Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 18-19 (13.5.1931)
- Date
- 1931-05-13
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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diesen Gegensatz zu Überdrücken. Und das ist die große und erhabene Ausgabe des liberalen Judentums, den Gegensatz zwischen Lehre und Leben zu überwinden. Ethische Vervollkommnung und ideale Gemeinschaft, Ethisierung und Ideali sierung des Diesseits sind höchste Ziele der jüdischen Religion. Wie ist dies Ziel zu erreichen? Nicht nach meiner Meinung auf dem Wege, auf dem es die Orthodoxie für möglich, ja für gottgewollt hält, ruf dem Wege des Ritualismus. Auch dies ist ein Weg und alle, die ihn für den richtigen halten,, mögen ihn weiter gehen. Wir liberalen Juden glauben einen anderen Weg zu erkennen. Wir glauben allein durch eine volle Verwurzelung in Gott, wie sie uns der^ jüdische Prophetismus gelehrt und durch Erfüllung der großen sittlichen religiösen Normen, wie sie uns die Lehre Moses gegeben hat, zu einem Höchstmaß an Religion zu gelangen. Der blinde Gehorsam kann keine Früchte tragen. Es ist unmöglich, für all die Einzelheiten und Anhäufungen der Tradition die Ueberzeugung zu gewinnen, daß sie, weil sie im Worte eitt deckt wurden, in Gott wurzeln. Ja mir scheint, als ob sie von Gott wegführen. Wir können niemals mit Ihnen ewig gehen, wenn sie von einem Primat des Religiösen in Ihrem sinne in der Alltäglichkeit sprechen. Diese Vorherrschaft scheint uuS nichts anderes als ein Höchstmaß an Ritualismus, dem sie offenbar eine geheime Bedeutung beimessen. Dies Ideal scheint uns nur in einer rein jüdi scheu Gesellschaft denkbar, wie es der Misrachi anstrebt. Ich aber habe zu Gott das kindliche Vertrauen, daß er uns hier siedeln und wurzeln lassen will, wo wir unsere .Heimat gesunden haben. Aber daß wir unser Judentum lieben, tragen und verwirklichen, nicht um deS Ritus lvillen, sondern um unseres Gottes willen, das gerade gibt uns Kraft und Stärke." Zwei Befriedigungen haben mir diese Ausführungen gegeben. .Erstens, daß die Zuhörer vollkommen ruhig waren und zweitens, daß ein streng orthodoxer Jugendlicher mich als Beispiel genommen hat und ausgeführt hat, daß es unter dm liberalen Juden auch sehr viel religiöse Menschen gäbe, was die darauffolgenden Redner alle aufs Energischste bestritten. Weshalb ich nun all dieses schreibe ist nicht, weil ich etwa mit meiner kleinen Erwiderung mich groß tun möchte, dazu wäre gar kein Anlaß. Ich habe aber gesehen, daß das liberale Judentum gefestigter werden muß. Und!lt dieser Ueberzeugung rufe ich alle jüdisch-liberalen Jugend? lichen in Hamburg auf, sich zur Gründung einer liberalen Jugendgemchtschasi zusammenzusinden, die es m Hamburg glaube ich, nur dem Namen nach gibt. Ich begrüße sie in ansgezeichneter .Hochachtung Helmuth Heine m a n n. Aus der Jli-Arbeit Berlin. ,iJ u $ c n bg cm c i n ) cf) a f t d c r Jüdischen Ref o r m g e m e i n d c.) Am Montag, dem 20. April, sprach im Rahmen der Vorträge der Jugendgemeinschaft der Jüdischen Rcsormgemeinde Herr Rechtsanwalt Tr. Erich Eyck über .