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Jüdisch-liberale Zeitung · 1931-05-27 · 20-21 (27.5.1931) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
11 (1931)
Issue
20-21 (27.5.1931)
Date
1931-05-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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11. Zayrgang Nummer 20/21 Mlschliderale Zeilung 1. Beilage 27. Mai 1931 Ratstagung des Preußischen Landesverbandes präsidiumswahlen. Dr. Freund nicht wiedergewählt. Eine überflüssige C.-V.-Debatke. 'Am Donnerstag,! 1. Mai, l>teit bei neugewähltc Große Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden seine fonftitiiievenbe Sitzung ad. Aus dein nachfolgenden amtlichen Bericht ist ersichtlich, daß .Herr Kammergerichtsrat Leo 58 o i ff eiustiinntig zuin Präsidenten wiedergewählt .üitvbc; von unseren liberalen Gesinnungsfreunden wurden lern er neugewählt: Laridgerichtsrat Tr. dlrthur L i l i en t h a l Aum Vizepräsidenten, Bruno W o y d a zum stellvertretenden Schatzmeister und Rabbiner Dr. Julius Galliner zum 'Beisitzer im Engeren Rat. Diese Wahlen können wir von unserem Standpunkt aus nur begrüßen, ebenso auch die weitere Tatsache, daß -Herr Tr. Jsmar Freund sowohl aus dem Präsidium als auch aus dein Engereil Rat auSscheiden mußte, obwohl die Zionisten und einige Konservative bei den Wahlen zu diesen beiden Körperschaften glaubten, sür ihn eiutreten zu sollen. Herr Tr. Freund wird in Zukunft nur noch dem Großen Rate angehören, aus allen eigentlichen Berwaltungskörperfehaften aber ausgeschieden sein, worin zweifellos eine große Erleichterung der sachlichen Arbeit zu erblicken ift Wir lassen nunmehr zunächst' den amtlichen Bericht folgen. 'Amtlich. Am 14, Mar 15131 trat in Berlin der Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, der aus Vertretern der Großgemeinden und der Wahlkreise sowie aus den durch den neuen VerbandStag hinzugewählten Mit gliedern besteht, zu feiner konstituierenden Sitzung zusammen. Sie wurde durch den Alterspräsidenten, Geh. Med. Rat Prof. Tr. F a l k e n h e i m - Königsberg, eröffnet. Zum Präsidenten wurde einstimmig Kammergerichtsrat Leo 58 o i s f rviederge!vähtt. Er übernahm sofort die Leitung der Versammlung und richtete herzliche Worte der Begrüßung an die Mitglieder des Rates, besonders an diejenigen, die dem früheren Rat nicht angehörr baden. 'zu stellvertretenden Präsidenten wurden Rerlstsantvalt Tr. Klee wieder uub .Landgerichtsrat Dr. Lilient h a l neu gewählt, zum Schriftführer Geh. Justizrat Goldfeld Breslau, zunn Schatzmeister Direktor Kareski, zu in stell vertretenden Schatzmeister Dipl. Ing. Bruno Woyda, zu Beisitzern Rabbiner Tr. Galliner, Justizrat Tr. Blau Frankfurt a. M. und Salman S eh o eleu. Zu Mitgliedern des W o h l f a h r t sdl u S s ch u s s e s wurdeit Landgerichtsrat Tr. Liliemhal ^Vorsitzender) und Rabbiner Dr. Eschel bacher Düsseldorf, zu Stellvertretern Frau Bertha Falkenberg und Tr. Friedrich Ollendorss, zu ^Mitgliedern des Rechts 'Ausschusses Geh. Jnftizrat Goldfeld Breslau (Vorsitzen der) und Ministerialrat Abranwwitsch, zu stellvertretenden Mitgliedern Landgerichtsrat Tr. Lilienthal und Kammergerichtsrat Dr. bierechter gewählt. Alsdann wurde festgestellt, daß als Nachfolger des Abg. Kaufmann 'Mülheim Ruhr, der sein Mandat niedergelegt hat, Oberregierungsrat Tr. Marcus Düsseldorf als 'Abgeordneter in den Verbandstag eintritt. Ten von dem VerbandStag am 23. März 1931 gefaßten Entschließungen, in denen zum Kamps gegen die Barbarei der Judenhetze anfgerufeu, von