Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 20-21 (27.5.1931)
- Date
- 1931-05-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Oberhaus gegenüber dem Verbandstage dar, ist also selber ein Parlament wie der Verbandstag. Das ist aus die Tauer untragbar. Im Verbandeitage hat es einen Sinn, daß die Abgeordneten die Anschauungen ihrer jeweiligen Parteien vertreten, so daß dort 'die Weltanschauungen aufeinander platzen und die Redeturniere Ludwig Holländer Nachum Goldmann sich bisher nicht vermeiden ließen. Völlig sinnlos über ist es, wenn die Ratsmitglieder, die als Vertreter von Gemeinden, nicht von Parteien, dem Rate angehören, ihre parteimäßige Anschauung vortragen, welche ihre persönliche Meinung ist. Tenn wenn auch die Ratsmitglieder an*keinerlei Weisungen und Meinungen ihrer Gemeinden gebunden sind, so erschwert es doch die sachliche Arbeit einer (Exekutive, wenn — was üu Abgeordnetenhaus richtig ist — das einzelne Mitglied, in diesem Falle .Herr Tr. Sandler, glaubt, sein zionistisches Gewissen salvieren und eine Kampf rede gegen den Eentralverein halten zu müssen. Ein angesehenes westdeutsches Ratsmitglied hat dem Präsidenten des Rates, Herrn Kammergerichtsrat Wolfs, vorgeworfen, daß er diese Debatte überhaupt zugelassen hat. Tiefer Vorwurf war unberechtigt: allenfalls könnte man fragen, ob es nötig war, den Punkt überhaupt auf die Tagesordnung zu setzen. Rach der Verfassung des Landesverbandes ist zu einem V erbau dsbeschluß je eine gleichlautende Entschließung des Verbandstages und des Rates erforderlich. Wann aber bedarf es eines formellen Verbandsbeschlusses? Doch nur bei praktischen, vor aüem bei finanziellen Maßnahmen. Tie Dankadresse dagegen, die der Verbandstag an „die berufenen Organisationen" gerichtet hatte, bedurfte keiner Beüärigung durch den Rat, und es war also wohl nicht zweckmäßig, sie auf die Tagesordnung der Ratstagung zu setzen. Nachdem das aber geschehen war, konnte der Präsident die Debatte nicht verbieten — bei Ratsmitgliedern, die ihre Aufgabe von derjenigen eines Abgeordneten zu unterscheiden wissen, verbot sie sich von selbst, und so ist es den .Herren Dr. Lilienthal und Geheimrat Falkenheim zu danken, daß sie die von Dr. Sandler angeschnittene Debatte verhältnismäßig rasch beendeten und dem Rat ermöglichten, sich dem übrigen Teil der Tagesordnung mit seinen vielen praktischen, oerwaltungstechnischen, kulturellen und finanziellen Punkten wieder zuzuwenden. Es bleibt eine Frage der Selbsterziehnng, daß auch die zionistischen Ratsrnitgtieder in Zukunft sich vor Augen halten: die Erekutive sott arbeiten, nicht reden. II. Heber den Inhalt der Debatte ist wenig zu sagen. Die Jta-Meldung zeigt jeden: Eingetveihten, daß es sich um eine Doublette der letzten Debatte int Verbandstag handelt. Tr. Sandler brachte die ältesten Ladenhüter des zionistischen Kampfes gegen den Centralverein vor: nicht einmal der Vorwurf „unwürdiger Anbiederungsversuche" fehlte — und das in einer Zeit, in der Zionisten voll Stolz jeden Generalmajor a. D. Freiherrn Dr. h. c. und jebeit Erminifter hermnreichen, der ein wohlwollendes, von keinerlei Sachkenntnis getrübtes Wort über den Zionismus von sich gibt. Und wenn Herr Tr. Sandler meinte, daß der C.