Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1931-07-22 · 28-29 (22.7.1931) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
11 (1931)
Issue
28-29 (22.7.1931)
Date
1931-07-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2613366-2614107-2614129--4027-2621686
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

4 11. Jahrgang Nummer 28/29 Misch-liberale Zeitung Vellage 22. Zull 1931 Zwei neue Mcher Eonslanlin vrunners über Juden und I ' Von-Rabbiner Dr. Norden, Elberfeld. Was haben wir unter einem Propheten zu verstehen? deicht einen Menschen, der die Zukunft verkündet; das ist zum mindesten nicht der Hauptinhalt seiner Predigt. Ein Prophet ist ein Mensch, der seiner Mitwelt den Spiegel vorhält schonungslos, erbarmungslos; ein Mensch, der verkündet, was er für wahr erkannt hat, ohne jede Rücksicht daraus, ob er bei seiner Umgebung Beifall findet oder nicht. Und so opfert er sich für die Mitwelt, opfert seine Ruhe, seinen Frieden, feine Freiheit, und achtet nicht der Gefahren, die seinem Wohlergehen, seiner Gesundheit und seinem Leben drohen. Aus solchem Holz waren unsere jüdischen Propheten geschnitzt. Vom ruach ha-kaudesch, vom heiligen,, göttlichen Geist getrieben, traten sie furchtlos hin vor Könige und Fürsten, vor Priester und Volksmenge und nahmen Schimpf und Schande, Verkennung und Verfolgung auf sich. Das alles taten sie aus heißer Liebe zu den Menschen, aus heißer Liebe zu ihrem Volk. Aus ihrer grenzenlosen Liebe heraus verkündeten sie das, wessen das Herz ihnen voll war, scheuten sie sich nicht, zu warnen und zu drohen, zu schelten und zu poltern. Und wenn nun in unfern Tagen ein Mensch sich erhebt und uns Menschen der Gegenwart die unverblümte Wahrheit sagt, wenn er unsere Fehler, Schwächen und Jrrtümer schonungslos aufdeckt, wohl wissend, daß Verkennung von seiten der Mitwelt seiner wartet, wenn er immer von neuem seinen Ruf ertönen läßt, weit sein von Liebe überströmendes Herz ihm gebietet, alles zu tun, was in seiner Macht steht, um die Menschen vorwärts und aufwärts zu führen: müssen wir ihm da nicht das Prädikat eines Propheten zuerteilen? Ein solcher Prophet inmitten der heutigen deutschen Judenhcit ist E o u st a n t i u Brunne r. Schon früher hat er mit unerhörter Unerschrockenheit über Juden und Judentum geschrieben. Jetzt hat er wiederum kurz hintereinander zwei Schriften erscheinen lassen: im vorigen Jahr das Werk „Von den Pflichten der Iuden mnd v o n den Pflichten des Staates" und in diesem Jahr das Buch „Höre Israel! und höre Nicht - Israe l".* 4 *) Ueber die beiden Werke darf zusammen gesprochen werden, denn sie gehören nacb Brunners eigenen: Ausspruch zusammen?) In beiden Büchern verbreitet sich Brunner sowohl über die politische wie über die religiöse Frage. Ueber den politischen Standpunkt Brunners ist schon viel und oft gesprochen worden. Brunner weist auf, wie viel noch au der bedingungslosen Emanzipation der deutschen Juden fehlt. Er fordert vom Staat, er solle endlich mit der Judenemanzipation Ernst machen. Er fordert von den deutschen Christen, von „Nicht-Israel", daß sie endlich Vernunft annehmen, daß sie der Lüge und Verleumdung ein für allemal entsagen, daß sie auch einmal daran denken, daß die Juden leiden. Ter Judenwahn gleicht dem einst i g e n H e x e u w a h n. „Die Hexen sollen uns Erinnerer sein. Laßt uns nicht vergessen, was die Hexen gelitten haben — schuldlos und nur wegen unserer Schuld; weil unser Hirn und unsere Zunge dichten, was nicht ist, und wir glauben dick und fest daran. Wer weiß, was das ist: leiden, warum sollte der andere