den Behörden wirksame 'Maß nahmen zum Schutze der jüdischen Bevölkerung verlangt und den zur Bekämpfung des Antisemitismus berufenen Organi sationen gedankt wird, wurde zngestimmt, desgleichen den vom VerbandStag zum .Haushaltsplan gefaßten Beschlüssen. Hierbei wurde ansS neue darüber Klage geführt, daß ein Teil der MitgliedSgemeindeu ihrer Verpflichtung zur Zahlung der Umlage nicht vollständig oder gar nicht uachgekommeu ist und beschlossen, mit Rücksicht aus die schwierige Lage des Landes verbandeS mit allen Mitteln für Einziehung der rückständigen. Verbandsbeiträge zu sorgen. Dem Rat lag eine große Reihe weiterer 'Beschlüsse des 'Verbandstages vor, denen er im allgemeinen beitrat. ES bandelt sich insbesondere um das Verfahren bei den Einbürgerungen, um die Regelung des Rechts der Staatenlosen, um die Unterstützung des Wellverbandes Schomre Schabbos, um die 'Bekämpfung der Bestrebungen zur Abänderung deS Kalenders, soweit die Einführung eines sogenannten BlankotageS geplant wird, um die materielle Unterstützung sowie die seelische und geistige Fürsorge sür die jüdischen Erwerbslosen. Zur Vorbereitung der von allen Seiten augeregten Milderung der Verfassung des Landesverbandes, durch die eine wesentliche Vereinfachung und 'Verbilligung der Organi sation herbkigrstihrt wird, wurde ein Ausschuß eingesetzt. Einen breiten Raum nahm in den Verhandlungen die Beratung über die zur Behebung oder wenigstens Milderung des besonders unter den Juden herrschenden wirtschaftlichen Notstandes ein. Hier konnnt insbesondere der Ausbau und die Sicherung des jüdischen dlrbeitsnachweiswesens und zur Erhaltung des gefährdeten geiverblichen, handwerklichen und kaufmännischen Mittelstandes die Begründung von Darlehnskassen in örtlich abgegrenzten Bezirken, möglichst unter 'Mit Wirkung staatlicher Stellen, und die Bereitstellung von Kapitalien zur Verbilligung der für die ausgegebenen Darlehen zu zahlenden Zinsen io Betracht. Ein sofort eingesetzter Sonderausschuß soll unter Zuziehung von Sachverständigen die zu ergreifenden Maßnahmen prüfen und iw die Wege leiten. Wie fast in alten bisherigen Sitzungen des Rates waren die Verhältnisse der zur Ausbildung jüdischer Lehrer bestehenden Anstalten Gegenstand einer gründlichen Aussprache, die das gesamte Unterrichtswesen umfaßte. Ferner wurde das Verhältnis des Landesverbandes zu den drei theologischen Bildungsanstalten besprochen. Es wurde beschlossen, in die Kuratorien der Anstalten je zwei Vertreter des Landesverbandes abzuordnen und die Bestresbungen zur Sicherung der Pensions¬ und .Hinterbliebenenversorgung der Tozenten tatkräftig zu unterstützen. Die Sitzung, welche vormittags um 91,!* Uhr begonnen hatte, wurde nach Erledigung aller sonstigen auf der umfangreichen Tagesordnung stehenden Angelegenheiten um 7ist Uhr abends geschlossen. Liberale Ä V _ in Dresden Wenn auch der Liberalismus in der Dresdner Gemeinde ihrer ganzen Struktur nach von jeher heimisch war, so erkannten doch maßgebende und einsichtige Anhänger dieser unserer Richtung mehr und mehr die Notwendigkeit, sich durch Reaktivierung der bisher nur dem Namen nach bestehenden Ortsgruppe gewissen veränderten Zeitverhältnissen anzupassen. Diese Auffrischung zunächst des Vorstands - ist kurz nach den letzten Gmneindewahlen erfolgt und hat nunmehr nach außen erstmalig Frucht getragen: einen in jeder Beziehung vorbildlich gelungenen Werbe- und 'Aus klärungsabend, der, wenn die Kräfte nicht Nachlassen, eine n e it e liberale A e r a in der Dresdner Gemeinde