Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 12 (25.3.1931)
- Date
- 1931-03-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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neu, da der neue Haushaltsausschuß auf Antrag der Liberalen Aenderungen im Gat in wichtigen Fragen vorgenommen habe. Tie liberalen Mitglieder des Haushaltsausschusses hätten offenbar von ihrer Fraktion gebundene Marschroute erhalten. Rechtsanwalt Breslauer (liberal) erklärte demgegenüber, es sei immer Brauch gewesen, zwei Sitzungen des Haushaltsausschusses abzuhalten, wobei in der zweiten Sitzung Abänderungsvorschläge gemacht werden. Der Antrag Kareski wurde mit den Stimmen der Liberalen abgelehnt. Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee eröffnete sodann die Wirtschaftsdebatte und hob einleitend hervor, daß es sich nicht um eine Aussprache über die Wirtschaftsnot der Gemeinden, sondern um die Wirtschaftsnot -er deutschen Juden im allgemeinen handeln nrüsse. Die Kreditgenossenschaftsbewegung müsse ermuntert werden, eine finanzielle Unterstützung dieser Bewegung durch' den Verband komme aber, da es sich hier um eine rein wirtschaftliche und nicht philanthropischen Aktion handelt, nicht in Betracht. Mit Hilfe der Provinzialverbände sollen Darlehnskassen geschaffen werden, wobei der Verband dadurch, daß er einen gewissen Betrag zur Verfügung stellt, zinsverbilligend wirkend soll. Die Arbeitsnachweise sollen zu Gemeindeinstitutionen gemacht werden. Um den 3000 deutschen Juden, die heute auf der Landstraße liegen, Hilfe zu bringen, wäre dir Errichtung einer Wanderarbeitsstelle in Erwägung zu ziehen. Die anzustrebende Wirtschaftskonferenz der deutschen Juden werde Abhilfe schaffen gegen die Psychose der Arbeitgeber, die zur Richtcinstellung jüdischer Angestellter führt. Justizrat Pe i ser-Breshau (lib.) stellt fest, daß in jüdischen Kreisen eine gewisse Müdigkeit herrscht, und dqß man nicht an die Möglichkeit einer Besserung glaubt, bevor nicht die allgemeine deutsche Wirtschaftslage sich gebessert habe. Der Verband aber dürfe sich nicht auf diesen Standpunkt stellen, sondern müsse die Mutlosigkeit bekämpfen. Im Hinblick auf die Tatsache, das; der südische Privatbankier, der früher dem jüdischen Mittelstände helfen konnte, von der Bildfläche verschwunden ist, muß alles getan werden, daß sich der Genossenschaftsgedanke durchsetzt. Tie Entwicklung habe dazu geführt, daß die Religionsgemeinschaften sich des Genossenschaftswesens annahmen, es dürfe daher von jüdischer Seite nicht dagegen Stellung genommen werden, daß auch eine jüdische Genossenschaftsbew'egung ins Leben tritt. Speziell an den Central' öeretit richtete der Redner den Appell, zu bedenken, daß ein wirtschaftlich unterhöhltes Judentum auch gegen Angriffe von außen nicht widerstandsfähig genug sei. Für den Verband selbst müsse neben der spirituellen eine materielle Grundlage geschaffen werden. Die Mittel des Verbandes müssen aber auf anderem Wege als durch Erhöhung der Steuern verstärkt werden. Die Darlehnskassen der Großgemeinden solle man zu Provinzialdarlehnskassen ausbauen. An Stelle einer Wirtschaftskonferenz, beftn Einberufung kostspielig und zeitraubend wäre, möge ein Sonderausschuß zur Beratung der Wirtschastssrage einberufen werden. Alfred Berger (Volkspartei) stellt fest, daß die jetzige Wirtschaftskrise keine Konjunkturkrise sei. Durch die Vernichtung -es Mittelstandes, die Zurückdrängung des Handels werden die Juden besonders betroffen. Ebenso durch die Konzentration des Kapitals und die Akkumulierung der Gesellschaften. Die Angleichung an die normale Schichtung der übrigen Bevölkerung wird ungeheuer erschwert Als