„Hugo Prcuß und Walther Rathenau". Hugo Preuß trat zum ersten Mal mit einem Artikel in der Zeitschrift „Die Nation" an die Oeffentlichkcit. Um diese Zeitung gruppierte sich ein Kreis von Männern von hervorragender politischer Gesinnung, zu deren Mittelpunkt auch Ludwig Bamberger gehörte. Hugo Preuß war in diesem Kreis durch seine Geisteskräfte, sein reiches Wissen und sein politisches Temperament ein geistig Ebenbürtiger. Preuß, der ein Schüler Äneists und Verehrer des Freiherrn von Stein war, wandte sich der Selbstverwaltung zu und trat in die Stadtverordnetenversammlung ein. Er erzielte Erfolge und wurde bald Stadtrat'. Diese Erfolge verdankte er vor allem der Tatsache, daß er als Mann der Wissenschaft für den Ausbau des deutschen Städteivefens Außerordentliches geleistet hat. Bein Ruf als Historiker und Jurist dctz öffentlichen Lebens tvar so begründet, daß er bei der 100 jährigen Wiederkehr der Schaffung der neuzeitlichen Städtcordnung die Festrede halten mußte. Trotzdem es niemals gelungen ist, ihn in den Reichstag zu bringen, konnte er sich über Anerkennung seines politischen Wirkens nicht beklagen. Die Probleme des Kriegeshat Preuß mit großer Schärfe gesehen. Schon während der Kriegszeit hat er in grandioser Weise geschildert, daß das deutsche Volk nicht fähig gewesen ist, die richtigen Männer an seine Spitze zu stellen. Er hat in feinen theoretischen Schriften als Erster im Kriege die Antithese aufgestellr, daß Anderssein gegenüber den anderen Staaten darin zu erblicken ist, daß wir ein Obrigkcitsslaat sind und ein Volksstaat werden müssen. Im Jahre 1918 wandte sich Friedrich Ebert an Hugo Preuß mit dem Ersuchen, einen neuen Entwurf zu einer Rcichsverfassung auszuarbeiten. Preuß wollte aus bcr bundesstaatlichen Zersplitterung einen unitarischen Staat machen, was ihm leider nur in begrenztem Umfang gelungen ist. Preuß hat aber der Weimarer Verfassung und unserer Staatswisscnschast einen neuen Impuls gegeben und es ist ihm geglückt, dieses Werk der Reichsversajsung, wenn auch mit Konzessionen, die durch die politische Zerrissenheit des deutschen Volkes bedingt sind, durch die Klippen der chaotischen Zeit nach dem Umsturz hindurchzustenern. Hugo Preuß gehörte dem Preußischen Landtag als Abgeordneter an und hat in ihm nach Kräften mitge arbeitet. Ein früher Tod hat seinem Leben und Wirken ein vorzeitiges Ende bereitet, aber sein Leben lann dennoch durch die Chance des Vorfassungswerkes als vom Glück gesegnet angesprochcn werden. Walther Rathenau hingegen, hervorgegangen aus einer bedeutenden Familie des Berliner Wirtschaftslebens, ist zwar in äußerlich glücklicher Situation ausgewachsen; aber so wie sein Leben tragisch endete, so umgibt auch ein gewisser Zug der Tragik sein Leben. In seinem Wesen ist ein innerer-Zwiespalt vorhanden, unter dem er selbst sehr gelitten zu haben scheint. Für ihn tragisch war, daß seine soziale Theorie, die ihn ebens» den Zweckmenschen wie deir Proletarier verwerfen hieß, als im Widerspruch zu seiner glänzenden finanziellen Lage empfunden wurde. Und der zweite Widerspruch hängt mit seinem Judentum zusammen'. Er war nicht nur Jude, sondern er bekannte sich auch mit Nachdruck und "Stolz als Jude. Der innere Zwiespalt zeigte sich hier ztvischen dem Bekenntnis zu seiner jüdischen Abstammung, zu seinem jüdischen Glauben und der leidenschaftlichen Zuneigung zu dem uichtjüdischen Wesen. Er hatte eine große Vorliebe für das Norddeutsche, für dm blonden, blauäugigen Menschen. Der Gedanke, sich vom Judentum abzutvenden, >var ihm fremd. Er sah das Judentum als «in herrliches Jutvel an, aber dm Weg, den die Juden dem Judentum wiesen, fand er nicht richtig. Rathenau ist in seinem Leben ein sicher