Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 40-41 (14.10.1931)
- Date
- 1931-10-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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B. Zwei Studenten über 21 Jahre als Trauzeugen gesucht. 10. Fünf Studenten 2—3 Stunden täglich zum Zettelverteilen. 11. Ein Student zum Wäscheausfahren dreimal wöchentlich. Nationale Gesinnung. 12. Drei Studenten für Hauswurfsendungen. 13. Student, handfertig, zuin Ausbessern von Matratzen gesucht. 14. 75 Studenten zürn Halten vorr Fesselballons auf dem Tempelhofer Felde. 15. Student zürn Kohlentragen täglich 2—3 Std. 16. Student als Plakatträger für Kino gesucht. 17. 20 Studenten für rnech. Büroarbeiten gesucht. Mit Absicht gibt der Schreiber Stellen arr, die außerhalb des Gewöhnlichen stehen, um zu zeigen, daß der Student neben Nachhilfeunterricht und wissenschaftlichen Hilssarbeiten, Korrekturlesen, Uebersetzungen und Aehnlichcrrr nichts scheut, mir fein kümmerliches Studenterrdaseirr zu fristen. Auch um dem Leser die Vorstellung zu nehmen, diese oder jene Arbeit könne marr einem Akademiker nicht zumuten. Jüdische Studenten müssen leider allzu oft von der Bewerbung ausscheiden, weil in vielen Angeboten nationale Gesinnung verlangt wird und wie jüngst deutlich ausgesprochen wurde, der Bewerber kein Jude sein durfte. Noch häufiger sind jüdische Arbeitgeber da, die Hauslehrer suchen, aber christliche Kommilitonen jüdischen vorziehen, ohne sich' aber von der Nichteignung der jüdischen Studenten zu überzeugen. Um der Not jüdischer Studierender zu steuern, bittet der Schreiber die jüdischen Arbeitgeber, entweder auf dem akademischen Erwerbsvermittlungsamt Studentenwerk, Johannesstraße, jüdische Kommilitonen zu verlangen — zwei Fälle, wo dies geschehen ist, sind denr Schreiber bekannt — oder sich an die Jüdische Studentenhilfe, Rosenstraße 2—4, Telefon: Norden 6711, an den Jüdischen Arbeitsnachweis (Abtlg. für Studenten), Lindenstraße 48, Dönhoff 307, zu wenden, die mit den jüdischen Werkstudenten in ständiger Verbindung stehen. Wo die jüdischen Studierenden an den deutschen Hochschulen schon besonders stark unter politischen Anseindungen zu leiden haben, sollte es für Inden eine ernste Pflicht sein, .wenigstens mitzuhelsen, die wirtschaftliche Not der jüdischen Werkstudenten zu verringern. Willy Weinberg. 3 Berlin-Norden. (Si »nchas -- Ta nro - Feier.) In vorbildlicher Weise hat die Bezirksgruppe Norden des Liberalen Vereins fiic die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin E. 83. ihre Winterarbeit begonnen. Indem sie das Angenehme mit dem Nützlichen verband, hat sie am Sonnabend, dem IO. Oktober, in den Räumen des Jüdischen Wohlfahrtsamtes, Prenzlauer Berg, Metzer Straße 1, eine Simchas-Tauro-Feier veranstaltet, deren Ucberschuß dem Wohl¬ Aus der Bewegung fahrtsamt 'zugute kommt. Tee und Kuchen waren gestiftet. Herr Weinsaft, der zweite Vorsitzende der Bezirksgruppe Norden, leitet« die Versammlung geschickt und yoll Humor. In seinen Begrüßungsworten kam zum. Ausdruck, daß es angesichts des bevorstehenden Winters hauptsächlich darauf ankäme, das menschliche Beieinanderscin zu Pflegen und jedem Einzelnen nach Möglichkeit das Gefühl der Vereinsamung in diesen schlieren Zeiten zu nehmen. Unsere liberale Synagoge Norden sowie das Bezirkswohlfahrtsamt, die beide im Zentrum