Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 46-47 (25.11.1931)
- Date
- 1931-11-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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11. Jahrgang Nummer 46/47 Wisch-liberale Zeitung Beilage 25. November 1931 Geist und Zorm Kontradiktorischer Abend Woyda—Goslar Zur Diskusfion über die Stellung des Kantors in der jüdischen Oeffentlichkeit VI. Bon Leo Gollau > n, Oberkantoe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. j Tie Tiskussion, die George Goetz an dieser Stelle über diese Frage in dankenswerter Weise begonnen hat, schien abgeschlossen. Tie in seinem Aufsatz ausgestellten Forderungen sind so selbstverständlich und überdies säst in der ganzen Welt, außer leider in Deutschland, längst realisiert, daß es wenigstens über die Grundsorderungen keinen Streit mehr geben konnte. So enthielten denn auch die Tiskussionsbeitrage inehr oder weniger nur Zustimmungen. Nur eine Stimme hob sich von diesem Chor der Zustimmenden ab. Es war die Stimme eines Ehordirigenten (Dr. Oskar Guttmaun von der Synagoge Levetzowstraße, J.l.Z. vom 24. Juni 1931). Tie Art und Weise, wie er den eigenen Stand in den Himmel hebt, den Kantorenstand dagegen geflissentlich und vor allem verallgemeinernd herabsetzt, ist so durchsichtig, daß jeder, der klar seheu kann, erkennen mußte, daß hier pro domo gesprochen wird, von einem Chordirigenten für die Sache der Chordirigenten. Leider wissen nicht alle Leser, daß Tr. Guttmann ein Synagogen-Chordirigent ist in seinem Artikel bezeichnet er sich nur schlechthin als „Musiker" und so hat dieser Artikel, wie ich erst ch'tzt von vielen Seiten höre, aus viele Unbeteiligte, auch auf Menschen von Urteilsfähigkeit, einen solch verwirrenden Eindruck gemacht und der Sache der Kantoren so geschadet, daß es not wendig ist, das ursprünglich beabsichtigte Schweigen zu bre chen und doch noch nach einer Panse von mehreren Wochen hier das Wort zu ergreifen. Goetz geißelt in feinen! Artikel, das; vielfach den! Kantor das ihm gebührende Ansehen nicht gezollt werde (nach meiner Erfahrung nur von seiten der Verwaltungsstelle!!: die Gemeinden selbst bringen deni Kantor große Achtung entgegen, ja sogar Verehrung und Liebe, wenn er sein hohes Amt zu ihrer Zufriedenheit ausübt) und daß ihiu iu musikalischen Tingen nicht die Rechte eingeräumt werden, die ihm zustehen. Er fordert daher für den Kantor das Ansehen, das ihnt, seinem hohen Amte entsprechend, zukommt, und die musikalische Leitung des Gottesdienstes als ,,Musikdirektor seiner Synagoge". Herr Tr. Guttmann ist mit alledem nicht einverstanden. Er erklärt zwar, das; dem Kantor das geforderte An sehen wohl gebühre, daß er es aber dennoch nicht verdiene, und er führt zum Beweise dessen einige Argumente an, deren Tendenz ich oben schon deutlich gekennzeichnet habe. Ich habe nicht die Absicht, in den Guttmaunschen Fehler der Verallgemeinerung zu verfallen. Wir Kantoren sind nicht so einsichtslos, jeden, der unserem Stande angehört, als eine besonders hochqualifizierte Persönlichkeit hinzustelleu, gleichsam gesanglich als einen Caruso und kompositorisch als einen Beethoven. Wir wissen, daß es auch andere in unseren Reihen gibt, daß an das Ideal niemand heranreicht, und es jst darum unser höchstes Streben, unfern Stand so zu heben, daß chm nur solche Persönlichkeiten angehören, die als Menschen und Künstler möglichst alle Qualitäten besitzen, die zur vollen Ausfüllung unseres hohen Amtes gehören. Wenn also Tr. Guttmann mir einen Einzelfall nennt, gut, dann