nicht sehr glücklicher Mensch gewesen, er ist ein einsamer Mensch geblieben. Er war eine Persöräichkeit, die zur Einsamkeit bestimmt war, trotzdem er stets ein Bedürfnis nach Aussprache hatte und der Anerkennung anderer Menschen bedurft«. Schon por dem Kriege war Rathenau als kluger und politisch begabter Mensch bekannt. Fürst Bülow dachte daran, ihn im Staatsdienst zu verwenden, es kam aber nur zu einer Delegation nach Afrika. Rathenau hatte vom ersten Tage des Krieges das Bewußtsein der absoluten Sinnlosigkeit dieses Krieges. Zur Begründung sagte er, „wir haben keine Strategen und keine Staatsmänner". Das Kräfte fehlten, die Deutschland zum Siege berechtigten. Dennoch hat er seine Kraft seinem Vaterland nicht versagt. Insbesondere leitete er während des Krieges die Kriegsrohstofsabteilung. Im Juli 1920 erschien er zum ersten Male als Vertreter Deutschlands in Dpaa, zu einer Zeit, in der cs schwer war, dem Gegner beizubringcn, daß Deutschland trotz des verlorenen Krieges als anständiger Vertrags gegncr behandelt werden müsse. Tr. Wirlh übertrug ihm im Mai 1921 das Amt eines Aufbauministers und im Januar 1922 den Posten des Außenministers. Rathenau trieb eine neue Außenpolitik, die sich ihrer Machtlosigkeit bewußt war und deshalb auf geistigen Kräften ausgebaut werden mußte. Er war sich' darüber klar, daß er einen ungeheuren Haß auf sich nahm. Tiefem Haß ist er ja schließlich auch ein Opfer geworden. Für Deutschland aber sprach zu den Führern der andern Völker nunmehr ein Manu, aus den die Welt hörte, der die Welt interessierte. Tie Schlußrede Rathcnaus auf der Konferenz in Genua machte den tiefsten Eindruck auf die politischen Führer der Welt. Tie Persönlichkeit Walther Rathenaus steht vor uns, als ein« tragisch« Erscheinung, mitgroßen Talenten begabt, mit sittlichem Eifer bestrebt, der nichts anderes beschieden war als ein Opfer des gemeinen Unverstandes der Welt zu werden! Elsa K r i c g s m a n >i. Frirnkfurt a. M. (Heimabend.) Am 11. April sprachen -Herr Oderlehrer Elias Gut und Wolsgang Edinger über das Thema: „Alte Bräuche — Neue Formen". Oberlehrer Gut führte zunächst aus, daß der größte Teil anscheinend streng religiöser Bräuche ursprünglich durchaus unjüdisch waren und von den Sitten fremder Völker in das Judentum hineingclragci, lvorden sind. Persische, römische, griechische, auch germanische Sitten und Bräuche rvurden vom Judentum übernommen. Wcscntlich war jedoch die Art der Uebcrnahme, die stets mit einer Erhebung jener Sitte azis abergläubischen Anschauungen in die geistige Sphäre verbunden war. Wenn ein Teil dieser Bräuche uns heule noch jüdischstes Empfinden gibt und von liberaler Seite als wertvolle Sitte gehalten wird, so hat die Erhebung des Brauchs in die geistige Sphäre ihre Kraft bewiesen und es besteht kein Grunb zur Ablehnung. Anders ist es mit jenen Bräuchen, die unserem) modernen Empfinden in geistiger wie auch ästhetischer Hinsicht wider sprechen. Tie Tatsache aber, daß ein großer Teil unserer Bräuche cinge schlepptes Gut der Jahrhundert« darstellt, läßt uns zugleich erkennen, daß das Judentum immer wandelbar war und sich bis zu seiner im 17. Jahrhunderl erfolgten Erstarrung stets bcwußr und offen den Anschauungen der cs umgebenden Völker angepaßt hat, ohne sich selbst ober seine große Gottesidee zu verlieren und sich preiszugcben. So hahen auch wir Heinigen Juden das Recht, durch Anpassung an