung und begrüßte unter den Gästen u. a. den Vorsteher der jüdischen Gemeinde Schneidemühl, I. Lewin, sowie Rabbiner Bertinger Schönlanke. Referendar Toldi» suchte aus Grund der praktischen Erfahrungen im J.J.B. Schneidemühl Wege und Ziele der Jugendarbeit in allen Vereinen darznlegen und so An regungen für die Arbeit im Verband zu geben. An dieses kurze, aber erschöpfende Referat schloß sich eine rege Aussprache, au der sich fast alle Bünde beteiligten. Der Vertreter des Verbandes, Kurt Löwen-- stein, fand Gelegenheit, die Verbindung zrvischeu der Verbaitdslcitnng und den einzelnen Bünden ins rechte Lieht zu rürken. Waldemar Strauß sprach über die neuen Richtlinien, die die soziale Hilfe ansgestellt hat, zu denen sich die einzelnen Redner .zustimmend äußerten. Schneidemühl. (Ernennung.) Dr. Ernst Mislowitzer, Privat dozent an der Mcdiz. Klinik Prof. Bergmanns in Berlin, ist zum Professor ernannt worden. Prof. Dr. Mislowitzer ist der Lohn des Arztes Dr. Emil Mislowitzer, der bis zum Ausbruch des Weltkrieges hier praktiziert hat; er fiel im September 1914 in Frankreich. Tr. Emil Mislowitzer war hier viele Jahre hindurch Stadtverordneter und Repräsentanten Vorsteher und hat iich um Stadt und jüdische Gemeinde sehr verdient gemacht. Solingen. (7 0. Geburtstag.) Am 3. Januar 1992 begeht Herr Siegfried Feist, der langjährige Vorsitzende der Synagogen Ge meinde Solingen, seinen 70. Geburtstag. Stuttgart. (Inbiläu m sjeirr der W ü r i t e mbergi scheu Juden heit.) Die Juden Württembergs konnten am 13. Dezember d. I. auf einen hundertjährigen Zusammenschluß ihrer Ge rneinden zurückblicken. Am 25. April 1829 wurden den Juden die grundlegenden Gesetze gegeben, damals wurde auch die Oberkirchcnbehörde, die die Aussicht über das Kirchen, Gemeinde- und Wohlsahrtstvescn zu betreuen hatte, eingesetzt, jedoch erst im Jahre 1831 war diese Verfassung restlos bis in jede Einzelheil durchgesührt worden, so daß die Israelitische Cbcikirchenbchörde am 13. Dezember 1931 zu in erstenmal zusammentrelen Zu dem Festtag hatte der Israelitische Oberrat die staatlichen und städtischen Behörden eingeladen. Es war für den Staat Württemberg Staatspräsident Bolz erschienen, der betonte, daß genau ivie in bcn vergangenen 190 Jahren die Inden auch für die Zukunft darauf rechnen könnten, daß die württembergischc Regierung ihre Rechte stets wahren würde; iu ähnlichem Sinne äußerte sich der Vizepräsident des Landtags Dr. Götz. Oberbürgermeister Lautenschläger brachte die Grüße der Stadt Stuttgart, Vertreter des Jnnenministerinins, des Polizeipräsidiums, der anderen konfessionellen Oberkirchenbehörden, der Preußische Landesverband sowie die Reichsarbeilsgemeiiischast ließen den württembergischen Juden ihre Mitsreude an dem Festtag durch Dr. Klee zum Ausdruck bringen, die süddeutschen Verbände Baden und Bayern hatten es sich auch nicht nehmen lassen, ihre Verbundenheit mit Württemberg durch ihre Anwesenheit darzntnn: in ihrem Namen sprach Obcrlcmdesgerichtsrat Tr. Reumeyer. Von den jüdischen Gremien innerhalb Württembergs sprach der Präsident der LaudeSversammlung, Tr. Hayum Tübingen, für die Judcnheit Württembergs. Dr. Gumbcl Heilbronn überbrachte unter Ucberreichung einer Jubiläumsspende von 5000 Mk. die Wünsche der Gemeinden. Tr. Tänzer-Göppingen vertrat in seiner Ansprache die Rabbiner, Anstaltsdirektor Rothschild die Lehrer des Landes. Die Begrüßung hatte Ministerialrat Tr. Hirsch, der