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Jüdisch-liberale Zeitung · 1931-06-24 · 24-25 (24.6.1931) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
11 (1931)
Issue
24-25 (24.6.1931)
Date
1931-06-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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11. Jahrgang Nummer 24/25 Jüdisch-liberale Zeitung 1. Vellage 24. Juni 1931 Der Beginn der neuen liberalen Am Die Wahl des neuen Berliner Gemeinde-Vorstandes Ter Wille der Berliner Gemeindemitglieder, der in der Wahl rnnn 30. A'ovember 1930 zum Aufdruck gekommen ist, hat nunmehr endlich seine Berivirklichung gesunden. Tie neuen Gemeindelörperschasjen, Repräsentanz und Gemeindevorstand, haben ihre Tätigkeit nusgenonrmen. Tie liberale Mehrheit wird nunmehr an die Arbeit czehen und den Wahl erfolg vom 30. November in die Tat Umsetzen. I. Tie Wahl de« neuen Geiueindevorstündes hat sich nicht reibungslos, sonder» unter erheblicher Spannung vollzogen. Es handelte sich dabei um zwei Fragen. Fest stand, das; ans die Liberalen von den ll Borstandssitzen 7 entfallen: einen von den restlichen -I Litzen sollte nach dein Willen der Liberalen ein Konservativer erhalten. Es bestand der berechtigte Wunsch, das die religiös-konservative Richtung eine ren den politischen Verstrickungen der Volkspartei unabhängige Vertretung im Gemeindevorstand habe. Tie Zionisten stellten sich dagegen aus den Standpunkt, dast ihnen nach dem Ver bältiiiswahtrecht 4 Sitze zuständen, und sie erklärten, dast,sie bei Verletzung dieses Anspruchs nicht in den Gemeindevorstand gehen würden. Tiefer Konflikt ist dadurch beigelegt worden, das; sich die beiden großen Fraktionen bereits einige Tage vor der Borstandswahi auf die Person des Konservativen Adolf Schoy er als konservatives Mitglied des Eemeindrvorstandes geeinigt hatten. Eine erheblich stärkere Zuspitzung erfuhr die Siluation dann durch die Frage der Wahl des bisherigen Gemcindevorsitzenden Kareski in den Gemeindcvorstand. Ka reski wurde von der Volksvartei wiederum präsentiert. In der liberalen Fraktion bestanden gegen die Wiederwahl von Kcnesli schwere Bedeuten. Auch hier erNärte die Bollspartei, dast ihr ein Anrecht an« Wahl der ihr genehmen zionistischen Persönlichkeiten znstehe und das; sie bei Nichtanerkennung dieses Rechtes iin Gemeindevorstand überhaupt nicht Mitarbeiten werde. Tie Frage der Wahl Kareskis blieb beinahe bis zum letzten Augenblick streitig. Schon rein gußerlich fand die Zuspitzung und die Gespannt heit der Lage darin ihren Ausdruck, daß der Beginn der Re präsentanteusitzung, in welcher die Borstandsivatzl erfolgen sollte, sich von 3 bis nach 10 11 hr verzögerte: so lange dauerten die Verhandlungen und Beratungen der Fraktionen. Tie liberale Fraktion hat schließlich geglaubt, mit Rücksicht ans den Ernst der Zeit auch für unsere Ge meinde der Volkspartei nicht die Möglichkeit zu einer von jeder V e r a n t iv o r t u n g für d i e G e m e i n d c a r b e i t freien und ungehemmten Opposition geben zu sollen: sie hat hinter diesen Gesichtspunkt die Bedenken gegen die Person de« Herrn Kareski insoweit zurückgestellt, das; sie sich bei der Wahl KareSki« der Stimme enthielt. Unsere Leser finden da« Für und Wider sowie die Gründe der Fraktion weiter unten in einer besonderen Auslassung einer den Tingen nahestehenden Seite ausführlich dargelegt. Leider hat die Frage der Wahl Kareskis zum Austritt des Herrn Woyda aus der Fraktion geführt. Wir hoffen,'daß dieser Konflikt bald