Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 44-45 (11.11.1931)
- Date
- 1931-11-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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unserer jüdischeil Religionsgemeinde in Deutschtaild gewährleisten. » Kollenscher möchte nun, wie sein Artikel deutlich zeigt, mit den Liberalen zu irgend einer Art „Koalition" gelangen, kommt aber begreiflicherweise über die Schwierigkeit nicht hinweg, daß der parlamentaristische Koalitionsbegrisf auf die Gemeinde nicht anwendbar ist, weil auch die „Opposition" ine Vorstande vertreten ist, sodaß dieser, wie das oft hier ausgeführt wurde, zugleich „Oberhaus", also Parlament, und „Ministerium", also Exekutive, ist. Es erübrigt sich, diese „Koalitions-Frage jetzt näher zu erörtern: auch die Liberalen habeit ja den Wunsch, angesichts der Schwere der Zeit über alle Weltauschauungsgegensatze hinweg alle Kräfte zusainmenzusassen. Die Liberale Fraktion hat diesem Wunsch zuliebe die größten Opfer gebracht. Nicht wenige freilich waren es, die an der DurchsührungSmöglichteit von Anfang an zweifelten. Es wird aber an der Volkspartei, nicht an den Liberalen liegen, ob diese Zusammenarbeit in Zukunft möglich sein wird. Wenn z. B. Koltenscher ankündigt, es würden die „Mitglieder der Opposition im Vorstande... bei jedem Anlaß jede Tribüne, die ihnen offen steht,... benutzen, um die Ablehnung ihrer Verantwortung vor der jüdischen Oeffeutlichkeit kund zu tun", so trägt dies nicht gerade zur „Entpolitisierung der j Gemeinde" bei, sondern birgt die Keime schwerster Konflikte in sich. Noch viel mehr ist dies der Fall, wenn über die I Affäre K a r es k i geschrieben wird, seine Demission sei „völlig ausgeschlossen", und wenn man sich hinter Formalismen versteckt: das Gemeinoestatut sehe Mißtrauensvoten nicht vor. Karcskis Parteigenossen „Freunde" hat er nicht mehr — haben längst eingeschen, daß er im Gemeinde-Vorstand untragbar geworden ist; sic sollten es nun auch zugeben, damit die von ihnen gewollte, von den Liberalen ursprünglich ebenfalls gewollte und nun zum letzten Male versuchte Zusammenfassung aller Kräfte nicht von vornherein scheitert. Ungebärdige Elemente, hemmungslose Agitatoren föuneu in der Tat die Einheitsgemeinde gefährden; das ist der Grund, warum Kareski, der zu lange schon Geduldete, weichen muß. Daran gibt cs nichts zu rütteln. Sie „sehr ansehnliche Minorität" 20836 zionistische Stimmen gegen 41 797 liberale - wird lernen müssen, daß es um Grundsätze geht und daß die Majorität für unsere, gegen ihre Grundsätze entschieden hat. Es muß den Zionisten überlassen bleiben, all ihre nationalen Ziele im Wege der P r i v a t - I n i t i a t i o e zu verfolgen; die ReligionSgemeiude hat dafür keil, Geld und ist dafür nicht da. Eine „mittlere Linie" gibt es nicht, Konzessionen müssen abgelehnt werden. Wenn z. B. jetzt angeregt wird, einen jüdischen „Museumsdireltor" zu berufen, fo ist auch dies wieder ein Projekt, das aus ganz prinzipiellen Gründen abzulehnen ist. Die Religivnsgcineinde hat kein Recht, sinnlos für teures Geld Bilder zusammenzukaufen, bloß weil sie „von Juden" gemalt sind, uub diese z. T. ganz unjüdischen Sujets — Landschaften, Interieurs, Stillebcn, Porträts usw. — als „jüdisch: Kunst" auszustellen, wobei das Wort Jüdisch keinen andern Sinn haben kann als Nationaljüdisch. Es gibt keine jüdische Kunst, und die Werke von d e u t ch e n Malern jüdischen Glaubens oder jüdischer Abstammung gehören in die deutsche Nationalgalerie — w i e Heine in die deutsche Literatur. Die jüdische Religionsgemein'oe aber mag sich Denkwürdigkeiten und Altertümer sammeln, die spezifisch jüdischen Charakter tragen, wie etwa wissenschaftliche Werke oder Kultgegenstände, die z. T. sogar von Nichtjuden verfertigt sind, und deren Sammlung und Bewahrung in das Ressort der Bibliothek ge hören. Das ist billiger und entspricht vor allem dem Prinzip, das