derzeitige Präsident des OberratS, übernomnten, daS theologische Mitglied der Behörde, Stadlrabbiner Dr. Rieger Stuttgart, hielt die Festrede. Die erhebende Feier, zu der neben den offiziellen Vertretern der Gemeinden, Vereine und sonstigen Körperschaften auch viele Gemeindemitglieder erschienen waren, wurde von musikalischen Darbietungen eingerahnrt. An die Jubiläumsfeier schloß sich die regelmäßig alljährlich stattfindende Landesversammlung an, dcr diesmal auch die noch anwesenden Vertreter des Bayrischen und des Badischen Landesverbandes als Gäste beiwohnten. Bei der Beratung des Haushaltplans für 1931/32, der mit einem Abmangel von 209 000 Mk. bei 424 000 Mk. Ausgaben und 215 000 Mk. Einnahmen abschloß, wurde eine Umlage von 3,9 cho beschlossen, die aus der 1 suchen staatlichen Einkommensteuer und der 3 fachen Vermögensteuer erhoben wird. Von dieser Landesumlage werden die allgemeinen Bedürfnisse der württembergischen Religionsgemeinschaft bestritten, inSbesond-ere die Verwaltung des OberratS, die ca. 33 600 Mk. erfordern, und die Bezahlung der Rabbiner und Religionslehrer des Landes und die Pensionen für Ruhegehaltsempfänger. Hierfür ist ein Aufwand von zusammen 240 000 Mk. erforderlich. Zu den Ge hältern haben die Gemeinden Beiträge zu entrichten, die )se nach der Größe der Gemeinde gestaffelt sind. Andererseits erhalten leistungsschwache Gemeinden Untersttttzungsbeträge zu ihrem Gehaltaufbriugen. Die Gesamtsumme der Unterstützungen wurde mit 23 500 Mk. eingesetzt. Die Bezüge der Religionsbeamten, Rabbiner, Lehrer ustv. wurden entsprechend den staatlichen Grundsätzen gekürzt, so daß die (Gesamtsumme der Kürzungen nunmehr 2l °-b des früheren Gehaltes beträgt. Nach gleichem Maßstab tvurde auch der der jüdischen Religionsgemeinschaft gewährte Staatszujchuß von 33 000 auf ca. 28 000 Mk. reduziert. Weiterhin wurde der Finanzausschuß beauftragt, wie iu diesem Jahr, so auch künftighin den Haushaltplan schon vor Zusammentritt der Landesversammlung rechtzeitig vorzuberaten. Bei den sonstigen Beratungsgegenständm ist die Ernennung eines 'VerfassnngSausschusseS zu erwähnen, der die 'Mängel der jetzigen Verfassung prüfen und etwaige Vorschläge unter Mitarbeit des OberratS der LandeSversamm kung unterbreiten soll. Dieser Beschluß erfolgte gegen eine gleich starke Minderheit hauptsächlich aus dem orthodoxen Lager - - durch Stichentscheid des Präsidenten zugunsten der Konstituierung. Bor allem das passive Wahlrecht der Frau für das Vorsteheramt tvird bei dieser Berschsungsberatung eine schwierige Frage werden. Nach vielstündiger Verhandlung schloß die LaudeSversammlung in üblicher Weise. SßcctKr. (Persönliche s.) Am 2. Dezember beging der erste Vorsteher hiesiger Gemeinde, Herr Joses Aarons, seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, der seit drei Jahrzehnten das Amt des Vorstehers versieht und sich allgemeiner Beliebtheit erfreut, dursde zahlreiche Ehrungen und Aufmerksamkeiten entgegennehmen. Aus der Bewegung Berlin. (Liberaler Verein für die Angelegenheit t eu der jüdischen Gemeinde zu Berlin E. V., B-e - zirksgruppe Norde n.) Am Montag, dem 23. November, fand in der Bezirksgruppe Norden im Auerbachschen Waisenhaus -eine Versammlung statt, iu der Herr Rechtsanwalt Dr. Max Mayer (Mitglied der Repräsentanten Versammlung) über „Tie Liberalen in der Ein heit-sgemeinde und die Minderheiten" sprach. ES ist als ein erfreuliches Zeichen des Interesses