will ich mit ihm diskutieren. Aber wenn er Ein zelfälle verallgemeinert und auf Grund dieser Verallgemeiue rungen einen ganzen Stand herabsetzt - daun hat man, meine ich. die Pflicht, einem solchen Beginnen mit aller Schärfe entgegcnzutretcu. Tr. Guttmann spricht von dem Chasan der alten Zeit, dem Chasan der Berufung. Mit alledem, was er darüber sagt, kann man einverstanden sein. Auch wir wollen diesen Typus. Auch wir wollen als Träger des Gottesdienstes einen Mann sehen, dem es um seine Sache ernst ist und der sich als ein wirklicher Abgesandter seiner Gemeinde, als „Scholiach zibbur" fühlt. Wenn aber Tr. Guttmann meint, dieser Ty pus existiere heute nicht mehr, weil aus dem Berufenen der Beruf geworden ist, weil er bezahlt wird, weil er sich davon e r n ä h r t, so ist das eine nicht wehr zu überbietende Entstellung. Hat man dem Rabbiner, von dem doch vermutlich auch Tr. G. annehmen wird, daß er ein Mann der Ueberzeugung ist, schon vorgeworfen, daß seine Würdigkeit deshalb geringer ist, weil er fein Amt nicht ehrenamtlich ausübt, sondern dieses Amt zugleich auch zu seinem Beruf gemacht hat? Oder sind die Kämpfe der Chordirigenten um die Erhöhung ihrer Gehälter ein Beweis dafür, daß sie nur aus purem Idealismus ihre Tätigkeit ausüben? Nein, die Tiskussion so führen, heißt, aus diesem ganzen Komplex einer ernsten Frage der jüdischen Gegenwart einen Tummelplatz für Prioritätskämpfe machen und diesen Kamps noch nicht einmal mit sauberen Waffen austragen. In diesem Zusammenhang sei aus eine Behauptung Guttmanus hinge wiesen, die nicht unwidersprochen bleiben darf. Guttmann deutete auf die „zahlreichen"? Kantoren hin, die Opern sänger gewesen sind und die Kantoren wurden, weil angeblich ihre Stimme oder ihre Musikalität oder ihre Tarstellungskraft für die «Oper nicht oder nicht mehr ausreichte. Ich sehe davon ab, daß diese Herren in der großen Anzahl der Kantoren Teutschlands an den zehn Fingern fünf genügen auch - abzuzählen sind. Wo sind die „zahlreichen"? Es sei nur darauf hingewiesen, daß cs sich in den meisten dieser Fälle nicht um Renegaten handelt, die der Oper untreu geworden sind, sondern umgekehrt um „Baale teschuwo", die zu ihrem ureigensten Beruf, dem Konto rat, zurückkehrten. Wo das nicht der Fall ist, ist, Gott sei Tank, das „Stimme haben" allein nicht mehr ausschlaggebend. Tas beweist der Fall, den man im letzten Jahre hier erlebt und der viel von sich reden gemacht hat. Tabei darf nicht vergessen werden, daß die Voraussetzungen für die Oper andere sind als für das Kantorat. Man kann sogar ein ausgezeichneter Opernsänger und doch ein schlechter Kantor sein, und äuch umgekehrt. Und wenn Guttmann weiter glaubt, aus den Ausspruch eines der angesehensten Kantoren: „Der Gottesdienst ist ein Konzert und ich bin die Hauptperson dabei" — etwas hämisch Hinweisen zu müssen, so sei hier in aller Form erklärt, daß der betreffende Kollege die Richtigkeit d,e,es Anspruches m,t Kontradiktorische Aveiidc sind nichts Ungewöhnliches mehr; auch diejenigen, die die Freie Jüdische Volkshochschule veranstaltet, fügen sich derart in den Rahmen anderer Bor-- tragsveranstaltungen ein, daß nur dann darüber berichtet werden kann, wenn das Thema besonders aktuell ist oder in aus gesprochener Beziehung zum liberalen Judentum steht. Woyda und Goslar diskutierten über das Thema: „Sab bath und Sonntag". Nichts wohl ist bezeichnender als die Tatsache, daß der Orthodoxe Goslar von der Form ausgiug, daß der Zionist Goslar mit Milieuschilderungen begann. In der westlichen Großstadt