Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 20-21 (27.5.1931)
- Date
- 1931-05-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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tftfsanfcc--1. Das ist fcr,ar tmcberiioli rj:jcf;pf,cn. 3rfi habe ■feit Bestehen des Verbandes dessen liberalen K u l t u s - aus schuß angehört, jedoch diese Vertretung des Kantoren.^ Berufs al») offizieller Gesanitheit als zu indirekt empfunden. 2. Gutt m a n n, Pctsdani, 2. Vorsitzender bce Allgeineinen deutschen Kanlorenverbandeo. * Zwischenbemerkung ober Nachwort? Ter bisherige Gang der Diskussion dürfte mit Recht alle Leser enttäuscht haben. Denn was war der 2hm meines Artikels? Nicht um das Separatinteresse der Kantoren ging es, sondern, nm das jüdische Gesamtinteresse zu fördern, wurden für den Kantorenstand eine Anzahl von Forderungen erhoben — Forderungen, welche bisher nicht in die Wirklichkeit umgescht worden sind und von denen daher angenommen werden durfte, daß, ebenfalls im jüdischen Gesamtinteresse, gewichtige Gründe gegen sie geltend gemacht werden könnten. Dies der 2hm der dem Artikel als redaktionelle Bemerkung vorangeschickten Bitte „um Ausnahme der Erörterung, besonders aus den beteiligten B erufs k reisen". Eingetroffen sind aber — mit der alleinigen Ausnahme oes in Nr. 18/19 v. 13 Mai abgedruckten Aufsatzes von Herrn I. Wolsssohn-Breslau — ausschließlich Zustinimungserklärungen von Kantoren, von denen einige hier bereits abgedruckt wurden, andere bei der Redaktion noch vorliegen und nicht veröffentlicht werden sollen, bevor nicht von seiten der Gemeinden (Vorstände und ^Vertreter) und von seiten der anderen am Gottesdienst beteiligten Berufe Aeußerungen vorliegcn. Obwohl die Artikel der Herren Kantoren meinen Aufsatz in vielen Einzelheiten wertvoll ergänzen, so ist es doch, auf das Ganze der Diskussion gesehen, unergiebig, daß nur die Kantoren selbst die Erörterung, und natürlich zustimmend, geführt haben. An den übrigen beteiligten Kreisen wird es liegen, ob diele Zeilen Nachwort oder Zwischenbemerkung sind, ob die Diskussion weitergehen soll ober nicht. Ist das allgemeine Schweigen als Zustimmung zu deuten, warum erfüllt man die seit langem, keineswegs seit meinem Artikel erst, crho-» denen Forderungen der Kantoren nicht? Ist aber gegen diese Forderungen im jüdischen Gesamtinteresse etwas zu. sagen, warum sagt man es nicht? G e o rg e Goetz Sprechsaal Nummer soeben erschienen ist. Aus dein interessanten Inhalt dieser Nummer ist zunächst der Leitartikel von .Herrn Iunizrat Tr. Julius Brodnitz „Ostjüdischer Aufbau - eine deutsch-jüdische Aufgabe" hervorzuheben. Eine Fülle weiteren Materials klärt den Leser über die gegenwärtige Arbeit des „Ort"-Verbandes in verschiedenen Ländern aus. Spezielle Artikel sind der Entwicklung und dem jetzigen Stande der „Ort"-Arbe»^ in Deutschland gewidmet. Für die Redaktion zeichnen verantwortlich die Herren George Goetz und Tr. Michael Traub. Tie Zeitschrift erschei nt zweimonatlich. Der Beamte im jüdischen Dienst Eine Berichtigung. In Nr. 18/19 vom 13. Mai 1931, k. Beilage, ist in dem Artikel „Berliner Wahlergebnis unverändert" die Zeitschrift des „Vereins der Beamten und Angestellten der jüdischen Gemeinde in Berlin e. V." mit falschem Namen und zwar „der Jüdische Beamte" aufgeführt worden. Tas Organ des Vereins, in dem Herr Landgerichtsrat Tr. Martin Lesser den erwähnten Artikel veröffentlicht hat, heißt „Ter Beamte cm jüdischen Dienst". Tie Zeitschrift „Ter jüdische Beamte", von einer kleinen Splittergruppe herausgegeben, ist bisher nur irt einer Nummer erschienen. Für diese Rubrik übernimmt die Schriftleitung lediglich die preß» geietztiche Verantwortung. Die Gottlosen und ihr Bund Zu