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Jüdisch-liberale Zeitung · 1931-08-19 · 32-33 (19.8.1931) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
11 (1931)
Issue
32-33 (19.8.1931)
Date
1931-08-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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über denTempel verhängt worden, nur eine sogen, „rabbinische Verwarnung" wurde ausgesprochen, aus dem neu vom Tempel herausgegebenen Gebetbuch zu beten. Diese Verwarnung, von dem sogen. Hamburger Beih Din (Rabbinatskollegium) zuerst am 26. Tischri 5579 (26. Oktober 1818) erlassen, wurde bei der Neuauflage des Tempelgebetbuches am 11. Oktober 1841 von dem Chacham Bernays in Hamburg wiederholt. Von den drei Kultusverbänden innerhalb der Deutsch- Israelitischen Gemeinde in Hamburg ist der Israelitische Tempel-Verband der letzte, der sich mit seinem Gotteshause dem neuen jüdischen Wohnviertel anpaßt. So weit lag er in den letzten Jahrzehnten vom Zentrum des jüdischen Lebens abseits, daß die Gefahr bestand, es könne aus dem räumlichen Beiseitestehen ein ideelles, ein religiöses werden. Indem der Tempel nun auch äußerlich den jüdischen Häusern Hamburgs wieder näher tritt, will er zugleich eine seelische Annäherung schassen, will er im Sinne des Prophetenwortes das „Verlorene suchen, das Verirrte zurückführen", will er alle diejenigen sammeln, die — über den bisherigen Kreis seiner Getreuen hinaus — dein Tempel weltanschaulich nahestehen, will er somit durch eigene Erstarkung, der von den Gjründern des Tempels gegebenen Losung getreu, dem Gesamtjudentum neue Kräfte zuführen. In solcher Gesinnung rüsten wir uns für den Tag der Einweihung; er wird im Leben eines jeden Einzelnen von uns einen Markstein bilden — möge er durch die werbende Kraft, die von ihm ausgeht ,zu einem „Tage der Gemeinde" werden. Die Hamburger Tempelgemeinde, die Muttergemeinde der neuzeillicheu Judenheit Von Stadtrabbiner Dr. Paul R i e g e r, Stuttgart. Die Geschichte des Judentums ist die Geschichte seiner geistigen Werte. Politische Geschehnisse haben wohl die Schicksale der Judengemeinschasten der Erde bestimmt und ihre Anschauungen beeinflußt. Gewiß haben die religiösen, die philosophischen, die weltanschaulichen Strömungen der Umwelt auf die Judenheit anregend oder hemmend eingewirkt. In seiner Totalität aber blieb das Judentum eigenartig und eigenwertig. Nur einmal, in der Zeit des Uebergcmgs der Judenheit vom Ghetto zur bürgerlichen Gleichstellung, schien es, als ob die Welt der jüdischen Gedanken unter dem Ansturm von draußen zusammenbrechen sollte. Die Ghettomauern, die providentiellen Schutzwälle um das jüdische Leben, waren gefallen. Die völlige Umgestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Juden, der Uebergang vom Hausiergewerbe zum Ladengeschäft und zum freien Händel, das Einströmen der Wellkultur in die bis dahin abgeschlossenen jüdischen Gemeinschaften, mit anderen Worten die kulturelle und religiöse Einordnung in die moderne Welt stellte die Judenheit vor die ernsteste Entscheidung in ihrer Geschichte. Es schien eine Zeitlang, als ob sie diesem Wandel nicht gewachsen sein sollte, als ob die neue Zeit das vollbringen wollte, was die Feindseligkeit von zwei Jahrtausenden nicht vermocht hat. Der Ritualismns und der Rabbinismus, bis dahin die Wehrdämme gegen die Stimmungen und Strömungen der Außenwelt, brachen sang- und klanglos