anzusehen, daß der Saal überfüllt war, trotzdem nur unsere Freunde im engbegrenzten Bezirk Norden zu der Versammlung cingeladen rvaren. Herr Dr. Mayer führte aus, daß er nicht über allgemein bekannte Vorgänge in der Repräsentantcn-Versammlung sprechen wolle. Auch könne er noch kein abschließendes Bild über die Arbeit der jetzigem Verwaltung geben, da noch alles zu sehr im Fluß sei. ES sei heute seine Absicht, die Frage der Mehrheit und Minderheit unter anderen Gesichtspunkten, als dies bisher unsere Gegner getan hätten, zu betrachten. Er kann eine andere Minderheit, als die konservative, nicht rechnen. EinheilSgemeindc sei für ihn nur die religiöse Ein heitSgemeinde, d. h. die Gemeinde, in der alle religiösen Richtungen vertreten sind und Berücksichtigung ihrer Wünsche ans religiösem Gebiet. Es sei aus zionistischer Seile davon gesprochen worden, daß sie ihre Macht mißbrauchten, daß sie ans pnrcr Herrschsucht ihre Cber Nationalen) kleinsten Wünsche nicht erfüllten und in der Frage des Jüdischen Schulvereins und dcS Lehrstuhls an der Universität Jerusalem in unverantwortlicher Weise ihre Mehrheit ausgenützt hätten. Die Gegner vergessen, so führte Dr. Mayer aus, daß iu der religiösen EinheitSgemeinde nationale Wünsche, so der Rus nach der jüdisch nationalen Sehnte und nach dem nationalen Ausbau Palästinas über Imupt keine Berücksichtigung finden dürfe, und daß eine nationale Minderheit iu der Religionsgemeinde überhaupt keine Existciizberechtü gmig hat. Neben den Aufgaben religiöser Natur müßte die Gemeinde im kommenden Winter als dringendste Aufgabe die Hilfe für die Notleidcndcn betrachten. In diesem Punkt seien sich auch alle Richtungen in der Gemeinde einig gewesen. Der Redner bezeichnete als eine besonders dringliche religiöse Ausgabe, unsere ostjüdischen Brüder und Schwestern in die religiöse EinheitSgemeinde einzugliedern und ihnen klar zu machen, daß die Jüdische Polkspartei sich zu unrecht das alleinige Vertretungsrecht dieser Kreise unserer Gemeinde anmaßt. Die von Herrn Tr. Mar Mayer gemachten Ausführungen er regten das Interesse aller Anwesenden und entfesselten eine lebhafte Diskussion. Herr Dr. Fritz Salomonski, begleitet von Herrn Lehrer Alfred Loeivy, umrahmte den Abend mit tvohigekungenen Oiesangs Vorträgen. Berlin. Ter Einladung der Bezirksgruppe Nord Osten des Liberalen Vereins zu einem Werbeabend im Restaurant Fleischer, Karmen- Sylvastraße (Carl Legten-Siedlung), am Mittwoch, dem 25. November, folgten in den überfüllten Saal ea. 150 Personen, Nach Bcgrüßungs-' und Werbeworten des 1. Vorsitzenden Herrn Silberberg brachte Herr Oberkantor John, von Frau Lili Goetz begleitet, „Die Himmel rühmen" «Beethoven) uitb einen Monolog ans „Rigolcito" (Verdi) in seiner lultivierlen Weise zu Gehör. Nun nahm Herr Direktor Stahl zu dem Thema: „Wohlsahrtsaufgaben unserer Gemeinde" das Wort. Vor allem kommt es dem Vorsitzenden des Wohlfahrtsamt und Ge meindevorstandSmitglied, Herrn Direktor Stahl, daraus an, Fühlung mit den Gemeindemitgliedern zu erhalten, um gegenseitige Mißverständnisse auszuschließen. Er schildert die Vielseitigkeit der Arbeit durch Betreuung dcr Akten, Kcanken und Arbeitslosen, an die u. «. Kohlen» Brot (jetzt 9000 pro Woche) und Kleidung verteilt tverden. Seine mit großenl Bci-sall aufgenommenen Ausführungen gipfeln in dem Wunsche, möglichst alle Wünsche zu befriedigen und allen zu helfen. Als weiterer Redner des Abends nahm der liberale