den Ausführungen des Herrn Rabbiner Tr. Norden möchte ich kurz meine etwas abweichende Stellung zum Ausdruck bringen. Ich halte den Ausdruck „gottlos" für bewußt gewählt und auch den Kern der Sache treffend. Nach meinem Tafürhalten will dieser Bund keineswegs nur die Kirchen treffen, das heißt die sichtbaren Gemeinschaften der Religiosität, son dern diese Religiosität ebenfalls, insbesondere den Glauben an Gott und die göttliche Weltordnung. Es ist richtig, daß diese Leute ein vielleicht ethisch sehr hochwertiges Ideal in sich tragen, aber es ist eben Ethik und nicht Religiom Ethik verlangt vom Menschen soziale Gesinnung und soziale Tat als sittliche Gemeinschaftspslicht. Wer an Gott glaubt, befolgt das Gesetz der Nächstenliebe und übt soziale Tat aus der lieberzeugung heraus, daß er damit Gottes Gebot erfüllt, das heißt, einem großen bewußten Weltplan zur Vereinheitlichung und Versittlichuug der Menschheit dient. Zwischen dem ethischen „Gottlosen" und dem ethischen Gottesbekenner besteht eben der Unterschied, daß der letztere sich ein- und unterordnet in den Plan göttlicher Weltre.qierung. Hiervon kehren sich die Gottlosen bewußt ab. Ihr Fehler ist, wie Norden ganz richtig hervorhebt, eben der, daß sie die Erscheinungsformen der Religion bezw. das Handeln der vielen Bekenner der Religion mit den Lehren der Religion selbst verwechseln. Um des Judentums willen braucht kein sozial Lenkender, sozial glü hend empfindender Mensch „gottlos" zu werden. Richard Steiner. Der jüdische Ausbau Tie „Ort"-Gesellschaft, Abteilung Deutschland, gibt eine neue Zeitschrift „Ter jüdische Aufbau" heraus, deren erste Aus der Bewegung Berlin. ('2 i b c r a l c r Herein für b i c A 11 g c lc g e n h e i - teil der Jüdischen Gemeinde zn Berlin E. V.) Einige unserer Mitglieder haben bei der Ueberweisung des Beitrages auf Postscheckkonto vergessen, Absender und Adresse auf dem Postabschnitt anzugeben. Solche Eingänge konnten naturgemäß bei uns zunächst nicht verbucht werden. Bei der jetzt erfolgenden zweiten Zahlungsausforderung bitten wir um telephonische Mitteilung hierher, da die Adschnille, aus denen Datum und Postamt ersichtlich sind, hier ausbewahrl wurden. Berlin. <V o r l r a g s a b c u d im Nordwe st e n.) D ie Bezirksgruppe Norbwesten des Liberalen Vereins veranstaltete am 19. Mai im Kaiser Gärtner einen Vortragsabend. Herr Studiendirektor Tr. Joseph u t m a n n sprach in Abänderung des vorher bekanntgegebenen Themas über „Liberalismus und religiöse Erziehung". Er führte etwa folgendes ans: Für den Liberalen unterliegen auch die Wecke der heiligen Schrift und die im Laufe der Jahrtausende entstandenen religiösen Bräuche der Prüfung, die natürlich mit dem nöligen Ernst, entsprechend der Bedeutung, die beide für unsere Gemeinschaft besitzen, geschehen muß. Es handelt sich nun darum, auch iin Unterricht den Schülern zn einer Ansicht zn verhelfen, die sie mit der ersten Ehrfurcht vor der Bibel und den religiösen Formen erfüll!, sie aber gleichzeitig davor bewahrt, alles Religiöse über Bord zu werfen, falls sich erweist, daß nicht die ganze Bibel Gottes Wort ist und nicht alle Bräuche geeignet find, äußeren religiösen Wen;Weit Ausdruck zu geben oder solche in uns zu wecken. Ter Vortragende ging deshalb zunächst auf die gegenwärtig gültige Auffassung von der Entstehung der Bibel ein, zeigte, welcher religiöse .gern auch in ihren Wundererzählungen enthalten ist. die alle inhaltlich keinen Anspruch auf objektive Wahrheit erheben können, daß die religiösen Gedanken eine Entwicklung durchgcmacht haben, die ihren Höhevunkt in den Reden der Propheten hat, daß aber auch die Rabbiner sich bemüh: haben, ^ie erhabenen Gedanken der Propheten im Leben wirksam zu