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Jüdisch-liberale Zeitung · 1931-10-28 · 42-43 (28.10.1931) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
11 (1931)
Issue
42-43 (28.10.1931)
Date
1931-10-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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im Gürzenich die Lehrkantate „Licht und Volk" von Dr. Grünetvald und Kantor Adler-Mainz ausgeführt werden. Mitwirkendc sind ein für dies« Veranstaltung zusammengesetztes großes Orchester, ein Sprechchor und eine Reihe Solisten. $NIn. (Der zweite Freitagabendgottesdienst.) Der liberale Kultusausschuß hat, >vie bereits berichtet wurde, einer zweiten Freitagabendgottesdienst eingerichtet, der um 7.40 Uhr stattfindet und 40 Minuten dauert. Wenn auch die Teilnahme an den Heiden ersten Abenden nicht sonderlich ermutigend war, so besteht in de« maßgebenden Kreisen doch die Hoffnung, daß der Besuch sich bessern werde. Bedauerlich ist es, daß gerade die Kreise fehlen, die feit Jahrerr in derr liberalen Bewegung Kölns führend tätig sind. KVnigsberg. (Chew rak a ffee.) Tie hiesige Chewra Kadischa hielt am Simchas-Ta uco-Tnge ihren diesjährigen Herrcnkasfee ab, der sich eines guten Besuches zu erfreuen hatte. Der Vorsitzende, Kaufmann Sally Wolfs begrüßte die Erschienenen und gab einen kurzen Ueberblick über die Tätigkeit der Chewra im letzten Jahre. Der Vorsitzende stellte zum Schluß die Forderung auf, daß die Gemeindeangehörigen bei den Ausgaben für die Wohlfahrt nicht abbauen dürsten, sondern zunächst einmal den eigentlichen Bedarf cinschränken sollten. Nach Gesangsvorrträgen hebräischer und Jargonlieder des ersten Kantors Dr. Pick ergriff Gcmeinderabbiner Dr. -ewin das Wort zu einer formvollendeten Ansprache. Nach ihm gab der Gemcindevorsitzende, Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Falkenheim, einen Tätigkeitsbericht über die Leistungen der Synagogengemei-nde im verflossenen Jahre. Nach dem Gemeindevorsitzenderl hielt Rabbiner Peritz eine zu Herzen gehende Ansprache. Mit hebräischen und Jargonliedern des Kantoratskandidaten Poderewski schloß die gelungene Veranstaltung. Landrberg (Warthe). (7 5. Geburtstag.) Am 27. Oktober kann die Witwe des Kaufmanns Les-sner, Frau Therese Lessner, geborene Miodowski, ihren 75. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische begehen. Frau Lessner wohnte früher in Miloslaw, Provinz Posen, ürä> nimmt noch heute regen Allteil au ihrer früheren Heimat. Sie genießt in der hiesigen Synagogen gemeinde und auch -ei der übrigen Bürgerschaft größtes Ansehen. Lyck. (Gegenden Boykott.) Auf Veranlassung des Centralvereinis hat hier eine Gemeindeversanimtuug stattgefundeu, in der der Königsberger C.B.-Syndikus Kurt Sabatzky und Herr Prediger Fein (Lhck) sprachen. An die Gemeindeversammlung schloß sich eine interne Besprechung der vom Boykott besonders betroffenen Kreise, in der die zu ergreifenden Abwehrmaßnahmen besprochen wurden. Mannheim. (Zwei Iubilare.) Ihren 50. Geburtstag feierten zwei Persönlichkeiten, die sich über den Kreis ihres engeren Wirkungsseldes besonderer Beliebtheit und Wertschätzung erfreuen, Herr Justizrat Dr. Julius Appel und Herr Hauptlehrer Karl Stiefel. — Beide Herren sind unseren Freunden als wertvolle Stützen der liberal-jüdischen Bewegung bekannt. — Herr Justizrat Dr. Appel leitete lange Jahre erfolgreich die Liberal-Jüdische Bereinigung in Mannheim und wurde von' ihr tu die Gemeinde-Vertretung delegiert; seit der letzten Gemeindewahl ist Herr Dr. Appel Vorsitzender dieses Gremiums. — Herr Hauptlehrcr Stiefel ist bekanntlich