bereinigt sein wird, und daß Herr Woyda der Hoffnung der Jüdischen Rundschau, des Organs der Volks Partei, er werde sich aus die Tauer isolieren, keine Erfüllung bringen wird. II. Bereits drei Tage nach der Wahl des neuen Gemeinde^ Vorstandes hat die Einführung der neuen Vorstandsmitglieder in feierlicher Sitzung der Reprcisentantenversammlniig stattgc fnnden: kurz darauf hat sich der neue Vorstand konstituiert. Vorsitzender ist der Liberale Direktor Tr. I>. c. Wilhelm K l ee mann, erster stellvertretender Vorsitzender unser liberaler Ge sinnnngsgenosse Kammergerichisrat Wolfs, und zweiter Vor sitzender der Konservative S ch o y e r. Tie Zionisten sind im Präsidium nicht vertreten, da sie trotz allem, loa« oorherge gangen war. als stellvertretenden Vorsitzenden Kareski prä- Rentierten. Es kann ihnen unmöglich unklar gewesen sein, hast die Präsentation Kare'Slis ein Fernbleiben aus dem Präsidium bedeutete. Seltstverstündlich sind auch die wichtigsten für die Gestaltung der Ge meinde entscheidenden Tezernate mit Liberalen besetzt worden. ES sollte das eigentlich bei Freund und Gegner gar keiner Erörterung mehr bedürfen. Es ist selbstverständlich, das; die Mehrheit nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht hat, diejenigen Aufgaben selbst zu übernehmen, in deren Erfüllung sie die Entwicklung der Gemeinde gestalten kann. Wenn trotzdem die Indische Rundschau die Dezernatverteilung zum Anlas; für einen heftigen Angriff auf die angeblich brutale Macht Politik der Liberalen ninnnt, so ist das umso erstaunlicher, als die BolkSpartei, als sie den entscheidenden Einfluß hatte, genau so gehandelt hat. Personal-, Schutz wie Finanzangelegenheiten sind in den letzten Jahren genau so tu zionisti scheu Händen gewesen, wie sie jetzt selbstverständlich von den Liberalen verwaltet werden. Wir können diese Attacke des zionistischen Organs nur mit Bedauern feststellen. Es bedarf keiner Erörterung, daß alle Richtungen in der Verwaltung der Gemeinde ihren weltanschaulichen Gesichtspunkten zum Durchbruch verhelfen wollen, und daß sich daraus stets solche Konflikte ergeben, die eben ausgetragen werden müssen. Es sollten ader alle Berantwortnngsstewuf.ten auf die besondere Schwierigkeit und Gefahr der augenblicklichen Situation so lriel Rücksicht nehmen, um derartige, durch nichts motivierte, an den Haaren herbeigezogcne hemmungslose Polemiken zu unterlassen. III. Schwer genug ist die Aufgabe, vor welche die neue liberale Verwaltung gestellt ist. Als die BolkSpartei nach den vorletzten Wahlen zu entscheidendem Einfluß kam, fand sie für ihre Tätigkeit eine außerordentlich günstige finanzielle Situation vor. Wir Liberalen übernehmen die Verantwortung in einem Augenblick schwerster wirtschaftlicher Not. Niemand darf sich im Unklaren darüber sein, daß wie in Reich, Land und Stadt auch in unserer Gemeinde die finanzielle Rücksicht stark im Vordergrund stehen muß. Es ist vom ersten Augen blick an nicht zweifelhaft gewesen, daß eine erhebliche Ein schränkung im Ausgabenetat der Gemeinde notwendig sein wird. Tas entspricht ja auch durchaus dem sachlichen libe raten Programm. Wir glauben aber, darüber unterrichtet zu sein, daß schon die ersten Tage die neuen Männer von der Notwendigkeit überzeugt haben, daß AuSqabeneinschrän kungen in einem solchen Maße erforderlich sind, das auch weitgehende Erwartungen erheblich übertrifft. Wir werden uns darüber klar sein müssen, das; auch uni', wie jeder in Deutschland, au sich noch so berechtigte Wünsche