machen. Der Unterricht habe nur die Schüler mit zunehmender Reise immer mehr mit diesen Gedanken vertraut zu machen, sie auf den erhabenen Inhalt der Bibel hinzuweisen, aber auch zu Leigen, daß ihre Ideen nicht gleich von vornherein in Reinheit und Erhabenheit vorhanden waren, sondern eine Entwicklung durchgemacht haben, bis sie durch die großen Propheten eine .höhe erreichten, die nicht mehr überholen werden konnte. Toch seien die Schüler auch mit der Entwicklung vertraut zu machen, die die religiösen Gedanken in religiösen Bräuchen erfahren haben, wenn auch hier der Kritik ihr Recht gelassen werden müsse. Mit der Bemerkung, daß auf diesem Gebiete aber das HatrS die wichtigste Rolle zu spielen habe, schloß der Vortragende. , Ten Dank für seine geistreichen Ausführungen gaben die Versammelten durch reichen Beifall kund. Frau Paula Gilttmann und Herr Oberkantor Friedmann verschönten den Abend durch meisterhaft vorgetragene Gesänge, während .Herr Tr. Oskar Guitmann die Liebenswürdigkeit hatte, die Begleitung in vollendeter Weise zn übernehmen. Vor dem Vortrag fand eine Neuwahl dc-S Vorstandes dcr Bezirksgruppe statt. Herr Studiendirektor Tr. einstimmig zum Vorsitzenden getvählt. Wir Freude Ausdruck, daß Herr Tircklor Gntmann uns nun im Bezirk Nordivcsten durch feine wertvolle Arbeit unterstützen wird. Es wurden ferner in den Vorstand die Damen und Herren gewählt: .Hans Adam, .Hugo Blankenburg, Tr. Heinz Fränkel, Frau Clara Freyhan, Frau Emmy Friedniaiin, Tr. Mar Ginsberg, Nathan .Heß, Mar Kohn, Kammergerichtsrat Felix Naumann, Albert Phiebig, Prediger Tr. Karl Rosenthal, Apotheker Benno Solinger, Manfred Schwarz, Fräulein Tora Silbermann, Gustav Zamorp. Joseph Gntmann ivurde geben auch hier unserer *i BUCHERSCHAU Jüdisches Jahrbuch für Sachsen. Ausgabe Leipzig. Herausgegeben von H. Lcewenstein und W. Tisch. Die.an sich gute Idee, durch Handbücher, weicht außer einer Uebersicht der Fest/.eiten hauptsächlich ein Verzeichnis der in der betreffenden Gemeinde bestehenden Organisationen und Vereine enthalten, das Gemeinschaftsinteresst an jüdischen Dingen örtlich zu beleben, ist nicht neu und schon verschiedentlich durchgeführt. In Dresden z. B. behändigt die Gemeinde seit langem ein Büchlein der Gottes - d i e n s t z e i t e n alljährlich ihren Mitgliedern, während als privates Gesehäftsunternehmcn außerdem ein durch Angabe der Vereine usvv. ergänzter A 1 m a n a c h verkauft wird. Ob bei dieser in den, meisten Gemeinden wohl ähnlichen Sachlage sich die Herausgabe eines dritten, weiter vervollkommn eten Buches verlohnt, steht dahin. Das Ideale wäre, seitens der Gemeinde diese Einzelbestrebungen mein Handbuch zusammenzufassen, welches Kalendarium, Gemeindeorganisation, Vereinsregister verbindet und unter Wegfall jedes störenden Inseratenballastes literarisch, auch bildlich, sowie durch Statistiken und ähnliches das jüdische Leben der betreffenden Stadt oder des Landes im abgelaufenen Zeitraum markant widerspiegelt. Solche instruktiven und darum notwendigen Angaben über die jüdische Bevölkerung Sachsens läßt zwar das neue Leipziger Jahrbuch, dessen Kalendarium auch mangelhaft ist, vermissen; dafür sind ihm aber gute Ausstattung und eine durch ihre Objektivität angenehm berührende Gliederung des Stoffes nachzurühmen. Man ist überrascht, außer den reinen Bildung?- und Hilfsinstitutionen eine solche Unzahl vor Zusammenschlüssen vorwiegend national jüdischen Charakters in. Leipzig zu finden. Alle Richtungen kommen in sachkundig geschriebenen Artikeln zu ihrem Recht. Am stärksten beteiligt sind hierbei die Oemeinderabbiner Dr. Goldmann und Cohn; jener beleuchtet die Zusammensetzung der Leipziger Gemeinde und das Wirken des C.