einzuleiten berufen ist. Zeugte schon der würdige Rahmen (in einem der schönen Säle des Belvedere) sowie das gediegene Programm, die Verbindung von Geist und Kunst, von der Liebe, mit der sich der neue Führer der Dresdner Ortsgruppe Herr Nathan Friedmann und sein Stab ihrer nicht leichten Ausgabe unterziehen, so darf entschieden das Eine als ein großer moralischer Erfolg der Veranstaltung bezeichnet werden, daß es gelungen war/ die für Dresdner Verhältnisse sehr stattliche Zahl von etwa 400 Besuchern auf die Beine zu bringen, und daß sich darunter vereinzelt solche Gemeindenütglieder befanden, die es ihrer geachteten gesellschaftlichen Stellung schuldig zu sein glauben, sich sonst geflissentlich allen jüdischen Tiilgen fernzuhalten. Erfreulicherweise waren der Einladurrg auch ausgesprochene Vertreter der anderen Richtungen ge folgt, die durch getegerltliches Murren, obwohl dazu bei der streng gewahrten Sachlichkeit der Ausführungen kein Grund vorlag, i -re Anwesenheit zu erkennen gaben. Sehr harmonisch mld zu :eich stimmungsfördernd wirkte die festliche VerbräillUllg des Abends mit klassischer Musik; ein ans den beiden Konzertmeistern der Staatskapelle Koene und Hesse in Ver bindung mit dem Klaviervirtuosen Klinger bestehendes Trio brachte ein Werk von M o zart und eines von S ch 11 beul zu Beginn und zwischen den Referaten künstlerisch hervorragend zu Gehör eine Neuerung bei Kulldgebungen, die Nach ahnurng verdient. In seiner Begrüßung, der er dann itod) kurze Tankes Worte folgen ließ, hieß Herr Friedmann die anwesenden Dresdner Rabbiner, die Gemeindevorsteher von Dresden und Chemnitz, den Vorsitzenden der Ortsgruppe Chemnitz der L. B. und nicht zuletzt die Redner des Abends, Rabbiner Tr. e l i g m a n n (Frankfurt) und Generalsekretär G o e tz, herzlich willkommen. Beider Ausführungen ergänzten sich trefflich. Dr. Seligmann, dessen von Altersreife zeugende, warmherzige und temperamentvolle Art unbedingt sympathisch be rührt, konnte so recht aus dem Borne seiner Erfahrungen als eilrer der Väter der Bewegung schöpfen, als er von»den Zeiten nach Mendelssohn ausgehend all dem Versagen der Orthodoxie (infolge ihrer Erstarrung) die in keiner Weise übertriebeneu V e r b i e n ft e des LiberaliS tu u s darlegte. Ja. er verschwieg hierbei nicht, daß der Liberalismus als ei re ans dem tiefsten Sinne unserer Religion geschöpfte, nicht an äußere Vorschriften gebundene Bewegung s e l b st mit daran schuld sei, wenn Liberalsein ganz und gar in Verkennung dessen, was der wahre Liberalismus von feinen Anhängern verlangt, noch heute vielfach mit I n d i s s e r e nt i S - in u s gleichgesetzt werde. U n i v e r s a l i s m u s und Messianismus sind die Grundlagen, die Hauptinhalte der jüdischen Religion, und hieraus ergibt sich naturnvtwendig, daß der Liberalismus als religiöse Bewegung alle völkischen Bestrebungen — auch im Judentum — ablehnt. Herr Goetz, welcher diese Gedankengänge nach der politisch-praktischen Seite fortsetzte, deutete die von Dr. Seligmann mit eindringlicher Klarheit erläuterten Begriffe analog in ReligivnSgem e i n b e und Emanzipation als den Hauptzielen deS Liberalismus um, wobei er betonte, daß es sich keineswegs nur um die Emanzipation der Juden in Deutschland, sondern in allen Ländern handle. Er umriß dann noch kurz und bei seiner glänzenden Beherrschung der Materie sehr wirkungsvoll einzelne Aufgabenpunkte liberaler Gemeindepolitik, unsere - keineswegs bloß unserem Teutschbewnßtsein oder 'Angst vor Antisemitismus entspringende — Ablehnung der jüdischen Schute, den in vjeleu Gemeindevertretungen noch nicht er kannten grundsätzlichen Unterschied in der '(selbstverständlichen, weil der Allgemeinheit zugute kommenden) 'Bewilligung von Mitteln für dlbwehrzwecke (C. B.) gegenüber Subventionen für Palästina, die selbst nach der Ausfassung von 'Agency Mitgliedern als reine Parteisache zu betrachten sind, »m schließ lieh eineil Appell an die ziemlich zahlreich anwesende Jugend zu richten und all alle diejenigeli, beiten die Verbreitung und Pertiesuug religiös-liberaler Ideen beim Heranwachsende» Gcschlechte am Herzen liegen muß. Tie Redner fanden fühlbar st a r k e R e s o n a n z , die sich über den langauhaltenden Beifall des Abends hinaus praktisch noch erweisen wird. Tie Anerkennung des hohen geistigen 'Niveaus der Kundgebung, die als ein Er eignis im Dresdner Gemeindeleben empfunden wird, lvar allgemein und kam in der sich auschließendeu geselligen Unterhaltung im engeren Kreise noch besonders zum Ausdruck. Von Diskussion war mit Recht abgesehen, der Abend gestaltete sich ohnehin lang genug, und der Vorstand plant im Herbst mit einem hoffentlich aus nicht minderer Stufe stehenden 'Ausspracheabend seitens der Ortsgruppe wieder au die Oesfentlichkeit zu treten. Tr. R. E. Sitzung des Engeren Rates Im Anschluß au die Sitzung des Großen Rates fand Freitag den 16. Mai, eine Sitzung des Engeren Rates statt. An ihr nahmen teil der Präsident des Rates, Kammergerichts rat W o l f s, die Herren Tr. K l e e, Landgerichtsrat Li l i e n - l h a l, Direktor K aresk i, Tipl..-Jng. Woyda, Salman Schocken, Rabbiner Dr. Ga ll in er. lieber die Verteilung der Tezernate wurde beschlossen, daß die Präsidiatge schäfte vom Kammergerichtsrat Wolfs versehen werden. Das Finalizdezernat übernahm Herr Kareski. Tie Aufgabe, die sich mit der Subventionierung der Gemeinden, Lehrer und Rabbiner, der Baubeihilseu, also der bisherigen Subventions kommission und der Verteilung der StaatSbeihilfen, befassen, wurden Tr. Klee zugeteilt. Tie Rechtsangelegeuheiteu und die Bearbeitung der Wohlsahrtsangelegeuheiten wurden Tr. Lilienthal übertragen. Tie sozialpolitischen Ausgaben in Ver bindung mit der 'Wirtschaftsfrage übernahm Dipl. Ing. Woyda. TaS Dezernat für Beamteilangelegenheiten in 'Ver bindung mit der Reliktenversorgung übernahm Herr Woyda in Verbindung mit Herrn Schocken. Das Dezernat für die Erhaltung von Kunstdenkmälern im preußischen Staate er | hielt Tr. Lilienthal, der es mit Unterstützung des Herrn \ Schocken bearbeiten wird. Tie Verwaltung der BezirkSrab! binate übernahm Rabbiner Tr. Gatliner. 'Bis zmn Eintritt! eines Schulmannes in den engeren Rat (Tr. Gutmann) wer j den diese Angelegenheiten im Aufträge der Dezernenleiikon j serenz von Pros. Tr. Elbogen behandelt. Kammergerichtsrat > Wolfs übernahm außer den Präsidialgeschäften auch das De-! zernat über das Judengesetz und die Bearbeitung der Frage des Reichsverbandes. TaS bisher von Dr. Freund oerwat ( tete politische. Dezernat hört in dieser Form zu bestehen auf.! Jeder Dezernent hat das Recht und die Pflicht, die in fein > Dezernat fallenden politischen Angelegenheiten selbständig zu erledigen, wobei wichtigere Fragen vorher im Dezernenten kollegimn besprochen werden sollen. * * * | Mit dem Abdruck dieses amtlichen 'Berichts und der i wenigen ihm voransgeschickten Einleitungsworre würden wir uns begnügt haben, wenn nicht die „Jüdische Tele g r ap h en - A g e n t u r (J.T.A.)" für richtig gehalten hätte, gleichzeitig mit dem amtlichen folgenden