unabänderlich jeden Verwaltungsakt der G e in ei nd e jetzt bestimmen muß. G e u u g d e s G c in e i n s a m e n b l e i b t. Es gibt auch religiöse Zionisten; man wird, je nach ihrer Richtung, zu den religiösen Aufgaben sie heranziehen. Und was die heute alles beherrschenden svzialen Aufgaben betrifft, so wird kein Mann und keine Frau bei ihrer Bewältigung fehlen wollen —: „im Sozialen sind wir einig!" U nverrückbarer Gruird- und Leitsatz aber bleibt, was aus der letzten Generalversammlung der „Vereinigung für das liberale Judentum" wie folgt formuliert wurde: „Die Vereinigung für das liberale Judentum ist für die Erhaltung der in Deutschland bestehenden Emheitsgemeinden; sie ist ober der Ansicht, daß der Verbleib in der Einheitsgemeinde nur bei völliger Gleichberechtigung aller religiösen Richtungen und bei Wahrung ihres Charakters als Religionsgemeinde seinen Sinn Lcfnllt." Der Berliner Gemeinde diesen Charakter als Religionsgemeinde in ungetrübter Reine znrückzugewinncn und auf dieser Grundlage religiöse und soziale Ausbau-Arbeit zu leisten, ist die Ausgabe, zu der die jetzige liberale Mehrheit bc rufen wurde. George G o e tz. Der gerade Weg der Liberalen Wer öffentliche Arbeit mitmacht, muß sich Erfolge und Folgen seines Handelns immer wieder kritisch vor Augen Hallen. Darum ist es gut, wenn wir an Hand einer liberalen Presse, die unserer offiziösen Liberalen Zeitung nicht nahesteht, unser Tun und unser - Lassen überprüfen können. Wenn jede Zeitung, die sich mit Gemeindeaugelegenheiten befaßt, einen Kreis von Menschen vertreten soll, der positive Gemeindearbeit mit all ihrer Freude und ihrem Leid mittut und nicht nur der Exponent nörgelnder negativ-kritischer Bes serwifser ist (mit Ausnahme unseres Dr. Caro), so hat inan wohl das Recht, die Auslassungen der Naumannfchen „Na lionaldeutschen Juden" über Liberale als „Kärtchen Mieß nick Tertianer" u. a. m. aus der Betrachtung zu lassen. Umsomebr Bedeutung müssen die „Mitteilungen der Reformgemeinde" für uns haben, weil deren Aenßerungeu von maßgeblichen Führern ausgehen. „Werden die Liberalen den geraden Weg gehen?" fragt diese Zeitung in ihrer letzten Nnmmer. Nun, sie werden denjenigen Weg suchen, der in der praktischen Zusammenarbeit der Einheitsgemeinde zum Allen gemeinsamen liberalen Ziele führt. Damit ist jedoch nicht in allen Fällen gesagt, daß dieser Weg von der Reformgemeinde als der gerade bezeichnet wird. Gerade ist für uns nicht der Weg einer Schattierung unserer Bewegung oder eines Einzelnen, sondern der Weg des Mehrheitswilleus. Diese Selbstverständlichkeit für alle Gemeinschaftsarbeit muß einmal in aller Ruhe gesagt werden. Denn auch der Anschein muß vermieden werden, als ob ein Teil ein wichtiger Teil - unseres Liberalismus seinen Weg für den allein richtigen und möglichen deklariert. Beim Lesen des genannten Artikels kann man das Gefühl nicht los werden: .Hier spricht der praeceptor immcli liberalis judaici. Wer das Wohl des Ganzen hütet, darf dieses Gefühl nicht aufkommcn lassen. Auf den Tadel darüber, daß die Liberalen es bisher und mit Absicht vermieden haben, in voller Offenheit die Finanzlage der Gemeinde publik zu machen, will ich nicht eingehen. .Herr Woyda kennt die im Interesse des Ganzen liegenden Motive. Ob die Zulassung der Wahl des Herrn Kareski in den Gemeindevorstand im Interesse der Zusammenfassung aller Kräfte und eines Befriedungsversuches in dieser Zeit richtig oder falsch war, soll ebenfalls hier nicht erörtert werden. Jedenfalls erlaubt der Gang der Dinge und das Verhalten des .Herrn Kareski in der letzten Zeit es denjenigen, die seine Wahl duldeten, froh darüber zu sein, das beste friedliche Mittel versucht zu haben — wenn auch vergeblich, bevor sie zum offenen Kamps gezwungen wurden, den nun mit aller Kraft gegen Kareski durchzusnhren sic mit umso größerer Berechtigung als sittliche Forderung empfinden müssen. Auch ein gerader Weg, wenn