Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 38-39 (30.9.1931)
- Date
- 1931-09-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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68 Jahren verstorben. Sie betätigte sich hauptsächlich in der Tuber kulosenfürsorge und schuf viele Fürsorgcinstitulionen in Oesterreich, in deren Dienst sie ihr eigenes beträchtliches Vermögen stellte. Sic begründete u. a. das Altersheim in Baden bc,i Wien, das Volkssanatorium in Mauer bei Wien, eine Waldschule für Kinder, ein Erholungsheim in Breitenstein am Semmering ix. a. m. Während des Krieges begründete sie in Niederösterreich mehrere Mittelstandserholungsheime, nach dem Kriege setzte sic die Reorganisierung und Wiedereröffnung der in der ganzen Welt bekannten Tuberkulosen-- Heilanstalt in Alland durch. In einer Beratung über -den Landesthca terzuschuß in einer Stadtverordnetensitzung Neustrelitz führte, nach einem Bericht der dortigen Landeszeitung, Bürgermeister Dr. Hcipertz u. a. aus: Voraussetzung für die Zahlung eines Zuschusses ist auch, daß einmal der Intendant verpflichtet tvird, die am Orte verbliebenen künstlerischen Kräfte, soweit sic geeignet siiid, vorzugsweise wieder cinzustcllen und zweitens, daß er darüber hinaus nur deutschst ä m m i ft c K ü n st l er verpflichtet. veretnrnachrichtea Synagogenoerein Frirdensktinpel. Sonnta.z-Abeiid zwangloses Beisammensein im Cafe Leon, Lehniner Platz, mit Vorträgen. Gäste willkommen.!' l Aus der Ili-Vervegung verantwortl.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Jugendvereine Deutschlands Redaktion: Dr. Ellen Littmann» Berlin Erinnerung an Ludwig Lewin Zwei Jahre ist cs her, daß, nur ihn verloren haben. Aber noch heute ist es mir erschütternd und kaum faßbar, daß ein so junger, bahn ruhiger, klarer und fester Mensch plötzlich vernichtet, tot sei. Was der Ili :n ihm für einen Führer, der Liberalismus für eine Hoffnung verlor, was er den Kindern des Waisenhauses war, die aus allen Stuben herbeigceilt kamen, wenn es hieß: „Ludwig ist da?", ist verschiedentlich an dieser Stelle gesagt worden. So sei ern Wort über das persönliche Bild, das ich als ehemaliges Mitglied seiner Gruppe von ihm habe, gestattet. Ludwig las mit uns das Neue Xeftament, las mit uus Kant. Im Reiche des Geistes ebenso heimisch wie in dem der Physik und der Technik, der ec in seinem Beruf gehörte, machte er alles durchsichtig und klar und wußte es uns nahe zu bringen, ohne Leidenschaft, fast unmerklich. Nach beendetem Heimabend galt seine liebevolle Teilnahme jedem einzelnen, den Klugen >vie den weniger Intelligenten, den Lauten wie den Stillen. Entscheidend war für mich, ein bestimmter Heimabend. Man feierte damals Lessings 250. Geburtstag, und die Zeitungen und Zeitschriften waren voll van Aufsätzen über Lessing und sein Schaffen. Ludwig brachte abends einen Band Lessingscher Briefe mit und las diese wundervoll klaren, schlichten Briese bis zu den ergreifenden, die Lessing in den furchtbaren Tagen beim Tode ferner 'Frau und des eben geborenen Kindes cm Freund und Bruder geschrieben hat. Ich kannte den beißenden Ironiker der „Sinngedichte", den dramatischen, literarischen und ästhetischen Theoretiker der „Hmnburgischen Tramaturgie" und des „Laokoon", die warme, leuchtende .Humanität des „Nathan". Te,i ganzen Lessing verstand ich erst in diesem Augenblick, als ich die Briese hörte, als ich sah, daß auch 'hier ein warmes, schlichtes, aber großes Menschenherz Boden und Ursprung aller Tinge war. Ludwig las diese Briefe mit einer Ergriffenheit, die er kaum verbergen konnte. Und da geschah das Wundersame in der Seele des Jüngeren: Ter große tote Klassiker wurde wirkende Gegenwart durch den Lebendigen, der ihn vermittelte, und der Lebende gewann Gestalt durch den Toten der Vergangenheit, so daß beide fortan nicht mehr ganz rolniuander zu trennen waren. Tiefes Zusanunenschau.cn war gewiß nicht Zufall. Ludwig hatte viel von Lessmgschelii Geiste. Tas Pathos Lessings: „Wenn Gott vor mir stände und hielte in der einen Hand die Wahrheit, m der anderen das Streben nach der Wahrheit und spräche zu mir: wähle, so würde ich sagen: Herr, gib mir das Streben nach der Wahrheit, denn die Wahrheit ist allein für Tich!". Tiefes Pathos war wohl auch das. seine. Manfred Schwarz. Aus der Ai-Arbeit Berlin. (Zuge n d g e m c i n s ch a f t der I ü d i s ch c n Reform Ge in c infoe.) Unser diesjähriges Laubhüvcnsest scierteii wir nm Sonnabend, dein 2(5. September, in der uu* liebenswürdiger weife zur Verfügung gestellten und mit