zusammen. Der Gottesdienst, bis dahin die Quelle stets neuer Jugendkrast, bot in seiner damaligen Unschönheit nicht mehr die alte geistige Erhebung, zumal die Gebetswünsche und Gebetsgedanken der Gemeinde nicht mehr dem Zeitbewußtsein entsprachen. Das Judentum im Ghettokleid erschien neben der stolzen Philosophie der Aufklärungszeit so armselig, daß es kaum noch auf die Gefolgtreue seiner bisherigen Anhänger rechnen durfte. Das Judentum schien so einem unaufhaltsamen Auflösungsprozeß verfallen zu sein. Nur eine Reform an Haupt und Gliedern konnte die Rettung vor den: Zusammenbruch herbeiführen. Bisher war der Gottesdienst der getreueste Ausdruck der Gedanken- und Empfindungswelt des Judentums gewesen. Von der Reform des Gottesdienstes sollte denn auch die Wendung zur Neuzeit erfolgen. Die hohe Wertung des Gottesdienstes war auch der Beweggrund für Israel Jacobson und Jacob Hertz Beer, einen neuen Gottesdienst zu schassen, um in ihm die besten Kräfte der Judenheit zusammenzuschließen und mit ihrer Hilfe das Judentum in die neue Zeit einzuordnen. Aber die von ihnen geschaffenen gottesdienstlichen Reformen waren persönliche Unternehmungen, denen der Rückhalt der Gemeinde fehlte. Auch die Beschlüsse des Westfälischen Konsistoriums zur Reorganisation des Gottesdienstes waren nicht aus der Gemeinde erwachsen; sie wären ohne die staatliche Autorität wirkungslos geblieben; sie wurden als gewaltsame Eingriffe in die Rechte der Gemeinden empfunden. Erst der Hamburger Tempelverein wird die erste Gemeinde der neuen Judenheit. In ihm übernimmt die Gemeinde die Vertretung und Verteidigung der neuen Ideen mit dem festen Willen, sie gegen alle Eingriffe zu schützen. Der Hamburger Tempel verdankt sein Entstehen keinem Einzelwillen. Er ist die Schöpfung einer Laiewrevolution. Die Ketten der rabbinischen Autorität werden gesprengt. Nicht Rabbiner, sondern Laien, der Kaufmann Salomon Cohn, Notarius Meyer Israel Bresselau, Seckel Jsaac Fräuckel, M. M. Haarbleicher, Warendorff, Männer, die den Mut bewiesen, ein Neues an die Stelle des Alten und Veralteten zu stellen, sind die Anreger der neuen Bewegung und finden in Hainburg die Gemeinde, die Trägerin des neuen Geistes. Wer die elementare Größe der Umwälzung durch die neue Bewegung ganz verstehen will, lese die 21 Gutachten der Verteidiger des Altrab binismus über die Neuerungen des Tempelvereins. Der ganze Heerbann des Altrabbinismus war vom Hamburger Rabbinat aufgebolen worden, um die Neuerer als Ketzer zu verdammen. Aus ihren scheingelehrten Nachweisen der Sündhaftigkeit des Tempelvereins spricht aber die ganze Hilflosigkeit dieser Altrabbinen, die den modernen Geist mit Talmudzitaten bannen gewollt. Wie viel innere Unfreiheit, wenn z. B. der mährische Oberrabbiner den Rat erteilt, den Tempel beim Hamburger Senat als Ketzerei zu denunzieren! Nach hundert Jahren darf die Geschichte ihren Urteilsspruch über die beiden Gegner fällen. Der Erste und Einzige, der dieses Neue in der Geschichte des Judentums begriffen, ist allerdings bereits Salomon Holdheim gewesen, der 1841 in einem bedeutsamen Aufsatz die Neuzeitgeschichte des Judentums von dem Streite um den Hamburger Tempel datiert hat. Elbogen irrt, wenn er die Gründung des Tempels „eine nicht unwichtige Episode" nennt. Sie ist keine .Episode, sondern der Anfang einer neuen Epoche in der jüdischen Religionsgeschichte oder, um mit Holdheim zu sprechen: „Der