auch nicht der unserer Reformfrcunde. Weiter bemängelt dieser Artikel das Fehlen eines Gesamlprogrammes, an dessen Stelle der neue Kurs nur Einzelmaßuahmen zu setzen wisse. Bisher glaubten wir allerdings, unsere Mahlprogramme, unsere Richtlinien seien der wenigstens grobe Extrakt des liberalen Gesamtwillens. Ist das' falsch,' so her" mit dem neuen Gesamtprogramm! Wir wollen es prüfen. Aber die lehrhafte Andeutung in diesem Artikel allein kann wohl nichts bedeuten. Freudig stimmen wir alle der weiteren Forderung bei, mehr als bisher „die verborgenen Schätze der Bibel den Anhängern des Judentums wieder auszuzeigen, sie zu neuem Leben und zur gestaltenden Kraft der Welt zu erwecken". Ein Ziel aufs innigste zu wünschen, aber nicht zu erreiche» durch diese schöne Mvemendung, sondern durch Vorschläge und gemeinsames Arbeiten. Und da bin ich bei dein wichtigsten Punkte. Diese gemeinsame Arbeit hat durch das Ausscheiden des Herrn Woyda aus der Liberalen Fraktionsgemeinschast keine Stärkung erfahren, wenn auch Woyda weiter im losen Zusammenhang mit uns geblieben ist. Wer den geraden Weg gehen will, der muß nicht als Einzelgänger abbiegen, obwohl die Gesamtheit diesen Weg! weiterzugehen beschlossen hat. Und wenn er es aus wohlverstandenen Gründen einmal getan hat, so muß er wieder ' zurücksiuden. Seine Arbeit ist richtunggebend. Aber muß i nicht Anstoß mtb Richtung im Schoße der Fraktion geboren werden, wenn anders sie sich nicht selbst ausgebeu will? Nicht aus den Auslassungen der Reformzeitung allein und nicht von dem sraktionslo'sen Herrn Woyda wollen wir den Weg der Gemeinde erfahren oder vorgezeigt bekommen, sondern wir wollen in alter Gemeinschaft, in enger Zusammenarbeit unseren Weg vereint suchen und finden. Nur dev von allen bestimmte Weg wird der gerade sein. Dr. Kurt Fleischer, Vorsitzender der Liberalen Fraktion der Berliner R e p r ä s e n t a n t e n v e r s a m m l u n g. »Unsere Bitte um Frieden" Eine Erklärung der Mittclpartei und der Ueberpartei. Uns geht folgende Erklärung zu: Durch die letzte Nummer der „Jüdisch-liberalen Zeitung" ist deu Lesern bekannt geworden, daß die Religiöse Mittelpartei für Frieden und Einheit in der Gemeinde, vertreten durch Dr. Alfred Wiener, und die Ueberpartei, vertreten durch Dr. Josef Hirsch, durch ein an die Repräsentantenversammlung gerichtetes Schreiben versucht haben, einen Weg zum Frieden und zum Ausgleich int Repräsentantenkollegium herbeizuführen. Es liegt beiden Parteien außerordentlich daran, festzustellen, daß sich dieser Schritt durchaus nicht etwa gegen die Liberale Partei gerichtet hat. Mittelpartei und Ueberpartei fühlen sich nicht als Schiedsrichter, sondern lediglich als Friedensstifter. Wenn in der letzten Nummer der „Jüdisch-liberalen Zeitung" die Vermutung ausgesprochen ist, Miltelpartei und Ueberpartei „machen sich die Hanptangrisse der Bolkspartei gegen die Liberalen in versteckter Form zu eigen", indem sie „gegen die Politisierung der Gemeinde und gegen Fraktionszwang Vorgehen", so ist das eine uns schmerzliche Verkennung. Tic Ablehnung der Politisierung der Gemeinde und des Fraktionszwanges ist eine seit Jahren bestehende Grundforderung der Religiösen Mittelpartei, nicht erst jetzt in der neuen Repräsentantenversannnlung etwa geboren oder erhoben. Wir verstehen durchaus, daß Fraktionszwang und Politisierung von heute aus morgen nicht auszuheben sind. Wir sind überzeugt, daß Liberale Fraktion und Volkspartei das Beste der Gemeinde wollen. In der schweren Nvtzeit der Gegenwart, die alle Gemeindeinitglieder, gleich welcher Weltanschauung unterschiedslos trifft, müßte es möglich sein, nicht in so schar fer Gegnerschaft der beiden großen Parteien wie bisher 'die Gemeiudegeschäste zu führen. Dazu muß aber alles vermieden werden, was, wie z. B. die letzte öffentliche Versanrm-! lung der Voltsparrei, dazu dienen kann, die Gegensätze zu! verschärfen. I Wir betonen