Mitglied des Gesamtvorstandes der Bereinigung für das liberale Judentum und seit kurzem Dynagogenrat der jüdischen Gemeinde Mannheim. Auch Herr Stiesel hat sich in langen Jahren als zuverlässiger Kämpfer unserer Bewegung bewährt. — Daß das entschiedene Eintreten fiir die eigene Ueberzeugung und das Streben nach Ausgleich innerjüdischer Gegensätze sich nicht ausschließlich brauchen, davon haben beide Hcrrren durch ihr persönliches Wirken bei vielen Gelegenheiten Zeugnis abgelegt. Nicht zuletzt darf das besondere Interesse, das beide Herren der Jugend entgegenbringen, erwähnt iverden. — Unser Wunsch ist, daß beide Jnbilare ihren Familien noch viele Jahrzehnte in Lester Gesuirdheit erhalten bleiben und in gleicher Jugendsrische >oic seither an unseren gemeinsamen Bestrebungen mi-larbeiten mögen. Riederaula. (Todesfall.) An ihrem 87. Geburtstage wurde Frau Dorette Setigmann, die langjährige Vorsitzende des Israelitischen Frauenvereins, zur letzten Ruhe gebettet. Mehrere Jahrzehnte übte sie als bekannte Wohltäterin der Armen ihre gemeinnützige Tätigkeit ans, und darum wuri>e sie von jedermann geachtet uub verehrt. Schneidemühl. (Aus dem G e me in d el c b e n.) Die Chewra Kadischa nahm in ihrer Generalversammlung Ergänzungswahlen vor, da der Borstand durch Wegzug und Todesfälle nicht mehr vollständig war. Der Vorstand besteht jetzt aus folgenden Herren: Max Simoivsohn (Vorsitzender), Martin Rosenberg (Kassierer), Feibusch Löwenthal (Schriftführer), Sally Kroner und Eugen Arndt (Beisitzer). Das Vermögen des Vereins betrug am 1. Oktober 2108,92 Mk. Die Chewra Kadischa pflegt nicht nur Kranke und bestattet Verstorbene, sondern unterstützt auch hilfsbedürftige und in Not geratene Mitglieder der hiesigen Gemeinde. — Der „Israelitische Fratienverem" Hierselbst wählte an Stelle des verstorbenen Leo Loeffler Herrn Max Simonsohn zum Mitglied seines Direktoriums. — Herr Samnel Goetze, langjähriger Repräsentant unserer Gemeinde, Verwalter der Kasse für durchreisende Arme und feit 30 Jahren Vorstandsmitglied und zuletzt Vorsitzender der Chewra Kadischa, ist nach Berlin verzogen; er tvurde zum Ehrenvorstandsmitgliede der Chewra ernannt. — Frau Goetze war viele Jahre hindurch Vorstandsmitglied des „.Israelitischen Frauenvereins"; auch hat sie sich im „Roten Kreuz" sehr betätigt. Zweibrücker». (Todesfall.) In Gießen verstarb unser langjähriger Lehrer und Kantor Max Bachenheimer, der vier Jahrzehnte in hiesiger Gemeinde wirkte und sich bei allen, die ihn kannte»,, höchster Wertschätzung erfreute. Der Vorstand der Kultusgemeinde widmet dem Verstorbenen einen ehrenden Nachruf und hebt hervor, daß dem allgemein beliebten Beamten im Herzen seiner Glaubensgenossen und Mitbürger ein ehrendes Andenken gesichert bleibe. Vereinsnachrichten Der Verband der Chorangestellte« der Jüdischen Gemeinde zu Berlin E. V. veranstaltet am 6. Januar 1932 ein großes WoAtätigkeitskonzert zu populären Preisen in der Synagoge Fasanenstraße. Der Chor wird aus den Mitgliedern sämtlicher Synagogenchöre Berlins zusammengestellt und steht unter Leitung des Chordirigenten Herrn Theodor Schönberger. Außerdem wurden namhafte Gesangs- und Instrumentalsotisten zur Mitwirkung herangezozen. Ter Ertrag des Konzerles ist für die Zwecke des jüdischen Wohlfahrtsamtes bestimmt. Auch während der Wintermvnate bleibt das Heim des Verbandes Berlin des Jüdischen Frauenbundes in Fangschleuse geöffnet und nimmt vom 1. November bis 1. April nicht nur Jugendliche, sondern auch Ehepaare und ältere Herren auf. Preis - Mk. 3,80 incl. volle rituelle Pension, 'Licht, Leizung, Bedienung. Freie