Tenrpel ist unstreitig das wichtigste Moment in der Kulturgeschichte des Judentums". Selbst Graetz, der ein entschiedener Gegner des Tempels und seiner ersten Prediger war, muß die Ewigkeitsbedeutnng des Tempels unumwunden zugeben: „Er hat den hochangesammelten Wust der Jahrhunderte mit einem Schlage, ohne viel Bedenken, aus dem Gotteshause entfernt, das heilige Spinngewebe, das niemand anzutasten gewagt hat, in jugendlichem Ungestüm weggefegt und Sinn für geregeltes Wesen, für anständige Haltung beim Gottesdienste und für Geschmack und Einfachheit geweckt." Eine unvoreingenommene Geschichtsschreibung muß die Neuzeitgeschichte der Judenheit mit der Gründung des Hamburger Ternpels beginnen. Die bisherigen Gebete um die Rückkehr Israels nach Kanaan, um die Wiederherstellung des Opferdienstes, um den persönlichen Messias, die Klagen um die verlorene staatliche Selbständigkeit und die Bitten um die Erneuerung der nationalen Größe waren allerdings schon seit langen: als arge Unwahrhaftigkeiten empfunden worden. Bereits Israel Jacobson (1808), David Friedländer (1812) und Abraham Muhr (1813) hatten den Wahrheitswert dieser Bitten ernstlich angezweifelt — aber erst der Tempelverein machte Ernst mit der Beseitigung dieser innerlich überwundenen Anschauungen im Gottesdienste. , Wohl war das heilige Anrecht der Muttersprache irit Gottesdienste längst anerkannt — aber erst der Tempel räumte ihr dieses Recht im Gotteshause ein. Wohl sollte von jeher der Gottesdienst das getreue Spiegelbild der Gedanken- und Empfindungswelt der Beter sein — oü>ec erst der Tempel schuf diese innere Harmonie zwischen der äußeren und inneren Kultur der Gemeinde. Scheinbar handelte es sich bei alledem nur um die Neugestaltung des Gottesdienstes. Tatsächlich aber bedeutete die Neugestaltung nicht etwa die Anfechtung irgendwelcher veralteten Bräuche, nicht die Verwerfung einzelner überlieferter Auslegungen, nicht die neue Ausdeutung alter Schriftworte« nicht den erklügelten Ausgleich zwischen Glauben und Wissen, sondern die umwälzende Revision der gesamten Gedankenwelt der Judenheit, die Umbildung seiner nationalen Hoffnungen in kosmopolitische, die Vergeistigung seiner Sinnbilder« die Ausmerzung der die alte Wahrheit überwuchernden fremden Beisätze, die Rückkehr zur Religion der Propheten. Diese Rückkehr war aber kein Rückschritt, sondern die Heimkehr zum Judentum in seiner reinsten Gestalt. Gewiß war sie vorerst nur die Abkehr vom Talmudismus, die Loslöfung vom Rabbinismus, sie war aber gleichzeitig die Renaissance der biblischen Weltanschauung in der Neuzeit. Der Tempel hat sich jedoch, das ist sein besonderes Ehreyzeugnis vor dem Forum der Geschichte, von jeder leichtfertigen Modernisierung, von jeder gedankenlosen Reform ferngehalten. Seine Absicht war nicht die Lust am Neugestalten, sondern der Wille, verwitterte Formen, abgestorbene Schalen vom Kern zu lösen, um diesen dadurch lebensfähig zu erhallen. Fern von allen Entgleisungen der späteren Reformer hat er keinen Bruch mit der Vergangenheit, sondern die normale Weiterbildung, die natürliche organische Fortentwicklung des Judentums erstrebt. „Der Tempel wollte", um ein treffliches Wort Dr. Maimon Frankels zu gebrauchen, „in der Synagoge bleiben." In einer Zeit der Zersetzung und des religiösen Verfalles hat er der neuen Juden heit das Gotteshaus erhalten. Das Vorbild der Tempelgemeinde lebt in allen jüdischen