nochmals: Wir find nicht dazu da, Schul j di ge zu suchen oder Vorwürfe zu erheben, sondern wir wollen! mit beiden Parteien gemeinsam den Frieden und die Eintracht der Gemeinde, soweit nur möglich, herbeiführen. Dr. Alfred W jener — Dr. Joses H i v s ch. Ter Bitte um Veröffentlichung dieses Schreibens kommen wir gern nach. Wenn wir in der vorigen Nummer schrieben, daß in ihrem Friedensappell die Mittelpartei und die Ueberpartei sich die Hariptaugrist'e der Volkspartei zu eigen ge macht hätten, so geschah das keineswegs, weil wir, wie die „Jüdische Rundschau" iu einer ihrer letzten Nummern behauptet, uns getroffen gesuhlt hätten, sondern weil es der hemmungslosen Agitation der Zionisten gelungen ist, in der Oeffentlichkeit eine Stimmung zu erzeugen, die jeden Ruf nach „Entpolitisierung der Gemeinde" als gegen die Liberalen gerichtet erscheinen ließ. Es lag uns daran, klarzustellen, daß die beiden Mittelparteien selber solche Wirkung nicht beabsichtigt haben. Dies ist uns restlos gelungen, denn der vorwurfsvolle Hinweis auf die „letzte öffentliche Versammlung der Volkspartei" zeigt deutlich, daß auch die beiden Mittelparteien den wirklichen Friedensstörer in der Volks- Partei erblicken. Es freut uns, daß unser voriger Artikel zu dieser Klarstellung geführt hat. In der früheren Legislaturperiode hatte sich die Mittel- Partei, wie in allgemeiner Erinnerung, dem unter Führung der zionistischen Volkspartei gebildeten anliliberalen Mehrheitsblock angeschlvfsen und sich dem innerhalb dieses Blockes von den Zionisten geübten Fraktionszwang gefügt. Wenn es jetzt in der Erklärung heißt: „Die Ablehnung der Politisierung der Gemeinde und des Fraktionszwanges ist eine seit Jahren bestehende Grundsorderung der Religiösen Mittel- Partei, nicht erst jetzt iu der neuen Repräsentantenversammlung etwa geboren oder erhoben", so ist dies nach dem Vorhergesagten zwar historisch nicht ganz richtig, und man wird es der Liberalen Fraktion, in deren Reihen Repräsentanten sitzen, die seit vielen Jahren der Versammlung angehören, nachsühlen können, wenn sie den Friedensappell von zwei, erst seit wenigen Monaten der Repräsentantenversammlung augehörenden Mitgliedern als Ueberslüssigkeit empfinden; im-! merhin aber zeigt sich in der Erklärung ein außerordentlich bemerkenswerter Wandel der Mittelpartei, deren Vertreter offenbar eine andere Praxis Anschlägen wollen als die Vertreter der Mittelpartei in der früheren Legislaturperiode. Wie wir selbst zu der Frage der Entpolitisierung der Gemeinde stehen, und wie wir uns die Rolle der Mittelpartei denken, ersehen unsere Leser aus dein heutigen Artikel „Religion, Politik, Einheit -gemeinde". Jüdische Wohlfahrtsarbeit Am Sonntag, dem 1. November 1931, traten der geschäftsführende Vorstand der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und der Reichsvorstaud der Hauptstelle für jüdische Wandersürsorge und Arbeitsnachweise in Berlin.unter Vorsitz von Dr. Baeck und Dr. Oscar Cohn zu Sitzungen zusammen, welche aus dem Reich zahlreich besucht waren. Im Mittelpunkt dec Erörterungen der Vorstandssitzuug der Zentralwohlfahrtsstelle stand ein Notprogramm der jüdischen Wohlfahrtspflege, das Gegenstand einer eingehenden Aussprache war, die mit der Annahme der folgenden Entschließung endete: „Der am l. November 1931 aus dem Reich in Berlin versammelte geschästsführende Vorstand der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden richtet im Anschluß an das ihm vorgelegte Notprogramm an die jüdischen Gemeinden den dringenden Aufruf, auch und gerade in diesem Jahre der Not daran festzuhalten, daß die jüdische Wohlfahrtspflege eine primäre, lebensnotwendige Pflichtaufgabe der jüdischen Gesamtheit und der jüdischen Gemeinden ist. Ist eine Etatseinschränkung notwendig, so darf sie unter keinen Umständen, die Wohlfahrtspflege stärker als andere Positionen treffen. Vielmehr muß der notwendige Umbau der Einnahmen