proletarisierter Angestellter hat der Jude nicht nur den Kampf um den Lohn, sondern auck» den Kampf um den Arbeitsplatz zu führen. Die Aussicht auf Selbständigwerden der Angestellten besteht heute nicht mehr. Das jüdische Wirtscbaftsproblem in Deutschland sei im Grunde dasselbe wie in Polen. Wenn auch radikale Abhilfe nicht möglich sei, könnte doch eine Darlehnskasse, die bei der Vergebung von Darlehen nicht engherzig vorgebt. Linderung schaffen. Die Bekämpfung der Wirtschaftsnot jüTirt notgedrungen zu politischen Aktionen. Wenn eine höchste Instanz in München entschieden hat, daß jüdische Ar' beitslose. die einen Arbeitsplatz ablehncn, wenn man von ihnen am Sabbath Arbeitsleistung fordert, deshalb die Ar beitslosenunterstützung verlieren, müßte eine solche Entscheidung zu einem Entrüstungssturm unter der deutschen Juden beit und zu politischen Schritten des Landesverbandes rühren. Gegen derartige Benachteiligungen seien z. B. die Katholiken in Sachsen erfolgreich ausgetreten. Das jüdische Arbeitsnachweiswesen müsse gefordert, die Berufsberatung dürfe nur von aualifnicrten Kräften geleitet werden. Schließlich sei die jüdische Schule dazu bestimmt, das Judentum in fei' neu Kämpfen geistig zu wappnen. Rabbiner Alt mann-Trier (kons.) behandelt die Frage vom Standpunkt der gesetzlichen Vorschriften der Thora. Das Problem müsse auch vom Schomre Schabbos-Standpunkt aus betrachtet werden. Man müsse mit den Leuten auf dem Lande Fühlung nehmen und unablässig Kleinarbeit leisten. Einen .Höhepunkt der Debatte bildeten die Aeußecungen des Staatssekretärs Prof. Dr. Julius Hirsch, der erk'ätte, von einer Aussprache über Wirtschaftsfragen in einer solchen Versammlung müsse mehr erwartet werden, als von Einzesbeschwerden. Tie Debatte müsse in einem Rahmen geführt werden, der der Wirtschastspotenz der Juden entspricht. Zweifellos sei die jüdische Bevölkerung durch eine besondere Wirtschaftsaruppierung stärker Wirtschrftsschwankunaen unterworfen. Es müssen drei Fraaen behandelt werden: die der allgemeinen Weltwirtschaftsu'mschichtttng. die der deutschen Umschichtung und die des jüdischen Sonder- Problems in der deutschen Wirtschaft. Tie Gründe für die Wchtwi'stschaftskrise seien Uebersteigernna der landwirtschaftlichen Produktion und künstliche Preisbochbalhrna. Daraus erwächst der Handesswelt und an ihr im besonderen den Juden die Ausgabe, eine richtige Preisgestaltung ans den Marken berbeftnsübren. Tie svenelle deutsche Wirtschaftsnot habe i^rc Ursache in einem Ausbleiben des ausländischen Kavitalzmstrom- und in der Flucht des Jnlandskap-ital-. Tiese aus unbegründeter Furcht vor sich gegangene Flucht habe sich aus jüdische Wirtschaft besonders schädlich ausgewirkt. Die Znrückkühruim des arbeitslosen Konitals wiftde die gesauste deustche Wirtschaft und die fiibifcf'C Wirtschaft im besonderen fördern, Es müsse festoesteilt werden, daß sich auch günstige Aussichten durch das Emvorkommen neuer Wirtschaftszweige bieten, so im Radiowesen, in der Autofabrrkation und im Filmwesen. Der Redner wandte sich gegen die von Franz Oppenheimer propagierte landwirtschaftliche Anstedlnng von Juden auf deutschem Boden. Auch das System der Diarlehenskassen könne keine wirkliche Abhilfe bringen. Anstelle einer Wirtschaftskonferenz schlägt der Redner' die Bildung eines kleinen Ausschusses von prominenten Wirtschastsführern vor. der rasch zusammentreten solle, um der Versammlungstalender Berlin. Am Ssnnlag, dem 29. März, 11.30 Uhr, findet in der Wnch««- tagsfyuagsg«, Fasanenstraße 79, ei» einmaliger Kursus für Dame» »ud Herren statt, di« de» Leder geben möchten. Die Herren Fallenberg und Ialubvlvrki habe« die Leitung