Repräsentant Herr Martin Sobotker zu dem Referat „Jugend und Gemeinde" das Wort. Hunderte von jungen Menschen wenden sich hilfesuchend an die Gemeinde. Eine Radikalisierung der Jugend tritt ein. Es muß bei den Gemeindekörperschasten daraus geachtet tverden, daß die Jugend nicht Objekt, sondern Subjekt jüdischer Jugendarbeit wird. Leider war Jugendarbeit bei dem früheren Regime nur Parteiarbeit. .Heute hat dieser Zustand ausgehört. Herr Sobotker weist ». a. auf daS neuge-- gründcte Erwerbslvseniugcndheim, daS großen Anklaug findet, hin und schildert die dort stattfindenden vielseitigen Lehrkurse. Hierbei wird die von der Jugend selbst gegründete „Schule der Jugend" erwähnt, die eine materielle Unterstützung von der Gemeinde erhält. Jugend und Gemeinde müssen sich finden, um eine jüdische ZukimfL zu gewährleisten, so schloß der Redner. Als letzter Redner tvurde Herr Wilhelm Marens lebhafi begrüßt. Woher kommen die Gegensätze in den Gemeindestuben, so fragt der Referent und beantwortet selbst seine Frage, indem er daraus hinweist, daß die Volkspartei es verstand, den Ostjuden die Liberalen als schwarzes Gespenst hinznstellen. Diesem allem muß die Wahrheit entgegengeha-lken werden. Die Ostjuden tverden weiter an den. Ge meindennrichtungcn teilhaben, allerdings ein Recht aus Herrschaft haben sie nach demokratischem Prinzip nichl. Die Voltspartei, die gern Unfrieden in die Oefscntlichkeit bringt, wird sich sehr mäßigen müssen, um öS zu einer wirklichen EinheitSgemeinde kommen zu lassen. : Herr Marcus tvehrt sich iveiter gegen persönliche Bermiglimpfungrn j eines zionistischen Gemeindcvertrcters. Als letztes sei zu sagen: Wir j sind guten Willens, tvir sind für Einigten, aber nur fürchten nicht 1 den Kampf. Wir wollen jüdischen Aufbau. Nach einer sich anschließenden sehr erregten und lebhaften Dis kufsion, die Gegner und Freunde zu Wort konimen ließ, konnte die Versammlung gegen ZZ12 Nhr nach einem versöhnenden Schlußwort des Herrn Direktor Stahl geschlossen werden. Berlin. Am 9. Dezember fand im Bezirk Osten eine Versammlung des Liberalen Vereins für die Angelegenheiten der jüdistHm Gemeinde zu Berlin e. B. statt, die sehr gut besucht war. Nachdem Herr Julius Neumann die Versammlung eröffnet hatte, brachte zuerst Herr Hauptkantor Berthold Fried mann einige Gesänge, die mit großem Beifall ausgenommen wurden. Als 1. Redner nahm der Repräsentant der Berliner Jüdischen Gemeinde Brnn» Woyda das Wort. Er schilderte die schlechte Lage Deutschland«, mit der die Not, die auch unter der jüdischen Bevölkerung herrscht, eng verknüpft ist. Reden können uns nichts nützen, cs muß positive A r b c i t geleistet tverden. Vor allem muß versucht tverden, die schlimmste Not zu lindern. Daran müßten alle Kreise mitarbcitcic. Nicht aus eine Partei komme es au, sondern auf den Geist, der sic beseelt. Und diesen „Geist des Judentums" tverden wir vertreten. Der Redner schttdert noch einige Zustände der alten Gemeindcver waltung. Znm Schluß betont er, daß tvir uns an alles Deutsche au schließen müßten. Es muß Friede tverden und dabei müssen wir Als nächster Redner sprach der Repräsentant Wilhelm Marens Große Zustimmung fand Herr Marcus, als er sagte: „Das Wohl der Gemeinde geht über die Auseinandersetzungen einzelner Geineindc-Parteien." Die Liberalen tverden nach ihren Prinzipien arbeiten und nicht von ihnen abtveichcn. Die jüdische Gemeinde tvird immer liberal, d. h. deutsch, bleiben, oder