leiden machen? Unp tat er es unbewußt, und tat er es im Bewußtsein des Rechts und des Ideals, und es war trotzdem Unrecht — was denn wohl wollte er lieber lernen wollen und mit Siegessreuden, als sein Unrecht getan haben, und das Unrechttun verlernen?"4) „Tenn kommt, laßt uns lernen, laßt uns den Menschen lernen, laßt uns den Menschen entdecken auch in uns selbst.... Die Entdeckung des Menschen gibt uns Macht, besser zu io erben."4) Die Menschen müssen ihr Ohr leihen den Lehren und Mahnungen ihrer guten Führer; sie müssen der Wahrheit d.ie Ehre geben. Nicht so, daß wir ihr geben „wie einem Bettler, von unserm Ueberfluß. Entbrannt von ihrer Schönheit und in ihr unser Wesen erkennend, müssen wir uns selber ganz ihr geben zu ihrem vollendeten Sieg und Recht in uns. Dann erst hat der Wahn seine Macht verloren und kann nie wieder unsere Schritte hinlenken zu jener Lügen- und Mordsecke der Menschheit/") Mit dieser Forderung an die Christen geht aber eine zweite Forderung Hand in Hand, und zwar an die Inden selbst: sie sollen mit ihrer ganzen Kraft und Energie an ihrer Emanzipation Weiterarbeiten. An ihnen liegt es nicht zum wenigsten, daß die Emanzipation wirklich einmal Tatsache wird; ohne ihre Zielbewußte Mitarbeit wird sie nie zustandekommen. Darum fordert Brunner von den deutschen Juden, daß sie sich ohne jede Einschränkung als Deutsche fühlen, daß sie allen jüdisch-nationalen Bestrebungen ein für allemal entsagen. Darum bekämpft er den Zionismus mit leidenschaftlicher Schärfe und verurteilt auch diejenigen Bestrebungen, die, wie die Jewish agency, mit dem Palästinagedanken auch nur im entferntesten sympathisieren. Fürchtet er doch, daß sie einen Hemmschuh bilden für die restlose Durchführung der Judenemanzipation. So scharf Brunner aber auch die zionistische Bewegung bekämpft, so bringt er doch den Gefühlen ihrer Anhänger das nötige Verständnis entgegen. Ist ihm doch der Zionismus die Reaktion „der viel Leidenden, ihres wahnsinnigen Seelenkummers und der Verzweiflung, die unsinnig und hochmütig macht.... Auch meinen es ja die Zionisten im Grunde herrlich mit ihrer Gemeinschaft, nur daß sie einer verderbenbringenden Utopie folgen.... Darum soll man dem einzelnen Zionisten Geduld beweisen."6) Und welch liebevolles Verständnis zeigt Brunner den O st - juden gegenüber! Wohl hält er ihre Einwanderung nach Deutschland für unerwünscht, weil sie den Weg der Emanzipation der deutschen Judm verlangsamt. Aber er verlangt von den deutschen Christen, daß sie die geschichtliche Vergeltung bedenken: „alles Mißgetane büßt sich selber, auch 1) Beide Werke int Verlag von Gustav Kiepcnheuer, Berlin. 2) s. Höre Israel, S. 5 Anmerkung. 4) Höre Israel, S. 75. *) Tas. S. 77. 5) Tas. 2. 80. 6) Von den Pflichten, S. 108. nun ihr dereinst an den Vorfahren dieser Juden begangenes Unrecht. Ob es eine Welt gibt, wo die Sünde ungesühnt -bleibt? Ich glaube es nicht; denn Gott ist überall gerecht und kann daher niemals Gnade walten lassen. Die früheren Vertreibungen der Juden rächen sich heute, und die Sünden der Nachbarn werden gestraft auch an uns."4) Er gibt den Christen zu bedenken, „daß unter diesen, bei uns' Heimat Suchenden auch bessere, auch von den besten/ liebens- und .bewunderungswerten Menschen zu finden, die nach und nach dem Volkskörper ganz wohl sich einfügen und deren Nach^- kommen nützlich sein werden, "ch Noch eindringlicher redet Brunner den deutschen Juden ins Gewissen. Mögen die noch immer nicht wenigen westjüdischen Gegner ihrer ostjüdischen Brüder sich Brunners Mahnung zu Herzen nehmen: „Bor allem dürfen die Westjuden keinen Antisemitismus gegen die Ostjuden aufkommen lassen."