im Augen blick vor dem Zwang der finanziellen Notwendigkeiten wer den zurücksteilen müssen. Für die nächste Zeit wird für jede Ausgabe entscheidend nicht das Wollen, sondern das Können fein.' Tie erste Aufgabe der neuen Verwaltung Heist, die Grundlage für jede fruchtbare Tätigkeit zu erhalten: gesunde Finanzen und einen gesunden Etat. Von dieser Grundlage aus werden daun die neuen Männer die Aufgaben erfüllen können, mit denen die Wähler sie am 30. Norembcr betraut haben: Unter Ablehnung der Erweiterung der Gemeindetätigkeit auf ihr wesensfremde Gebiete, werden sie das leisten, was der Vorsitzende der Reprasentantenversammiung, R.-A. Heinrich Stern, bei der Einführung der neuen Vorstandsmitglieder so glücklich als die Aufgabe unserer jüdischen Gemeinde bezeichnet hat: „Tie Erhaltung des religiösen Sinns unserer Gemeinde, die Erweiterung de:' jü dischen Wissens bei unseren Kindern und die Erhaltung der in Not geratenen jüdischen Männer und Frauen durch unsere sozialen Werke." Sitzungsberichte Die Nepräfentatttenoersamnilung vom H. Juni. (tue Wahl des ltzemrindevorstandrs.» Tic (iTojfiuuu; brr Sijuntfl, die auf <S Uhr an benimm war, ver zöge ne sich infolge der Verhmtdlnngen und Beratungen der Parieren bis nach IN Ubr. tarnt endlich koniue die Wahl des neuen Ge nieindevocstandes vorgeiiominen werden. Zunächst gab die liberale Frakkio» durch ihren Vorntzendeit tr. Fleischer folgende Ertlä nun; ab: „Tie liberale Fraktion hält »ach eingehender, wiederholter Prüfung Herrn Tirektor Kares!i wegen feines Verhaltens in der Angelegenheit der Wahtprotoste für nicht geeignet, dem Getwetnde Vorstand tvteder anzugehön'ti. Aus diesem Grunde beteiligt sich die liberale Fraktion nicht an der Wahl des Herrn KareSki. Allein die Fraktion der Jüdischen Volkspartei ist für die Wahl dieses Herrn manttumllirl)." Es erfolgte eine durch Ministerialrat Gosl a x verlesene Er Härmir! der BolkSpartei, da st, sie an ihre nt Recht sesthaite, ihre ttaitbibaten lelbft zu präsentieren und dast sie gern die Verantwortung für die Wahl Kareskis, der ei» hervorragender Fachmann fei, übernehme. Danach legte Woyda in einer längeren Rede dar, weshalb er die Wahl KarestiS in den Gerneiudevorstand nicht für tragbar hält; im Anfang feiner Rede stellt Tr. Fleischer ausdrücklich fest, dast Woyda nicht für die liberale Fraktion spreche. Bon einer Erwiderung aus die Anssührungen Wo »das erklärte die Volkspartei abfehen zu wollen. Tie darauf folgende Wahl halte das Ergebnis, daß geivählt wurden: Tirektor Tr. h. e. Wilhelm Kleemann Kanttnergerichlstat Wolfs (lib.) Georg KareSki (Volksp.) Moritz Rofeulhal (lib.) Tir. Heinrich Stahl (lib.) R. A. Tr. M. Kollem'cher iVollsp.; Earl Fachs (lib.) Wilhelm Graetz (lib.) Tr. Aron Tandler iVvll'Sp.! Tir. Alexander (lib.) Adolf Schonet tfottj.) (lib.) (einstimmig) (mit 34 Stimmen) (mit 11 Stimmen; (einstimmig) (mit UH Stimmen ■ (mit 20 Stimmen > (mit 29 Stimmen) (mit 30 Stimmen ) iinit 29 Stimmen) (mit 33 Stimme») (mit 32 Stimmen) Aach dem noch die Ansschustivahlen vorgenommen wurden, wobei die Iaht der Ausschustmitgl icder erhöht tvurde, vertag! iich die Versammlung ans den l l. Juni zivccks Einführung der neuen Vorstandsmitglieder. Die Sitzung voin 14. Juni. (Feierliche Einführung des neuen (tzemeindevorstandes.) R.