schlechter Religionsunterricht, kein Sabbath; in Osteuropa das Sabbatherlebuis des jüdischen Volkes. Nichts wohl aber ist seltsamer, als daß gerade der Ziouist Goslar es war, der meinte, wenn alle Juden hier in Westeuropa und überhaupt auf der Erde das Opfer strengster „gesetzmäßiger" Sabbathheitigung begingen, so würde das den Anti semiten mächtig imponieren. Woyda geht mit Recht aus die Milieuschilderuugen nicht ein, da sie in nur äußerst losem Zusammenhänge mit dein Thema stehen, und der Gruppenhaß der Majorität aus die Minorität, in unserem Falle also der Judenhaß, lverde durch strenge Sabbathhaltung wahrlich nicht schwinden. Wie es dem Wesen des liberalen Judentums entspricht, verlangt Woyda als Ausgangspunkt der Tebatte eine Feststellung der Sabbath i d e c. Tiefe bestehe in der Erinnerung an die Weltschöpfung („Am siebenten Tage ruhete Gott") und in dem sozialen Gedanken (...„Tu und dein Knecht und deine Magd..."). Tie Konkretisierung dieses Gedankens fei unabhängig vom Kalendertag. Wenn es wahr wäre, daß, wer den Sabbath aufgibt, sein Judentum aufgäbe, so gäbe es nur wenig Juden mehr, denn die Berliner Gemeindesynagogen iveiseu am Sab bath einen Besuch von nur 3 Prozent der Berliner Judenschaft auf. Solche Betrachtung aber heißt, Judentum und Sabbathgedanken unnötig verkleinern. Wir sollten stolz sein, daß der soziale Sabbathgedauke iu der Form der staatlichen Sonntagsruhe Wirklichkeit geworden ist, anstatt uns zu grämen, daß unser Etikett, der Kalendertag Sonnabend, nicht beibehalten ist. Auch das Christentum habe den Sonntag noch nicht erobert; so sollten Juden und Christen und alle religiösen Menschen trachten, den staatlichen Sonntag mit re ligiöser Weihe zu erfüllen. Aus Goslars Einwand, das christliche Konzil zu Nicüa habe in offener Feindschaft gegen das Judentum den Sonntag eingesetzt, erwidert Woyda wiederum, daß es sich für ihn nicht um den christlichen Sonntag handle, da er weder positiv noch negativ sich vom Christentum Vorschriften machen lassen würde; es handle sich um die Erfüllung des staatlichen Ruhetags mit dem Geiste des Sabbath: Heiligung der Arbeit durch Ruhe, Heiligung der Ruhe durch den Geist. In diesem Sinne sei der Sabbath des Judentums der erste Vorstoß gegen die Sklaverei gewesen und habe sich durchgesetzt. Empörung bestreitet. Tie Behauptung war ja auch in der Tat so unglaublich, daß ich die Mühe nicht scheute, ihr nachzuforschen und sie aus ihre Richtigkeit zu prüfen. Unter diesen Umständen lohnt es wirklich nicht, auf alle Argumente Guttmanus einzugehen, sie wären alle leicht zu widerlegen. Aber aus eins möchte ich doch noch, näher eingehen, auf die Behauptung Guttmanus, daß alle Kantoren schlechte Komponisten seien, und man lache nicht nichts Nennenswertes für die synagogale Musik geleistet hätten; daß daher die Ehordirigenten in erster Linie berufen seien, „die von vielen ersehnte Renaissance der Synagogennmsik" durch zuführen, und daß nur sie die „gegebenen Musikdirektoren" ihrer Synagogen seien. Man muß über de» Mut Guttmanus staunen, in dieser Weise in eigener Sache Sachverständiger und Richter sein zu wollen. Was in aller Welt gibt ihm die Berechtigung, verallgemeinernd für den Stand der Ehordirigenten all das zu fordern und, ebenso verallgemeinernd, dem Kaulorenstandc die Fähigkeit d.azu abzusprechen? Nach seinem Grundsatz: „Tradition ist Schlainperei" kommen doch nnr „neuzeitliche" Ehordirigenten und neuzeitliche jüdische Musiker in Frage. Männer wie L e >v a n d o w s k i und ähnliche lehnt er ja als überwundenen