übernommen. Al» Grundlage wird die Hagada von Falleuberg benutzt, die bei de« Kursus ausgehänbigt mied. Damen und Herren, di« sich dafür interelftere«, find hierzu herzlich geladen. Der Vorstand des Lideralm Vereins für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeind«. Gottesdienste * 1 1 Berlia-Rstde«. Liberal« Syuagoge Vörden, Schönhauser Allee 162. Freitag, den 27. Marz, abends 7.15 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Rabbiner Dr. Salomonlti. Sonnabend, vormittags 1V Uhr, Gottesdienst. Beriin-Vste«. Liberale Synagoge Oste«, Kaiferstraße 36, Aula der Mädchenschule. Freitag, den 27. Marz, abends 7.36 Uhr, Gottesdienst. Predigt: Dr. Swarftnsky. Lerlin-Sestend. Liberale Synagoge Westeud, Leistilowstraße 7-8, Aula. Freitag, den 27. März, abends 7.15 Uhr. Gottesdienst. Predigt: Dr. Andorn. Berit». Jüdisch« Reform-Gemeinde. Eottesdimste am Sonntag, den 29. Marz. Johannisftratze 16: vormittags 10.30 Uhr: Gottesdienst der Jugend. Ansprache: Heinz Günther Eisenhardt. Kleiststrabe 10: vormittags 16.36 Uhr; Predigt: Dr. Jelski. Das Ili-Programm Berlin. Gemeinsame Veranstaltungen. Der Plan der Osterfahrt wird wie folgt geändert: Freitag, den 3. bis Montag, den 6. April, Lager bei Freienwalde. Kosten ungefähr 16,— Mk. Anmeldung umgehend an Marlin Glatz, Zehlendorf, Am Lappjagen 11. Aelterengrvppe. Heimabend am Donnerstag, dem 26. März, abends 8.36 Ahr, bei Ellen Littmann, Neue Kantstraße 6. Oliva and Reu-Eharlotteadurg. Heimabend am Donnerstag, dem 9. April, abends 8 Uhr, bei Rose Seligsohn, Erunewald. Douglasstraße 36. Hermsdorf. Heimabend am Mittwoch, dem 3. April; abends 8 Uhr, im Heim, Albrechtstraße 10. Berlin. Jngentgemeinfchaft der Jüdischen Reform-Gemeinde. Montag, den 36. März, abends 8 Uhr, Moffe-Haus, Leipziger Platz 15: „Diskussion über die deutsche Sozialversicherung". Referent: Dr. Hermann Engel. Breslau. Jüngeren-Gruppe: Dienstag, den 31. Mörz, 16.36 Uhr: Ausfprachezyklus: „Die Gedankenwelt der jüdischen Lidrralismus". — Jüngsten-Gruppe: Montag, den 36. März, 16 Uhr, im JugrndhaLm (wichtige Besprechung). Frankfurt a. M. Dienstag, den 31. Marz 1931: Ordentliche Mitgliederoersammlung. Liegnitz. Sonnabend, den 28. März, Tanz-Abend im Hotel Reichshof. Beginn 8.30 Ahr abends. Judenheit zu zeigen, daß es noch Hoffnung gibt. Tie Ansführungen Prof. Hirschs wurden vom ganzen Haus mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Es sprach noch Adler-Rudel (Poale Zion), der insbesondere die Frage der jüdischen Arbeiter und der Heranwachsenden Jugend behandelte und jüdische Arbeitsnachweise für notwendig hält. Tie Berufsberatung dürfe nicht nach dem Grundsatz einer Unterscheidung zwischen guten und schlechten Berufen, sondern auf Grund einer Eignungsprüfung erfolgen. Schließlich berichtete B e n a r i o (Volksp.) über die Erfolge der Darlehenskasse in Frankfurt a. M. und führte als bezeichnendes Beispiel für die jüdische Wirtschastsnot an. daß, die Juden in Frankfurt, diy vor dem Kriege 45<yo der Gesamtsteuerleistung entrichteten, heute nur mehr 15 o/o der Steuern zahlen, also dreimal so sehr verarmt seien wie die übrige Bevölkerung. Herr Tr. Ludwig Holländer betont, daß, es auf die Erörterung und Prüfung der subjektiven Seite der Wirtschaftsnot unter den Juden ankomme. (Zuruf von der Volkspartei, daß in der Jüdisch-liberalen Zeitung das Bestehen einer jüdischen Wirtschastsnot und die Notwendigkeit von jüdischen Arbeitsnachweisen bestritten worden sei.) Ueber das Bestehen einer besonderen jüdischen Wirtschastsnot sind die Ansichten sehr verschieden. Auch der Jüdische Arbeitsnachweis ist in vielen Fällen umstritten. (Zu,ruf von der Volkspartei: „Hört, hört".) Wer