«) Sie sollen das, was ihnen an den Ostjuden mißfällt, aus ihrem seelischen Zustand verstehen lernen, sollen auch nicht vergessen, daß ihre eigenen Vorfahren einst in ähnlicher Lage sich befunden haben. Darum ist es ihre Pflicht, den eingewanderten Ostjuden brüderlich beizustehen, „daß sie aus ihrem eingedrückten Wesen nur erst wieder zu Atem kommen und zu einem freieren Morgen. Einsicht ist erforderlich, und das Maß der Einsicht ist Gerduld."4«) In diesem Zusammenhang sei noch kurz jenes Abschnitts Erwähnung getan, den Brunner „Im Himmel" überschreibt, und in dem er die ganze Lauge seines Spottes über den jüdischen „Landesgott" und über den intransigenten Zionismus einer Jakob K l a tz k i n ausgießt.44) Zahlreiche Leser haben sich von diesem Abschnitt ab gestoßen gefühlt und haben den Verfasser der Gotteslästerung bezichtigt. Nun kann man über die Himmelsszene allerdings sehr verschiedener Meinung sein; und ich gestehe, daß ich sie mit wenig Behagen gelesen habe. Aber Gotteslästerung? Nein. Der wahre Gott kann nicht gelästert werden, und Brunner hat ihn nicht gelästert. Er verwahrt sich denn auch in seinem neuesten Buch mit größter Entschiedenheit gegen diesen Vorwurf. Sein Hohn will nur den jüdischen „Landesgott" treffen, und der ist ihm kein Gott, sondern eilt Götze. „Ich mache den Unterschied zwischen Gott und den Götzen; denn ich bin im Grunde gottlos wohl nur noch ihrem Sinne von Gott, da ich gar nichts anderes denke als Gott, das Einzige, was überhaupt sich denken läßt, Gott als das Wesen. ... Und bin denn wohl gar kein Atheist, sondern Adämonist, nicht gottlos, nur götzenlos."4-) „Wie konnte man aus den Verdacht geraten, ich hätte bei jener Szene an Gott gedacht. Hab ich denn nicht deutlich genug von Gott gesprochen und ihn vom Götzen unterschieden?"44) Brunners Sarkasmus ist der gleiche, dem wir in der Bibel bei dem Jesaja der babylonischen Verbannung begegnen, wenn der Prophet gegen den hirnverbrannten Götzendienst wettert;44/ es ist der gleiche, mit dem Elia die Baalspropheten so grimmig verspottet;4ch freilich ein Sarkasmus ans die höchste Spitze getrieben. * Mit den letzten Sätzen haben wir bereits das p o l i tischnationale Gebiet verlassen und uns dem religiösen Problem genähert. Und es gilt nun zu zeigen, ob Brunners Gedanken über das Judentum der jüdischen Religion nützlich! oder abträglich sind. Daß die Beantwortung dieser Frage nicht so leichit ist, ergibt sich schon daraus, daß die einen sich in deü heftigsten Angriffen gegen Brunner ergehen, während die andern, und unter ihnen bezeichnenderweise jüdische Schriftsteller in Palästina, ihn, den erbitterten Gegner des Zionismus, in Tönen höchster Begeisterung feiern. Diejenigen, die Brunner bekämpfen, weil sie glauben, er wolle das Judentum zerstören, sind offenbar nicht lies genug in Brunners Gedankenwelt eingedrungen; sie haben nicht genügend beachtet, wie scharf Brunner unterscheidet zivischen der /jüdischen Religio n" und dxm „Geist des Judentum s". Tic „Religion" mit ihrem vielen Trum und Dran bekämpft er; tun so inniger liebt und verehrt er den „Geist des Judentums". Hier zeigen übrigens die Gedanken des Antizionisten Brunner mannigfache Berührungspunkte mit denen des Kulturzionisten Martin Buber. In seiner Rede „Jüdische Religiosität" in der Sammlung „Bom Geist des Judentums" zieht Buber einen scharfen Trennungsstrich zwischen „R e l i - g i o n" und „R e l i g i o s i t ä t". „Religiosität ist das I ewig neu werdende, ewig neu sich aussprechende und