viel Geschick hergerichteten Laubhütte und den Räumen von Frau Rose Hoffmann, der Leiterin innerer I üngercngruppe. Frau Hoffmann eröffnete die kleine Feier in der Laubhütte mit einigen Worten über die symbolische Bedeutung dieses Festes, das ähnlich >vie ein Ernledanksest mit besonderer Freude zu begehen sei und gab der Hofsnung Ausdruck, daß dieser Tag uns allen noch lange in Erinnerung bleiben möge. Nach diesen einleitenden Worten folgte die eigentliche Feier mit den üblichen Gesängen und Gebeten. Zwischendurch wurden noch einige kurze MoseSgeschichten in a. in. verlesen. An diese Feier, die einen sehr zahlreichen Besuch sowohl aus unserer Jüngercugruppe, vts auch aus unserer Jugen-gemeinschaft aufivies, schloß sich ei» gemütliches Beisammensein bei Spiet und Tanz. Vom frühen Nachmittag bis in den späten Abend herrschte in diesen Räumen eine so frohe und luftige Stimmung, daß ivir auch an dieser Stellt' Frau Rose Hoffman» für das uns von ihr mit so viel Arbeit und Mühe hergerichtete, und so wvhlgetungeite Fest unseren Tank ciussprechen. E. K. * Das Ai-Programm * Berlin. Gemeinsame Veeanftaltvnqen. Das neue Trimester in der Schule der jüdischen Jugend beginnt demnächst. Aus diesem Anlaß will Hermann Gerson in unserm Kreist einen Vortrag über das Thema: „Dir Aktualität des jüdischen Bildungsproblems in der gegenwärtigen Lage" halten. Der Bortrag findet am Dienstag, dem 13. Oktober, abends 8 Uhr, im Verwaltungsgebäude, Rosenstraße 2-4, Zimmer 23, statt. Sonntag, den 11. Oktober: Fahrt nach Erkner—Gvsener Berge. Tressen 8.30 Uhr Bahnhof Ateranderplatz. Führung: Gerhard Kaufst mann. Sonntag, den 18. Oktober: Radpartie nach der Havel. Tressen der Radler 9 Uhr Stuttgarter Platz. Führung: Manfred Achwarz. Die Radpartie findet nur dei trockenrm Wetter statt. ' Gruppe Savigny. Mittwoch, den 7. Oktober, um 7 Uhr, bei Schlesinger, Prinzregentenstraße 53. Thema: Rassenkunde. Mittwoch, den 14. Oktober, um 7 Uhr, bei Jacobsohn, Schttiterstraße 31. Gruppe Oliva. Mittwoch, den 7. Oktober, bei G. Bolder, Westendallre 98 b um 8 Uhr. Mittwoch, den 14. Oktober, bei Hildegard Reumann, um 8 Uhr, Prinzregenkenstraße 7. Gruppe Westen. Montag, den 5. Oktober, um 8 Uhr, bei Galliner, Sybelstr. 19. Montag, den 12. Oktober, um 8 Uhr, bei Krotoschiner, Hansa- User 6. Gruppe Osten-Pankow. Donnerstag, den 1. Oktober, 8.15 Uhr, bei Ilse Cohn, Schönhauser Allee 132. Thema: Krieg und Frieden. Donnerstag, den 8. Oktober, 6.15 Uhr, bei Alice Wreschinsli, Elbinger Straße 46. Berlin. Jngendgemeinschaft der Jüdischen Reformgemeinde. Sonntag, den 4. Oktober, Festgottesdienst anläßlich Simchath- Thora, vormittags 10 Uhr, im Gotteshaus Johannisstraße 16. Ansprach: Al'red Hadra. Sonnabend, drn 10. Oktober: Gemüttichrr Abend anläßlich Simchath-Thora im Hotel Alhambra, Knrstirstendamin 68. Beginn 8.30 Uhr. Dienstag, den 13. Oktober: Lichtvildervortrag des Herrn Martin Goetz, Schriftführer des Reichsbundes für Jüdische Siedlung in Deutsch'and: Siedlnngsaktion der deutschen Juden — Reue Zukunstshoffnung, im Mosfe-Haus am Leipziger Platz 15, abends 8 Uhr; anfch'.i:ßend Diskussion. Mittwoch, den 14. Oktober, und jeden 2. Mittwoch collegium musicum über: Dir Juden in der Romantik unter Leitung von Tr. Herm. Schildberger. Erste Zusammenkun't 8 Uhr im Sitzungszimmer, Johannisstraß r 16. Gäste zu allen Veranstaltungen herzlich willkommen! Frankfurt a. M. Dienstag, den 6. Oktober: Bibclkritik, 2. Abend. — Dienstag, den 13. Oktober: Bortrag von Dr. Arnsberg: „Der XVII. Ziouistenkongreß". Für die „JU"-Rubrik bestimmte Artikel und Berichte sind bis zum Freitag jeder Woche zu richten an Dr. Ellen Littmann, Berlin-Eharlottenburg 9, Bayernallee 27. Dersammlungsanzeigrn gehen direkt an die Redaktion der J.L.Z., SW 11, Hallesche Straße 1. 3)/e Qebart eines Lohnes zeigen hocherfreut an | {Rechtsanwalt S)r. HiÜeber =5 und &rau ülse E geborene Qrabower Ratibor, den 22. September 1931, z. SSt. SHrivatklinik S>r. ZPischzek. HacimUtlags- Tätigkelt alle Büroarbeiten, perfekt Stenographie und Schreibmaschine, gesucht. Erste Referenzen vorhanden. Angebote unter E. A. 14931 Heilmassagen- Ganzmassagen orthopädisches Kinde rturnen, Plattfuß, O und X Bein Behandlung, Nachbehandlung von Brüchen usw. Ärztlich dipl. Heilmasseuse genaue Auskunft Tel. Pankow 3394 Dame OB sind, pharm. MMMj SUCHT für Wintersemeste VERTRETUNG in Apotheke Frankfurt am Main Gefl. Angebote unter C an die Exped. dies.Zeitung. Liberale Synagoge Westend Gottesdienste Sonntag, den 4. 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