unseres Bezirks liegen, stellen eilte glückliche Verbindung dar in der Erfüllung der uns gestellten praktischen Aufgaben. Ter erste Teil des Abends tvar ernsteren Vorträgen gewidmet. .Herr Kautor Kurt Jacnbowski ersreute uns in bekannter Weise mit seinen Gesängen; Frau Ring sang mit Temperament und schöner Stimme ebenfalls einige Arien und begleitete sich selbst dazu. Tanach wurde gemeinsam das Schir hama'alaus gesungen. Fräulein Hanna Gerson las ,hen Tischdank von Franz Rosenzweig vor. Ten Abschluß dieses Teils bildete eine von Herrn Weinsaft vorgclcsene Tymchas-Tauro- Erzählung. — Den zweiten Teil, der heiteren Charakter trug, eröfsnete Herr Seminarobcrlehrer Hermann Falkenberg mit einer reizenden Erzählung, Erinnerungen aus seiner Jugend zur Simchastaurozeit. Herr Chordirigeul Mar Kohn, am Klavier von seiner Gattin begleitet, brachte einige Violinvorträge zu Gehör. Sehr heiter stimmte die Anwesenden Herr Max Bielefeld mit der Kopierung eines Geschichtsprosessors, ferner auch die von Alfred Jutkowski und Walter Link inszenierte ,,Fox' tönende Wochenschau". Den Abschluß bildeten die lustigen kabarettistischen Darbietungen der bekannten Künstlerin Hedy Haas. Berlin-Westend. (E i n s e g tt u ng s fe i er in d c r L i b e ra l c n Synagoge W e st e n d.) Nachdem bereits die von uns veranstalteten Gottesdienste zu den Hohen Feiertagen einen außergewöhnlich guten Besuch aufzuweisen hatten und besonders würdig und weihevoll Verliesen, können wir jetzt noch von einer glänzend verlaufenen Simchastauro-Andacht vom Sonntag, den 4. Oktober d. Js., berichten. Ter Tag erhielt dadurch noch eine besondere Weihe, daß »vir, zum ersten Mal in unserer Gemeinschaft, eine Ba r - M i z w o h - F e i e r für Hans Peter Arnold veranstalteten. Als Kantor fungierte, tvie immer, in vorbildlicher Weise Herr Lichtenstein, als Prediger Herr Dr. Swarsenski, dessen Einsegnung allen unvergeßlich sein ivird. Tie schönen Choc- und Sologesänge leitete Herr Felix Meyerhoff. Einen tiefen Eindruck machte die besondere Ansprache für die zahlreichen kleinen Kinder, welche sich zu diesem Zweck um die Kanzch versammelten. Der Gottesdienst war an diesem Tage von weit über 300 Personen besucht. Da »vir in Zukunft noch mehr als bisher ans uns selbst angewiesen sein »verden, bitten »vir alle Westeirdcr Juden, sich unserer Gemeinschaft anzuschlicßen. Breslau. (Tätigkeitsbericht.) Die liberale Vereinigung Breslau hat in diesem Winter-Semester ihre Arbeit in erhöhtem Maße ausgenommen. Im engen Anschluß an die Hohen Feiertage wurden drei Vortrags-Nachmittage unter dem Titel „Das jüdische Jahr" veranstaltet. Herr Dozent Dr. Lewkvwitz sprach über die Bedeutung der Festtage und über die Formen häuslicher Andacht. Herr Oberkantor Borin leitete diese Borträge durch synagogale Gesänge ein, hie von Organist Schäffer auf dem .Harmonium begleitet »vurden, und die Vortragskünstlerin Frau Lotte Rosenbaum-Schwarz ergänzte die Vorträge durch Ivirkungsvolle Rezitationen. Diese drei Vorträge fanden eine über alles Erwarten gute Ausnahme. Der Saal tvar stets gefüllt, und alle Hörer waren tief ergriffen und für die Darbietungen außerordentlich dankbar. Am 5. Oktober fand der erste der geplanten Gemeinde-Abende statt. Herr R.