Parteibericht zu ver öffentlichen: Preußischer Landesverband und Rechtsschutz der Jriden. Berlin, 15». Mai (J.T.A.V lieber die Sitzung des Rares des Preußischen Landesverbandes am 14. ®iai geht »ns von volksparteilicher Seite noch sohlende Mitteilung zu: , Ter Sitzung des Rates des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden vom 14. d. Mts. lag eine Entschließung deS Berbandstages vor, in der der Preußische Landesverband den zur Bekämpfung des Antisemitismus berufenen Organist tionen sür ihre tatkräftige Arbeit dankt. Im Namen der vvltS. Parteilicheid Mitglieder des Rates wandte sich Dr. Sandler gegen diese Danksagung, die eine Anertennnng der Tätigkeit des (£eiiiralvereins einschließe. Er stellte den Bckämpsuligsmethodcn des Eenlratvereiiis die von der Bolkspartei geforderten Methoden gegenüber und bestritt dem E.B., als einer Parteiorganisation, die in den inneren jüdischen Kampf eiugreife, daS Recht, die Interessen der deutschen Gesamtjudenheit zu vertreten. Er gab im Namen seiner Freunde folgende Erklärung zil Protokoll: „Wir bestreiten den privaten Organisationen, die sich mir der 'Bekämpfung des Antisemitismus befassen, das Recht, gegenüber der deutschen Oesfentlichkeit und gegenüber den Behörden die Interessen der deutschen (Yesamtjudeiiheit zu vertrete». Eine private -Organisation, solange sie von ausgesprochene,n Parteicharatter ist, min deren Bekämpf»»gsmeihoden luiv nicht billigen, können wir als die Wortfnhrerin der deutschen Juden nicht anerkennen. 'Wir verlange», daß die legitimen Vertretungen der deutschen Indenh-eit, Landesverbände und späterhin der Reichsverband, den Schutz dc'r »ns versafsuiigsgemüß zustehenden bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte übernehmen. Ter Preußische Landesverband hat die gesaincen Fnteressc» der preußischen Juden gegenüber den Or gane» der Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung wahrzu nehmen. Er hat den ivirtschasrlichen AntisemilismuS zu bekämpfe» und deingemäß die sozialpolitischen Arbeiten in allen ihre» Formell auszubauen und die jüdische Wirtschaftshilfe zu fördern." Ter Rar nahm hieraus die folgende Resolution an, die von »er letzten Verbandstagunq abgelehnt worden lvar: „Ter Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden ha! die Rechre der in Preuße» lebenden Juden zu schützen und deren gesäurte Jnteresseir gegenüber derr Organen der Gesetzgebung, Vermal inug und Rechtsprechung ivahrzunehmen." Diese Meldung bedarf einer Erläuternmz nach Seiten! ihrer sorwalen, ihrer inhaltlicheil und ihrer publizistischen Be deutuug.! ' I.! Weuu irgend etwas, so har diese Ratstagung mit ihrer j erneuten Centralvereins Debatte gezeigt, wie notwendig es! ist, durch Verfassungsänderungen die Arbeit des Landesver! bandes zu vereinfachen. Ter Rat sollte die Exekutive des \ VerbandstageS sein, aber in Wirklichkeit stellt er eiue Art FAKVIUEXSCHUTZ GEIEIOfUI«*« VE1EIV bietet seinen Mitgliedern außerordentliche Vergünstigungen bei Sicherstellung der Familie für einen Monatsbeitrag von 2.— Reichsmark. — Gemeinden, Logen, Chevvras, Synagogenvereine und sonstige jüdische Organisationen erhalten durch den Erwerb der Mitgliedschaft besondere Vergünstigungen. Haupt- und nebenberuflich© Vertrauensleute an allen Orten gesucht. F 1 M I L I E V S (’ H II T Z Gemeinnütziger Verein für Hinterbliebenenfürsorge der Mitglieder jüdischer Gemeinden e. V. BERLIN W 9, Friedrich Ebertstraße 2—3 Telefon B 1 Kurfürst 8464 596391

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