-B. nur eine Partei sei, so trifft das zwar ideologisch insofern \ zu, als wir allerdings der Meinung sind, der Kamps um die Emanzipation der deutschen Juden läßt sich nur führen, wenn diese selbst sich als Deutsche sühleir und bekennen. Anders hat es auch,Polizeivizepräsident Tr. Weiß in seiner von Herrn Kareski beanstandeten Breslauer Rede nicht gemeint, als er sagte, alle deutschen Juden müßten in.' Centralverpiu sein, „müßten", sind es aber nicht, weil leider einige dem Zionismus anhangen. Praktisch indessen ist der C.-V. keine Partei, seineArbeit k o m m t j a alten d en t s ch e u I n d eu — von Nau m an n bis Klatz - kin — zugute! Dr. Sandler versagte sich schließlich das Erperiment, seine Resolution zur Absiimmutig zu stellen: vielmehr beschränkte er sich darauf, sie als „Protokollercktärung" (siehe oben!) zu den Akten zu geben. Tie jetzt angenommene kurze Entschließung kann verschieden beurteilt werden: sie bedarf zunächst der Bestätigung durch den nächsten Verbandstag. Ihre Annahme im Rat ist offensichtlich lediglich deshalb erfolgt, weil der Wortlaut nur Selbstverständlichkeiten aussvricht, eine Aenderung der Haltung des Landesverbandes in der Abwehrsrage aber in keiner Weise nach sich zieht. III. Unverständlich bleibt es, daß die Jüdische Telegraphen- Agentur es für richtig gehalten hat, einen so einseitigen Parteibericht zu veröffentlichen. Wollte sie neben dem amt" lichen Bericht interessante Einzelheiten melden, so mußte dies objektiv und unparteiisch geschehen. Die „Ita" konnte nicht annehlnen, daß Dr. Sandlers Angriff gegen den Eentralverein unwidersprochen geblieben wäre: sie ntußte sich also mit dem Centralverein iu Verbindung setzen und aus beiden Parteidarstellungen einen objektiven Bericht zusammenbaueu. Damit aber, daß sie sich beeilte, den zionistischen Bericht (der ja wohl auch noch drei Tage Zeit gehabt hätte!) zugleich mit dein amtlichen zu verbreiten, hat sie zwar nicht ihren oft glaubwürdig bekundeten Willen, wohl aber ihre Fähigkeit zu wirklicher Unparteilichkeit in Frage gestellt, dies umso mehr als sie während der Wahlen, als ihr eine liberale Aeußerung zugesandt worden war, sehr wohl verstand, die Volksvartei um eine Gegendarstellung anzugehen. — Niemand bedauert das mehr als Ivir, denn angesichts der überall regen zionistischen Propaganda wissen gerade wir, wie notwendig es wäre, ein wirklich objektives, unparteiisches jüdisches Nachrichtenbüro zu haben. Der Londoner Jta-Direktor Latrdau, der kürzlich Gast der „Vereinigung für das liberale Judentum" und anderer liberaler Körperschaften war, würde sich ein Verdienst um die jüdische Gesamtheit erwerben, wenn er den von ihm proklamierten Grundsatz der Objektivität zur Tat werdet! lassen wollte. Die jüdische Fürsorgeerziehung in Deutschland Ter Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berltu und das Kuratorium der „Aktion der deutschen Juden für Erziehung und Arbeit" hatten am Mittwoch, den 20. Mai, zu einer Einweihung des neuen Lehrlingsheims in der Holzmarktstraße 74 geladen. Ter Einladung waren zahlreiche Mitglieder der Ministerien und der städtischen Besthörden, sowie zahlreiche Persönlichkeiten der jüdischen Gesellschaft Berlins gefolgt. Im Namen der Deutsch-Israelitischen Genteindebuudes und im Namen des Kuratoriums der „Aktion der deutschen Juden für Erziehung und Arbeit" begrüßte Legationsrat Professor Tr. M. Sobernheim die Erschienenen und dankte insbesondere den staatlichen und städtijchen Behörden für ihre Teilnahme. Prof. Tr. Sobernheim sprach alsdann dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin den Tank dafür aus, daß er in großzügigster Weise die Anstalten des T. I. G. B .förderte, und ging dann auf die Tätigkeit der „Aktion der deutschen Juden für Erziehung und Arbeit" ein, dei der deutschen Juden für Erziehung und Arbeit" du, die notwendigen Beträge aufgebracht habe, um die Institution, die ins Leben tritt, zu ermöglichen. Pros. Tr. Sobernhetm gab einen kurzen Abriß der Entwicklung der jüdischen Fürsorgeerziehung in Deutschland und betonte die außerordentlichen Fortschritte, dei in der Frage der jüdischen Fürsorgeerziehung durch die Errichtung des neuen Heimes in Wolzig erreicht worden sind. Ter Leiter dieser Anstalt, Tr. Hans Lubinski, verwirkliche in Wolzig in ausgezeichneter Arbeit und in vorbildlicher Weise die neuen modernen Grundsätze der Fürsorgeerziehung. Ter unermüdlichen Initiative Tr. Lubinskis sei es zu danken, daß nunmehr auch dieses neue Heim in Berlin eröffnet wurde, das gewissermaßen die Krönung des Wolziger Werkes darstelle. Zum Schluß dankte Prof. Sobernheim noch dem Geschäftsführer der Aktion der deutschen Juden für Erziehung und Arbeit, der mit dem Leiter vor Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Inden, den. Anstoß zur Reform des jüdischen FürsorgeerzichunZswesens gegeben habe und dem auch an der Fortentwicklung dieses Werkes und der Neuerrichtung des .Heimes ein bedeutsamer Anteil zufalle. Im Natnen des Vorstandes der Jüdischen Genteinde zu Berlin begrüßte alsdann .Herr Tr. Ellenbogen die Erschienenen und sprach die besten Wünsche für cin Gelingen dieses bedeutsamen Werkes aus. Alsdann ergriff der Leiter der jüdischen Fürsorgeerziehung Tr. Hans Lubinski das Wort zu einem Festvortrag. Soeben erschien und wurde auf Grund der Vorbestellungen versandt: Claude 8. noaiftiiore IMKIES UIEMIH JIOBtnilS übersetzt von Joseph Kauffmann durchgesehen und herausg-egeben von RabbinerDtvC.Seäigmann drosch, m s.—: in Ganzleinen gb.ffl 7.60 Damit liegt das große Bekenntnisbuch des Liberalen Judentums, das in jede Familie gehört, in deutscher Sprache vor. Das Werk ist durch jede Buchhandlung zu beziehen oder direkt vom Verlage GUStaV 111961 LOlPZiG G1. In längerer eindrucksvoller Rede schilderte er die besondere Problematik und die Schwierigkeitett der jüdischen Fürsorgeerziehung. Er betonte aber auch die außerordentlichen Möglichkeiten, die sich aus der heil-pädagogischen Erziehung, die mit Arbeitserziehung verbunden ist, ergeben. Das Heim in Wolzig verfügt heute bereits über fünf Lehrwerkstätten, in denen alle Zöglinge zu einem passenden Berufe vorgebildet werden. Das neue Heim soll dazu dienen, dem Zögling den Uebergaug iu das freie Leben zu erleichtern und ihm die Kraft zu geben, als Vollwertiger im Lebenskämpfe seinen Mann zu stehen. Tr. Lubinski ging aus die besonderen Schwierigkeiten der Fürsorgeerziehung überhaupt ein und betonte die Notwendigkeit, ans diesem Gebiete wissenschaftlich weiter zu arbeiten, um der großen Zahl gefährdeter Jugendlicher wirklich Helsen zu können. Er dankte allen Helfenden, insbesondere der „Aktion der dcutbeik". die das Werk ermöglicht hat, dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund und dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Wir werden darauf nach ausführlicher zurückkommen. Namens des Jugend- und Wohlfahrtsamtes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin sprach Tr. Lamm herzliche Begrüßungsworte und gab der Hossuuug aus weitere gemeinsame gedeihliche Arbeit Ausdruck. Es folgte eine Führung durch das Haus, das für ca. 30 bis 3st Zöglinge Platz bietet. Allgemein