sie wird zu Grunde gehen. Tic Mißwirtschaft in dcr Gemeinde während des zionistischen Regimes tvird stark von Herrn Marcus gerügt. Er bemerkt, daß, tmrnn die Volkspartei nicht endlich zur friedlichen Zusammenarbeit geneigl sein tvird, die Liberalen allein die Zügel in die Hand nehmen werden. Als letzter Redner sprach für die Jugend Fritz Schäfer. Er begrüßte die Gründung einer Jugendgrnppc des Liberalen Vereins im Osten unter Vorsitz von Gerhard Neninann und tvünschic der Gruppe viel Erfolg. In dcr Diskussion tvurde besonders darauf hingetviescn, daß der Liberale Verein im Osten noch mehr Aktivität entfalten müßte. In seinem Schlußivort bemerkte Herr Woyda, daß die Zionisten ihre Theorie einmal in die Praxis umjetzcn sollten. Unter großem Beifall schloß der Redner die sehr gut gelungene Versammlung. Berlin. Tie Liberale Fraktion der R e p r ü s e n l ante n - V e r s a m m l u n g veranstaltete am Donnerstag, dem 17. Dezember, in den Räumen des Kaiser Hotels einen gemütlichen Abend, zu dem die gesamte Fraktion, die liberalen Mitglieder des Gemeinde Vorstandes, den Hauptvorstand und den Vorstand der Bezirksgruppen dcS Liberalen Vereins eingeladen halte. Die Veranstaltung war besonders zahlreich besucht und führte zu einem glänzenden Erfolg. Ter Vorsitzende der Fraktion, Herr Dr. Kurt Fleischer, begrüßte die Anwesenden und hielt im Anschluß daran eine mit großem Beifall ausgenommene, humorvoll zündende Ansprache. Im Lause des Abends nahm auch der Vorsitzende des Liberalen Vereins für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Herr Landgerichtsrat Dr. M. Lesser, das Wort, ivobei er an der einjährigen Wiederkehr des, Wahltages 1930 und an den Erfolg, den wir seinerzeit errungen haben, erinnerte. Er dankte nochmals allen denen, die am Erfolg des Wahlergebnisses beteiligt geivesen sind und erivähnte in dieser Bpziehungi besonders der tatkräftigen Mithilfe des Herrn Woyda. Er sprach von der Notwendigkeit, daß die verschiedenen Strömungen im jüdischen Lager einander Achtung vor der Ueberzeugung des Einzelnen schuldeten. Er zeigte aus, auf welchem Gebiete einmütiges, tatkrästiges Arbeiten dcr Glaubensgenossen aller Richtungen gegeben ist und fordertze schließlich aus zu der weiteren mibeirrten Arbci? zur Förderung eines lebendigen deutschen Judentums. Zahlreiche Künstler hatten in anerkennensiverler Weise an dem Gelingen der Veranstaltung mitgelvirkt. Mit großer Freude und Beifallssturm wurden die einzelnen Darbietungen, insbesondere der Heryen Oberchntoren Wilhelm Friedmann, HannS John, Manfred Lewandowski„ dcS Solo Quartetts und der Mitwirkcnden .Hilda Lindt und der Frau. Lotte Brandt, die trotz eben überstandener Krankheit nicht verfehlt hatte, ihre köstliche Stimme in den Dienst der liberalen Sache zu stellen, ausgenommen. Ganz besonderen Erfolg zeitigte ein Zwiegespräch der Frau Friedstein und des Herrn JauluS. Verfasserin dieses köstlichen Werkes ist Frau Cläre Löwenstein, die in besonders ferner und geschickter Weise eS verstand, mehrere Vorstands- und Fraktions- Mitglieder zu karikieren. Zum Schluß erfreute uns der humorvolle Schauspieler Harry Gondi mit seinen Witzen und humorvollen Ein, fällen. Kein Wunder, daß die Anwesenden bis in die Nacht hinein gemütlichste Stunden verbrachten. Dresden. (Mitgliederversammlung.) Die auf de» 16. d. MtS. angesetzt gewesene Mitgliederversammlung ist auf Mitte Januar verschoben worden und wird zu dieser