Gotteshäusern, die, eingestanden und nicht eingeftanden, seines Geistes einen Hauch verspürt haben. So ist die Tempel gemeinde die M u t t e r g em e i n d e des neuzeitlichen religiösen Judentumsgeworden. Die Tempelgemeinde hat sich ein würdiges neues Heim geschaffen. Möge in ihm der alte Geist walten und begeisternd auf kommende Generationen wirken! Ein hundertjähriges Albumblatt // k >**■ *' Jt. J~V Aus alten Protokollen der Tempel-Collegien 12. Juli 1841. Herr E. J. Jonas berichtet im Namen der Commission für den Bau eines neuen Tempels, daß, nachdem der Ankauf der Grundstücke in der Marienstraße wegen mehrfacher Schwierigkeiten aufgegeben worden ist, sich die Grundstücke unter Nr. 11, 12, 13 und 14 in der Poolstraße dargeboten haben und in besondere Berücksichtigung gezogen worden sind. .Es wird hierauf einstimmig beschlossen, die nachgesuchte Autorisation zum Ankauf der gedachten Grundstücke in der Poolstraße zum Preise von Banco. 63.500.— zu ertheilen. 9. Oktober 1841. Unter dem 20. September d. J. erhielt die Direction des Tempelvereins ein Decret vom Senat, in welchem dieser die Erlaubniß zu einem erweiterten Neubau des Tempels ertheilt wird. Es werden dabei nur diejenigen allgemeinen Beschränkungen in Erinnerung gebracht, welchen jeder derartige Bau unterworfen ist. 30. März 1842. Da die Grundlegung zum neuen Tempel im Anfänge des Mai-Monates vorgenommen werden soll, so wird in Erwägung gezogen, ob dies mit einer besonderen Feierlichkeit geschehen soll, und in welcher Weise diese vorzunehmen sei. Es wird folgendes genehmigt: 1. Es soll im Tempel durch Ablesung u. Anschlag angezeigt werden, daß der Grundstein gelegt und jedes Mitglied des Tempelvereins dabei zugelassen werden soll. Außer den ehemaligen hier anwesenden Tempeldirectoren und den Actionären, die nicht Mitglieder des T. V. sind, soll Niemand besonders eingeladen werden. 2. In den Grundstein sind folgende Gegenstände zu legen: Die Vereinigungsurkunde, das Gebetbuch u. das Gesangbuch des T. V. (letzteres in den verschiedenen Auflagen), die sämtlichen Schriften, die über den Tempel erschienen sind, eine kurze Geschichte des Tempelinstituts, ein Verzeichniß der bisherigen Directoren u. Deputierten, die Namen der Actionäre des Neubaues, mehrere passende Münzen und Medaillen und endlich die Urkunde der Grundsteinlegung. 3. Der Tempelchor wird, ohne Instrumentalbegleitung, Choräle dabei vortragen und die beiden Prediger sollen angemessene Reden halten. ' 17. September 1842. Es wird beschlossen, von der Feier der Grundsteinlegung, sowie dieselbe früher bestimmt worden, mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitumstände abzustehen. 26. Oktober 1842. Am 18. Oct. wurde, laut des Beschlusses vom 17. Sept. d. J., der Grundstein zu dem neuen Tempelgebäude im Keller unter dem für die heilige Lade. bestimmten Platze gelegt. v 18. Mai 1844. Die Einweihung des neuen Tempels soll Sonnabend Abends, den 7. September Statt finden, so daß der alte Tempel an demselben Tage am Vorabend geschlossen werden und der regelmäßige Gottesdienst im neuen Tempel am Vorabend des neuen Jahres (m) beginnen soll. Die Ordnung der Einweihung soll folgende sein: 1) Nach einem angemessenen Präludium ein Choral der Gemeinde, 2) der hundertste Psalm hebräisch, wobei der Einzug mit den Thoras Statt finden soll. 3) Eine Predigt nebst kurzem Schlußgesang. 4) Der gewöhnliche Abendgottesdienst nebst Adaun aulom und Jigdal. 