unsere Umwelt unserem Judentum ein modernes Gesicht zu geben. Ausgabe gerade ber Jlis ist es, dieses Recht als ihnen aufgegebene Pflicht anzusehcn, jüdisches Wissen und Fühlen zu vertiefen und nach Formen zu suchen, die dem jüdischen Geist wie dem Zeitgeist gleichermaßen entsprechen. Wolsgang Edinger beschäsligte sich in seinen anschließenden Aussührungcn mit dem Problem der Form selbst und stellte an die Spitze aller diesbezüglichen Probleme die Frage nach der Not wendigkeit von Formen überhaupr. Ta die Formen nur zum geringsten Teil Thora,geboren entstammen, haben sie mit dem Glauben als solchem nichts zu tun, er bedarf keiner „Form". Lediglich zur Erhaltung der Gemeinschaft und des Gemeinschaftsgefühls benötigen wir Bräuche. Tic Formen seien die freiwilligen Mauern, die nach Brechung der Ghettomguern um so notwendiger geworden sind, damit nicht durch die Freiheit ein Anscinandersallen eintreten kann. Tie liberale Bewegung hat dem Uebertritt durch Anpassung an die Umwelt gesteuert, und nur Hnrch immerwährendes Fließen auch unserer Formen und Bräuche, die nicht das Wesen der Religio^ ausmachen, kann und wird unser Gefühl für das Judentum erhalten bleiben. 'Es folgte den beiden Ausführungen eine lebhafte Diskussion, in der es auch an praktischen neuen Vorschlägen nicht fehlte. Lregnitz. (D i s k u s s i o n s a b e n d.) Wie allmonatlich fand am Mittwoch, dem 22. April, unser Tiskussi-onsabend für Zeitfragen statt. Nach einigen Organisations- und Programmfragen berichtete Werner Harlam über den Vortrag von Herrn Tr. Landauer: „Berlin, Moskau, Rom, Jerusalem" in. der zionistischen Ortsgruppe Liegnitz. In der Diskussion besprach man eitrigst das Für und Wider der zionistischen Gedankenwelt. Es wurde allgemein der Wunsch geäußert, die national-jüdischen Fragen einmal mit einem Zionisten zu diskutieren. Das Ili-Programm Berits. I. Allgemeine Veranstaltungen: Fahrt. Donnerstags den 14. Mai, Fahrt nach Uetzdvrf am Liebichtzfee. Treffen 7.45 Uhr am Stetliner Vorortbahnhof. Führung: Irma Kindermrnn. Sonntag, den 17. Mai, 15 Uhr, Ping-Pong-Tournier bei Julius Stern, Lankwitz, Cornetiusstraße 22. Donnerstag, den 28. Mai» Nachtfahrt! Näheres siehe lstrupre Pankow. II. Gruppenveranstaltungen: Südwrsten. Montag, den 18. Mai, 19 Uhr, Heimabend bei Eva Graetz, Dahlem, Am Erlenbusch 4. Thema: Programme der deutschen politischen Parteien. Pankow-Osten. Donnerstag, den 21. Mai, 20.15 Uhr, Heimabend bei Betty Marcus» Tile Wardenbergstraße 20. (Verbindung««: Stadtbahn Bhf. Tiergarten, Autobus 9, 16, Straßenbahn 44, 45, 75, 78.) Thema: Beendigung von Plato: „Phoidon". ' Daimerstag, den 4. Juni, 20.15 Uhr, Heimabend bei Alice Wreschinski, Elbinger Straße 46. Thema: Unsterblichkeit im Ju-entvm. Donnerstag, 28. Mai, zum Freitag, 29. Mai, ist eine Nachtfahrt, Liesenthal—Bernau, geplant, falls es warm bleibt. Sonst Tages-Fahrt am 28. Mai. Andere Gruppen find herzlich eingeladen. Anmeldungen umgehend an Betty Marcus, Tile Wardenbergstraße 20. Näheres in der «Schsten Zeitung. VU»a nutz Nen-Eharlottenbnrg. Heimabend am Mittwoch, de« 13. Mai, abends 8 Uhr, bei Marcvfe, Friedenau, Tannusstraße 23, Mittwoch» den 20. Mai, abends 8 Uhr, sei Seeligfohn, Grunewald, Douglasstraße 30. Thema: Unsere religiösen Probleme «ad das jüdische Schrifttum. Neste». Montag, den 18. Mai, abends 8 Uhr, bei Jaeobfohn, Schlüterstraße 31 (Charlvttenburgf. Thema: Schöpfungsgeschichte, 