und Ausgaben der Gemeinden allgemein und von Grund auf, unter Wahrung der unerläßlichen Ausgaben des Mindestprogramms der Wohlfahrtsarbeit erfolgen. Stärkste Planmäßigkeit der Anstalts- und offenen Fürsorge unter strenger Ausschaltung aller Doppelarbeit, und Verbesserung und Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen der Hilfstätigkeit der Gemeinden und der überall unentbehrlichen freien Hilfsarbeit durch Vereine und Anstalten ist nachdrücklichst zu fordern. Besonderes Augenmerk ist auf die Arbeit für die männlichen und weiblichen Jugendlichen und auf die Erhaltung und Oeffnung einfachster, aber ausreichender, allen offen stehender Jugendheime zu richten. Der Vorstand stellt fest, daß die tätige Mitwirkung der jüdischen Wohlfahrtspflege in der allgemeinen deutschen Winterhilfe überall durchgeführt ist, und unterstützt diese Mitwirkung aufs stärkste. Tie Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden fordert im gegenwärtigen Notjahr zu besonderen Opfern für die allgemeine und für die jüdische Not auf. Sie ruft auf zu stärkster persönlicher .Hilfe, stärkster Zusammenarbeit, stärkster Opferbereitschaft." Der Vorstand genehmigte sodann Zuwendungen, die durch Vermittlung der Zzentralwoblsahrtsstelle an verschiedene Stellen im Reiche erfolgen konnten, ferner den vorgelegten Finanzbericht. - In gemeinsamer Sitzung behandelten die Vorstände beider Stellen die bedeulsame, die jüdische Presse und Oeffentlichkeit weithin beschäftigende Frage der Errichtung einer Wi.rtschastsstelte (Wirtschastsinstitut). Es wurde beschlossen, dieser Frage in den nächsten Wochen besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden und alle Anstrengungen zu machen, um bei der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden unter Mitarbeit von sachkundigen Persönlichkeiten aus allen Teilen des Reiches eine solche Einrichtung baldigst zu schaffen. Ferner befaßte sich die gemeinsame Sitzung mil dem Stand und dem Ausbau des jüdischen Darlehnskassenwesens. Es ivurde mit Befriedigung von den bereits durchgeführten . FördernngSinaßno.hmen (Kapitalbeschaffung, Zinsverbilli-! gungssonds usw.) Kenntnis genommen, sowie von. der Einrichtung einer Zentralstelle für das jüdische Tarlehnskassenwcsen in Deutschland, in welcher die Zentralwohlfahrtsstelle und der Preußische Landesverband jüdischer Geineiuden zusammenwirken. Auch hierzu wurde beschlossen, alle Energien einznsetzen, um den weiteren Ausbau, und zwar vor! allem von Bezirksdarlebnskassen in allen Teilen des Reiches vorwärtszntreiben. Dieses Fiansli-Doppsltuch mien uon meinen Wohl an 50 mal soviel, als dieses Tuch kostet, habe ich bereits sür alle möglichen Mittel vergeblich ausgegeben. Das klingt eigenartig und doch ist es Tatsache. Das Doppeltuch ist natürlich von besonderer Eigenart: cs enthält nämlich eine Schicht radioaktiver Stoffe, deren Wirksam feit zeitlich unbegrenzt ist, was durch ein wissenschaftliches Attest bescheinigt wird. Ein solches Flauelltuch heißt Radiwoll. Man trägt es auf der schinerzcndeu Stelle, unmittelbar aus dem Körper. — Mehr als 33 000 Leidende sind schon durch Radiwoll von den Qualen der Rheuma-, Gicht-, Hexenschuß-, Ischias- und anderen Nerven-- irfnm-ru’» überraickiend schnell uub dauernd befreit worden. Tie ganz ausgezeichnete Wirkung, beruht aus der mild strahlenden Energie der radioaktiven Substanzen. — Radiwoll ist nicht teuer. Der Preis richtet sich nach der Größe. Aus Raummcmgel müssen wir leider aus nähere Angaben verzichten. Schreiben Sie deshalb bitte sofort an uns, — falls Sic keine Freimarke zur Hand haben, bitte unfrankiert —, worauf wir Ihnen völlig kostenlos und sür Sie unverbindlich unsere Gratis-Broschüre mit Beschreibungen besonders interessanter Fälle aus der ärztlichen Praxis zus-cnde.l werden. Radiwoll - Radium G. m. b. H., Abteilung 91, Berlin W. 62, Wormser Straße 4 (Wiltenbergplatz). Anrus: B 5, Barbarossa 8235. 89581 5