mit einem „hört, hört" kann man diese Ansicht nicht; einfach abtun. Wenn rch auch, Ihrer Meinung bin, so glaube ich, daß sich sehr viele Gründe linden lassen, um zu sagen, daß 'jüdische Arbeitsnachweise nicht notwendig sind. Ta ich aber die Praxis gegenüber den Ausländern kenne, setze ich mich für die jüdischen Arbeitsnachweise ein, glaube aber doch, daß man sehr wohl die Auffassung vertreten kann, die jüdischen Arbeitsnachweise dadurch entbehrlich zu machen, daß man die allgemeinen Arbeitsnachweise veranlaßt, auch für die Ausländer zu sorgen und Rücksicht zu nehmen. Wenn nur nicht überall die Menschen der Auffassung wären, gerade bei der Frage der Berufsberatung mit rein subjektiven Auffassungen durchkommen zu können. Hochqualifizierte Kräfte werden auch heute noch nicht so sehr von der Arbeitslosigkeit bedroht. Tas Problem der Arbeitslosigkeit besteht in der Hauptsache nur bei beit durchschnittlich Begabten, die heute sehr schwer unterzubringen sind. Das Problem , ist darauf abzustellen, ob eine initiiere Begabung heute rwG genügt, um Menschen in Berufsschichtungen zu empfehlen, irr ine sie nicht hineingehören. Das wollen alle Leute für die andern wahr haben, aber nicht für die eigene Verwandtschaft^ Was den Standort der Berufe betrifft, so ist 'es heute durchaus so, daß sogar Mittel- und Kleinstädte in einer Heise vernachlässigt werdenn, die unerhört ist. Lange Zeit werde» Kandidaten der verschiedensten Berufe in Mittelgemeinden gesucht, die man ‘ nicht finden kann. T«aÄ gilt für das! Handwerk und die freien Berufe ebenso wie für die Kleingewerbetreibenden. Ter falsche Begriff der Ehre der Arbeit ist heute noch bei jeder ein wenig aus sich haltenden Familie ungeschriebenes Gesetz. Und an dieser konservativen Einstellung scheitern alle Versuche, die Kinder zu veranlassen, sich beruft ich umzustellen. Ich halte sie für Borniertj heit. Darlehenskassen, Siedlungen etc. sind wertvolle Exs perimente, die man fördern muß, aber sie bilden keine Lösung der deutschen Judenfrage. Herr Kareski hat sich darüber gewundert, daß ich in Aufsätzen den Optimismus j sehr stark habe hervortreten lassen. Und ich bin heute noch ' der Auffassung, baßi, wenn wir uns subjektiv 'stark ändern würden, die Not nicht mehr so groß sein würde, wie sie ist;? wenn wir nur verständen, in die jetzt neu entstehenden Lücken der Wirtschaft uns einzufügen, daß dann die Not - in der Berufswahl bei uns gemindert, vielleicht sogar zu einem großen Teil bei der heutigen Wirtschaftslage behoben würde. Tenn wir bringen ein Kapital mit, in dem wir überlegen. sind. Tas ist eine viele Jahrhunderte alte Routine und ein gewisser Blick für die Wirtschaft. Es gibt Menschen, die aus einer bestimmten Einstellung heraus die Verproletarisierung der Juden begrüßen. Es sst ein perverses Verlangen, wenn man will, daß möglichst viele Juden zu Proletariern werden. Es gibt in der Welt allergrößte Armut unter den Juden schon jetzt, sie braucht wirklich nicht noch vergrößert zu werden. Es müssen Berufe gewählt werden, in denen der Twang nach Selbständigkeit seine Befriedigung findet. Dieses ist in den mittleren Gemeinden durchaus möglich. .Hier bätte der Landesverband eine große Aufgabe zu erfüllen. Kurt Blumenseld wies darauf hin, daß die Wirtzschastsnot nicht losgelöst bon der Politik betrachtet werden, könne und daß bei einer derartigen Beratung auch aus allgemein jüdische Erscheinungen Rücksicht genommen werdcm müsse. Tamit wird die Aussprache über die Wirtschastsnot beendet. Nachdem Frau Paula Ollendorf einen Antrag auf Fürsorgemaßnahmen für die durch die Erwerbslosigkeit gefährdete weibliche Jugend begründet hatte, referierte Justizrat