8ai« u«d Abel-Problem. __ Saoigny. teimabend am Mittwoch, dem 27. Mai, vormittags 10.30 Ahr, imon, Tharlottenburg 9, Tannenbergallee 8. Thema: Litze- Wesentliche aber war nach Rathenaus Auffassung, daß die ethischen ttlfanm». Sulfat. Jugendgemeinfchast der Jüdischen Nesorpigemeinde. Donnerstag, den 14. Mai (Himmelfahrt), Ausflug nach Frohnau mit gleichzeitigem Besuch des BudLWrnlempels. Treffpunkt: 10 Uhr am Stettiner Borortbahnhof. » Montag, den 18. Mai, abends 8 Uhr, Bortrag des Herrn Dr. Arthur Eloeffer über: „Jüdische Bühnenkünstler, Darsteller «nd Regifseure" im Moffe-Haus, Leipziger Platz 15. Mittwoch, den 20. Mai, abends 8 Uhr, Bunter Abend i« kleinen Saal des Cafö Leon, Kurfürftendamm 156. 'Breslau. Mittwoch, 13. Mai, 20.15 Uhr: Franz Meidner und Julian Sauer: „Anschauungen und Meinungen aus der jüdischen Jugend". Mittwoch, 20. Mai, 20.15 Uhr: Gemütliches Beisammensein im Südparkrestaurant. Jimgeren-Gruppe: Dienstag, 19. Mai, 20 Uhr: Vortrag von Studienref. Waller Bernstein: „Gemeinschaftserziehung in der Schule". Wer im neuen Schuljahr Dienstags keine Zeit hat, teile es bald mit! JLngsten-8ruppe: Heimnachmittage am 18. Mai, 16 Uhr. — Alle Veranstaltungen, soweit nicht anders «ngrgetze», finden im Jüdischen Jugendheim (Paula Ollendorff-Haus), Schweidnitzer Stadtgraben 28, statt. Frankfurt a. M. Donnerstag, den 14. Mai 1931 (Himmelfahrt): Taunus-Ausflug mit Besichtigung der Erdbebenwarte a. d. Kl. Feldberg, Treffpunkt 7.30 Uhr Erker Gutmann, Hptbhs., Führung: Arthur Astheimer. — Dienstag, den 19. Mai: Nachholnng des f. Zt. ausgefallenen Referats von Dr. Hugo Hofsmann: „Zulunftsaufgaben des Liberalisnms". Liegnitz. Montag, den 18. Mai: „Liberalismus und Nationalismus im Judentum". Vortrag von Werner Harlam. Mittwoch, den 27. Mai: Die Juden in der deutschen Literatur. Stücke von und über jüdische Schriftsteller. In den Räumen der Silesia-Loge, Synagvgenstraß«. Beginn pünktlich 8.30 Uhr. — Die Veranstaltungen finden im Gemeindehaus (Bäckerstraßef pünktlich 8.15 Uhr statt. Artikel und Berichte sind bis spätesten- Sonnabend jeder Woche zu senden an Dr. Ellen Littmann, Eharlottenbnrg 8 Neue Karilstratze 6, 1 Treppe. Berichtigung In 17 der Jüdisch-liberalen Zeitung sinder sich in der Besprechung über ixt* Schrift chm: „Jüdische Gräber Jerusalems um Chriiri Geburt" ein Druckfehler. Es wurde „Assuarien" statt „Oiiuaricn" gesetzt. Vereinsnachrichten Große E. B.-Kundgebung in den Kauausstellung am Kaiserdamm. Am 28. Mai erhallen unsere Mitglieder die Eintrittskarten zur Bauausstellung zum ermäßigten Preis von Mk. 1,—. Schriftliche Anforderungen im Büro des Landesverbandes Groß-Berlin des C.-43., W. 15, Emscr Straße 42. Programm: Pünktlich 4 Uhr Eingang Masurenallce Trcffung zur Führung durch die Bauausstellung. Führcrin: Dipl. Ing. Ilse Bloch. Pünktlich 5.15 Uhr Kundgebung im Haus für „Deutsches Frauenwirken" (Ring deutscher Frauen). Ansprachen führender Persönlichkeiten. Künstlerische Umrahmung. Die Eintrittskarten zur Banausstellung berechtigen zur Teilnahme an der Kundgebung und zur Besichtigung! des von Pros. Peter Behrens errichteten Hauses für Deutsches Frauenwirkcn. Ter „Lehrerhort" ehemaliger Zögling« der jüdischen Lehrerbildungsanstalt ZU Berlin E. B. hat am Sonntag, dem 17. Mai 1931, um 13 (1) Uhr im Konferenzzimmer der jüdischen Knaben Mittelschule zu Berlin seine Generalversammlun-g. Neuer Synagogenverein