ausformende, das staunende und anbetende Gefühl des Menschen, daß über seine Bedingtheit hinaus und doch mitten ans ihr hervorbrechend ein Unbedingtes besteht, sein Verlangen, mit ihm lebendige Gemeinschaft zu schließen, uttb fein Wille, es durch sein Tun zu verwirklichen und in die Menschheit einzusetzen. Religion ist die Summe der Bräuche und Lehren, in denen sich die Religiosität einerbestimmten Epoche eines Volkstums ausgesprochen und äüsgeformt hat, in Vorschriften und Glaubenssätzen festgelegt, allen künftigen Geschlechtern ohne Rücksicht auf deren neugewordene, nach neuer Gestalt begehrende Religiosität als für sie unverrückbar verbindlich überliefert."4") Buber scheut sich nicht, von dem Schutt zu sprechen, mit dein Rabbinismus und Rationalismus die jüdische Religiosität bedeckt haben;4') .und von dem Zaun, der einst um das Gesetz gezogen wurde, um fremde Eiuflüsse abzuwehren, sagt er, er habe oft genug auch ') Tas. 2. 106. 8) Tas. «) Tas. 2. 107. io) Tas. 2. 108. 44) Tas. 2. 80 ff. 42) Höre Israel, S. 20. 13) Das. 2. 32 Anmerkung. 44) Jesaja 41, 9—20. 15) 1. Könige 18, 27. 10) Martin Buber, Vom Geist des Judentums, 2. 50 f. 11) Tas. 2. 52. dte lebendige Religiosität frrngehalten/ch Wenn die Religion, „statt deir Menschen zur Freiheit in Gott zu verbinden, sie unter dem unwandelbaren Gesetz hält und ihr Verlangeit nach Freiheit verdammt, — wenn sie, statt ihre Formen als die Bindung zu betrachten, auf deren Grunde sich die wahrhafte Freiheit aufbauett kann, sie als die Bindung betrachtet, die alle Freiheit ausschließt, — wenn sie, statt'dein Gesetz den großen urzeitlichen Zug zu lassen, es in einen wimmelnden Formelukram verwandelt und die Entscheidung über rechtes und Unrechtes Handeln zu einer spitzfindigen Kasuistik ausarten läßt: — dann ist sie nicht mehr Formung, sondern Knechtung der Religiosität."44') Wie hier Buber der Religion die Religiosität gegenüberstellt, so stellt ihr Brunner den Geist des Judentums gegenüber. Scharf geht Brunner mit der jüdischen Religion ins Gericht, insofern sie den Glauben an einen „persönlich e n" Gott lehrt. „Ter persönliche Gott ist und bleibt der Gott in der unerwünschten Bedeutung des Wortes, der unheilige Gott." „Er ist die Gegenformel zum wahrhaftigen Gott." Er ist „des Menschen Ursünde, sein Hochmutsfrevel."-«) Der Glaube an einen persönlichen Gott ist für Brunner eine schwere Versündigung gegen das Verbot „Du sollst dir keilt Bild machen". „Der Glaube an den Einen persönlichen Gott steht auf der gleichen Stufe mit dem Glauben an die vielen persönlichen Götter, mit dem Götzentum."-'4) In dem Monotheismus erblickt Brunner den Aberglauben, dem das jüdische Volk sich hingab. So wie das Volk den einzigen Gott auffaßte, habe Moses es nicht gemeint, so wenig wie später Christus und Spittoza. Auch 'hier wieder eine Verwandtschaft mit Buber, der von dem „so vielfach mißverstandenen, so grausam rationalisierten jüdischen Monotheismus" spricht.--) Ter Geist des Judentums ist also nicht gleichzusetzen mit jüdischer Religion. Ebettsowettig ist ec gleichbedeutend mit Sittlichkeit und Gerechtigkeit. Wohl ist der Geist des Judentums sittlich und gerecht. Aber Sittlichkeit und Gerechtigkeit sind doch nicht ausschließlich jüdisch, oder, um es wiederntn mit Worten Bubers auszudrücken, „die inhaltlichen Bestimmungen, die sittlichen Normen, hat die Botschaft der Propheten mit Lehren anderer Völker gemein."