Francken (lib.) über die Vorlage „Beamtenrecht". Dr. ' Victor (Volksp.) beantragte Rückverweisung dieser Vortage, sowie der Mustersatzung für Klein- und Mittelgemeinden an die Rechtskommission. \ Für den Haushaltsausschuß berichtete T«r. Ehalrig (liberal) über einzelne vom Haushaltsausschuß beschlossene: > Abänderungen der Etatvorlage, beantragte den RechnungÄqbschluß zu genehmigen und dem Rat Entlastung zu erteilen und teilte mit, der Haushaltsausschuß hübe beschlossen, haß künftighin eine Prüfung des Rechnungsabschlusses durch dep, Revisor der Jüdischen Gemeinde Berlin vorgenommen werden V. soll. ■ Tas Haus trat nunmehr in die zweite Lesung des Ekcfts ein. Für Beihilfen an Gemeinden sind 441000 RM., Mr Beihilfen an Beamte 123 400 und für Bezirksrabbinate' 35tK)(4 RM. vorgesehen Tie für das Rabbinerseminar Berlin. ürsprüngljch vorgesehene Subvention von 27 509 RM. wurde(' nach Len Vorschlägen der Hanshaltskominission aus 25 000 NM. herabgesetzt, die ursprünglich für die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums vorgesehene Subvention von 25 000 RM. aus 27 500 erhöht, der für das Jütnsch-Tbeo- - logische Seminar Breslau eingesetzte Beitrag von 30000 ” aus 27500 RM. ermäßigt. Zu diesem Punkte sprachen u. a. Dr. Howpitz-Frankfurt a. M. (kons.) ,der sich für, eine Erhöhung der Subventionen an die Hochschulen eiusetzte, R.-A. Seligsohn (lib.), der sich gegen eine Erhöhung der vorgesehenen Beträge aussprach, ferner Prof. Elbogen, Rabbiner Rosenchal-Köln (kmrs.) und Foerder (Rel. Mitteln). Für die Ansbilduna von Lehrern und Kantoren waren ursprünglich 84 600 RM. eingestellt, von denen 80000 RM. für die Vorbereitunosgnstaften und d'e Präparandie an den Simnltananst alten bestimmt waren. Ter Haushaltsausschuß hatte eine Ermäßigung dieses Betrages auf 70000 RM. beantragt. Hiervon sollen 35 000 RM. für liberale und 35 000 für konservative Anstalten verwendet werden. Bros. Elbogen sprach sich für die Gewährung des Zuschußes in der ursprünglichen Höhe von 80000 RM. aus. Unter Titel 6, ..Wissenschaft des Judentums", waren 10500 RM. eingesetzt, unter Punkt 6 dieses Titels der Betrag von 3000 RM. für ein Gedenkbuch des R. j. F. vorgesehen. Zu sebr erregten Szenen kommt es bei der Beratung über eine Beihilfe zur Herausgabe des Gedenkbuches des Reichs-' bundes jüdischer Frontsoldaten. Sie nahmen ihren Ausaang von einer peinlich wirkenden, vielfach mißverständlichen Rede von Direktor Kareski ^Volkspartei). Die Bewilligung wurde schließlich nahezu einstimmig angenommen. Im Verlaus der Aussprache betont Tr. S e l i a s o h n liberal), keiner denke daran, daß es nötig wäre, durch eine Gefallen enzisfer — so hoch sie auch sein möge - die Vaterlandstreue zu beweisen. Wir stehen in unserer staatsbürgerlichen Treue zu hoch, um diese erst beweisen zu müssen. Aber das R i.F.- Buch habe auch statistischen und historischen Wert, und trenn es zur Entgiftuna des öffentlichen Lebens beiträgt, liegt dies im beutschbeimatlichen Jnler^ss". Es wird auch "in Erinnerungsmal sein für so zahlreiches hoffnungsvolles junges Blut, das aus allen Schlachtfeldern vergessen wurde. Ein Antrag der Indischen Volksvartei, den Betrag für indische Sportbewegung wieder von 3000 auf 6000 RM. zu erhöhen, wird abgelehnt. Annahme des Gesamtetats Rach Erledigung des häßlichen Zwischenfalles setzte das Haus die Lesung des Etats fort. Für gemeinnützige Anstalten und Einrichtungen ist ein Betrag von 26500 RM. vorgesehen. Davon sind für Jugendpflege 14 000 RM. bestimmt. Von diesem Betrag sollen 11000 RM. den üllghmeinen Zwecken des Reichsausschusses der jüdischen Jugend und 3000 RM. der Jugendpflege in dm Kleingemeinden ge-- L,