5) Der 25. Psalm mit Orchester-Begleitung, nach der Composition von Schneider. Herr Dr. Salomon wird die Einweihungs-Predigt im neuen und Herr Dr. Frankfurter die Schlußpredigt im alten Tempel halten. 4. Juli 1844. Besondere Rücksichten machen es wünschenswerth, die Einweihung des neuerbauten Tempels Donnerstag, den 5. September vorzunehmen. 21. Juli 1844. Zur Einweihung des neuerbauten Tempels sollen eingeladen werden: 1. Die Bürgermeister, die Senatoren, Syndici u. Secretäre, die 15 Oberalten, der Präses der Kammer und der des Commerciums, die beiden Präsides des Handelsgerichts und der des Niedergerichts. 2. Die protestantischen Hauptpastoren, der katholische, französische und deutsch-reformierte, der episcopale und der poesbiterische Prediger, die 5 ältesten Kuraten der 5 Kirchspiele. 3. Die Vorstände der deutsch isr. und der portugiesischen Gemeinde, der Chacham Bernays u. der portug. Prediger Cassato. 4. Die beiden ehemaligen Tempel-Directoren Dr. Wolf u. Dr. Levy. 5. Diejenigen Actionäre der Tempelanleihe, welche keine Stelle im Tempel miethen. 6. Die Redactoren des Correspondenten, der wöchentlichen Nachrichten, des Beobachters, des Freischützen, der Börsenliste, der neuen Zeitung, der hamb. Blatter, sowie die Herren, welche für auswärtige Zeitschriften zu arbeiten pflegen. 7. Die Architecten Klaes Wülbern u. Tiemann, die Bauunternehmer Bong und Müller, Perlbach, Libbertz u. Repsold, der Organist Demuth u. der Orgelbauer Lüder. 8. Der Ober-Polizei-Vogt Wichmann. II. Die ganze Versammlung constituiert sich als Fest- Comite für die Einweihung; sie committiert aber besonders dazu die Herren Jonas, Robinow, Dr. R i e ß e r, S. Israel, Cahen, Hinrichsen, Arnold, Goldschmidt u. Julius, die noch einige geeignete Personen hinzuziehen können. III. Um auf die Einweihung ein Festmahl folgen zu lassen, wird das Fest-Comite für den 8. September die nöthigen Vorkehrungen treffen. 10. September 1844. I. Am 31. August wurde der Schluß-Gottesdienst in dem bisherigen Tempel gehalten. Die Predigt des Herrn Dr. Frankfurter über den Text aus dem Wochenabschnitt ntfK "]H21 (ubaruch atha b’zeth’cha) fand am Schlüsse des Gottesdienstes ptatt. Es folgte ihr ein neues zu diesem Behufe von Herrn Dr. Salomon verfertigtes Lied. II. Am 5. September, Abends um 7 Uhr, erfolgte die Einweihung des neuerbauten Tempels nach der Anordnung vom 18. Mai d. J. Da die neue Orgel noch nicht fertig war und die alte zur Einweihung nicht aufgestellt werden konnte, so wurde die ganze instrumentale Ausführung durch ein Orchester von 26 Personen bewirkt. Der Chor bestand aus etwa 56 Diletanten, unter der Leitung der Herren Cobelli und Schenck. Der Act dauerte drittehalb Stunden, und es herrschte dabei eine befriedigende Ordnung. Die Predigt des Herrn Dr. Salomon über „die Herrlichkeit des zweiten Tempels“ nach Haggai II, 9 wurde nach dem Schluß der Einweihung (auf Veranstaltung des Predigers) gedruckt ausgegeben. Von den Eingeladenen waren mehrere Senatoren, Oberalte u. andere Staatsbeamte, sowie 4 Vorsteher der deutsch isr. u. 2 der portugiesischen Gemeinde gegenwärtig. Jüdische und christliche Geistliche wurden nicht bemerkt. Ueber dem Portal des Gebäudes befindet sich das Chronostichon Hirn OJ2D &QH "[TD III. Von den 610 Sitzplätzen in dem neuerbauten Tempel sind bis heute nur noch 15 unvermietet.

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