-A. Dr. Spitz und Frau Paula Ollendorff sprachen über Wirtschaftskrise und Gemeindearbeit. Der Saal konnte die erschienenen Gäste kaum .fassen und eine überaus rege Diskussion hielt die Versammelten bis beinahe zur Mittcrnachtsstundc zusammen. Dereinsnachrichren Tee Friedemausschuß der Synagogenvereine, der , Jüdische Fricdensbund", die „Jungjüdische Friedeiisgemeinschaft" und die „Schule des Friedens", bereiten »uieder eine Kundgebung vor. Die Veranstaltung findet Dienstag, den 27. Oktober, 8 Uhr abends, in den Union-Festsälen in Berlin, Greisswalder Straße 221, statt. Tie Hauptansprache wird Herr Rabbiner Dr. M. Wehl hallen. Auch die Mitwirkung bedeutender künstlerischer Kräfte ist bereits gesichert. Samuel Lervin, der bekannte ostjüdische Dichter, Verfasser der Verfasser der „Chassidischen Legende", des von der Soncino-Gesellschajt hcrausgebrachten Romanes „Zeitwende", der epischen Dichtung „Gesichte", kommt demnächst in Berlin erneut zu Worte. Am Mittwoch, dem 28. Oktober, 8 Uhr abends, ivird Maria von Fader du Faur im Lvgenhaus, Kleiststrabe 10, aus unveröffentlichten Werken des Dichters lesen. Herr Rudolf Rocker hat das'einleitende Referat übernommen. Das jüdische Bolksbildungs- und Unterhaltungsheim fToynbee- Halle) der Berliner Logen U.O.B.B., Gipsstraße 12 a, erösfnetc am Sonnabend, dein 10. Oktober 1931, das Wintersemester. Die Institution, die fast drei Jahrzehnte segensreich gewirkt hat, sieht ihre Aufgabe in der Verbreitung von Volksbildung. Sie sammelt an jedem Mittwoch und Sonnabend die arine jüdische Bevölkerung des Zentrums zu gemütlichen Abenden, an denen außer geistigen Genüssen, die den Teilnehmern in Form bildender Vorträge und guter Musik zuteil »verden, auch Erfrischungen gereicht werden. Verband Berlin des Jüdischen Frauenbundes. Schulungskursus! Tie Jüdische Gemeinde Berlin, ihre Organisation — ihre Ausgaben. Logenhaus, Kleiststraße 10, Dienstag nachmittags öio—74'2 Uhr. 20. Oktober: Aufbau und Verwaltung der Gemeinde, Steuerrecht, Wahlrecht, Gemeindeblatt. Dr. Walter Breslauer. 27. Oktober: Tie Gemeinde und die großen jüdischen Organisationen Deutschlands: Deutsch-Israelitischer Gemeindebund, Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Juden, Preußischer Landesverband. Dr. Friedrich Ollendorff. 3. November: Kultus. Hermann Faltenberg. 10. November: Schul«. Robert Hirschfeld. 17. November: Tie Parteien in der Gemeinde. Dr. Eva Reichinann-Jmrgmann. 24. November: Die Aufgaben der Frau in der Gemeinde. Bertha Falkeirberg. Dauer des Vortrags — 3/4 Stunden, Aussprache und Anfragen — 3,4 Gründen. Einschreibgebühr für den ganzen Kursus — RM. 1,—. Aumeldungeu. auch von Nichtmitgliedern und Jugendlichen erbeten bis 12. Oktober d. Js. an die Geschäftsstelle des Verbandes Berlin des Jüdischen Frauenbundes, Grunewald, Königsallce 11 a. Bei genügender Beteiligung würde ein Parallelkursus rbeirds 8 Uhr im Gemeindehaus, Rosenstraße 2-4, stattsinden. Annahme von Bestellungen auf die Jüdisch-liberale Zeitung bei allen Postämtern Deutschlands mm Haben Sie etwas zuverkaufen? Suchen Sie billig ein Radio oder Grammophon}. WollenSie Zimmer vermieten? Sind Sie in Ihrem Beruf leistungsfähig? so sagen Sie es durch eine kleine Anzeige in unserer Zeitung. Sie haben ein Ueberschußstswort und 3 weitere Wörter gratis, sofern Sie mit voller Adresse inserieren. Chissre oder lediglich Telefonnummer bedingt 50 Psg. Ausschlag. 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