wurde die Einrichtung des Heimes, das mit sparsamsten Mitteln vorzüglich ausgestattet wurde, bewundert. Besondere Beachtung fanden die Möbel, die in den Werkstätten des Wolziger Erziehungsheimes selbst hergestellt worden sind. Allgemein kaut die Meinung zum Ausdruck, daß das Heim allen Anforderungen einer Stätte jüdischer Jugenderziehung Rechnung trägt. Die Wahlen in Oldenburg Die kürzlich stattgefundenen Wahlen zum Oldenburger Landtag haben gezeigt, daß die nationalsozialistische Welle, die während der letzten Reichstagswahlen so steil angestieg-eu war, nicht nur nicht zunr 'Stillstand gekommen ist, sonherw weiter anfteigt. Die Nationalsozialisten haben in Oldenburg ihre Stimmenzahl gegenüber den Reichstagswahlen um ein weiteres Drittel, von 76 310 auf 101490, und ihre Lamd>- tagsmandate seit der letzten Landtagswahl von 5 auf 19 erhöhen können. Die Mittelstandsparteien, mit Ausnahme des Zentrums, das seinen Besitzstand erhalten konnte, haben im Durchschnitt die .Hälfte ihrer früheren Stimmen- und Mandatszahl einHebüßt. Die Sozialdemokraten haben eine beträchtl liche Zahl stimmen au die Kommunisten verloren. Tie .Hoffnung der Nationalsozialisten, daß sie in Oldenburg mit ihren Bundesgenossen, den Deutsch nationalen, eine Regierung werden bilden können, hat sich nicht erfüllt: vou den 49 Landtagsmandaten verfügen Nationalsozialisten und Teutschnationale über 21. Somit wird es wohl bei der bisherigen Beamtenregierung bleiben. Von folgenschwerer Bedeutung wäre das Ergebnis dieser Wahl, wenn man es als Gradmesser für die politische Stimmung in ganz Deutschlatrd betrachten wollte. Die fortschrittliche Presse ist aber der Ansicht, daß die Dinge in Oldenburg anders liegen als im übrigen Deutschland. In diesem industriearmen, kleinbürgerlichen und bäuerlichen Lande hätten sich die neuen nur dem Großgrundbesitz zugute kommenden Agrarzölle so verhängnisvoll ansgewirkt, daß ein großer Teil der Bevölkerung in das radikale Lager abgetrieben worden ist. Ablehnung eines jüdischen Richters unzulässig Eine Reichsgerichts-Entscheidung. Ter nationalsozialistische Kaufmann Franz Binz wurde vom Landgericht Aachen wegen Beschimpfung der republikanischen Staatsform zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Revision beim Reichsgericht ein mit der Begründung, daß. 'seinem Ablehnungsantrage gegen den Landgerichtsdirektor R. wegen dessen Zugehörigkeit zu der jüdischen Religionsgemeinschaft zu Unrecht nicht stattgegebeu worden sei. Der erste Strafsenat des Reichsgerichts hat am 22. Mai die Revision verworfen und ausgesührr, daß nach der reichsgerichtlichen Rechtsprechung die Zugehörigkeit zu einer politischett Partei ooer zu einer Religionsgemeinschaft noch nicht einen Ablehnungsantrag rechtfertige, es sei denn, daß ganz besondere Umstände vorliegen, die aber hier nicht gegeben sind. Kulkuranlisemilismus! In einer hessischen Gemeinde gab eo etwa dreißig jüdische Familien. Für diese war jedoch kein Friedhof vorhanden. Tie Hcrgabe des oftmals beantragten Geländes war stets verweigert worden, weil jüdische Friedhöfe als ewiger Besitz dauernd erhalten werden müssen. Deshalb mußten die Toten dieser kleinen Gemeinde zu dem nächsten etwa 12 Kilometer entfernten Friedhof transportiert werden. Als dann in einer Woche zwe> Mitglieder dieser jüdischen Gemeinde starben, versuchte man nochmals an der höchsten Staatsstelle, durch eine Eingabe einen Begräbnisplatz zu bekommen. Aber der Gemeindevorsteher, der