-V. durch den von ihm geführten Landesverband, dieser spricht über den jüdischen Liberalismus, das Leipziger Gemeindeblatt und die Leistungen einheimischer jüdischer Gelehrter für die jüdische Wissenschaft. Leipziger jüdische Künstler geben an Hand gut reproduzierter Bilder selbst Kunde von ihrem Schaffen, und natürlich fehlen auch jüdische Schule, Jugendring und Charakteristiken verschiedener ostjiidischer Bestrebungen nicht, um das so entstehende 'Bild Leipziger jüdischen Gemeindelebens wirklich vielseitig und erschöpfend zu gestalten, reb. In Reklams Universalbibliothek, Leipzig, erschien eine Hoffmann-Erzählung „Der Oofertod“ von Herbert Eulenberg. (Geh. RM 0,40, geb. RM 0,80.) Der bekannte Dichter schildert hier die Aufdeckung einer Ritualmordaffäre, die dem Dichter und preußischen Gerichtsbeamten E. T. A. Hoffmatrn gelingt. Was uns hier besonders interessiert, ist die natürliche Art, mit der das Aufkommen eines Ritualmordmärchens erklärbar gemacht wird und wie der verwickelte Rechtsfall sich schließlich ebenso natürlich als Justizirrtum herausstellt. Ueber die Erzählerkunst Herbert Eulenbergs etwas zu sagen, erübrigt sich. Dr. Davin Schönberger. Aachen. Vereinsnachrichten Jahresversammlung der Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Am Mittwoch, dem 3. Juni, abends 8 Uhr, veranstaltet die Akademie für die Wissenschaft deS Judentums ihre Jahresver sammlung im Garteiisaal des LogenhauseS, Klciststraße 10. Im Anschluß an die Versammlung findet ein Vortrag von Herrn Professor Tr. I. Heiiicmann-Breslau über das Thema „Die griechische Weltanschauungslehre bei Römern und Juden" statt. C.-V.-Kundgebung in der Deutschen Banansstellung. Am Donnerstag, dem 28. Mai 1981, pünktlich 4 Uhr; Führung durch die Ausstellung unter Leitung von Dipl.-Ing. Ilse Bloch. (Treffpunkt: Eingang Masurenalleei Pünktlich 5’■> Uhr: Kundgebung. Klavierkonzert des Komponisten und Kapellmeisters Tr. Richard Hirsch. Johanna Meyer lieft Dokumente aus der dentschjiidischen Literatur. Vortrag: Tr. Ludwig Holländer. An diesem Tage beträgt dm Eintrittspreis für die Bauausstellung und für das .Haus Ring der Frauen für unsere Mitglieder oder durch Mitglieder eingesührte Gäste nur Mk. 1,—. Da wir nur eine beschränkte Anzahl von Eintrittskarten zum ermäßigten Preise erhalten, bitten wir, Ihre Bestellung hier abzugeben oder sie an den Eeinral Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V., Landesverband Groß-Berlin, W. 15, Emfer Straße 42, gelangen zu lassen. Drucksehlerberichtigung. In dcr letzten Nummer unserer Zeitung war der ncugewälchc Vorstand der Bezirksgruppe Charlottenbnrg-West der liberalen Parrev namentlich aufgeführt. Darunter war auch der Name Frau Wachsner statt: Frau W achs manu. Jüdische Gemeinde zu Berlin Die Erneuerung der EintmtsHanen Für alle Gemeindesynagogen findet von Montag, dem 15. Juni dieses Jahres ab im Plätzeböro, Berlin N. 24, Oranienburger Sir. 29 täglich (außer Sonnabend) von 9-1 Uhr, an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen von 9-12 Uhr statt. Die im Vorjahr freigebliebenen Synagogenplätze gelangen, zum Teil zu ermäßigten Preisen, von Montag, dem 1. Juni de. Js. ab zur Vermietung. Alle Einzelheiten sind aus der Bekanntmachung zu ersehen, die in den Gemeindesynagogen und in den unter Gemeindeaufsicht stehendenden Geschäftenausgehängt ist. Berlin, im Mai 1931 Vorstand der jüdischen Gemeinde. seine AUSKUNFT VERKEHRSVEREIN Heufieber Jedem Leidensgefährten teile mit, wie von schwerstem Heufieber (Heuschnupfen) geheilt wurde. J. Keuter, Kassel 86, Postfach 724. Dr. LM JOÖDSfl TDK fieb! URS Famiiien- Anzeigsnl Freundliches er im Tiergarten per 1. 6. zu vermieten. sieamundshoi 2 pir. i. 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