Standpunkt, als „Epigonen einer assimilierten weichlichen Romantik" init einer wegwerfenden Geste, ab. Wo, darf mau bescheidentlich fragen, sind denn die überragenden Werke dieser „Neuzeitlichen"? Wer hat sie bis jetzt gehindert, bessere synagogale Musik zn komponieren als beispielsweise ein gewisser Kantor naniens Salomo» Sul zer oder Weintraub? Wenn das „Herz" es ist. das den Kantor ausmacht, wie Tr. Guttmann ganz richtig sagt, jo trifft dasselbe auch aus den Komponisten, besonders auf den Synagogen Komponisten, zu. Warum haben sie ihr volles Herz nicht in weihevollen Tönen für den jüdischen Gottesdienst ausgeschüttet? Haben sie überhaupt schon bewiesen, daß sie brauchbare Musik für die Synagoge schassen können? Ob eine Renaissance in: „neuzeitlichen" Sinne Guttmanus überhaupt erstrebenswert, notwendig und möglich ist, ist noch mehr als fraglich. Soviel ich weiß, teilen keineswegs alle seine Kollegen seine Ansichten. In welchem Maße und in welchem Geiste eine Renaissance durchgeführt w?rd:n soll, soll sich erst noch ergeben. Und ohne Kantoren wird a'üch das bestimmt nicht gehen. Wer waren denn und sind noch iu der Hauptsache die Schöpfer, Verbreiter und Förderer der synagogalen Musik? Kantoren und immer wieder Kantoren. Ich nenne nur einige von den vielen: Snlzer, Weintraub, N a u m b o u r g. Deutsch, B a e r, H c n l e, B i r n b a u in, und von den Lebenden: F r i c d in a n n - Berlin, Kirschn e r - München, Kornitzer - Hamburg, L a m p c l - Leipzig, Heller-Brünn u. a. Tie Kantoren-Komponistcu man braucht nur den ehrwürdigen Namen Salomon S u t z e r zu nennen - haben nicht allein durch ihr Vorbeten, sondern auch durch ihre Kompositionen, über die Tr. Guttmann so wegwerfend urteilt, Unzählige jüdischer Beter erhoben und zur Andacht hingerissen. Es ist ein starkes Stück, diese Männer, - die von der gesamten religiösen Judenheit aller Länder ver i Aus Goslars Einwände, die Sabbathidee sei voin Sabbathtage nicht zu trennen, das jüdische Religionsgesetz sei keiner Revision fähig und die Zweiteilung Form und Geist sei auf das Judentum nicht anwendbar aus alles dieses muß Woyda mit der Feststellung erwidern, daß zwei Grundauffassungen unüberbrückbar gegeneinander stehen, die soeben gekennzeichnete orthodoxe Auffassung vom unwandelbaren Religionsgesetz und die liberale von der Entwicklung, iu der auch Form und Geist geschieden erscheinen. Außerordentlich interessant gestaltet sich die Erörterung praktischer' Fragen: der Orthodoxe Goslar muß zugestehen, daß er, unter gewissen Voraussetzungen zwar und bei Vorbehalt gewisser Bedingungen, in der Repräsentantenversannnlung für die Veranstaltung von Sonntagsgottesdiensten eintreten werde. Beide Redner waren ans der .höhe; es war für den .Hörer ein intellektuell und ästhetisch genußvolles Geistesturnier. Besonders sympathisch berührte die Art, wie Woyda jeglichen Beifall ablehnte und wie er im Schlußwort betonte, es könne sich nicht darum handeln, daß eine Richtung die andere bekehren wolle, sondern nur aus das gegenseitige'Kennen- und Achtenlcrnen käme es an, sowie darauf, daß eine Richtung der anderen Wirkensmöglichkeit lasse. Waren beide Redner gleichermaßen aus der Höhe, so kann doch nicht verkannt werden, daß Goslars Position als solche schwach war, daß Woyda die ganze Logik für sich, hatte. Andererseits freilich ist die Logik allein für die Gestaltung des Lebens nicht ausschlaggebend die Geschichte verläuft anders unb oft kraus und so verlangte Woyda nicht etwa Verzicht aus den Sabbath seitens aller Juden und Verlegung