-A. Stern eröffnet die Sitzung kurz nach IN Uhr. Tie Sitzung dient der Einsiihrutig des netten Gemetttdevltrstaitdes. Von 1 Repräsentanten begleitet, erscheine» die neuen Vorsteher im Saal »nd nehmen vor dein Stuhl des Vorsitzenden im Halbkreis Ans stellnng. Ter Vorsitzende, R. A. Heinrich Slern, hielt eine At> spräche, die nril groster Bewegung stehend vom ganzen Hanse an gehört ivurde, in der er i», iveseutlirheit das folgende ansführie: Tie Einführung netter Vorsteher erschien tu der Gemeinde int nt er als ein tvrchliger Einschnitt in die Geineit'.dearb.'it. Heute ist sie doppelt hedetitungsvoll. Tenn einerseits hat sieb der grimme Vorstand zur Neuwahl gestellt tind mehrere neue Männer halten ihren Einzug in die Gemeindeslnbe, andererseits find Gemeinde nttd Vaterland jetzt wie nie zuvor schwersten Stürmen ausgesetzt. Ueberiiehmen in solcher Zeit beide Gemeindet örperschasten mir nenein Mandat der Wähler ihre Am'.slast, so lastet doch ans dem Vorstand, der zugleich Legislative nttd Erelnlive jnnehal, besondere Verantwortung. Ans ihn blickt heute das gesamle deutsche und darüber hinaus das Weltjudentum, in dem die Berliner Geineinde traft ihrer Lage, ihrer Größe und der Falle ihrer Ausgaben eine zentrale Rolle spielt. Tank gebührt den heule ausscheidendeit Vorstehern Tirektor James Goldschinidt, Medi ziiialrat Pros. Tr. Leliginann und L-G.R. Tr. Liliealhal, die, teils auf ihren Wunsch, teils infolge veränderter parteipolitischer Luge, nicht ivirdergeivahlt sind. Tie haben sich ihres hohen Amtes würdig nrid fähig erwiesen. Das Jitdeiitam darf noch bedenletrde Leistungen vott ihnen erwägen trtid verlangen. Von den nett konstitnierteti beiden Gremien verlangt iirni die Gemeinde angespannteste Artvit. Nicht Verhandeln, sonder» Handeln! Umso bedeutsamer ist es, daß Vertrauensleute aller jiidischeu Richtuitgett (Liberale, Zionisten und Gesetzesircue)^ im Vorstände zusamntensitzen. Ihre Ausgabe besteht jetzt in der Erhaltung der Jundainenle des Geineindegesnges bei Einschränkung deS äusteren Arbeitsapparates aus das Rvliveiidigste. Iin eittzelneit ist in den Vordergrund zu stellchr die Pflege jüdisch religiöser Gesinitutig und brüderlichen Geistes, die Jördernng jüdischer Erziehung und Verbreitung jüdischen Geistesgutes in der Jugend, ErhaUung des Lebenswillens und der Existenz der Notleidendem „Are lvus Jisroel" (Gesaintbiirgschast Israels) sinder hier ihren praktisch wichtigsten und zugleich erhabensten Niederschlag bei Gebenden und Nehmende». Von diese tu Geiste beseelt, ivicd der Vorstand den Mm siuden, unter dein Zwange der Verhältnisse vieles nnd vielen ztr versagen, aber auch sein Teil zur Belebung und Besrttchutttg der Arbeit der Reprnsentaitlenversatnmluttg beitragen nnd ierner der unter der Not der Zeit leidenden, aber in vorbildlichent Pflichteifer läiigen Beaiiilenschast Ansporn n»d Vorbild zur Höchstleistmig für die Gemeinde und das Judentum geben. ..Mögen Tie" — so schliestt der Vorsitzende — „in Weisheit und Ert.nmnis, in Einheit und Vtn-der lirhkeit Ihre Arbeit leisten, lüebe Gort Zhnen eine glückliche, segensvolle Amissührung!" Alsdann treten die Vorsteher einzeln an den Vorsitzendeii heran.. »nd lverde» von ihnr durch Handschlag ans ihr Amt verpflichtet. Die iionstituslrrttng des neuen Vorstandes am 16. Juni. (Präfidiumswahl. — Verteilung der DezernateZ Ter Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde, hat sich in einer aitt Tienslüg, dein ltz. Juni, abends, abgehaltenett Sitzung tonstiinierr. Es tvurden gewählt: Zuni Vorsitzenden Tirektor Tr. h. e. Wilhelm .üteemami (liberal), zu stellvertretenden Vorsitzenden Uammergertchlsrat Wolfs (liberal) und Tchoher (konservativ). Tie Tezernate ivurden wie. folgt verteili: .