sich ans seine Dickköpfigkeit etwas zrtgute tat, schrieb aus das Gesuch, das ihrn zur Rückünßerung vorgelegt wurde: „Kurzerhand mit dem Bemerken zurückgereichl, daß die Gemeinde gern bereit i>st, ein geeignetes Gelände kostenlos herzugeben, wenn sich die jüdische Gemeinde verpflichtet, in Zukunft wöchentlich zwei Beerdigungen vorzunehmen." Henry Morgenthau 75 Zahre Anläßlich des 75. Geburtstages des ehemaligen Botschafters tu der Türkei Henry Morgenthau fand im Broax .House, erneut vom Morgenthau und seiner Gattin vor faßt 2ö Jahren gegründeten Settlement, ein Fostdiner statt. Präsident Hoover, Gouverneur Roosevelt, Vizeg -uverneur Herbert H. Lehman und der ehemalige Kriegsminister Newtotr T. Baker hatten Glückwunsch-Telegramme gesandt. Morgenthau, der aus Teutschland stammt, hat seine Ausbildung am Eolleae der Stadt New Port und an der Columbia Universität erhalten. Im Jahre 1913 wurde er zum amerikanischen Botschafter in der Türkei ernannt. 1919 ernannte ihn Präsident Wilson zum Borsitzenoen der amerikanischen Kommission zur Untersuchung der Pogrome iu Pohlen. Nach der Frieoenskouferenz unternahm er Propagandaj reisen durch die Bereinigten 'Staaten zugunsten des Anschlusses i Amerikas an den Völkerbund. Er war auch Vorsitzender! der vom Völkerbund gebildeten Kommission zur Ansiedlung der griechischen Flüchtlinge. Morgenthau hat sich auch hervorragende Verdienste ans philanthropischem Gebiete erworben. B. a .hat er den Verband zur Erhaltung jüdisch-philanthroj rischer Gesellschaften und den Stiftungsfonds des Hebrew! Union College in großzügiger Weise gefördert. Richard Huldschmer gestorben j Durch Die Tagespreise geht die Nachricht, daß der Tichj ter Richard .Huldschiner gestorben ist. Huldschiner, in seinem beruflichen Leben Arzr. gehört zu den feinsinnigen, lyrischen Naturen, für die die heutige Zeit keine Zeit zu haben scheint;! seine lirerarische Produktion hätte mehr Beachtung verdient, j al> ihr von der Allgemeinheit gezollt wurde. Das gilt auch für denjenigen Ausschnitt seines Schaffens, welcher jüdischen Themen gewidmet war. Wir werden in einer der nächsten Nim-mern eine ausführliche Würdigung .Huloschiuers auS berufener Feder bringen. f *\ Aus den Gemeinden i X ♦ ....<>._> Auftakt zum Breslauer Wahlkampf Die seit Dp, Jahren auf Veranlassung des R.-A. Ludwig F ö r d e r gegründete Mittelpartei hatte zum 18. Mai all e Mitglieder der S y nag og e n g em ei nd e zu einer Versammlung eingeladen. Thema: „E i nh eii s g e m eiu d e oder Separatismus". Referent: R.-A. Ford er. Die Versammlung war von ungefähr 200 Anwesenden besucht, davon vielleicht 50 Mittelparteiler. Geleitet wurde sie von R.-A. Dr. Wolfs. Es ist hervorznheben, daß Dr. Wolfs in der Erössnungsansprache und auch in einer späteren kurzen Rede in durchaus vornehmer, wenig aggressiver Weise die Notwendigkeit feiner Partei darzulegen versuchte. Anders der Referent. In ungefähr listftündiger Rede wandte sich R.-A. Fürder zunächst gegen das „Bündnis der neu entstandetten Wirtschaft spartet mit den Liberal e n". Er vertrat (dies übrigens mit Recht) die Ansicht von der Ueberflüssigkeit der neuen Parteien, wobei er aber die seinige ausnahm. Der hiesigen liberalen Fraktion konnte er eigentlich bis aus wenige, noch dazu sehr zweifelhafte Belanglosigkeiten nicht viel vorwerfen: vor allem nicht, daß sie ihre bisherige absolute Majorität, die sie im Wahlkompromiß freiwillig aufgegeben, mißbraucht hätten. Denn dem