des Sabbath» aus den Sonntag, sondern er verlangte lediglich Betätigungsmöglichkeit für die Reformgemeinde innerhalb der Einhcitsgemeinde und des Gesamtjudentums. Offen blieb trotz allem ein Hauptproblem: Tie Konkretisierung des sozialen Sabbathgedankens ist an sich ohne jegliche Beziehung auf den religiösen Sabbathgedauken, wie ja überhaupt das Unglück aller unserer Diskussionen die für jeden philosophisch Geschulten unzulässige Identifizierung von Sozialem und Religiösem ist. Nicht offen blieb die Tatsache, daß die religiösen Inhalte, die Herr Goslar uns aufzeigte, für den modernen Menschen, auch für den modernen religiösen Menschen, keine religiösen Werte sind. Tie deutschen Halachoth von Tr. Bieberfeld, die Woyda gegen Goslar zitierte, machten dies sehr deutlich und erinnerten daran, wie bereits 1913 Seligmann in seiner Polemik gegen Wohlgemuth von diesen Halachoth und der ihnen zugrunde liegenden Auffassung gesagt hat, sie habe ihm die Schamröte ins Gesicht getrieben. Soweit ging nicht einmal Woyda, der vielmehr dauernd betonte, wie hohe Achtung er auch vor denjenigen Auffassungen habe, die nicht seine undnicht liberale Auffassungen sind. George Goetz: ehrt und geliebt werden, als bedeutungslos, ja geradezu als lächerlich hinzustelleu. Tas kann nicht entschieden genug zurückgennesen werden! Alle diese Männer haben für die Synagoge, der ihr ganzes Fühlen und Denken, ihr ganzes Wissen und Können gehörte, geschrieben, ohne Rücksicht auf Vorteile, nur weil es ihnen Herzensbedürfnis war, für den Gottesdienst zu schaffen. Wie aber steht es in dieser Beziehung bei den modernen, neuzeitlichen Ehordirigenten und insbesondere bei den heutigen modernen jüdischen Komponisten, von denen allein Dr. Guttmann das Heil der Shnagogenmusik erwartet? Von den modernen jüdischen Komponisten dürsten manche kaum wissen, wie eine Synagoge von innen aussieht, von jüdischer Tradition und Ehasonus erst garnicht zu reden. Unter Chordirigentcn gibt es gewiß auch manche, die bedeutende Kenner synagogaler Musik sind, wie z. B. Arno Nadel, und solche, die bedeutende Chormeister sind, wie z. B. Alexander Wein bäum, und es sei gerechterwcise gern zugegeben, day nicht alle komponierenden Kantoren lauter Musik-Koryphäen sind. Wo aber, frage ich, sind die modernen jüdischen Palästrinas, Bachs und Handels unter nuferen Chordirigenten und Musikern? Herr Tr. Guttmann möge sie nur ver- Die nächsten Veranstaltungen bei liberalen Vereins tiir ilie Angelegenheiten der jiidiselien Crenieinde za Berlin E.V. Kerlin SW II, Ilallcache Straße 1 «Tel.: F -> Bergmmin ^>58-59): Bezirksgruppe Osten: Dienstag, 8. Dezember, 20 Uhr, Prachlsäle des Ostens, O. 112, ..frankfurter- Allee 48: Brun» Woyda, Louis Wolfs (Mitglieder d. Repr. Bers.): „Jüdische Wirklichkeit — jüdische Hoffnung!" (Zu den Vorgängen im jüdischen Gemeindkleben.) Bezirk sgruppe Schiine borg: Mittwoch, 9. Dezember, 20i/2 Uhr, Bürgermeistersaal des Rathauses Schöneberg, Rudolph Wilde-Platz: Dr. Fritz Lamm: „Wohlfahrtsaufgaben unserer Gemeinde", Bruno Woyda (Mitgl. d. Repr.-Bers.): „Jüdische Wirklichkeit *— jüdische Hoffnung!" (Zu den Vorgängen im jüdischen Gcmeindeleben.) Bezirksgruppe Nordosten: Donnerstag, 10. Dezember, 20 Uhr, Urnon-Festsäie, NO. ob, Grcisswalder Straße 221-223: Rechtsanwalt Dr. Max Mayer (Mitgl. d. Repr.-Vers.): „Was wir wollen", Louis Wolfs (Mitgl. d. Repr.-Vns.): „Was geht in der Jüdischen Gemeinde vor?" Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Mitglieder, deren Angehörige und Freunde sind herzlich willkommen.