Jüdische Volkshochschule. Am Mittwoch, dem 28. Oktober, 9 Uhr, beginnt ein Vortragszyklus mit dem Motto: „Mit jüdischen Augen durch die Welt" im Vortragsraum der Synagoge Fasaneiostraße. Es werden sprechen: Dr. Karl Schwarz über Ostwird Westdeutschland, Dr. Ernst Cohn-Wiener über Italien, Dr. Rudolf Leszhnsky. über Spanien und Südsrankrei-ch, Frau Rahel Bernstein-Wischnitzer über Rußland und Polen. (Der Vortrag von Dr. Ernst Cohn-Wiener findet ausnahmsweise am Dienstag, dem 10. November, statt.) Am 1. November findet in den Mozart-Lichtspielen eine Wohltätigkeitsmatinee zugunsten des Ersten Israelitischen Kindergarle» und Kinderhort E. V., Gipsstraße 3, statt. Karten sind für 1 und 2 Reichsmark erhältlich im Kindergarten selbst, außer den, bei Fra» Goldschmidt, Schiffbauerdamm 8 (Weidendamm 8838), bei Frau Jacob-- sohn, Kurfürstendamm 230 (Bismarck 4568) und bei Frau Tr. Rothenberg, Gerichtstraße 78 (Wedding 5390). Synagogenoerein Friedenstrmpel. Am 3. November findet ein Vortrag von Dr. Amolski im Cafe Leon, Lehniner Platz, über jüdischen Humor statt (abends 9 Uhr). Gäste willkommen. Das Vorlesungsverzeichnis der Freie» Jüdischen Volkshochschule für Herbst 1931 kündigt u. a. folgende Vortragsreihen an: Dr. Elias Auerbach: Erzählungen der Bibel in kulturgeschichtlicher Beleuchtung; Dr. Oskar Gutmann: Die jüdischen Musiker des 19. Jahrhunderts; Dr. Walter Kluge: Jüdische Probleme im Lichte der Psychoanalyse; Dr. Arthur Prinz: Drei wirtschaftliche Zukunftsfragen der Weltjudcnheit; Rabb. Dr. Joachim Prinz: Jüdische Geschichte; Rabb. Dr. M. Warschauer: Die grundlegenden Schriften des Judentums; Rabb. Tr. Max Wiener: Das gottesdienstliche Jahr; ferner: „Mit jüdischen Augen durch die Welt" (Dr. Karl Schwarz: Deutschland; Dr. Ernst Cohn-Wiener: Italien; Dr. Rudolf Leszynsky: Spanien und Sützfrankreich; Frau Dipl.-Jng. Rahel Bernstein-Wischnitzer: Rußland und Polen). Als Sonderveranstaltung enthält das Programm zwei Kontradiktorische Abende: „Die Bekämpfung des Antisemitismus" (Rabb. Dr. Goldmann-Lcipzig — Dr. Jakob Klatzkiu); „Sabbat und Sonntag" (Ministerialrat Hans Goslar und Bruno Woyda), sowie einen Lichtbildvortrag von Dr. Karl Schwarz über Lesser-Ury. Israelitischer Frauen-Uitlerstlitzmlgs-Berrin E. B., grgr. 1883. Lichtbildervortrag von Dr. Ernst Cohn-Wiener über Aegypten, Syrien, Palästina, Eindrücke von einer Reise mit eigenen Lichtbildern, in der Aula der Fiirstin-Bismarck-Schule, Charlottenburg, Sybelfiraße 2-4, am Sonnabend, dem 31. Oktober 1931, pünktlich abends 8 Uhr. Der Reinertrag ist für die Schützlinge des Vereins bestimmt. Karten zu Mk. 2,— sind zu haben bei: Ella Goldschmidt, Wittelbacherstraße 13; Thekla Kellermann, Knesebeckstraßc 56-57; Martha Galewski, Kurfürstendamm 167-68; Lucie Mecklenburg, Landshuter Straße 36; Agnes Wreschner, Klopstockstraße 20; Lina Pinner, Fürther Straße 6. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute früh entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Gioßmutter und Schwägerin Charlotte Seligsohn geb. Köhne in ihrem 70. Lebensjahre. Bcrlin-Orunewald, den 25. Oktober 1931. Dr. Arnold Seligsohn Edllh Kaufmann geb. Seligsohn Dr. Jnlius L. Seligsohn Bruno Kaufmann Lllli Seligsohn geb. Werthauer Julias Feig und Frau Edith geb. Lehmann Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 28. Oktober 1931 mittags um 12 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Wir bitten von Blumenspenden uni Beileidsbesuchen abzu- Privat-Kisdersarten Cläre Slegmundshof 2. ptr. direkt Bahnh. 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