Rykeftraße. Am Montag, dem 18. Mai 1931, abends 8V2 Uhr, unternimmt Herr Oberkantor John in den Unions-Festsälen, Greisswalder Straße 222-23, einen musikalischen Strcifzug durch die Gesangs- und Instrumental-Musik in Bibel und Gottesdienst. Mit Gesangseinlagen, für die neben dem Vortragenden auch Herr Oberkantor Ahlbeck seine Mitwirkung zugesagt hat. Am Klavier: Irl. Alice Rothbart. — Unkostenbcitrag pro Person 25 Pfg. Gäste willkommen. Der Reinertrag fließt dem Wohlfahrtsamt der Indischen Gemeinde p. Lehrgänge für jüdisch-soziale Ausbildung und Fortbildung, 3. Lehrgang, Sommer 1931. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden veranstaltet gemeinsam mit der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums und dem Wohlfahrts- und Jugendsnrsorgeamt der jüdischen Gemeinde Berlin während des Sommersernesters, beginnend am 12. Mai, den 3. Lehrgang für südisch-soziale Ausbildung und Fortbildung. Es tverden folgende Themen behandelt werden: Die Familie im jüdischen Schrifttum (Rabb. Dr. Wiener), Einführung in die jüdische Wohlfahrtspflege (mit besonderer Berücksichtigung der Jugcndwohlfahrtspslege) (Dr. Ollendorff), Grundlagen, der jüdischen Sozialpolitik (Dr. Kreutzbcrger), Ausgcivählte Kapitel aus der Gesundheitsfürsorge für die jüdische Jugend (Dr. Stahlt. Tie Kurse sind bestimmt für Sozialarbeiter, Rabbiner, Lehrer und in der Ausbildung zu diesen Berufen stehende Personen. Sie finden im Sommcrsemester in den Räumen der Zentralivohlsahrtsstell« der deutschen Judm, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 158, statt. Anmeldungen, Auskünfte, Prospekte durch die Zentralwohlfahrtsstelle. — Zur Eröffnung des Lehrgangs findet am 11. Mai, abends 8 Uhr, im Bortragssaal der Synagoge, Fasanenstraße 79-80, ein öffentlicher Vortrag von Fritz Naphtali statt über: Wirtschaftskrise und jüdische Sozialarbeit. Die Teilnahme am Lehrgang und am Eröffnungsvortrag ist unentgeltlich. Auf die Annonce in dieser Nummer wird hingcwiesen. Geschäftliches Osterode (Harz), eine der malerischsten alten Harzstädte, liegt am Westabhange des Harzes im lieblichen Sösetal. Rings umgeben von Tannenwaldungen ist» das Städtchen traulich ins Tal eingebettet. Schon Heine hat es in all seiner Lieblichkeit besungen und vergleicht es mit einer Moosros«. Herrliche Spaziergänge, weiche milde Lust, machen es zu einem gern und vielbesuchten Aufenthaltsort für Ruhe- und Erholungsuchende. Ein neues großes Frcischwimmbat» und neuzeitlich angelegter neuer Spiel- und Sportplatz sind vorhanden und werden eifrig benutzt. Direkt vor den Toren der Stadt liegt die Sösetolsperre, die größte Trinkwasserfperre t» Dentfchkand. Ein prachtvoller 4 Kilometer langer Bergsee, den zwei neue Kunststraßen umsäumen. Er ist begrenzt von dunklen Tannenwäldern. Ein sehenswerter Ausflugsort, den man bequem zu Fuß und mit dem Postautq erreichen kann. Bon da fährt dasselbe weiter über Dammhaus, Mtenau nach Bad Harzburg und Braunlage. Ebenso sind Clausthal- Zellerfeld, Hahnenklee und Goslar leicht mit dem Postcvuto zu erreichen. Spaziergänge im Söse-, Bremke-, Lerbach-, Eipenke- und Llpenketal usw., nach Bad Grund, sowie in den großen städtischen» Forsten, bilden das Entzücken aller Kurftemden. — Der Verkehrsverein Osterode (Harz) hat es sich zur Aufgabe gemacht, allen Wünschen der Osterode Besuchenden gerecht zu werden und bittet, sich mit demselben in Verbindung zu setzen.