Zeit bestimmt stattfinden. Das Programm bleibt im wesentlichen wie vorgesehen: Vortrag von Herrn Bankier Graetz (Berlin) über „Ausgaben liberaler Ge meindepolirik", Referat eines Vorstandsmitgliedes dcr Gemeinde über die Lage des liberalen Judentums in Dresden, anschließend Aussprache. Es ist wiederum beabsichtigt, einige hundert Gäste einzuladen, um aus diese Weise, hoffentlich recht erfolgreich, für die liberale Sache zu. werben. Liegnitz. (C h a n u k k a h f e i e r.) Am Sonntag, dem 6. Dezember 1931, hatten der liberale Verein und die neugegründelje jüdisch-liberale Jugendgruppe Moses Mendelssohn zu Liegnitz gemeinsam zu einer Chanukkahseier in die festlichen Raume dcr Silesia-Logc eingeladen. Da die Einladung nicht nur an die Vereinsmitgliedcr ging, konnte man erfreulicher Weise auch eine Anzahl von Gemeindemitgliedern begrüßen, die sonst unserer- Richtung nicht nahe stehen. Nachdem durch Herrn Kantor Feblowicz erfolgten Lichteranzünden und dem gemeinsam gesungenen Chanukkah-Licd in hebräischem und deutschem Text sprach unser Rabbiner Herr Schtvarz eindrucksvolle Weiheworto zu den zahlreich Versammelten. Danach begrüßte der Vorsitzende des liberalen Hanptvereins, Herr R.-A. Tr. Scheyer, die Anwesenden und hielt selbst die Festansprache. Anschließend daran fand eine gemeinsame Kasseetasel statt, bei der. die Jugend rezitatorische und deklamatorische Darbietungen brachte, die großen Beifall fanden. Dem Wunsch der Jugend, noch etwas zu tanze», konnte man sich nicht verschließen. Um 12 Uhr fand der gemütlich verlaufene Abend sein Ende und wir wollen hoffen, daß die Chanukkah Feier für alle eine schöne Erinnerung sein wird. Mit dem letzten Chanukahlichtlein erlosch in unserer Gemeinde ganz unerwartet ein Lebenslicht von hellem Schein. Herr Albert Heinemanu ist heute im 65. Lebensjahre zur Ewigkeit eingegangen. Von tiefem sozialen und ethischen Empfinden getragen, erkannte er, was not tut. Durch seine Richtlinien liberaler Gemeindepolitik, die weithin Beachtung gefunden haben, wurde er ein Wegweiser. Zielstrebigkeit kennzeichnet überhaupt seinen Lebenspfad. Dem religiös liberalen Gedanken suchte er überall, ob itn Vorstande unseres Vereins oder im Repräsentantenkollegium, ob als Vorsitzender der Gottesdienst¬ oder der Friedhofskommission oder des Synagogenchores bei weiser Schonung der Ueberzeugung anderer Geltung zu verschaffen. Er wird uns nie tot sein. Sein Geist bleibt wach in unserer Mittel Dortmund, d. 12 Dezember 1931 Vereinigung für das liberale Judentum In unserem Hause, das auch ihr Heim war, entschlief am 15. ds. Mts. nach kurzer Krankheit unsere innigst geliebte Tante Ella Esther Goetz im 74. Lebensjahre. Die Einäscherung hat bereits stattgefunden. Die Beisetzung erfolgt in Hamburg. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Berlin sw 6i George Goetz Möckern Str. 65 III und Pamilie WERKSTÄTTEN FÜR GRABMALKUNST S. WEISS GRABDENKMÄLER U. ERBBEGRÄBNISSE berlin-weissensee L0THR1NGBRSTR. 8 - TELEPHON: WEISSENSEE 407 xjs| rmiiiEKscHiiTi Beachten Sie unsere Leistungen! Bei einem Monatsbeitrag von Mk 1. beträgt z.B. bei einem 35iährigen die Versicherungssumme Mk. 463.- * „ 40 n 388. . " 45 .. „ .. .. 321.- .. „ 50 „ .. .. .. 262.- " ” g » " » - 211.^ Diese Summen erhöhen sich durch die Dividenden Keine Versicherungssteucr! Keine Wartezeit! Keine Nebenkosten! Keine Aerztliche Untersuchung! 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