üleemann (lib.): Ziveites Waisenhaus Pmtkow, mnsikalisch gottesdienstliche Angelegen heilen und Leitung der Shiiagogeiivorftände der Shnagogen mir tienein Ritus: ckammergerichtsrat Äolss (lib.): Anstrittsangetegeiiheilen, Tisziplittarattgelegcnheiten nnd Reichenheim'sches Waisenhaus: Moritz Rosenthal (lib): Persoitalangelegetiheitc», Plätzevermierung, die vier Altersheime und das Hospital; Wilhelm Graetz (lib): Finanzen und Jugendsürsvrgeaml: Fuchs (lib.): Friedhöfe, Ban und Synagvgetlbaiiangclegeii heilen; Direktor Stahl (lib.): Wohliahrts nnd .Jugeiidsürsorgeamt: Direktor Tr. Alexander (lib.): Schula»gelegenheil en und Rcdatlion dos Gemeindeblattes: Tirektor Karesti '(Volks-- Partei): Bibliothek, Kunstsaminlutig und Sportplatz; RechtSarnvalt und Notar Tr. .stoltenscher (Volkspartei): Allgemeine Zivil und Straß rechisangelegenheiten und Leitung der Synagogenvorstände der Syna gogen mil alte», Ritus: Tr. tuet). Sandler (Volisp.): Rene Poli klinik iir der Stadt mib Gerneindelrontenyaris: Adolf Schoyer (tons.): Äaschrmh, Quellenbädcr nnd Steuerverwaltnng. Tie bisher^ von Herrn Tr. Jsmar Freund verwalieien beiden Tezernate (Bersassungsdezerna! samt jüdischen Ttaatstirchettrechtsangelegeiiheiieit, sowie Beziehungen zum Preußischen Landesrbrbattd jüdischer Gemeinden) sind noch nicht besetzt. Der Kamps um die Dahl Kareskis Zu den Borstandswahlen der Jüdische» Gemeinde Berlin erfahren wir von maßgeblicher liberaler Seile folgendes: Tie Neuwahl des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde hatte die Liberale Fraktion vor eine jchwierisse Eulscheiduna hestelll. seitdem im Vorstand der Gemeinde verschiedene Parteieit vertreten sind, ist es Uebung gewesen, daß jede Partei die von ihr zu stellenden VorstaudStnitstlieder selbst benennt. Selbstverständlich kann diese Ilebuitq nicht unter allen Umständen Anwendung finden; beim es' find Fälle denkbar, in denen die Wahl einer bestiuuntell Persönlichkeit anderer Parreieit als untragbar erscheint. Bei der jetzigen Wahl hat die Fraktion der Jüdischen VGkspartci den bisherigen Vmsitzetlden des Gemeiudevor sta»des. .Herrn Georg Kareski, wieder zur Wahl vvrgefchla gc»i und die Erklärung abgegeben, daß sie sich an der Wahl nicht beteiligen uuö den Vorstand nicht beschicken wolle, wenn Kareski nicht gewählt werde. Iin Wahtkampf hat es sich bekanntlich im wesentlichen mn Billigung oder Mißbilligung derjciligen Gemeilldepotitik gehalidelt, die die Jüdische BolkSpartei und als ihr Exponent Herr Kareski, der Geineiudevorsitzeude und Fiuanzdezernent, entscheidend gestaltet hat. Tie Wählerschaft hat sich in großer Mehrheit für eine Abkehr von dieser Politik ausgesprochen. Dazu kam das Verhalten des Herrn K. in der Wahlprv teftangelegeuhcit. Die Jüdische BolkSpartei und Herr Kareski hatten zunächst jeden (Htsammenhang mit den Wahlprotesten fis fAXUIIEXSCHUTZ « F. H E I IV \ r T Z I « E R V E B E I X bietet seinen Mitgliedern außerordentliche Vergünstigungen bei Sicherstellung der Familie für einen Monatsbeitrag von 2.— Reichsmark. — Gemeinden, Logen, Chewras, Synagogen vereine und sonstige jüdische Organisationen erhalten durch den Erwerb der Mitgliedschaft .besondere Vergünstigungen. H a-u p tnnd nebenberufliche Vertrauensleute an allen Orten gesucht. FimLIENStlHUTZ Gemeinnütziger Verein für Hinterbliefaenenfürsorge der Mitglieder jüdischer Gemeinden e. V. BERLIN W 9, Friedrich Ebertstraße 2—3 Telefon Bl Kurfürst 84-64

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