-'') Was i st d e it n nun abc r it a ch B r n n n e r wirkli ch der Geist des Judentums? Es ist der Gei st des P r o p h e t i s nt u s, der Geist der Propheten des alten jüdischen Volkes. Und dieser Geist hat sich in zwes gewaltigen mystischen Aussprüchen den Juden und purch sie der ganzen Menschheit offenbart. Der eine Ausspruch ist: Ja Hw eh echad. „Tie ganze ungeheure Sache des Judentums" — so sagt Brunner schon in seinem Werk „Unser Christus" — liegt in diesem Wort Jahweh echad, in diesem einzigen Wort Jahweh, welches schließlich gar nicht ausgesprochen werden durfte, welches auszusprechen etne Todsünde war."''4) „Du sollst dir kein Bild von diesem Jahweh machen, hatte Moses gesagt, keine Vorstellung davon, d. h. es ist. Pas, was nicht gedacht werden kann wie.die Dinge, als hätte es Sein nach Art des Seins der Dinge — Ich bin, was ich bin! Jahweh, das Seiende: die Bezeichnung für das völlig abstrakt Geistige; es liegt darin gar ketne Beziehung auf die relative Welt/"") Diese Auffassung des Jahweh kehrt auch in den beiden neuesten Werken Brunners wieder. Der Monotheismus in der üblichen Auffassung eines ^persönlichen" Gottes ist ihm ein unverzeihlicher Verstoß gegen das zweite Sinaiwort. Das Volk hat den Gottesbegriff seiner genialen Männer, des Moses und der Propheten, nicht verstanden. Aus dem wirklich einzigen Einen Wesen hat es den „persönlichen" Gott gemacht und es auf solche Weise zu einem Götzen herabgewürdigl. In dem Jahweh Zebaoth der Propheten erblickt Brunner den mystischen Ausdruck für das, was Spinoza philosophisch ausdrückt mit Ens constans infinitis attrsbutis?«) Das zweite Urwort, in dem sich der Geist des Judentums offenbart, lautet: „Liebe den Andern wie dich selbst." Dieses Wort ist mit dem ersten, dem Jahweh echad, unzertrennlich verbunden. Es „findet seine Erklärung, seine Begründung nur in der Mystik des Judentums und ist nichts als Anwendung vom Jahweh echad, aus welchem es den Folgesatz bildet."-4) „In der tätigen Erkenntnis, in den: Durchwobenscin von Erkenntnis und Liebe, liegt der Grund und das Herzstück des jüdischen Geistes ausgesprochen... Man kann nicht Jahweh lieben und den Bruder hassen. Liebst du diesen aber nicht und machst den Bruder zum fremden Wesen, so bist du d e r S ü n d e r i n I a h w e h, der in dem Einen Wesen sondert."-«) Auf Grund nun dieser beiden urgewaltig e n nt y st i s ch e n Worte der jüdischen Prophetie erkennt Brunner d e nt alten j ü d i s ch e n V o l k d a s Recht zu, v o tt seiner A us e r w ä h lthei t zu einer großartigen Sendung u nt e r d e it Völkern zu spreche tt; und zwar gebührt ihm der Rang noch vor dem Volk der Griechen. Die Juden „vertnochten mit der Aktivität ihrer Innerlichkeit Gemüt und Willen der Welt zu erregen, sie gaben Ziel und Methode und äußerten die große geschichtsbildende Macht."-4) „In der Tat, es gehört Blindheit dazu, um die wirkliche Auserwähltheit des jüdischen Volkes zu verkennen."'") „Seine Auserwähltheit bestand in seinem Prophetismus. Ter Prophetismus war der Geist des Judentums, und dieser Geist der Judentums war der Geist in dem unvergleichlich alterstärksten Erlebnis, groß sich aussprechend in herzlich gefüllten Worten, wie sie sonst nicht gehört wurden."'4) „Ter Geist des Judentums muß auf das Höchste verehrt werden von jebeut, der das heilige Innere dieses Geistes empfindet."-) Und da Brunner nun mit Recht Tas. 2. 70. 4«) Tas. S. 70 f. -0) Von den Pflichtcu, 2. 156. 21) Höre Israel, S. 6. 2- ) Buber, das. S. 91. 2:1) Tas. 2. 66 s. 24) Bruuuer, Unser Christus, 2. 280. 25) Tas. 2. 279. '«) Tas. ') Von den Pflichten, 2- 149. 2*) Tas. 2«) Tas. 2. 141. Tas. 2. 142. 3i) Tas. 2. 153. 3- ) Tas. 2. 151. » 8838

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.